Archiv der Kategorie: Landwirtschaft

(Agrar)politisches Highlight des Jahres

Das Ende von Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Bündnis90/Die Grünen)

Am 15. Oktober wurden in Niedersachsen vorgezogene Landtagswahlen durchgeführt. Vorgezogen deshalb, weil die ehemalige Grünenabgeordnete Twesten das Lager wechselte und zur CDU überlief. Damit war die hauchdünne Mehrheit von Rot-Grün dahin und Neuwahlen von Nöten.

Rot-Grün wurde abgewählt

Der der Landtagswahl in Niedersachsen am 15. Oktober 2017 errang die SPD einen Wahlsieg. Aufgrund der hohen verluste von Grünen wurde aber Rot-Grün abgewählt.
Endergebnis der Landtagswahl in Niedersachsen

Bei dieser Neuwahl entzogen die Wähler der rot-grünen Landesregierung die Mehrheit. Rot-Grün wurde abgewählt! „Endlich!“ – Das sagten viele Bauern, denn sie hatten die Nase voll von dem Politikstil des grünen Landwirtschaftsministers Christian Meyer!

Grünes Wahlergebnis bei Landwirten besonders schwach

In der Wahlanalyse fiel mir auf, wie wenig Landwirte die Grünen (und damit auch Meyer) gewählt hatten: Ganze 1% der Landwirte gaben den Grünen ihre Zweitstimme. Ein verheerendes Wahlergebnis für eine Partei, die immer für eine sogenannte Agrarwende kämpfte und seit viereinhalb Jahren im Land umzusetzen versuchte.

gerade einmal 1% der landwirte in Niedersachsen haben Grün (und damit auch Christian Meyer) gewählt
Wahlergebnis nach Berufsgruppen

Nur 1% der Landwirte haben Grün gewählt. Man kann auch sagen, dass die Landwirte die grüne Landwirtschaftspolitik nicht gut hießen und Landwirtschaftsminister Meyer abgewählt haben. (Agrar)politisches Highlight des Jahres weiterlesen

BREAKING NEWS: Der BUND kennt das Wort „Wissenschaft“

Bild Ankündigung Forschungspreisverleihung
Wir gehen mit der Wissenschaft – wirklich?!

Die Nichtregierungsorganisation (NGO) Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) scheint ein neues Kapitel in ihrer Geschichte schreiben zu wollen: Sie hat tatsächlich das Wort „Wissenschaft“ in ihr Vokabular aufgenommen. Konkret geht es um die Ankündigung, man wolle „mit der Wissenschaft gehen“: Im Juni wird ein BUND-Forschungspreis für Arbeiten zur Nachhaltigen Entwicklung verliehen.

Das Neuartige an der Meldung?

Nach Jahren hemmungslosen Glyphosat-Bashings, in denen die Berliner beinhart jeglichen wissenschaftlichen Erkenntnissen abhold waren, will der BUND eine Liaison eingehen mit Terra Incognita. Ich wusste gar nicht, dass die Umweltaktivisten das Wort überhaupt buchstabieren können.

Der BUND, das sind immerhin die, die, wenn es ihnen nicht in den Kram passt, gegen die Wissenschaft austreten. Die Forscher in den Dreck ziehen. Die, wenn was nicht passt, etwas mit Auslassungen, steilen Behauptungen und alternativen Fakten pass machen. Die weder differenzieren können – und, so scheint‘s, es auch gar nicht wollen.

Faktencheck: Der BUND, Glyphosat und tote Babys

Schon vor vier Jahren hat das Online-Portal SciLogs von Spektrum der Wissenschaft in einem Faktencheck belegt, wie wenig die NGO mit seriöser Wissenschaft am Hut hat. BREAKING NEWS: Der BUND kennt das Wort „Wissenschaft“ weiterlesen

