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Spitzenforscher sind bestürzt über EuGH-Urteil zur neuen Gentechnik (CRISPR/Cas9)

Die folgende Stellungnahme der drei Direktoren vom Max-Planck-Institut finde ich sehr bemerkenswert. Ich finde es gut, wenn Forscher und Wissenschaftler sich zu aktuellen Debatten und Diskussionen zu Wort melden.

Deshalb veröffentliche ich diese Stellungnahme und ergänze die Originalfassung um ein paar Formatierungen und Überschriften:

Stellungnahme der Direktoren am Max Planck Institut für Pflanzenzüchtungsforschung zu der jüngsten Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs bezüglich genetisch veränderter Organismen

6. August 2018

Wir, die Direktoren des Max-Planck-Instituts für Züchtungsforschung, sind bestürzt über das jüngste Urteil des Europäischen Gerichtshofs der Europäischen Union, das gentechnisch veränderte Pflanzen und Nutzpflanzen streng reguliert.

Gen-Editierung von hoher Bedeutung und nicht neu

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Glyphosat im alkoholfreiem Bier

Urin, Bier, Muttermilch & alkoholfreies Bier

Wo haben wir nicht schon Spuren von Glyphosat gefunden? In Urin, Bier und vermeintlich auch in Muttermilch. Letztere Behauptung erwies sich als glatte Falschmeldung, weil die Messmethode nicht verifiziert war- aber Scheiß drauf- der angebliche Glyphosatfund in der Muttermilch setzte sich in den Köpfen der Verbraucher fest und sorgte für große Verunsicherung bei den stillenden Müttern.

ewiger Streit um die Gesundheitsgefahren

Ewig lange wurde diskutiert und argumentiert, ob das Totalherbizid schädliche Wirkungen auf den menschlichen Organismus hat. Letztlich haben sich eigentlich alle Fachbehörden weltweit für die Ungefährlichkeit des Glyphosats ausgesprochen. Doch dieses Urteil wird von vielen nicht akzeptiert.

aktueller „test“ nur wegen Glyphosatfunden in den Schlagzeilen?

Jetzt hat die eigentlich renommierte „Stiftung Warentest“ alkoholfreie Biere getestet und dabei auch auf Glyphosat untersucht und wenig überraschend auch gefunden.
Die Testergebnisse waren der dpa und vielen Medien eher unwichtig, aber der Fund von Spuren des Herbizids war ihnen dann doch eine Schlagzeile wert.

Die taz lernt es nie bzw. will es nicht lernen?

So auch die taz bzw. dessen Redakteur Jost Maurin. Er twitterte seinen Artikel:

„test“ findet krebsverdächtiges Pestizid Glyphosat in alkoholfreiem Bier Das umstrittene Ackergift wurde in „Flensburger Frei“ und „Holsten Alkoholfrei“ nachgewiesen. Krebsgefahr ist nicht ausgeschlossen.
Auch die neue Wortschöpfung „Ackergift“ darf bei der Schlagzeilengestaltung nicht fehlen

Daraufhin gaben Susanne Günther (Bloggerin bei schillipaeppa.net) und Hendrik Hanekamp (@flaemingslord) folgende Antworten ab:

Es lohnt sich, den gesamten Diskussionsstrang bei Twitter durchzulesen. Es ist in der tat ermüdend, wie das umfangreich untersuchte Glyphosat noch immer für ideologisch aufgeladene Debatten missbraucht wird.

Debatte auch bei bei Facebook

Parallel zur Debatte bei twitter wurde auch bei Facebook über diesen Artikel bzw. übers Glyphosat im Bier diskutiert (bitte auf das untere Bild klicken).
Dabei ärgerte ich mich vor allem über folgende Aussage von Joyce Moewius (Mitarbeiterin beim BÖLW). Ich vermute, dass ihre Aussage nicht ironisch gemeint war.

Joycee Moewius Im Bier! Ist doch krass. Und dass trotz erheblicher Aufbereitung des Wassers. Die übrigens nicht die Verursacher zahlen, sondern die wasserkunden. Find ich nicht ok. Und auch nicht, dass die Konzentration dieser Stoffe in der Umwelt weit höher sind. Und auch dort wiederum nicht die Verursacher zahlen und schaden verursacht wird, der auch mit Geld gar nicht repariert werden kann. Ich kann nicht erkennen, warum eine solche Ironie oder Gleichgültigkeit an den Tag gelegt wird. Noch weniger, da Landwirte es ja auch schaffen ohne Glyphosat zu wirtschaften.
Snapshot bei facebook

Und hier nochmal die wunderbare Grafik von Hendrik Hanekamp alias @flaemingslord:

In dieser Grafik sind die gemessenen Mengen an Glyphosat aus verschiedenen Untersuchungen ins Verhältnis mit den akzeptablen täglichen Aufnahmemengen (=ADI) gesetzt. Annahme zu den Bierzahlen: Tageskonsum beträgt eine Kiste Bier (8 Liter).
zur vergrößerten Ansicht bitte anklicken (c) @flaemingslord

 

giftiger Ökolandbau

vergiftete und scheinheilige Debatte

Ja, der Aufschrei war groß, als öffentlich wurde, dass die designierte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner den Ökolandwirten in Ausnahmefällen auch den Einsatz herkömmlicher Pflanzenschutzmittel  erlauben wolle.

Hier ein paar Beispiele der großen (reflexartigen) Entrüstung:

Dabei werden im Ökolandbau bereits heute viele Pestizide eingesetzt, die zum Teil sogar giftiger sind als manches Spritzmittel, das in der konventionellen Landwirtschaft eingesetzt wird. Wenn man zuspitzen will „sogar“ giftiger als das berüchtigte Glyphosat. Das verwundert den Experten nicht, denn Glyphosat ist wegen dessen speziellem Wirkungsmechanismus für den Menschen weitgehend unbedenklich. giftiger Ökolandbau weiterlesen