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Kommunale Anwendungsverbote für Glyphosat

Erste Kommunen verbieten Glyphosat auf ihren Flächen

Wie ich bereits kurz nach dem überraschenden Schmidt-Alleingang und dessen JA zu Glyphosat prognostiziert hatte, ist die Diskussion um den umstrittenen Wirkstoff noch lange nicht beendet.
Hier ein Beitrag aus Hessen. Die Stadt Wiesbaden möchte Gutes tun und verbietet die Ausbringung auf stadteigene Flächen.

Erst der Anfang

Es wird noch viel mehr solcher Initiativen geben, auch Firmen aus der Lebensmittelbranche dürften sich mit der Frage auseinandersetzen, ob sie ihren Lieferanten den Glyphosateinsatz nicht besser verbieten sollen. Aus Marketinggründen oder aus vorauseilendem Gehorsam bzw. Angst, Teil einer NGO-Kampagne gegen das eigene Unternehmen zu werden.

Desinformation statt Aufklärung

Und dabei wird weiter falsch bzw. unrichtig informiert. Es hat sich eine breite Parteienfront gebildet, die sich gegen das Glyphosat ausspricht: Linke, SPD, Grüne und AfD bilden hier eine (in meinen Augen) bedenkliche Front gegen die Anerkennung der Wissenschaft im Allgemeinen und gegen Glyphosat im Speziellen, die im deutschen Bundestag bereits heute eine Mehrheit hätte. Dabei spielen bei allen Parteien populistische Motive eine große Rolle. Bei der SPD dürften auch Verhandlungs-taktische Erwägungen eine Rolle spielen, nehmen aber wohl auch gerne den vordergründigen Sympathiegewinn mit. Denn jeder der sich FÜR eine Wiederzulassung von Glyphosat und FÜR eine nüchterne wissenschaftliche Bewertung ausspricht, ist schnell der Buhmann. Deshalb verdienen alle, die sich in dieser Frage wirklich differenziert und nicht populistisch äußern, meinen grössten Respekt!
Die CDU gehört nicht zur oben erwähnten populistischen Anti-Glyphosatfront im Bundestag, doch auch aus dieser Partei höre ich leider wenig klare Kante. Die CDU ist Volkspartei und da gibt es selbstverständlich die unterschiedlichsten Positionen unter den Mitgliedern.

Union mit uneinheitlicher Haltung zu Glyphosat

Enttäuscht bin ich in dieser Frage zum Beispiel von der neuen niedersächsischen  Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast.


Sie stimmt zwar grundsätzlich einer Verlängerung zu, spricht aber gleichzeitig davon, dass es „ein Weiter-So“ nicht geben dürfe und nach Alternativen gesucht werden müsse.
Diese Haltung ist irgendwie nicht Fisch, nicht Fleisch. In meinen Augen sollte ein Zulassungsverfahren nach nüchternen wissenschaftlichen Parametern abgearbeitet werden. Alle Gründe, die gegen das Glyphosat angeführt werden, sind mehr oder weniger an den Haaren herbeigezogen worden. Vernünftig angewendet gibt es keine Gesundheitsgefahren und die Alternative Pflügen bzw. mehr Bodenbearbeitung führt ebenfalls zu einer Minderung der Artenvielfalt auf dem Acker. Wenn es bessere Alternativen gibt, dann werden sie sich auch nach und nach durchsetzen.

Anwendungsbeschränkungen?

Lediglich Anwendungseinschränkungen halte ich für durchaus sinnvoll. Das kann und sollte man auf nationaler Ebene einheitlich regeln. Gelangt das Glyphosat ins Oberflächenwasser, so hat das schädliche Auswirkungen auf die Wasserorganismen.  Von befestigten Flächen kann es leicht abspülen und in Gewässer gelangen. Hier baut sich der Wirkstoff nicht so schnell ab, wie im Ackerboden. Hier wäre ein Einsatzverbot für Privatanwender durchaus sinnvoll, denn viele nehmen es mit den Anwendungsvorschriften nicht so genau oder kennen diese noch nicht einmal.