Weihnachtspredigt von Peter Kossen

Weihnachten trotz(t) moderner Sklaverei

Eine Caritas-Mitarbeiterin im Landkreis Cloppenburg berichtete in diesen Tagen Folgendes: Ein Familienvater arbeitet im Oldenburgischen in der Landwirtschaft. Sein Lohn für mehr als 40 Stunden Arbeit pro Woche wird ihm nicht ausgezahlt. Er muss ihm immer wieder hinterherlaufen. Seine Miete aber läuft weiter. Mit seiner Frau und den beiden Kindern (4 und 2 Jahre) muss er zur Tafel gehen. – Im November kommt die Familie wieder einmal zur Tafel und erhält die Menge an Lebensmitteln, die ihr zusteht. Darauf fragt eine Ehrenamtliche das 4-jährige Mädchen: „Möchtest du noch etwas Süßes?“ Darauf das Mädchen: „Brot wäre mir lieber.“ Die Ehrenamtliche bespricht sich mit Kolleginnen und gibt dem Mädchen einen zusätzlichen Laib Brot. Die Ehrenamtliche: „Möchtest du jetzt noch was Süßes?“ Das Mädchen: „Brötchen wären mir lieber.“

Der katholische Sozialpfarrer Peter Kossen fordert zu Weihnachten mehr Einsatz für eine gerechtere Wirtschaftsordnung.
Der katholische Sozialpfarrer Peter Kossen fordert zu Weihnachten mehr Einsatz für eine gerechtere Wirtschaftsordnung.

Bethlehem heißt übersetzt „Brothaus“. Mit Bethlehem verbinden wir die Menschwerdung Gottes, Weihnachten. „Brothaus“, so sagt es die Bibel, ist der Geburtsort Jesu. Wie kann man Weihnachten feiern, wenn Kinder in einem reichen Land, wenn Kinder in irgendeinem Land der Welt, um Brot betteln? Was hat die Weihnachtsgeschichte und all die Feierlichkeit mit dieser Wirklichkeit zu tun? Was wollen wir feiern und warum? Wenn der Himmel auf die Erde kommt, dann stürzen die Mächtigen vom Thron und die Kleinen kommen groß heraus, dann reicht es nicht aus, festliche Weihnachtslieder zu singen! Im 8. Jahrhundert vor Christus ruft der Prophet Amos als Stimme Gottes in den feierlichen Tempelgottesdienst hinein: „Ich hasse eure Feste, ich verabscheue sie und kann eure Feiern nicht riechen. Wenn ihr mir Brandopfer darbringt, ich habe kein Gefallen an euren Gaben, und eure fetten Heilsopfer will ich nicht sehen. Weg mit dem Lärm deiner Lieder! Dein Harfenspiel will ich nicht hören, sondern das Recht ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach!“ Amos sagt deutlich: Ohne das Ringen um Gerechtigkeit ist jeder Gottesdienst, ist auch Weihnachten, wertlos! Es gibt kein Weihnachten ohne Bezug zur Wirklichkeit, so bitter, wie diese sein mag. Weihnachtspredigt von Peter Kossen weiterlesen

Deutschland blüht auf

Die Graswurzelbewegung „Wir machen Euch satt“ geht in die vierte Runde

Dazu habe ich Radio Randwirtschaft ein kleines Interview gegeben:

Von Beginn an habe ich die Graswurzelbewegung „Wir machen Euch satt“ unterstützt und später auch organisatorisch unter die Arme gegriffen. Jetzt stehen wir – und damit meine ich hunderte Landwirte, die über des Internet bzw. den sozialen Netzwerken ihr Betriebe vorstellen bzw. sich der öffentlichen Diskussion stellen – vor der vierten Auflage.

Alles begann vor gut drei Jahren

Deutschland blüht auf weiterlesen

fremdbestimmte Landwirtschaft

Kommentar zu der Meldung „Niedersachsen will Gewässerrandstreifen und Vorkaufsrecht“ bei top agrar:

Niedersachsen will Gewässerrandstreifen und Vorkaufsrecht Topagrar.com - Lesen Sie mehr auf: https://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Niedersachsen-will-Gewaesserrandstreifen-und-Vorkaufsrecht-fuer-diese-Flaechen-6010626.html

Bei diesen Gesetzesvorlagen muss ich immer wieder an eine Begebenheit denken, die ich kurz nach der Wiedervereinigung erlebt habe.

