Alle Beiträge von Bernhard Barkmann

Was treiben radikale Umweltschützer an Weihnachten?

Tweet des Tages: @der_Postillon

Der Postillon hat es als erstes aufgedeckt: Radikale Umweltschützer kopieren auf wirklich dreiste Art und Weise die sogenannten Befreiungsaktionen radikaler Tierrechtsaktivisten:

Ich wünsche allen Lesern weiterhin ein frohes Weihnachtsfest! 🙂

P.S.: einen habe ich noch:

Natürlich bin ich auch mit meinen Gedanken bei vielen Vegetariern und Veganern, die wieder keine Weihnachten feiern können. 😉


Berlin, Hamburg, München (dpo) - Bundesweit werden vermehrt Weihnachtsbäume als vermisst gemeldet. Wie jetzt bekannt wurde, stecken dahinter radikale Umweltschützer des "Kommando Konifere" (KK). Die Aktivisten "befreien" Weihnachtsbäume aus Kaufhäusern, Privatwohnungen und von Balkonen und setzen sie anschließend wieder in der Wildnis aus. Martina L., eine KK-Aktivistin aus Berlin, rechtfertigt die nächtlichen Weihnachtsbaumbefreiungen ihrer Gruppe: "Diese armen Lebewesen werden brutal aus ihrer natürlichen Umgebung herausgerissen, mit Glitzer-Ramsch behängt und mit grässlichen Weihnachtsliedern beschallt. Artgerechte Haltung sieht anders aus!" Auch bei Händlern auf Weihnachts­märkten wurden hunderte Bäume entwendet. Den Aktivisten zufolge werden sie dort auf engstem Raum zusammengepfercht und an den Meistbietenden verkauft, als wären sie ein Stück Vieh. Aktivisten befreien einen Weihnachtsbaum:
Radikale Umweltschützer befreien Weihnachtsbäume und setzen sie in der Wildnis aus

Weihnachtspredigt von Peter Kossen

Weihnachten trotz(t) moderner Sklaverei

Eine Caritas-Mitarbeiterin im Landkreis Cloppenburg berichtete in diesen Tagen Folgendes: Ein Familienvater arbeitet im Oldenburgischen in der Landwirtschaft. Sein Lohn für mehr als 40 Stunden Arbeit pro Woche wird ihm nicht ausgezahlt. Er muss ihm immer wieder hinterherlaufen. Seine Miete aber läuft weiter. Mit seiner Frau und den beiden Kindern (4 und 2 Jahre) muss er zur Tafel gehen. – Im November kommt die Familie wieder einmal zur Tafel und erhält die Menge an Lebensmitteln, die ihr zusteht. Darauf fragt eine Ehrenamtliche das 4-jährige Mädchen: „Möchtest du noch etwas Süßes?“ Darauf das Mädchen: „Brot wäre mir lieber.“ Die Ehrenamtliche bespricht sich mit Kolleginnen und gibt dem Mädchen einen zusätzlichen Laib Brot. Die Ehrenamtliche: „Möchtest du jetzt noch was Süßes?“ Das Mädchen: „Brötchen wären mir lieber.“

Der katholische Sozialpfarrer Peter Kossen fordert zu Weihnachten mehr Einsatz für eine gerechtere Wirtschaftsordnung.
Der katholische Sozialpfarrer Peter Kossen fordert zu Weihnachten mehr Einsatz für eine gerechtere Wirtschaftsordnung.