Snapshot aus der Hessenschau

Bauern wollen Grüne nicht

Landvolk-Forderungen an Bund und Land – „Brauchen Verlässlichkeit“

Logo der Landvölker aus Emsland, Cloppenburg und OldenburgCloppenburg (PM). Das Landvolk im Nordwesten Niedersachsens appelliert an die CDU als stärkste Fraktion im Bundestag, bei den Koalitionsgesprächen zur Bildung der künftigen Bundesregierung die „aktuellen Kernthemen der Landwirtschaft nicht auf dem Altar der politischen Verhandlungen zu opfern“. Die Union müsse die wichtigen Zukunftsfragen der Agrarbranche selber mit Inhalten füllen und dürfe dieses Feld nicht den Bündnis-Grünen überlassen, sagte der Vorsitzende des Kreislandvolkverbandes Cloppenburg, Hubertus Berges.

große Stammwählerschaft der CDU im ländlichen Raum

In einer gemeinsamen Erklärung mit den Landvolkverbänden aus Oldenburg, dem Emsland und der Grafschaft Bentheim warnt Berges davor, die Agrarthemen in den Koalitionsverhandlungen zu zerreiben. Hubertus Berges: „Die Union sollte auf ihre angestammte Wählerschaft Rücksicht nehmen. Die ist besonders groß in den ländlichen Regionen des Landes.

Düngeverordnung ist Wahlkampfthema

Die Landwirtschaft habe generell schon mit vielen Problemen zu kämpfen, die politische Ursachen hätten. Da sei ein Bundeslandwirtschaftsminister aus den Reihen der Grünen durchaus verzichtbar. Berges: „Wohin das führen kann, sehen wir gerade im Bundesrat, wo die Grünen die neue Düngeverordnung zu Wahlkampfzwecken missbraucht haben.“ Das habe zu eine rechtsfreien Situation geführt, da die Ausgestaltung der Verordnung
nicht erfolgt sei. Berges: „Die Strafen bei Verstößen gegen die Düngeverordnung stehen schon fest, aber der Landwirt weiß noch gar nicht, was eine Strafe eigentlich auslöst.“

Verlässliches politisches Handeln ist nötig

Verlässliches politisches Handeln sehe jedenfalls anders aus, kritisierte Berges. Mit Blick auf die Landtagswahlen am 15. Oktober 2017 in Niedersachsen erklärten die Landvolkverbände, Niedersachsen dürfe nicht zu einem politischen Experimentierfeld verkommen. Von der SPD und Ministerpräsident Stephan Weil erwarte die Landwirtschaft eine „deutliche Absage“ an eine mögliche Regierungsbeteiligung der Partei „Die Linke“,
der ein Wiedereinzug in den niedersächsischen Landtag vorhergesagt wird. Es habe auch etwas mit Verlässlichkeit zu tun, wenn der Regierungschef trotz drohender Stimmenverluste bei der Landtagswahl „klare Kante“ zeige und einer rot-rot-grünen Koalition die Zustimmung verweigere. Berges: „Ich kann nur an Weil appellieren, dieser Versuchung zu widerstehen.

Rückfragen an Heinz-Josef Laing (Tel. 0176-34076775)


Anmerkung:

Dass die Bauern keinen grünen Landwirtschaftsminister wollen, kann man auch am Wahlergebnis ablesen. In dieser Berufsgruppe erhielten die Grünen ledeglich 5% der Stimmen.

Grafik zum Wahlergebnis. Landwirte wählten zu 61% CDU, 5% SPD, 5% Grüne, 4% Linke, 14% FDP und 8% AfD
Wahlergebnis nach Berufsgruppen

Jamaika: Droht uns ein Bauernopfer?

Nachbetrachtung zur Bundestagswahl: Was würde eine mögliche Jamaika-Koalition für die Landwirtschaft bedeuten?

Deutschland hat gestern gewählt. Die Wahlbeteiligung ist erfreulicherweise angestiegen und die Liberalen (FDP) sind wieder Teil des künftigen Bundestages. Doch das waren dann auch in meinen Augen die positiven Aspekte der gestrigen Wahl. Die Volksparteien sind deutlich geschrumpft und die rechte AfD hüpft locker über die 5%-Hürde und wird sogar drittstärkste Fraktion.

Wahlergebnis der Bundestagswahl 2017. Neben der großen Koalition ist auch eine Jamaika-Koalition möglich
Wahlergebnis der Bundestagswahl 2017 (entnommen von ard.de)

Die SPD hat sehr schnell nach der ersten Prognose eine Regierungsbeteiligung abgelehnt. Damit bliebe dann eigentlich nur noch das sogenannte Jamaika-Bündnis aus Union, FDP & Grünen. Eine Konstellation die vielen Bauern in Deutschland Bauchschmerzen bereitet.

