Archiv für den Monat: September 2017

Bauern wollen Grüne nicht

Landvolk-Forderungen an Bund und Land – „Brauchen Verlässlichkeit“

Logo der Landvölker aus Emsland, Cloppenburg und OldenburgCloppenburg (PM). Das Landvolk im Nordwesten Niedersachsens appelliert an die CDU als stärkste Fraktion im Bundestag, bei den Koalitionsgesprächen zur Bildung der künftigen Bundesregierung die „aktuellen Kernthemen der Landwirtschaft nicht auf dem Altar der politischen Verhandlungen zu opfern“. Die Union müsse die wichtigen Zukunftsfragen der Agrarbranche selber mit Inhalten füllen und dürfe dieses Feld nicht den Bündnis-Grünen überlassen, sagte der Vorsitzende des Kreislandvolkverbandes Cloppenburg, Hubertus Berges.

große Stammwählerschaft der CDU im ländlichen Raum

In einer gemeinsamen Erklärung mit den Landvolkverbänden aus Oldenburg, dem Emsland und der Grafschaft Bentheim warnt Berges davor, die Agrarthemen in den Koalitionsverhandlungen zu zerreiben. Hubertus Berges: „Die Union sollte auf ihre angestammte Wählerschaft Rücksicht nehmen. Die ist besonders groß in den ländlichen Regionen des Landes.

Düngeverordnung ist Wahlkampfthema

Die Landwirtschaft habe generell schon mit vielen Problemen zu kämpfen, die politische Ursachen hätten. Da sei ein Bundeslandwirtschaftsminister aus den Reihen der Grünen durchaus verzichtbar. Berges: „Wohin das führen kann, sehen wir gerade im Bundesrat, wo die Grünen die neue Düngeverordnung zu Wahlkampfzwecken missbraucht haben.“ Das habe zu eine rechtsfreien Situation geführt, da die Ausgestaltung der Verordnung
nicht erfolgt sei. Berges: „Die Strafen bei Verstößen gegen die Düngeverordnung stehen schon fest, aber der Landwirt weiß noch gar nicht, was eine Strafe eigentlich auslöst.“

Verlässliches politisches Handeln ist nötig

Verlässliches politisches Handeln sehe jedenfalls anders aus, kritisierte Berges. Mit Blick auf die Landtagswahlen am 15. Oktober 2017 in Niedersachsen erklärten die Landvolkverbände, Niedersachsen dürfe nicht zu einem politischen Experimentierfeld verkommen. Von der SPD und Ministerpräsident Stephan Weil erwarte die Landwirtschaft eine „deutliche Absage“ an eine mögliche Regierungsbeteiligung der Partei „Die Linke“,
der ein Wiedereinzug in den niedersächsischen Landtag vorhergesagt wird. Es habe auch etwas mit Verlässlichkeit zu tun, wenn der Regierungschef trotz drohender Stimmenverluste bei der Landtagswahl „klare Kante“ zeige und einer rot-rot-grünen Koalition die Zustimmung verweigere. Berges: „Ich kann nur an Weil appellieren, dieser Versuchung zu widerstehen.

Rückfragen an Heinz-Josef Laing (Tel. 0176-34076775)


Anmerkung:

Dass die Bauern keinen grünen Landwirtschaftsminister wollen, kann man auch am Wahlergebnis ablesen. In dieser Berufsgruppe erhielten die Grünen ledeglich 5% der Stimmen.

Grafik zum Wahlergebnis. Landwirte wählten zu 61% CDU, 5% SPD, 5% Grüne, 4% Linke, 14% FDP und 8% AfD
Wahlergebnis nach Berufsgruppen

Jamaika: Droht uns ein Bauernopfer?

Nachbetrachtung zur Bundestagswahl: Was würde eine mögliche Jamaika-Koalition für die Landwirtschaft bedeuten?

Deutschland hat gestern gewählt. Die Wahlbeteiligung ist erfreulicherweise angestiegen und die Liberalen (FDP) sind wieder Teil des künftigen Bundestages. Doch das waren dann auch in meinen Augen die positiven Aspekte der gestrigen Wahl. Die Volksparteien sind deutlich geschrumpft und die rechte AfD hüpft locker über die 5%-Hürde und wird sogar drittstärkste Fraktion.

Wahlergebnis der Bundestagswahl 2017. Neben der großen Koalition ist auch eine Jamaika-Koalition möglich
Wahlergebnis der Bundestagswahl 2017 (entnommen von ard.de)

Die SPD hat sehr schnell nach der ersten Prognose eine Regierungsbeteiligung abgelehnt. Damit bliebe dann eigentlich nur noch das sogenannte Jamaika-Bündnis aus Union, FDP & Grünen. Eine Konstellation die vielen Bauern in Deutschland Bauchschmerzen bereitet.