Wir haben bei der Besichtigung eines Betriebes in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Geschäftsführer lange geredet und dabei machte er folgende Aussagen:

„Ihr im Westen perfektioniert unser System im Osten! Bei uns sind wir alle drei bzw. fünf Jahre dem Staat Rechenschaft schuldig – ansonsten werden wir bei der Erfüllung unserer Zahlen und Arbeiten in Ruhe gelassen! Die Fehler bzw. Schwächen unseres Sozialismus werden bei Euch bereinigt. Der Staat erhält absoluten Zugriff auf Euer Eigentum und Ihr Landwirte müsst nach strengen Regeln produzieren, die dann von der „Öko – Polizei“ überwacht werden.“

Jobtausch mit Politikern!

Diese Aussagen halten uns Landwirte einen Spiegel vor! Wollen wir wirklich so fremdbestimmt weiterarbeiten? Sollten wir nicht den Ministern und Politikern die Stiefel und Kombi reichen und Ihnen die Chance geben unter Ihren eigenen Gesetzen zu arbeiten – eine Art Jobtausch!

Als ich mich entschied Landwirt zu werden, habe ich den Beruf gewählt, weil ich entscheiden konnte was, wie und wann ich machen konnte!

Ich habe diesen Beruf nicht gewählt, weil ich permanent Angst vor Kontrollen haben muss, weil immer mehr Menschen, die eigentlich nichts von meinem Beruf verstehen, mir vorschreiben, wie ich meinen Tagesablauf bzw. Jahresablauf zu gestalten habe, weil immer mehr Menschen offenbar „scharf“ auf meinen Besitz sind und diesen zum Allgemeingut machen wollen, weil ich es immer häufiger erlebe, wie meine Arbeit mit den „Füssen getreten“ wird.

Auf unserem Hof wird seit 1865 Landwirtschaft betrieben. Der Hof hat viele Nöte überlebt, weil gerade unsere Vorfahren verantwortungsvoll und nachhaltig mit der Natur, den Tieren und den Menschen umgegangen sind. Erfahrung, Anpassungsfähig und Know – how haben den Hof zu dem gemacht, was er heute ist.

mehr Vertrauen nötig

Liebe Verbraucher und Politiker habt mehr Vertrauen in unsere Arbeit!

Redet mit uns – statt über uns!

Populismus und falsch verstandener Aktionismus hilft uns allen nicht weiter, sondern stört nur einen nachhaltigen Entwicklungsprozess und isoliert uns von der Entwicklung auf den Weltmärkten. Für die Folgen einer solchen Entwicklung gibt es genügend Beispiele, wie die Textilindustrie…

Verordnungen & Gesetze bremsen notwendige Entwicklung

Wenn wir unsere Landwirtschaft in Niedersachsen bzw. Deutschland erhalten wollen, dann müssen wir aufhören diesen Wirtschaftszweig mit Verordnungen und Gesetzen zu überfordern und in seiner Entwicklung zu bremsen.
Die Landwirtschaft muss Geld verdienen und braucht Entwicklung!

 

Meiners ist neuer Präsident der VEL

Hauptausschuss wählte Georg Meiners mit 97,6%

Heute Mittag ging die 9-jährige Ära von Hermann Wester als Präsident des Emsländischen Landvolks (VEL) zu Ende. Der 67-jährige Landwirt aus Haren stand für eine Wiederwahl, die die Satzung ihm aus Altersgründen verwehrt, nicht zur Verfügung. Nachfolger ist nun Milchviehhalter Georg Meiners aus Freren (Altkreis Lingen). Gegenkandidaten gab es keine.

Hermann Wester und Georg Meiners (rechts)
Hermann Wester und Georg Meiners (rechts)

Meiners´ Bewerbung im Wortlaut

Vor der Abstimmung trug sich Meiners seine Vorstellung den Deligierten aus dem Landkreis Emsland und der Grafschaft Bentheim mit folgenden Worten vor: Meiners ist neuer Präsident der VEL weiterlesen

Kommunale Anwendungsverbote für Glyphosat

Erste Kommunen verbieten Glyphosat auf ihren Flächen

Wie ich bereits kurz nach dem überraschenden Schmidt-Alleingang und dessen JA zu Glyphosat prognostiziert hatte, ist die Diskussion um den umstrittenen Wirkstoff noch lange nicht beendet.
Hier ein Beitrag aus Hessen. Die Stadt Wiesbaden möchte Gutes tun und verbietet die Ausbringung auf stadteigene Flächen.