Warum „Jamaika“ gefährlich sein kann für das Land

Viele Bäuerinnen und Bauern haben schlicht Angst vor einem grünen Jamaika: Droht uns ein Bauernopfer? weiterlesen

3. Wirtschaftstag im Landkreis Oldenburg

Die anstehenden Wahlen machten es möglich: Der 3. Wirtschaftstag, eine gemeinsame Veranstaltung der Landvölker, Handwerkskammern und IHK im Nordwesten der Republik, war sehr hochkarätig mit Politikern besetzt.

Oldenburg. Am 24. August führen wir gemeinsam mit den KLV Cloppenburg, Oldenburg und Osnabrück unseren 3. Wirtschaftstag durch.Dieser findet in diesem Jahr im Oldenburgischen Wardenburg statt. Als Gastreferenten konnten wir Dr. Bernd Althusmann gewinnen. Er wird zum Thema „Verlässlichkeit politischer Entscheidungen – Folgenabschätzungen“ referieren. Ebenfalls haben sich weitere namhafte Politiker angekündigt, unter anderem Christian Meyer. Wann: Donnerstag, 24. August ab 14 Uhr Wo: Hotel „Wardenburger Hof“, Oldenburger Str. 255, 26203 Wardenburg

Verlässlichkeit politischer Entscheidungen und Folgeabschätzungen

Das Hauptreferat hielt CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl am 15. Oktober in Niedersachsen, Bernd Althusmann. Vor gut 300 Zuhöhrern stellte er die Notwendigkeit verlässlicher Politik in den Vordergrund, weil er diese bei der aktuellen Landesregierung vermisse. Er forderte mehr Wertschätzung für die Landwirtschaft und einen faires Miteinander ein.
Bezüglich der vielen Zielkonflikte zwischen Ökonomie, Ökologie und Tierwohl sagte Althusmann, dass die Landwirtschaft kein nachgelagerter Bereich der Umweltpolitik sei. Verbesserungen beim Tierwohl müssten mit den Praktikern entwickelt werden und benötigten Zeit und Übergangsfristen. Viel Zustimmung erhielt er mit dem Appell, dass die Landwirtschaft noch mehr tun müsse, wenn es darum geht, ein realistisches Bild von der heutigen, modernen Landwirtschaft zu zeichnen.
Natürlich blieben auch verbale Atacken gegen den politischen Gegner nicht aus:

Niedersachen ist immer noch Agrarland Nr. 1- daran konnte selbst die Politik von Minister Meyer nichts ändern

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Pressemitteilung der CDU* zur Plakataktion von „Dies Irae“

Liebe Künstlergruppe »Dies irae«

Durch Ihre jüngste Aktion, bei der Sie an Bushaltestellen Werbeplakate heimlich durch Ihre eigenen ersetzt haben, sind wir auf Sie aufmerksam geworden. Zu den Bildern von unvorteilhaft aussehenden Schweinen haben Sie folgenden Text formuliert:

Tierschutz à la CDU. Die CDU setzt sich dafür ein, dass diese Zustände legal bleiben.

(c) private Zusendung

Wir möchten uns herzlich bei Ihnen bedanken, dass Sie uns in Fragen des Tierschutzes unterstützen. Denn mit Ihrer pfiffigen Aktion tragen Sie erheblich dazu bei, die Menschen für Tierschutzbelange zu sensibilisieren. Dies ist ganz in unserem Sinne. Dass Tiere sich verletzen und krank werden können, wissen leider immer weniger Bürger. Ebenfalls gerät immer mehr in Vergessenheit, dass Verletzungen und Krankheiten sehr übel aussehen können – zumal, wenn sie in ungünstigem Licht aufgenommen wurden. Ihre Plakate helfen, diesen alten Wissensschatz zu heben und der jungen Generation weiterzugeben.

Bedanken möchten wir uns auch für Ihre ausdrückliche Würdigung, dass wir die Legalität der gezeigten Zustände sicherstellen möchten. In der Tat sind wir im Einklang mit dem Tierschutzgesetz entschieden der Ansicht, dass kranke oder verletzte Tiere nicht ohne vernünftigen Grund getötet werden dürfen, sondern einen Anspruch auf medizinische Versorgung auch dann haben, wenn letztere keine wundersame Spontanheilung bewirkt, als hätte Jesus persönlich seine Hand aufgelegt. Wir sind überdies der Meinung, dass Tiere nicht gleich abgeschafft werden sollten, weil sie krank werden oder einander verletzen können.