Warum „Jamaika“ gefährlich sein kann für das Land

Viele Bäuerinnen und Bauern haben schlicht Angst vor einem grünen Jamaika: Droht uns ein Bauernopfer? weiterlesen

Tierhaltung und Klimagase

In Diskussionen und auf manchen tierhaltungskritischen und -feindlichen Seiten wird man immer wieder mit den gar schrecklichen Zahlen der FAO konfrontiert, nach denen die globale Tierhaltung für 18% der Klimagase verantwortlich wäre. Diese Zahl wurde von der FAO tatsächlich kommuniziert, stammt aber von 2006. Mittlerweile wurde sie revidiert und die FAO nennt nur noch 14,5%.  Das ging an all den Verbreitern der ursprünglichen Zahl mit Sicherheit nicht vorbei und so beweist das Beharren auf die „18“ die Unseriösität dieser Publikationen.

http://www.fao.org/news/story/en/item/197623/icode/

 

„Total emissions from global livestock: 7.1 Gigatonnes of Co2-equiv per year, representing 14.5 percent of all anthropogenic GHG emissions. This figure is in line FAO’s previous assessment, Livestock’s Long Shadow, published in 2006, although it is based on a much more detailed analysis and improved data sets. The two figures cannot be accurately compared, as reference periods and sources differ.“

 

Nun kann man einwenden, dass zwischen 18 und 14,5 kein SOO gravierender Unterschied besteht. Was die Zahlen aber wirklich relativiert, ist die offensichtliche Tatsache, dass hier die Tierhaltung wirklich ganz separat berechnet und die zuvor erfolgte Kohlenstoffsenke durch die Futterpflanzen nicht berücksichtigt wurde. Diesen Schluss lässt eine andere Publikation der FAO zu, welche für die gesamte Landwirtschaft inclusive Tierhaltung 5,3 Gigatonnen/Jahr und somit einen Anteil von 10,8% nennt. Man darf sich dabei nicht durch „Giga“ in Zusammenhang mit „Billion“ verunsichern lassen. Im amerikanischen steht „Billion“ für „Milliarde“.

 

http://www.fao.org/resources/infographics/infographics-details/en/c/218650/

 

Die Zahlen sind von 2011 und somit nicht mehr ganz aktuell. Sie werden sich jedoch nicht in großem Ausmaß geändert haben.  Aber man sieht, dass es auch bei den Berichterstattern der FAO Leute gibt, die ihre Zahlen gerne so interpretieren, dass die Landwirtschaft schlecht dasteht. Und so wird die ungefähre absolute Verdoppelung (2,7 auf 5,3) von 1961 bis 2011 angeprangert. Wenn auch etwas relativiert wird („Agriculture’s greenhouse gas emissions continue to rise – although not as fast as emissions from other human activities“)

 

Dabei bescheinigen diese Zahlen große Verbesserungen. Denn während die Weltbevölkerung in diesen Jahren um das 2,26- fache anstieg und die Zahl der sattwerdenden Menschen um ungefähr das 2,7-fache stieg der Ausstoß von CO2 Äquivalenten für deren Ernährung nur um das 1,96-fache. Einen besseren Beweis für die Effizienz und Nachhaltigkeit moderner Landbewirtschaftungsformen MIT Tierhaltung kann es nicht geben.

 

 

Forschung unterstützt deutsch-afrikanische Partnerschaft im Kampf gegen Hunger und Mangelernährung.

Afrikanische Erfolgsbeispiele vom Kampf gegen Hunger zeigt neuester Bericht des Malabo-Montpellier Expertenpanels.

Abidjan, Côte d’Ivoire,  – 8. September 2017 (PM): Die Kooperation zwischen Deutschland und Afrika in den Bereichen Ernährungssicherung und landwirtschaftliche Entwicklung soll weiter gestärkt werden. Dies wurde am Rande des African Green Revolution Forums 2017 (AGRF-2017) in Abidjan beschlossen. An dem Forum nahmen über 1500 Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft teil.

(c) Malabo Montpellier Panel

Auch die Ausweitung der Partnerschaften im Rahmen der deutschen „EINEWELT ohne Hunger“ Initiative mit mehreren afrikanischen Staaten und Indien, die Deutschland bereits mit 1,5 Milliarden Euro unterstützt, konnte während des AGRF-2017 vorangetrieben werden, einschließlich des Ausbaus trilateraler Dialoge zwischen Indien, Afrika und Deutschland. Forschung unterstützt deutsch-afrikanische Partnerschaft im Kampf gegen Hunger und Mangelernährung. weiterlesen

Schwein-O-Mat: Schweine-Fakten statt Wahlkampfgetöse

Thesen-Fakten-Einschätzung – so funktioniert der Schwein-O-Mat

Am Anfang war die Bauernregel, und die Bauernregel war bei Umweltministerin Hendricks, und Ministerin Hendricks machte mit ihrer Bauernregel die Landwirte böse.

