Die ’50 Million Shades Of Grey‘ der Nutztierhaltung

Figur auf hohem Ausguck mit Fernglas
Der Alltag in der Nutztierhaltung besteht aus Unmengen Graustufen. Sie finden sie nicht? Bei Tageslicht auf dem Bauernhof die Augen öffnen hilft unbedingt!

Tierrechtler, die die Nutztierhaltung kompromisslos ablehnen, steigen nachts klammheimlich in Schweine- und Hühnerställe ein, drehen über Monate Filme von angeblichen Missständen. Sender des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, aber auch Privatsender, strahlen die Berichte ungeprüft in schrill-skandalisierender Tonlage aus. Wieder einmal ein Tierquäler erwischt! Wieder einmal wird von einem Fall auf alle geschlossen! Die „erwischten“ Landwirte werden wie die sprichwörtliche Sau durch das massenmdiale Dorf gejagt. Ein ganzer Berufszweig gerät pauschal in Misskredit.

Immer häufiger wird von Bauernkinder-Mobbing berichtet, u.a. weil die „bösen“ Eltern Tiere „quälen“. Wenn sich hinterher herausstellt, die Filme waren manipuliert, Vorwürfe waren haltlos, erfolgt – keine öffentliche Rehabilitation. Stattdessen, wie im Fall der ehemaligen NRW-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking, ist die Rede weiterhin von „Verstrickungen“.

Alles Tierschutz – oder Knete?

Interessant: In keinem einzigen Fall ist den Journalisten (die übrigens ständig von „Tierschützern“ reden!) ein wesentliches Detail aufgefallen: Dass die Tiere gar nicht interessieren. Wie sonst ließe sich erklären, dass die Tierrechtler monatelang (im Fall der Bauernfunktionäre) sogar länger als ein Jahr filmen – aber nicht anzeigen?

Was auch kaum eine Rolle zu spielen scheint ist die Sache mit den Moneten: Hat es nicht vielleicht Konsequenzen, dass man bei Tierrechtlers sein Geld mit Spenden generiert?  Und wenn ja, welche? Es handelt sich schließlich um Geld, dass bei maximaler Betroffenheit am geschmeidigsten fließt.

Natürlich gibt es in der Nutztierhaltung Probleme – wie in allen Branchen. Es gibt Tiefschwarz. Ich kenne einen Fall. Es ist zwar Ewigkeiten her, aber ich weiß, dass Menschen es fertig bringen, Schweine verhungern und verdursten zu lassen. Auslöser war eine psychische Erkrankung des Mannes.

Was es aber vor allem gibt, sind 50 million shades of grey. Der Alltag in der Nutztierhaltung ist eigentlich unspektakulär. Warum diese einseitige, rufmörderische Schwarzmalerei in den Medien?

Rattenrennen beenden

Tagesspiegel-Redakteur Harald Schumann bringt es bringt es in seinem Artikel „Beenden wir das Rattenrennen! Was kritischer Journalismus heute bedeutet“ mit der Auflistung dieser Fragen auf den Punkt:

„Die eigentlich wichtigen Fragen werden darum kaum mehr gestellt:
Gibt es unabhängige Quellen, die eine Tatsachenbehauptung eines zitierten Akteurs bestätigen?
Was sagen Akteure mit anderen Interessen zu demselben Thema?
Was sagen Betroffene von Vorwürfen und Anklagen zu ihrer Verteidigung?
Welche Interessen verfolgen die zitierten Akteure und Institutionen?
Wer bezahlt sie und welche Rolle haben sie früher gespielt?
Gute Frage.
Und schließlich die wichtigste aller Fragen: Cui bono? Wem nutzt die jeweilige Handlung oder Entscheidung? Gewiss, die Einhaltung dieser Standards war schon in den 1980er Jahren prekär, doch die  Verlagerung des Medienkonsums ins Netz hat die Entwicklung erheblich verschlimmert. Denn guter Journalismus kostet Zeit und damit Personal und Geld.“

Würden Journalisten angesichts der Radikalität ihrer Quellen oben genannte Fragen berücksichtigen, wäre die Berichterstattung vermutlich eine ganz andere!

Spread The Word!