Liebe Künstlergruppe! Wir sind sehr interessiert an kreativem Input von außen und würden uns freuen, wenn wir in Zukunft eng mit Ihnen zusammenarbeiten dürften. Es wäre ganz wunderbar, wenn Sie uns bei der Konzeption, Produktion und Verbreitung ähnlich aufklärerischer Kampagnen helfen könnten. Denn es gibt bis zum Jüngsten Tag noch viel zu tun!

Wir stellen uns folgende Plakataktionen vor:

1. Schlimme Fotos aus dem Pschyrembel mit der Zeile: »Skandal! Menschenrechtler setzen sich dafür ein, dass diese Zustände legal bleiben!«

2. Schlimme Fotos von Wolfsrissen: Lämmer, Fohlen, Kälber entweder skelettiert oder mit herausquellendem Gedärm.

Artgemäß ist nur die Freiheit!

Dazu die Zeile: »Naturschützer setzen sich dafür ein, dass diese Zustände Normalität werden!«

Appetit auf ein leckeres Lammsteak? Zu spät!

3. Schlimme Fotos von Gnadenhöfen, Lebenshöfen oder aus der Heimtierhaltung könnten das Bild abrunden und zur umfassenden Tierschutz-Bildung der Bevölkerung beitragen. Vielleicht schauen Sie sich einfach mal heimlich auf dem Hof Butenland oder bei Hilal Sezgin um. Wenn Sie dort wider Erwarten nichts Geeignetes finden, nehmen Sie einfach andere Bilder von irgendwo. Es interessiert niemanden, wo die Bilder wirklich gemacht worden sind. Hauptsache schön schrecklich! Aber das brauchen wir Ihnen ja nicht zu sagen.

Das sind nur erste Ideen unsererseits. Wir sind sicher, das Ihnen noch viel kreativere Lösungen einfallen. Fotografieren Sie sich doch mal gegenseitig nach einer durchzechten Siegesfeier wider die “Tierausbeuter”! Da sehen Sie bestimmt auch ganz schön elend aus. Dann schreiben Sie dazu: Unendliches Leid – apokalyptische Zustände bei(m) Dies irae! und plakatieren das in ganz Deutschland. Gewiss wird die Mehrheit der Betrachter aus Mitleid für Ihre Abschaffung plädieren.

Wie wäre es? Möchten Sie uns unterstützen? Es soll Ihr finanzieller Schaden nicht sein. Und niemand braucht zu erfahren, dass das Geld von uns stammt. Wir übernehmen im Falle des Falles auch gerne die Anwalts- und Prozesskosten gegen die Wall-AG.

Bitte melden Sie sich! Wir freuen uns auf Sie!

Herzlichst

Ihre CDU


* PM, wie ich sie mir gewünscht hätte und von Klaus Alfs in seinem lesenswerten Blog vorgeschlagen wurde

tote Ferkel – live im Netz

Stalleinbrüche, die für illegale Filmaufnahmen begangen werden, sind ja schon Volkssport. Die vielen schlimmen Bilder der letzten Wochen sind wohl noch vielen in Erinnerung geblieben.

Sinn und Zweck dieser -ich nenne es- Kampagne ist die Stigmatisierung der Spitzenvertreter der Agrarbranche und damit auch aller herkömmlich wirtschaftender Tierhalter. Es wurde von verschiedenen Organisationen bei diversen (Bauern)verbandsvertretern und CDU-Abgeordneten eingebrochen. Die Bilder schlugen ein wie eine Bombe.
Interessant an dieser Einbruchserie ist auch, wer bisher NICHT betroffen war. Werner Schwarz (Präsident der Bauernverbandes aus Schleswig-Holstein und Schweinehalter) beispielsweise, hat offenbar keinen Besuch von Tierrechtlern gehabt bzw. jene Filmer haben kein skandlöses Material aus seinen Ställen gewinnen können.