So böse, dass die ISN – Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands hinging und ein Gegenprojekt auf die Beine stellte. Die Zustimmung war enorm. Da die Umweltministerin mit ihrer Kampagne zwischenzeitlich zurückgerudert war, wurde das Geld einem anderen Zweck zugeführt.

Schweine-Fakten statt Wahlkampfgetöse

Ergebnis ist der Online-Schwein-O-Mat. Anders als beim Wahl-O-Mat bleibt der Schwein-O-Mat der Politik allerdings fern. Er soll über die Schweinehaltung aufklären. Dazu reagieren die Projektinitiatoren mit Fakten auf Plattitüden.

Passgenau kam die folgende Steilvorlage aus dem Hause des Kanzlerkandidaten Martin Schulz:

Massentierhaltung ist unterhalb der Würde von Tieren. Zitat: SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz vom 5 September 2017 (Quelle: Zeit ONLINE)

Die Antwort des Schwein-O-Mats (auszugsweise):

„Massentierhaltung ist ein nicht definierter Begriff. Welche Kriterien werden hier angesetzt? Ohne zu wissen, was Massentierhaltung ist, hat deren Wertung überhaupt keinen inhaltlichen Wert.“ Und: „‘Ob ein Kuhstall mit 300 oder mit 30 Kühen besser für die Kühe ist, das kann man dem Kuhstall nicht ansehen‘, hat Robert Habeck, grüner Landwirtschaftsminister in Schleswig-Holstein, sehr trefflich dargestellt. Grundsätzlich: „Über welche Betriebsgrößen reden wir eigentlich? Im Mai 2017 gab es hierzulande noch 23.800 schweinehaltende Betriebe mit mehr als 50 Schweinen bzw. mehr als 10 Sauen. Im Durchschnitt wurden 228 Sauen bzw. 870 Mastschweine gehalten. Mehr als 88 % der Betriebe halten – überwiegend als Familienbetrieb organisiert – weniger als 2.000 Schweine.  Jährlich steigen zahlreiche Schweinehalter aus – seit 2010 fast die Hälfte.“ Wichtig: „Diese Entwicklung wird weiter gehen. Die verbleibenden Betriebe werden größer und spezialisierter – auch weil Sie die strengeren Vorgaben mit steigender Tierzahl eher umsetzen können.“

Die ersten fünf Thesen sind nur der Anfang. Geplant ist, Geld für weitere Aktionen zu sammeln und das Projekt „Fakten statt Wahlkampfplattitüden“ fortzuführen.

Die Schwein-O-Mat-Macher (die von dem eingeworbenen Geld auch Anzeigen in Tageszeitungen schalten) suchen weiter nach Plattem und freuen sich daher über sachdienliche Hinweise, munter nach dem Motto:

Gebt uns Plattitüden!

Fakten statt Wahlkampf  – hier entlang geht es zum Schwein-O-Mat!

FakeNews: Wahlkampf in Grün

fairer Wahlkampf mit FakeNews?

Die Partei Bündnis 90/Die Grünen plädieren für einen fairen Bundestagswahlkampf und haben sich eine Selbstverpflichtungserklärung auferlegt. Darin heißt es:

„Wir führen den Wahlkampf mit Fakten und Argumenten – gerne auch zugespitzt. Dies soll auch so bleiben. Lügen und bewusste Falschaussagen sowie das Verbreiten von nachweislich und eindeutig falschen Meldungen, Zitaten und Behauptungen lehnen wir entschieden ab.

Flyer der Bürgerinistiative "Pro Waldeck"
Flyer der BI in Waldeck

Diese haben in der demokratischen Auseinandersetzung nichts zu suchen. Wir werden entschlossen dagegen vorgehen, dass sie Teil der Wahlkampfauseinandersetzung werden.“

Am 18. August 2017 hielt der Grüne EU-Parlamentarier Martin Häusling bei einem Bürgerabend der Bürgerinitiative „Pro Waldeck“ im Bürgerhaus Waldeck ein Referat zum Thema „Negative Konsequenzen der Massentierhaltung„.
Wir wollen mal reinhören und schauen, in wie weit die Grünen ihre eigenen Grundsätze ernst nehmen:

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vegan? Nach mir die Sintflut

Es ist wieder Hurrikan-Saison. In den betroffenen Gebieten verursachen Sturm und Wasser extreme Schäden. Kein Wunder also, dass bei den aufziehenden Unwettern die Bevölkerung sich mit dem Nötigsten im Vorfeld eindeckt.

Tweet des Tages- trotz Verspätung

Mit etwas Verspätung habe ich diesen Tweet aus Amerika entdeckt:

In der Not is(s)t  man anscheinend doch wählerisch. 😉 Die veganen Produkte sind bei Hamsterkäufen nicht die erste Wahl.


vegane Produkte bleiben liegen, wenn sich die Bevölkerung in den USA vor Unwettern sich mit Hamsterkäufen eindeckt
Tweet von Matt Oswalt