Archiv für den Monat: April 2019

Unternehmenskonstruk Sarah Wiener - Grafik

Märchenzeit: Ist die Grüne Sarah Wiener eine Agrarindustrielle?

Es geht weiter mit den fünf Märchen der Sarah Wiener. Nachdem die Bloggerin und Bio-Bäuerin Birgit Medlitsch in Märchen Nummer 1 Behauptungen der Starköchin zu Agrarsubventionen zerpflückt hat, nimmt sie in Nummer 2 ihrer Märchenerzählungen die Eigentumsverhältnisse von Gut Kerkow unter die Lupe. Sarah Wiener hatte den 800 Hektar großen, in der Uckermark gelegenen Biobetrieb 2015 erworben.

Das Resultat der Analyse von Birgit Medlitsch wirft ein, wie ich finde, zwiespältiges Licht auf die Starköchin:

„Wir stehen vor einem Abgrund in der Agrarindustrie“

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Märchenzeit: Sarah Wiener erzählt was zur Landwirtschaft

Viele kennen sie: Sarah Wiener, österreichische Unternehmerin, Fernsehköchin, Buchautorin und, sofern die österreichische Wählerschaft dies wünscht, demnächst grüne EU-Parlamentarierin. Ferner tourt sie als Verfechterin einer ökologischen Landwirtschaft durch die bundesdeutsche Medienlandschaft, wobei sie wortgewaltig die Agrarindustrie zu verteufeln pflegt.

Da sie der unreflektierte bzw. unwidersprochene Umgang von Medien, Ministerium und Verband mit den Aussagen Wieners störte, hat die österreichische Bloggerin und Bio-Landwirtin Birgit Medlitsch das Heft des Handelns in die Hand genommen und einiges davon auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft. Das Resultat liegt als lesenswerter Blogpost und Märchenerzählung in mehreren Teilen vor: „Die 5 Märchen der Sarah Wiener“. Birgit Medlitsch hat BlogAgrar die Erlaubnis erteilt, die auf ihrem Blog Das ist los. veröffentlichten Märchen an dieser Stelle online zu stellen.

Nummer 1: Das Märchen von den Agrarsubventionen.

Wir sehen weites Land.
Unser Land.
Das Land unserer Bauern.
Land, auf dem das wächst, was wir brauchen.
Bestellt, behütet und beerntet.
Da steht er, der Bauer.
Ein Mensch, der nichts anderes möchte,
als das bewahren, was uns ernährt.
Wissend um die Natur. Wissend um alles,
was das bedroht, was uns ernährt.

Er lebt in und mit der Natur und trotzt ihren Gewalten, wenn es darum geht, das zu tun, was getan werden muss. Weil es die Natur verlangt. Und er tut es gern. Und ehrlich.

Und jetzt?
Jetzt kommt Sarah.
Sarah erzählt ihm, dass er es nicht richtig macht.
Also falsch macht er es.
Ganz falsch.
Und Geld bekommt er. Agrarsubventionen, also Förderungen.
Und die soll er gar nicht bekommen.
Sagt Sarah.

Das Märchen von den Agrarsubventionen.

Sarah erzählt uns etwas über Landwirtschaft. Sie erzählt von Agrarsubventionen, die jeder bekommen kann. In einem Interview (Ö1 Morgenjournal, 20.3.2019) sagt sie:

„Wir haben eine Landwirtschaft, wo man einfach Fläche subventioniert. Also jeder Hektar wird subventioniert, egal, was Du da machst, und wer’s hat, und ob er überhaupt Landwirt ist. Und natürlich bin ich dagegen.“

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Insektensterben? Nicht im Raps!

mit Daniel Bohl

Rapsglanzkäfer befallen den Raps

Bisher wurde unser Raps von den Rapsglanzkäfern verschon. Aber nach ein paar warmen Tagen kommen sie, trotz jährlicher Bekämpfung, wie aus dem Nichts und befallen die Rapsknospen.
Da könnte man als Landwirt nun zu sehen, wie die Käfer Stück für Stück die Knospen fressen und mehr als 30% des möglichen Ertrages wegfressen, was den Rapsanbau unwirtschaftlich machen würde oder die Rapsglanzkäfer mit einem Insektizid bekämpfen. Würde der Rapsanbau unwirtschaftlich, würde kein Landwirt mehr Raps anbauen.

Die Knospen einer Rapspflanze werden von vielen schwarzen Rapsglanzkäfern heimgesucht.
Rapsglanzkäfer können große Schaden im Raps anrichten (Bild: Daniel Bohl)

Nicht nur wichtig für die Bienen

Da mögen einige Beifall klatschen, die sollten aber auch bedenken, dass der Raps die wichtigste heimische Öl- und Eiweißfrucht ist und jede Tonne Öl und Eiweiß, die nicht bei uns produziert wird, importiert werden muss.
Darüberhinaus ist der Raps auch die bedeutendste Tracht für die Bienen. Fragt mal einen Imker in Norddeutschland, ob er auf die Tracht des Rapses für seine Bienen verzichten möchte. Ich habe noch keinen kennen gelernt.

Rapsanbau ohne Insektizide geht nicht

Rapsanbau ohne Insektizide geht nicht. Deswegen müssen Landwirte und Imker hier eng miteinander kooperieren. Davon haben beide mehr, als von stupiden Verboten.

Öko Raps gibt es kaum

nur 0,4% der Rapsanbaufläche in Deutschland werden ökologisch erzeugt
von 1000 ha Raps werden in Deutschland 4 ha ökologisch angebaut (Grafik: @flaemingslord)

Ohne wirksame Insektizide kann kein erfolgreicher Rapsanbau gelingen. Das zeigt auch die Statistik, denn nur 0,4% der Rapsanbaufläche wird ökologisch erzeugt.
Die Erntemenge dürfte wohl noch unter 0,2% liegen, da das Ertragspotenzial von Ökologischen Produkten deutlich geringer ist und die Insekten (nicht nur der Rapsglanzkäfer) zusätzlich den Ertrag schmälern werden.

Dieser Ertragsverlust lässt sich nicht einmal durch höhere Preise kompensieren. Denn wo nichts geerntet wird, dort kann man auch nichts mehr teuer verkaufen.