Dabei wäre Werner Schwarz aus der Sicht der Tierrechtler ein ideales Opfer: Er ist in der Hierarchie des Bauernverbandes recht weit oben angesiedelt und betreibt seit Jahren eine Webcam, die ständig neue Livebilder aus seinem Sauenstall sendet und ein Symbol für Offenheit und Transparenz darstellt.

alle 20 Sekunden gibt es ein neues Bild aus dem Stall von Werner Schwarz (c) BV Schleswig-Holstein
alle 20 Sekunden gibt es ein neues Bild aus dem Stall von Werner Schwarz (c) BV Schleswig-Holstein

Diese Webcam ist offensichtlich ausführlich von Gegnern der Nutztierhaltung sehr intensiv beobachtet, vielleicht sogar überwacht worden. Eine mir bisher unbekannte Tierrechtsgruppe* hat jetzt tote Ferkel auf den Bildern entdeckt und schreit hoffnungsvoll SKANDAL!

Sönke Hauschild vom BV im hohen Norden schreibt dazu auf der Facebookseite des BV Schleswig-Holstein:

Webcam bei Werner Schwarz zeigt tote Ferkel

Der Verein „Tierretter“ hat WebCam geguckt statt Tiere zu retten – beim Bauernverbandspräsidenten Werner Schwarz aus Schleswig-Holstein. Und hat einen Skandal erster Güte ausgegraben: Ferkel, die tot geboren wurden. Zwar wurden die Tiere ordnungsgemäß auf dem Gang abgelegt, bevor sie entfernt wurden. Doch das reicht nicht, finden die Retter. Werner Schwarz dazu: „Ist es nicht wichtiger, sich um die Lebenden zu kümmern als die Totgeborenen sofort aus dem Bild zu räumen? Denn das ist die Realität bei uns!“

Wieder zeigt sich: Die Webcam stört Tierrechtler aller Art massiv, denn sie zeigt Bilder der echten Schweinehaltung in Echtzeit: Alle 20 Sekunden ein neues Standbild, seit 2013, Tag und Nacht. Nur schwer können die Tierretter mit der gelebten Transparenz des Präsidenten in Bezug auf moderne Schweinehaltung umgehen und formulieren gewagt: „Die Bilder bewegen sich zwischen tatsächlicher Transparenz und beschönigenden Aussagen“.

Was an der Darstellung der Sauenhaltung beschönigend sein soll, kann man sich in der Tat fragen, siehe http://www.bauernverbandsh.de/die-webcams/webcam.html Die toten Tiere waren es sicher nicht. Die waren nur transparent und damit offenbar ein Ärgernis.

Der Verein gibt zu, dass es tote Ferkel auf jedem Hof gebe, auch bei Bio. Aber als „einkalkulierter Verlust“ sei das ein Skandal. Die Antwort des Präsidenten, dieses sei eben auch „Natur“ muss man dann natürlich für ebenso skandalös halten. Dabei liegt die „Verlustrate“ im Stall bei 11,6%, in der Natur liegt sie dagegen bei 50 %. Ein Skandal? Nein, in der Natur ist alles Natur und damit akzeptabel. Aber die Ferkel im Stall von Werner Schwarz sollten doch gefälligst alle lebend zu Welt kommen.

Fast schon witzig wirkt die Bemerkung der Tierretter, man scheue sich nicht vor einer Versachlichung. Dann tut es doch, denkt man unwillkürlich. Aber es gebe keine guten Argumente für eine Tiernutzung, fahren die Tierretter fort. Versachlichung auf Basis der eigenen Meinung, naja.

Wer eine Versachlichung möchte, dem seien die Webcam und die erläuternden Filme empfohlen. Keine Schönfärberei, echte Schweinehaltung.

Sauereien finden woanders statt…


*
Offensichtlich ist das Geschäftsmodell der Tierrechtler und Stalleinbrecher sehr erfolgreich. Die Zahl dieser Gruppen und Organisationen steigt stetig. Man kann sagen, dass sie offensichtlich sehr gut von der sogenannten Massentierhaltung leben.

Die Sache mit der Schweinefleischpflicht

Michael Draeger
Michael Draeger

Neues aus der Rubrik Lesenswert, denn ich habe gestern einen interessanten Blog entdeckt: Der Radio-Journalist Michael Draeger (NJoy, NDR2) betreibt einen Blog und hat folgenden lesenswerten Blogpost verfasst:

Über die CDU in Schleswig-Holstein bricht eine Welle des Spottes herein. Sie will mehr Schweinefleisch auf den Tellern von Kantinen, Kitas und Schulen. Daraus wird schnell die Verkürzung auf eine Schweinefleischpflicht – auch wenn davon nie die Rede war. Einmal mehr läuft die Suche nach dem passenden Schlagwort ins Leere.

