Etikettenschwindel und Wählertäuschung

Die Grünen werfen der Landwirtschaft bzw. dem Handel Etikettenschwindel und Verbrauchertäuschung vor. Es würden auf Verpackungen und in Werbeanzeigen immer grüne Wiesen gezeigt werden und nicht die „Zustände“ in den Megaställen.
In Niedersachsen läuft der Wahlkampf zur Kommunalwahl. Ein Plakat der Grünen zeigt zwei Schweine auf einer grünen Wiese. Auch ein Etikettenschwindel:

schweinewiese_wahlplakat2

Links im Bild ist eine Schweinewiese zu sehen, die von zwei Schweinen schwarz gemacht wurde. Rechts kann man ein unrealistische Idyll bewundern. Dieses Foto ist gestellt und bedient die „Landlust“-Romantik so manchen Städters, doch leider sehen Schweinewiesen nur in den ersten Minuten so grün aus. Warum dürfen die Grünen den Wähler täuschen und gleichzeitig andere wegen der selben Praktiken kritisieren bzw. verurteilen? Hier wird doch mit zweierlei Maß gemessen, oder?

4 Gedanken zu „Etikettenschwindel und Wählertäuschung

  1. Hey,ich finde die Massentierhaltung nicht korrekt. Ich esse ab und an Wurst,aber gebe mehr dafür aus,damit ich weiß,den Tieren geht es sehr gut!Obwohl ich Hartz 4 beziehe!Fleisch habe ich nach dem Tod meines Lebensgefährten nicht mehr gekauft! Davor habe ich selbst gekocht,aber darauf geachtet,dass es glückliche Tiere mit genügend Auslauf waren!Seitdem wenn Fleisch nur auf Brot!

  2. Schön das auch das mal Thematisiert wird. Ehrlich und nachvollziehbar muss die Darstellung sein, bei allen Produktionsrichtungen. Und vor allem darf nicht einseitig gehetzt werden

  3. Die Grünen sind für ehrliche Etikettierung und Kennzeichnung, damit dem Kunden nicht eine falsche Vorstellung vom Produktionsprozess vorgegaukelt werden kann. Darin sind sie sich übrigens mit anderen Politikern durchaus einig, ich habe solche Forderungen auch schon von Frau Connemann (CDU) gehört. Bestes Beispiel ist das Wiesenhof-Hähnchen, auch dessen Plastikverpackung ein kleines Facherkhäuschen abgebildet ist, vor dem ein einzelnes Huhn draußen mit einem Grasbüschel abgebildet ist. Damit soll erreicht werden, dass der Verbraucher die Möglichkeit hat, nach Produktionsmerkmalen differenziert einzukaufen und Produktionsweisen, die er gut und unterstützenswert findet, wie z.B. Auslauf für Schweine, zu erkennen und besser zu bezahlen. Ich finde das wünschenswert. Das Plakakt besagt genau das: Die Grünen setzen sich für z.B. Auslauf von Schweinen und andere tiergerechtere Haltungsformen ein.

    1. Dass die Grünen sich für Auslauf einsetzen, ist deren gutes Recht. Über die Vor- und Nachteile der Haltungsformen möchte ich hier gar nicht diskutieren. Mit dem Wahlplakat wird eine – auf das städtische Klientel ausgerichtete – disneyfizierte Idylle von einer Schweineweide vorgegaukelt, die es in der Realität einfach nicht gibt. Eine suhlende Sau wäre da viel angemessener, produziert aber nicht so ein gutes Gefühl, wie bei den beiden lustigen ferkeln auf der frischen Blumenwiese.
      Das Ziel dieses Wahlplakats ist Stimmenfang. Genauso wie Wiesenhof mit ihrer Verpackungsgestaltung auf den kaufkräftigen Verbraucher abzielt.
      Ich thematisiere hier die Doppelmoral.
      Mit der Werbung ist es ja auch so eine Sache: Alle wollen irgendwie positive Gefühle wecken: Ich denke jetzt an Dallmayer Prodomo, Jack Daniels oder Werther´s Echte- diese Spots verkaufen auch eine Idylle, die mit der Wirklichkeit wenig zu tun hat.

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