Bethlehem heißt übersetzt „Brothaus“. Mit Bethlehem verbinden wir die Menschwerdung Gottes, Weihnachten. „Brothaus“, so sagt es die Bibel, ist der Geburtsort Jesu. Wie kann man Weihnachten feiern, wenn Kinder in einem reichen Land, wenn Kinder in irgendeinem Land der Welt, um Brot betteln? Was hat die Weihnachtsgeschichte und all die Feierlichkeit mit dieser Wirklichkeit zu tun? Was wollen wir feiern und warum? Wenn der Himmel auf die Erde kommt, dann stürzen die Mächtigen vom Thron und die Kleinen kommen groß heraus, dann reicht es nicht aus, festliche Weihnachtslieder zu singen! Im 8. Jahrhundert vor Christus ruft der Prophet Amos als Stimme Gottes in den feierlichen Tempelgottesdienst hinein: „Ich hasse eure Feste, ich verabscheue sie und kann eure Feiern nicht riechen. Wenn ihr mir Brandopfer darbringt, ich habe kein Gefallen an euren Gaben, und eure fetten Heilsopfer will ich nicht sehen. Weg mit dem Lärm deiner Lieder! Dein Harfenspiel will ich nicht hören, sondern das Recht ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach!“ Amos sagt deutlich: Ohne das Ringen um Gerechtigkeit ist jeder Gottesdienst, ist auch Weihnachten, wertlos! Es gibt kein Weihnachten ohne Bezug zur Wirklichkeit, so bitter, wie diese sein mag. Weihnachtspredigt von Peter Kossen weiterlesen

Deutschland blüht auf

Die Graswurzelbewegung „Wir machen Euch satt“ geht in die vierte Runde

Dazu habe ich Radio Randwirtschaft ein kleines Interview gegeben:

Von Beginn an habe ich die Graswurzelbewegung „Wir machen Euch satt“ unterstützt und später auch organisatorisch unter die Arme gegriffen. Jetzt stehen wir – und damit meine ich hunderte Landwirte, die über des Internet bzw. den sozialen Netzwerken ihr Betriebe vorstellen bzw. sich der öffentlichen Diskussion stellen – vor der vierten Auflage.

Alles begann vor gut drei Jahren

Deutschland blüht auf weiterlesen

Meiners ist neuer Präsident der VEL

Hauptausschuss wählte Georg Meiners mit 97,6%

Heute Mittag ging die 9-jährige Ära von Hermann Wester als Präsident des Emsländischen Landvolks (VEL) zu Ende. Der 67-jährige Landwirt aus Haren stand für eine Wiederwahl, die die Satzung ihm aus Altersgründen verwehrt, nicht zur Verfügung. Nachfolger ist nun Milchviehhalter Georg Meiners aus Freren (Altkreis Lingen). Gegenkandidaten gab es keine.

Hermann Wester und Georg Meiners (rechts)
Hermann Wester und Georg Meiners (rechts)

Meiners´ Bewerbung im Wortlaut

Vor der Abstimmung trug sich Meiners seine Vorstellung den Deligierten aus dem Landkreis Emsland und der Grafschaft Bentheim mit folgenden Worten vor: Meiners ist neuer Präsident der VEL weiterlesen

Kommunale Anwendungsverbote für Glyphosat

Erste Kommunen verbieten Glyphosat auf ihren Flächen

Wie ich bereits kurz nach dem überraschenden Schmidt-Alleingang und dessen JA zu Glyphosat prognostiziert hatte, ist die Diskussion um den umstrittenen Wirkstoff noch lange nicht beendet.
Hier ein Beitrag aus Hessen. Die Stadt Wiesbaden möchte Gutes tun und verbietet die Ausbringung auf stadteigene Flächen.

Erst der Anfang

Es wird noch viel mehr solcher Initiativen geben, auch Firmen aus der Lebensmittelbranche dürften sich mit der Frage auseinandersetzen, ob sie ihren Lieferanten den Glyphosateinsatz nicht besser verbieten sollen. Aus Marketinggründen oder aus vorauseilendem Gehorsam bzw. Angst, Teil einer NGO-Kampagne gegen das eigene Unternehmen zu werden.

