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Anton Hofreiter oder: Wenn grüne Unschärfen beim Thema Intensivtierhaltung Tradition haben

Geht es um die Intensivtierhaltung oder allgemein die konventionelle Landwirtschaft, sind die Grünen schnell mit Vorwürfen zur Hand – selten sachlich, selten fachlich kompetent, viel zu oft faktenbefreit. Geschossen wird in Berlin genauso wie in Hannover, Düsseldorf und im Rest der Republik – aber inhaltlich selten richtig scharf.

Traditionen wollen gewahrt sein, hat Anton Hofreiter wohl gedacht – und in seinem Facebook-Account heute die üblichen grünen Unschärfen zum Thema serviert.

Klimawandel

Als da wäre der Klimawandel. Ich bin wahrlich keine Klimaexpertin. Anton Hofreiter allerdings auch nicht. Was den Vorsitzenden der grünen Bundestagsfraktion nicht daran hindert, zu klagen:

„Fast ein Drittel der weltweiten Treibhausgase stammen aus der Landwirtschaft. Besonders klimaschädlich ist die industrielle Massentierhaltung.“

Ich habe ihn (bzw. Team/Toni) bei Facebook einige Male nach Belegen für die Behauptung gefragt. Keine Antwort. Was mich selbstverständlich nicht gewundert hat. Bis auf wenige lobenswerte Ausnahmen erhält man nämlich keine grünen Antworten.

Was den Klimawandel betrifft, so ist dieses Thema eine ungemein komplexe Materie. Persönlich ziehe ich es daher vor, mich ihr nur auf Zehenspitzen zu nähern, indem ich den IPCC zitiere. In die Berichte des Weltklimarates der Vereinten Nationen fließt die Expertise fast aller namhafter Klimawissenschaftler des Globus ein. Anton Hofreiter oder: Wenn grüne Unschärfen beim Thema Intensivtierhaltung Tradition haben weiterlesen

Dialog: „Wir haben es satt“-Kongress

In Berlin angekommen, aber noch unrasiert
In Berlin angekommen, aber noch unrasiert

Bin gerade in Berlin angekommen und bereite mich noch ein wenig auf den morgigen Tag vor. Denn ich bin nicht zu Erholungszwecken in Berlin. Ich habe die Ehre, morgen an einem agrarpolitischen Talk im Rahmen des „Wir haben es satt“-Kongresses teilzunehmen. Ich werde die Bewegung „Wir machen Euch satt“ hoffentlich gut vertreten.

whes_kongress_2016Ab kurz nach zehn werde ich dann mit Dr. Anton Hofreiter (Bündnis90/Die Grünen), Dr. Kirsten Tackmann (Linke), Dr. Karin Thissen (SPD), Kees de Vries (CDU) und Jochen Fritz (Wir haben es satt!) unter der moderatorischen Leitung von Frau Dr. Tanja Busse („Die Wegwerfkuh“) über verschiedene agrarpolitische Themen diskutieren.

whes_kongress_planWenn ihr noch Fragen und Anregungen für mich habt, könnt ihr sie gerne in der Kommentarzeile hinterlassen.

Drückt mir die Daumen! Bis morgen, dann werde ich mich zurückmelden!

Ob es einen Live-Stream gibt, kann ich nicht sagen. Wer zuerst einen Link kennt, der postet ihn bitte für alle hier im Blog- 😉

Unheilige Allianz von Politik und NGOs

Da spricht mir jemand aus der Seele! Ich zitiere nun eine Rede vom Vizepräsidenten des deutschen Bauernverbandes Werner Schwarz aus Schleswig-Holstein, die er am vergangenen Mittwoch in Wesel, NRW, anlässlich des dortigen Agrar-Forums gehalten hat:

Werner Schwarz
Werner Schwarz

„In den letzten Jahren hat sich die Landwirtschaft als ein neues Betätigungsfeld vieler gesellschaftlicher Gruppen erwiesen, sehr zur Verwunderung der Bauern. Landwirte hatten ihren Versorgungsauftrag im Auge. Und in der Tat: Nie zuvor in der Geschichte der Menschheit waren wir in der Lage, derartig vielfältige, gesunde, günstige Lebensmittel für die gesamte Bevölkerung bereit zu stellen.

Aus welchem Hinterhalt kommt dann also dieser Angriff? Es ist kein Hinterhalt. Es ist der Fluch der guten Tat. Wir haben eine hohe Lebenssicherheit hergestellt. Diese Sicherheit führt nun dazu, dass man die Lebensmittelerzeuger in Frage stellt. Eine moralische Diskussion um Essen und Tierhaltung, Bodenschutz Artenvielfalt ist vor allem ein Wohlstandsphänomen.
Denn

– wir haben viele Tierkrankheiten ausgemerzt,
– die Ackerfrüchte bringen Erträge, von denen wir früher und andere heute noch träumen,
– das Wasser hat Trinkwasser-Qualität, die Luft ist sauber, der Boden fruchtbarer denn je.

Doch NGOs und Politik treten in eine unheilige Allianz der Betroffenheit und kehren scheinbar basisdemokratisch das System der Landwirtschaft um. Die Diskussion über die Nutztierhaltung ist an medialen Falschaussagen schwerlich zu übertreffen. Ein Dr. Hofreiter ist nicht in der Lage, die grüne Agrarwende ohne Schlagworte wie Massentierhaltung, Pestizide, Agroindustrie, Grundwasserverseuchung oder südamerikanische Todesschwadronen zu beschreiben. Behörden lehnen Stallbauten im Ablehnungsbescheid schon mal mit der Begründung ab, dieses sei „Massentierhaltung“ und damit nicht genehmigungsfähig. Unheilige Allianz von Politik und NGOs weiterlesen