Erst der Anfang

Es wird noch viel mehr solcher Initiativen geben, auch Firmen aus der Lebensmittelbranche dürften sich mit der Frage auseinandersetzen, ob sie ihren Lieferanten den Glyphosateinsatz nicht besser verbieten sollen. Aus Marketinggründen oder aus vorauseilendem Gehorsam bzw. Angst, Teil einer NGO-Kampagne gegen das eigene Unternehmen zu werden.

Desinformation statt Aufklärung

Und dabei wird weiter falsch bzw. unrichtig informiert. Es hat sich eine breite Parteienfront gebildet, die sich gegen das Glyphosat ausspricht: Linke, SPD, Grüne und AfD bilden hier eine (in meinen Augen) bedenkliche Front gegen die Anerkennung der Wissenschaft im Allgemeinen und gegen Glyphosat im Speziellen, die im deutschen Bundestag bereits heute eine Mehrheit hätte. Dabei spielen bei allen Parteien populistische Motive eine große Rolle. Bei der SPD dürften auch Verhandlungs-taktische Erwägungen eine Rolle spielen, nehmen aber wohl auch gerne den vordergründigen Sympathiegewinn mit. Denn jeder der sich FÜR eine Wiederzulassung von Glyphosat und FÜR eine nüchterne wissenschaftliche Bewertung ausspricht, ist schnell der Buhmann. Deshalb verdienen alle, die sich in dieser Frage wirklich differenziert und nicht populistisch äußern, meinen grössten Respekt!
Die CDU gehört nicht zur oben erwähnten populistischen Anti-Glyphosatfront im Bundestag, doch auch aus dieser Partei höre ich leider wenig klare Kante. Die CDU ist Volkspartei und da gibt es selbstverständlich die unterschiedlichsten Positionen unter den Mitgliedern.

Union mit uneinheitlicher Haltung zu Glyphosat

Enttäuscht bin ich in dieser Frage zum Beispiel von der neuen niedersächsischen  Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast.


Sie stimmt zwar grundsätzlich einer Verlängerung zu, spricht aber gleichzeitig davon, dass es „ein Weiter-So“ nicht geben dürfe und nach Alternativen gesucht werden müsse.
Diese Haltung ist irgendwie nicht Fisch, nicht Fleisch. In meinen Augen sollte ein Zulassungsverfahren nach nüchternen wissenschaftlichen Parametern abgearbeitet werden. Alle Gründe, die gegen das Glyphosat angeführt werden, sind mehr oder weniger an den Haaren herbeigezogen worden. Vernünftig angewendet gibt es keine Gesundheitsgefahren und die Alternative Pflügen bzw. mehr Bodenbearbeitung führt ebenfalls zu einer Minderung der Artenvielfalt auf dem Acker. Wenn es bessere Alternativen gibt, dann werden sie sich auch nach und nach durchsetzen.

Anwendungsbeschränkungen?

Lediglich Anwendungseinschränkungen halte ich für durchaus sinnvoll. Das kann und sollte man auf nationaler Ebene einheitlich regeln. Gelangt das Glyphosat ins Oberflächenwasser, so hat das schädliche Auswirkungen auf die Wasserorganismen.  Von befestigten Flächen kann es leicht abspülen und in Gewässer gelangen. Hier baut sich der Wirkstoff nicht so schnell ab, wie im Ackerboden. Hier wäre ein Einsatzverbot für Privatanwender durchaus sinnvoll, denn viele nehmen es mit den Anwendungsvorschriften nicht so genau oder kennen diese noch nicht einmal.

Snapshot aus der Hessenschau

Nuhr Glyphosat

Glyphosat-Hysterie

Der Comedian Dieter Nuhr hat in seiner jüngsten Sendung in der ARD die Zusammenhänge bei der Bewertung des Totalherbizids Glyphosat gut verständlich und vor allem richtig dargestellt. Da fragt man sich doch, warum das nicht den meisten Journalisten gelingen möchte?