Desinformation statt Aufklärung

Und dabei wird weiter falsch bzw. unrichtig informiert. Es hat sich eine breite Parteienfront gebildet, die sich gegen das Glyphosat ausspricht: Linke, SPD, Grüne und AfD bilden hier eine (in meinen Augen) bedenkliche Front gegen die Anerkennung der Wissenschaft im Allgemeinen und gegen Glyphosat im Speziellen, die im deutschen Bundestag bereits heute eine Mehrheit hätte. Dabei spielen bei allen Parteien populistische Motive eine große Rolle. Bei der SPD dürften auch Verhandlungs-taktische Erwägungen eine Rolle spielen, nehmen aber wohl auch gerne den vordergründigen Sympathiegewinn mit. Denn jeder der sich FÜR eine Wiederzulassung von Glyphosat und FÜR eine nüchterne wissenschaftliche Bewertung ausspricht, ist schnell der Buhmann. Deshalb verdienen alle, die sich in dieser Frage wirklich differenziert und nicht populistisch äußern, meinen grössten Respekt!
Die CDU gehört nicht zur oben erwähnten populistischen Anti-Glyphosatfront im Bundestag, doch auch aus dieser Partei höre ich leider wenig klare Kante. Die CDU ist Volkspartei und da gibt es selbstverständlich die unterschiedlichsten Positionen unter den Mitgliedern.

Union mit uneinheitlicher Haltung zu Glyphosat

Enttäuscht bin ich in dieser Frage zum Beispiel von der neuen niedersächsischen  Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast.


Sie stimmt zwar grundsätzlich einer Verlängerung zu, spricht aber gleichzeitig davon, dass es „ein Weiter-So“ nicht geben dürfe und nach Alternativen gesucht werden müsse.
Diese Haltung ist irgendwie nicht Fisch, nicht Fleisch. In meinen Augen sollte ein Zulassungsverfahren nach nüchternen wissenschaftlichen Parametern abgearbeitet werden. Alle Gründe, die gegen das Glyphosat angeführt werden, sind mehr oder weniger an den Haaren herbeigezogen worden. Vernünftig angewendet gibt es keine Gesundheitsgefahren und die Alternative Pflügen bzw. mehr Bodenbearbeitung führt ebenfalls zu einer Minderung der Artenvielfalt auf dem Acker. Wenn es bessere Alternativen gibt, dann werden sie sich auch nach und nach durchsetzen.

Anwendungsbeschränkungen?

Lediglich Anwendungseinschränkungen halte ich für durchaus sinnvoll. Das kann und sollte man auf nationaler Ebene einheitlich regeln. Gelangt das Glyphosat ins Oberflächenwasser, so hat das schädliche Auswirkungen auf die Wasserorganismen.  Von befestigten Flächen kann es leicht abspülen und in Gewässer gelangen. Hier baut sich der Wirkstoff nicht so schnell ab, wie im Ackerboden. Hier wäre ein Einsatzverbot für Privatanwender durchaus sinnvoll, denn viele nehmen es mit den Anwendungsvorschriften nicht so genau oder kennen diese noch nicht einmal.

Snapshot aus der Hessenschau

Nuhr Glyphosat

Glyphosat-Hysterie

Der Comedian Dieter Nuhr hat in seiner jüngsten Sendung in der ARD die Zusammenhänge bei der Bewertung des Totalherbizids Glyphosat gut verständlich und vor allem richtig dargestellt. Da fragt man sich doch, warum das nicht den meisten Journalisten gelingen möchte?

Die ganze Sendung ist in der Mediathek und bei Youtube aufrufbar. Im Anschluss an die Glyphosatszene, nimmt Dieter Nuhr auch noch Veganer, PeTA und Essreligionen auf die Schippe (ab Minute 34:00). Es lohnt also dort mal reinzugucken. Nuhr Glyphosat weiterlesen

Diskussion über Insektensterben bei „Hart aber fair“

hart aber fair, wir diskutieren mitHeute Abend (21 Uhr) wird in der Sendung „Hart aber fair“ über das Insektensterben diskutiert.

Wir freuen uns, dass dieses wichtige Thema, das viele Menschen berührt, in einer breiten Öffentlichkeit diskutiert wird.
Allerdings hoffen wir auch, dass es fair zu geht und nicht einseitig nach Schuldigen gesucht wird.
Uns Bauern ist das Insektensterben nicht egal! Wir sind Teil der Lösung und gehen voran mit unserer Aktion „Deutschland blüht auf!„.
Wir diskutieren mit während der Sendung bei Twitter und Facebook.
Folgt den Hashtags #AgChatde & #WMES!