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Meyer und die Antibiotika-Datenbank

Eigentlich wollte ich heute gar nichts schreiben. Eigentlich. Aber dann habe ich habe heute Abend folgendes Bild der CDU-Fraktion des Landes Niedersachsen gesehen:

Bei jeder Gelegenheit lässt Minister Meyer die konventionell arbeitenden Landwirte spüren, was er von ihrer Arbeit hält: offenbar gar nichts. Zeit für ein kleines „Best-of Christian Meyer“ mit reichlich kruden Thesen zu den Auswirkungen von Tierhaltung und Landwirtschaft. Konstruktive Beiträge – Fehlanzeige. (Quelle und Zitat der CDU-Fraktion im Niedersächsischem Landtag)
Bei jeder Gelegenheit lässt Minister Meyer die konventionell arbeitenden Landwirte spüren, was er von ihrer Arbeit hält: offenbar gar nichts. Zeit für ein kleines „Best-of Christian Meyer“ mit reichlich kruden Thesen zu den Auswirkungen von Tierhaltung und Landwirtschaft. Konstruktive Beiträge – Fehlanzeige. (Quelle und Zitat der CDU-Fraktion im Niedersächsischem Landtag)

Und da vielen mir natürlich viele weitere Ärgernisse ein. Die Liste der ärgerlichen Aussagen von Meyer ist nämlich lang und jeder Landwirt denkt da bestimmt an viele Unterschiedliche „Highlights“.
Mein Favorit im negativen Sinne ist sein Statement zu den ersten Ergebnissen zu der Antibiotikadatenbank, die ich im Radio während der Stallarbeit hörte:

„Es ist erschreckend,
dass 25 % der Betriebe
zu viel Antibiotika eingesetzt haben!“

Das System der Antibiotikadatenbank mit seinen Repressionen ist aber so angelegt, dass jeder Tierhalter, der über dem sogenannten 3. Quartil liegt, ein Maßnahmenplan und gegebenenfalls staatlich verordnete Sanktionen zu befürchten hat. Die Grenze wird immer wieder neu festgestellt. Auch wenn man seine Antibitikagaben deutlich gesenkt hat, kann man immer noch zum „bösen“ 3. Quartil gehören.

Die Antibiotikadatenbank ist total unausgegoren. Ich habe gestern (obwohl ich genug andere Sorgen auf dem Betrieb habe) zwei Maßnahmenpläne mit meinem Tierarzt bearbeiten müssen. Für mich ist das Zeitverschwendung, die ich auch noch bezahlen muss!

gekürzter Maßnahmenplan
gekürzter Maßnahmenplan

Der erste Maßnahmenplan ist auf nur ein Blatt gekürzt worden. Der war deshalb erforderlich, weil ich bei meiner Bullenmast einen Behandlungsindex von 0,0 hatte (also überhaupt kein einziges mal ein Antibiotikum verabreicht habe) und die Grenze für das dritte Quartil (also an der Grenze, wo die 25% schlechtesten Betriebe beginnen) auch bei 0,0 lag. Vor einem halben Jahr durfte ich noch die ganze Strecke ausfüllen, weil ich einen Index von 0,119 hatte…

Keine Chance, jemals aus dem dritten Quartil herauszukommen

Den zweiten Maßnahmenplan musste ich für meine Kälberaufzucht ausfüllen. Ich habe die Antibiotikagaben deutlich senken können, bin aber noch immer meilenweit davon entfernt, jemals unter das dritte Quartil zu rutschen.

Maßnahmenplan für Kälber und Fresser
Maßnahmenplan für Kälber und Fresser

Das werde ich realistischer Weise niemals schaffen, wenn ich an gesunden und vitalen Kälbern interessiert bin und auch keine erhöhte Mortalität in Kauf nehmen möchte.
Warum habe ich keine Chance?
Grund ist, dass ich mit reinen Fresserbetrieben konkurrieren darf. Wenn die Kälberaufzucht vernünftig erledigt wird, dann sind  später keine weiteren Behandlungen und schon gar nicht Bestandsbehandlungen von Fresser und Bullenmastbeständen mehr nötig. Aber ich habe eben auch die jüngsten Tiere im Bestand und die werden eben häufiger krank als die älteren Fresser und erst Recht als die robusten Jungbullen über 8 Monaten.