Die ganze Sendung ist in der Mediathek und bei Youtube aufrufbar. Im Anschluss an die Glyphosatszene, nimmt Dieter Nuhr auch noch Veganer, PeTA und Essreligionen auf die Schippe (ab Minute 34:00). Es lohnt also dort mal reinzugucken. Nuhr Glyphosat weiterlesen

Diskussion über Insektensterben bei „Hart aber fair“

hart aber fair, wir diskutieren mitHeute Abend (21 Uhr) wird in der Sendung „Hart aber fair“ über das Insektensterben diskutiert.

Wir freuen uns, dass dieses wichtige Thema, das viele Menschen berührt, in einer breiten Öffentlichkeit diskutiert wird.
Allerdings hoffen wir auch, dass es fair zu geht und nicht einseitig nach Schuldigen gesucht wird.
Uns Bauern ist das Insektensterben nicht egal! Wir sind Teil der Lösung und gehen voran mit unserer Aktion „Deutschland blüht auf!„.
Wir diskutieren mit während der Sendung bei Twitter und Facebook.
Folgt den Hashtags #AgChatde & #WMES!

Eine harte, aber faire Glyphosat-Debatte? Und die Erde ist eine Scheibe.

Ankündigung Sendung hart, aber fair.
Hart. Aber Fair? Um Gottes willen!

Glyphosat – und kein Ende.  Auch bei „hart aber fair“ wird man sich am Montag, 4. Dezember 2017 um 21.00 Uhr des Themas annehmen: „Der stille Tod der Bienen – wer vergiftet unsere Natur?“ Seinen Beitrag teasert das Format bei Facebook folgendermaßen an:

„Der Streit um Glyphosat zeigt: In der modernen Landwirtschaft geht ohne Chemie nichts mehr. Wie gefährlich ist das? Sterben bei uns wirklich die Insekten durch Agrar-Gifte und Monokulturen? Und welchen Preis zahlen wir und die Bienen für unser billiges Essen?“

Die hart aber fair-Macher baten zudem die Leser, ihnen ihre Meinung zum Thema zu schreiben. Die Gelegenheit habe ich genutzt. Hier mein Post (modifiziert):

Hart aber fair ist es in der Glyphosat-Diskussion nur selten zugegangen. Stattdessen erleben wir eine Hexenjagd sondergleichen. Mit der Verlängerung der Glyphosat-Zulassung bekommen wir fast täglich neue Eskalationstufen serviert, sowohl massenmedial als auch in den Sozialen Medien (lesenswerte Ausnahmen bestätigen glücklicherweise die Regel). Spitze des Eisberges sind die Morddrohungen, die bei Minister Schmidt und seiner Familie eintrafen.

Wissenschaftsjournalist Ludger Weß hat es bei den Salonkolumnisten in seinem Beitrag „Glyphoshima – Das Ende der Umweltschutzbewegung  auf den Punkt gebracht:
„Der Fall #Glyphosat hat den Begriff „Umweltschützer“ so nachhaltig diskreditiert dass man an PEGIDA oder „Heimatschutz“ denken muss. Wir erleben Populismus, Hetze und Menschenjagd. Die Volksfront reicht von links- bis rechtsaußen.“
 
Meine ganz persönliche Meinung: Wir haben es mit geistiger Brandstiftung zu tun. Die Bloggerin Schillipaeppa hat  es schon vor einem Jahr auf den Punkt gebracht: „Es brennt!“

Hexenjagd als Fortsetzung von Agrarpolitik mit anderen Mitteln 

Virtuosen der Brandstiftung sind die Grünen. Einen ihrer Großmeister haben Sie in Ihrer Sendung zu Gast. Fragen Sie Herrn Ebner bitte mal, was er von wissenschaftlichen Erkenntnissen hält. Warum er seit zwei Jahren non-stop versucht, das BfR und seine Mitarbeiter zu diskreditieren statt anzuerkennen, dass eine Fachorganisation nach der anderen weltweit Glyphosat für unbedenklich erklärt hat. Warum er die wissenschaftlich völlig unterernährte Muttermilchstudie seiner Partei mit Zähnen und Klauen verteidgt.

Ihr Kolleginnen vom Stern haben sich besagte „Studie“ kurz nach Veröffentlichung angesehen und kurzen Prozess gemacht: Die Mär von der verseuchten Muttermilch.