Glyphosat: Desinformationskampagne ist gefährliche geistige Brandstiftung

Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt erhält Morddrohungen- Höhepunkt und das Resultat einer jahrelangen Desinformationskampagne vieler NGOs und Politiker. Ich finde auch die Medienlandschaft sollte sich mal Gedanken machen, in wie weit sie auch zu dieser Eskalation beigetragen haben!

Empört Euch!

Es wird Zeit, sich darüber zu empören wie es beispielhaft Nadine Henke auf ihrer Facebookseite „Brokser Sauen“ gemacht hat!
Morddrohungen gegen Schmidt! Seid ihr stolz darauf, Grennpeace, Grüne und Campact?
Auch Wissenschaftler waren in der Vergangenheit Bedrohungen ausgesetzt, Forschungseinrichtungen wurden in Brand gesetzt. Wann wachen wir endlich auf?

geistige Brandstiftung durch Angstkampagnen und Öko-Populismus

Das ist geistige Brandstiftung, die da stattgefunden hat.
Lesenswert folgender Blogpost aus dem letzten Jahr:

Glyphosat- nach der Entscheidung geht der Streit erst richtig los

Ausschnitt eines Etiketts eines Glyphosathaltigen PflanzenschutzmittelsIn einem politischen Alleingang hat der Bundeslandwirtschaftmister Schmid gestern bei der EU-Abstimmung PRO Glyphosat gestimmt, obwohl der Dissens in der Frage der Zulassung zwischen Umwelt- und Landwirtschaftsmisterium weiter bestanden hat.

Für 5 Jahre

Die Zulassung wird nicht wie üblich 10 oder 15 Jahre, sondern nur für 5 Jahre verlängert. Ein kleines Zugeständnis an die zahlreichen Kritiker des Totalherbizids. Diese Kritiker haben jedoch gehofft, dass mit der weiteren Enthaltung Deutschlands (und das ist wohl üblich, wenn sich Ministerien nicht auf ein Urteil einigen können) auf der EU-Ebene keine ausreichend große Mehrheit für die Verlängerung zu Stande käme und so die Zulassung des Glyphosats ausläuft.

Vertrauen in Europa wurde nicht gestärkt

Doch nun hat das deutsche Votum die Pattsituation in Europa aufgelöst und eine Entscheidung für die Chemielobby & Marktinteressen und gegen Gesundheit & Naturschutz getroffen. Das sagen zumindest die Glyphosatgegner, die mit ihren jahrelangen Desinformationskampagnen den Wirkstoff „Glyphosat“ verteufelt und die Glaubwürdigkeit der wissenschaftlichen und politischen Institutionen in Europa diskreditiert haben. Ja, sogar das Vertrauen in eine transparente, vernünftige Entscheidungsfindung in der großen Blackbox EU dürfte mit den jahrelangen politischen Spielereien und der gestrigen Abstimmung gelitten haben. Dieser Entscheidungsprozess ist ein negatives Beispiel für die Zusammenarbeit in Europa.

Wiederzulassung ist eigentlich vernünftig

Dabei ist die Verlängerung der Zulassung des umstrittenen Glyphosats eigentlich eine sehr vernünftige und logische Entscheidung! Es gibt keine wissenschaftliche Institution, die von einem relevanten Risiko durch das Glyphosat bei ordnungsgemäßer Anwendung sprach. Lediglich das IARC, einer der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstellten Institution hat eine mögliche Gefahr des Wirkstoffes attestiert. Eine Gefahr bei hochdosierter und hochkonzentrierter Verabreichung möchte ich anmerken!