Das sind aber nicht die einzigen Kritikpunkte an dieser Datenbank. Die ist insgesamt zu kompliziert und zu bürokratisch. Es haben viele Landwirte Probleme, ihre Daten korrekt einzugeben. Die Gefahr, an irgendeiner Stelle einen Fehler zu machen ist groß. Deshalb kann man sicherlich schon grobe Tendenzen aus den Zahlen ablesen, aber in der Breite funktioniert dieses System einfach noch nicht.

Diese staatliche Antibiotikadatenbank (ja, es gibt für Schweine zusätzlich eine zweite Datenbank, die das QS-System aufgebaut hat) ist mit viel zu heißer Nadel gestrickt worden und ist das Produkt aus politischem Aktionismus, einer Prise Misstrauen gegenüber der Landwirtschaft und einer großen Portion Unfähigkeit und Unsachverstand der zuständigen Behörden.

Bauer Willi und die Parteien

bauerwilli_logo_180x45Bauer Willi hat in den letzten Tagen auf seinem Blog die Parteiprogramme von fünf Parteien hinsichtlich ihrer Landwirtschaftspolitik gescannt.
Heute hat er ein Fazit gezogen, das jeder (Landwirte, Politiker und Verbraucher) lesen sollte- es lohnt sich (!):

Parteien-FinaleLIEBER POLITIKER…
…jetzt habe ich Ihres und alle andere Parteiprogramme gelesen. Mein Grundproblem als Bauer ist, dass sich Ihre Partei, ebenso wie andere Parteien auch, immer mehr dem Mainstream der sogenannten öffentlichen (oder besser: „veröffentlichten“) Meinung anpassen. Und in der kommen wir immer schlechter weg. Neulich war ich auf einem internationalen Symposium als Podiumsteilnehmer und durfte mir von einem Professor Vorwürfe (ja eigentlich schon Beschimpfungen) anhören wie „Sie verseuchen mein Grundwasser, sie verpesten unsere Ackerböden, in meinem Urin ist Glyphosat“.  Solche Vorwürfe, zumal sie von einem Wissenschaftler vor einem Publikum aus aller Welt vorgebracht wurden, sind schwer zu ertragen. Der normale Bürger denkt genauso, womit ich aber aufgrund meines fortgeschrittenen Alters noch einigermaßen zurechtkomme. Der Bürger weiß es halt nicht besser. Wie denn auch, bei dieser medialen Übermacht der Kritiker.

Für unsere Jugend sind diese Vorwürfe schon schwierig zu verkraften. Ich war bei  Landjugendverbänden eingeladen, auf denen [weiter bei Bauer Willi]“

Willis Betrachtungen zu den einzelnen Parteien finden sich hier:

(CDU) (SPD) (GRÜNE) (LINKE) (FDP)

 

Zukunftsforum Landwirtschaft – Teil 2

forum_landwirtschaft_cdu_2015Ich bin immer noch den zweiten Teil des Berichts von der CDU-Veranstaltung „Zukunftsforum Landwirtschaft“ schuldig.

Es durften gegen Ende der Veranstaltung im süd-emsländischen Emsbüren noch Fragen aus dem Publikum heraus gestellt werden. Da wurden Befürchtungen geäußert, dass die Standards der Initiative Tierwohl (ITW) möglicherweise künftig gesetzliche Mindestanforderung werden könnte.
Diese Befürchtung konnte keiner der anwesenden Politiker entkräften. Johannes Röring aber betonte, dass die ITW ein Ausweg aus den Zwängen eines brutalen Marktes sein kann und die Konzeption der ITW die nicht-teilnehmenden Tierhalter nicht diskriminiert. Franz-Josef Holzenkamp teilte Rörings Meinung und sieht auch noch einen weiteren Vorteil für die gesamte Branche, denn immerhin würde der LEH als Marktteilnehmer die Marktverknappung mit bezahlen. Und ein knapperes Angebot steigert die Aussicht auf steigende Erlöse.
Außerdem sei die Landwirtschaft nun in der Offensive, was ein tolles Zeichen gegenüber Politik und Gesellschaft sei! Zukunftsforum Landwirtschaft – Teil 2 weiterlesen