Um was es bei dieser Hexenjagd im Grunde genommen geht? Um die Fortsetzung von Agrarpolitik mit anderen Mitteln! Mittel zum Zweck. Ideologie. Oder, wie BfR-Chef Prof. Hensel es treffend ausgedrückt hat: Wissenschaft wird als Kampfmittel missbraucht.

PflanzenSCHUTZmittel

Übrigens fällt regelmäßig unter den Tisch, dass auch Biobetriebe mit Pflanzenschutzmittel arbeiten. Mit PSM, die zum Teil toxischer sind als Glyphosat. Ein Beispiel ist Kupfersulfat. Bitte zeigen Sie Herrn Ebner diese Tabelle und bitten ihn um eine Stellungnahme.Giftigkeitsstufen von StoffenAspirin ist giftiger als Glyphosat. Das im Biolandbau benutzte Fungizid Kupfersulfat gleichfalls. Sic transit gloria Bio? Niemals! Eher friert die Hölle zu! 😉

Paracelsus 1538: „Allein die Dosis macht, dass ein Stoff kein Gift ist.“

Übrigens, eine zentrale Frage, die sich in unserer durchurbanisierten Gesellschaft kaum einer stellt:  Warum arbeiten Landwirte, ob im konventionellen oder Biolandbau, eigentlich mit PSM? Es gibt nämlich gute Gründe! Und, nebenbei gesagt, sehr gute Gründe, das verunglimpfende Wort Agrar-Gift aus dem Wortschatz zu streichen!

Am Beispiel der Pyrrolizidinalkaloide lässt sich das gut erklären. Dieser Stoff kommt unter anderem im Jakobskreuzkraut vor, einer Pflanze, die sich hierzulande auf extensiv bewirtschafteten Flächen immer weiter ausbreitet. Funde in Lebensmitteln wie Kräutertees, Rucola oder Honig sind besorgniserregend, weil die Stoffe irreversible Leberschäden verursachen können. Eine ganz heikle Geschichte. Ein anderes Alkaloid, das den Menschen gefährlich werden kann, ist das Mutterkorn. Es befällt Nahrungs- und Futtergetreide. In früheren Zeiten hat es vielen Menschen das Leben gekostet.

Was also ist Glyphosat oder Kupfersulfat, Gift oder Schutz? Was ist das wahre Gift?

Klar, man könnte Glyphosat in die Ecke stellen und den Pflug benutzen – allerdings mit negativen Auswirkungen auf die Biodiversität.  Weitere Vorteile eines Pflugverzichts: Die Bodenstruktur bliebe erhalten und die Wasseraufnahmefähigkeit würde erhöht. Beides schützt sowohl vor Wind- als auch vor Wasser- Erosionen. Landwirt und Blogbetreiber Bernhard Barkmann hat sich zu dem Thema in seinem Blogpost „Übernehmen Sie Verantwortung geäußert.

Will sagen: PSM werden nicht ohne Grund verwendet. Unser Essen wächst nicht im Supermarkt. Dass wir dort aus der Fülle schöpen können, hat unter anderem auch mit dem Einsatz von PSM zu tun.

Was es bedeuten würde, das Rad zurückzudrehen? Vermutlich würden wir Kartoffelkäfer per Hand absammeln und das Jakobskreuzkraut händisch herausrupfen. Oder wir müssten,  wie im Falle des Heerwurmes, der aktuell im südlichen Afrika Ernteeinbußen in Milliardenhöhe verursacht, Erntemindererträge bis hin zu Totalausfällen in Kauf nehmen. Das wäre die Kehrseite der Medaille. Wollen wir das?

Will Herr Ebner das?

Chemie ist nicht per se schlecht und Natur pur nicht per se gut. Selbiges gilt für die Methoden der konventionellen und biologischen Landwirtschaft. Mit schwarz-weiß kommt man nicht weit. Es gilt, sich situativ der unzählichen shades of grey zu bedienen, die das Leben in petto hat.

Mach ich’s, mach ich’s nicht, mach ich’s….

Ich mach’s nicht. Ich werde mir die Sendung nicht anschauen. Die Ereignisse der letzten Tage stimmen mich negativ. Wenn ich eine Hexenjagd statt Differenzierung haben möchte, lese ich lieber einen historischen Roman.