Versagen der Medien und der Politik

Doch bei diesem Streit ist es der Politik, den Wissenschaftlern und auch den Journalisten nicht gelungen, mit einer sachlichen Betrachtung für eine aufgeklärte Meinung in der Bevölkerung zu sorgen. Desinformation und Panikmache standen im Mittelpunkt der Berichterstattung. Sachliche Auseinandersetzungen und Postionen hatten in der emotional geführten Debatte keine Chance. Das ist wirklich schade. Spricht man sich in Diskussionen für Glyphosat aus, kommt ganz schnell das Argument, man sei bestimmt gekauft. Da kann man schon fast drauf wetten, wie schnell das geht.

5 Jahre Ruhe?

Nun ist es zu einer Verlängerung gekommen, die in der Sache auch völlig richtig ist. Doch haben wir jetzt ein Ende der leidlichen Glyphosatdiskussion erreicht? Bestimmt nicht!

Das Theater geht weiter

Ich befürchte, dass das Theater um Glyphosat noch zunehmen wird. Wir haben jetzt durch den Dissens zwischen Umwelt (SPD)- und Landwirtschaftsministerium (CSU-geführt) auch eine Krise der geschäftsführenden Bundesregierung bekommen. Die Parteien der großen Koalition (GroKo) stehen nach der Bundestagswahl im September und den gescheiterten Jamaika-Sondierungen vor Verhandlungen über eine Neuauflage der GroKo. Damit ist das Thema Glyphosat in der großen Politik angekommen, denn mit dem Alleingang Schmidts ist der Ärger der SPD natürlich groß und dürfte die Verhandlungen zumindest in der Anfangsphase belasten. Und jetzt interessieren die eigentlich guten Argumente pro Glyphosat noch weniger. Jetzt steht das Vertrauen in einer Zusammenarbeit, in einem Koalitionsvertrag im Vordergrund.

Welche Entwicklungen sind absehbar beim ewigen Streit ums Glyphosat?

Ich vermute, dass in den Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD in irgendeiner Weise auch wieder das Glyphosat auftauchen wird. Möglicherweise wird auf Bundesebene eine Einschränkung oder sogar ein Verbot des Totalherbizids in Betracht gezogen. Ich erwarte hier noch einige populistische Schachzüge, mit denen man seine regierungsmüde Parteibasis ruhig stellen will. Argumente werden es schwer haben, denn das politische Foulspiel von CSU-Mann Schmidt, der es wohl nicht mehr in die Regierung schaffen wird, steht im Vordergrund. In dieser Konstellation werden es die üblichen Desinformationskampagnen diverser NGOs und grüner Politiker noch schwieriger machen, mit Zahlen und Fakten zu punkten.

Glyphosat mit riesiger Symbolkraft

Das Glyphosat dürfte in seiner Symbolik noch einmal gestärkt sein, hier gibt es eine riesige Stellvertreterdiskussion um Gentechnik, Konzerne, Marktmacht, Lobbyismus und moderne Landwirtschaft.

Auf lokaler Ebene erwarte ich ebenfalls eine fortlaufende Diskussion um Glyphosat im Speziellen, aber auch Pestiziden im Allgemeinen. Lokalpolitiker (vorwiegend Grüne und AfD, aber auch andere Parteien sind denkbar) werden mit diesem Thema große Politik im kleinen Umfeld spielen wollen und ein Verbot auf lokaler Ebene diskutieren. Ob das jetzt realistisch durchzusetzen ist oder nicht, spielt keine große Rolle. Die Lokalpresse dürfte dieses Thema auch gerne aufnehmen. Auch Lokaljournalisten schreiben gerne über große und kontroverse Themen.

Und außerdem haben wir ja auch noch den Druck auf die Wirtschaft, der durch Umwelt-NGOs und/oder Verbraucherverbände ausgeübt wird. Erste Molkereien haben bereits ihren Lieferanten den Glyphosateinsatz auf ihren Wiesen verboten. Da ist in Zukunft noch sehr viel mehr zu erwarten. Da kann jeder seiner Phantasie freien Lauf lassen, das wird ein riesiges (lukratives) Betätigungsfeld für einen Kampagner, einer Kampagnerin. Einige Firmen dürften mit diesem Thema ein Profilierungsversuch gegenüber Mitbewerbern versuchen. Der Gedanke daran lässt mich ehrlich gesagt erschaudern.

Wäre es besser, wenn Glyphosat verboten wäre?

Wenn ich jetzt am  Ende des Artikels die Zukunftsszenarien betrachte, könnte ich zum Schluss kommen, dass es vielleicht besser gewesen wäre, das Glyphosat liefe mit seiner Zulassung aus und das Thema wäre dann für die EU bzw. Deutschland erledigt. Dann hätten wir sicher endlich Ruhe. Wir Bauern müssen zwar etwas mehr ackern, mit mehr Erosion kämpfen und künftig ein paar resistente Unkräuter mehr auf unseren Flächen dulden, aber endlich keinen Streit mehr ums Glyphosat.

Zu kurz gedacht!

Doch das ist zu kurz gedacht. Denn dann hätte die Wissenschaft und Vernunft verloren. Das Glyphosatverbot würde zum Vorbild für andere Stoffe und zu einem neuen Vergleichsmaßstab werden. Es würden weitere Wirkstoffe gesucht werden, die man verbieten könnte und diese würden wahrscheinlich giftiger sein als das Jahrzehnte lang genutzte und bestens untersuchte Glyphosat. Dann würde es in den Kampagnen heißen:

„… ist sogar giftiger als Glyphosat“

Dann stünde in der nicht aufgeklärten Bevölkerung alle Zeichen auf „Alarm“ und wir dürfen weiter diskutieren, ob Glyphosat nun gefährlich ist oder nicht. Wir wären dann nicht einen Schritt weiter. Im Gegenteil, die Glyphosatgegner hätten das Argument, Glyphosat sei verboten, hinzugewonnen.

Mit Argumenten punkten

So schwierig es auch sein mag, aber wir haben als moderne Landwirtschaft nur dann eine Chance, wenn wir weiter mit Argumenten die Meinung in der Bevölkerung beeinflussen. Dazu benötigen wir Journalisten, die nicht dem gesellschaftlichen Mainstream hinterherlaufen und Politiker, die dieses Thema nicht populistisch besetzen und ihren eigenen Vorteil daraus ziehen wollen.

Das ist ein fast unmögliches Unterfangen. Aber wer aufgibt, kann nicht mehr gewinnen. Ich glaube an die Vernunft. Bis zum Schluß!


Weiterführende Informationen, Links:

Ich habe vor einigen Tagen mit meiner geschätzten Kollegin Susanne Günther ein kleines Erklärvideo zur Glyphosatverstrickung erstellt.

Weiterhin empfehle ich Susanne Günthers neusten Artikel zur Causa Glyphosat:
 Danke, Herr Schmidt!
Dort bedankt sie sich bei der konsequenten Haltung unseres Landwirtschaftsministers, bereitet aber auch die vielen Widersprüche und Richtungsänderungen von Umweltministerin Hendricks auf. Da kann dem Leser schon der Gedanke kommen, dass im BMUB nicht ganz ehrlich gearbeitet bzw. argumentiert wurde.

Ein wenig Medienlob habe ich dann auch noch übrig: Für die Süddeutsche Zeitung kommentiert Kathrin Zinkant, dass die Neuzulassung des Glyphosats richtig sei.
Ein wohltuend sachlicher Artikel, der sich deutlich Silvia Liebrichs Artikeln in der selben Zeitung zum Thema Glyphosat unterscheidet, die regelmäßig an der Schwelle zu FakeNews wandeln und das Vertrauen an Wissenschaft und EU untergraben haben. Aber da war sie leider nicht alleine unterwegs.

Und jetzt noch ein Lob an die Tagesschau:
Deutsches Ja zu Glyphosat – Überraschend, vernünftig, überfällig
Ein guter Kommentar aus Sicht eines Brüsseler Korrespondenten.

Also es gibt sie, die sachbezogene Berichterstattung und Einordnung durch unsere Medien. Das gibt Hoffnung für die Zukunft! Die Vernunft könnte tatsächlich gewinnen! 🙂