Und wir hätten vielleicht nicht so viele zu Unrecht der Tierquälerei beschuldigte Nutztierhalter. Denn dass längst nicht alles so ist wie es ausschaut, das erfahren Mediennutzer in der Regel nur punktuell aus regionalen Zeitungen bzw. Fachzeitschriften und -verbänden!  Ein bundesweite Rehabilitation ist, soweit ich das verfolgt habe, noch nie erfolgt.

In meinem Beitrag Die konventionelle Landwirtschaft unter medialem Dauerbeschuss vom 14. Mai habe ich eine Linksammlung solcher Fälle veröffentlicht. Diese füge ich hier ein weiteres Mal ein. Aus Gründen!

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Links

Der Fall Schulze Föcking

BlogAgrar, 13. Juli 2017:  Christina Schulze Föcking am Pranger
BlogAgrar, 23. Juli 2017: Causa Schulze Föcking: Kommentar zur Stellungnahme von Dr. Ophelia Nick
BlogAgrar, 30. Juli 2017: Mobbing – ein lukratives Geschäftsmodell? Tierrechtler touren durch das Land
BlogAgrar, 3. Mai 2018: Der Fall Schulze Föcking – oder warum der Konjunktiv WDR-Schlagzeilen regiert
BlogAgrar, 7. Mai 2018: Konter der Landwirtschaftsministerin

topagrar, 8. Juni 2017: Stalleinbrüche treffen die ganze Familie!

www.agrarheute.com, 23. September 2016: Panorama-Beitrag: Die Reaktionen der Agrarfunktionäre

Presseportal/ZDG, 11. Mai 2015: Tierrechtler brechen in Ställe ein – 250 Puten tot, Landwirt verletzt

Augsburger Allgemeine, 17. Juni 2015: Putenmast: Ermittlungen eingestellt

www.animal-health-online.de, 30. April 2014: Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen wegen angeblich illegaler Ferkeltötungen ein.

Zu den drei folgenden Quellen existieren keine Internetlinks:

SUS 5/2014 „Ich habe die Tierschützer angezeigt“

Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben, 43/2017: „Keine gravierenden Verstöße“ (in gleich fünf Betrieben)

top agrar 5/2018, Bis ins Mark getroffen (drei Erfahrungsberichte – keine Beanstandungen)

Ein weiterer Fall betrifft einen Bekannten, der seinen Namen nicht veröffentlicht haben möchte. Er hatte wie alle anderen nächtlichen „Besuch“ und sah sich von heute auf morgen mit dem Vorwurf der Tierquälerei konfrontiert. Nur kurze Zeit nach der Anzeigen standen Kontrolleure in seinen Ställen zur Bestandsaufnahme. Keine Beanstandung.

In dubio pro reo

Ich habe ich mich übrigens entschlossen, nach dem Motto „In dubio pro reo“ den Fall des Milchviehbetriebes in Sachsen-Anhalt in diese Liste aufzunehmen. Tierrechtler hatten dort kürzlich mutmaßliche Tierschutzverstöße gefilmt, Stern TV  strahlte das Material am 11. Mai aus und startete parallel dazu eine Facebook-Kampagne. Allerdings bestreiten die Landwirte vehement die ihnen zur Last gelegten Vorwürfe.

Volksstimme, 12. Mai 2018: Tierhalter wirft Tierschützern Fälschung vor

Wie top agrar heute meldete, scheinen sich die Vorwürfe gegen die Tierhalter zu erhärten. Dabei beruft sich die Fachzeitschrift auf Recherchen des MDR; der Sender habe das ungeschnittene Originalmaterial auswerten können und sei zu dem Schluss gekommen, dass sie von dem genannten Betrieb stammten.

Nun bin ich mir nicht sicher, ob der MDR in der Lage ist, die gebotene Distanz zu Herrn Mülln und dessen  Broterwerb zu wahren. Grund ist die hier verlinkte Filmankündigung vom 17. Juni 2015:

Wir berichten in Fakt am Dienstag über den Fall des Tierschützers Friedrich Mülln, der im Netz von seinen Gegnern diskreditiert wird. Friedrich Mülln ist einer von denen, die nachts in Ställe eindringen und Missstände filmen. In Massenproduktionsbetrieben genauso wie auf Biohöfen. Wir haben in Fakt schon oft die schockierenden Bilder gezeigt, die er gedreht hat. So jemand macht sich Feinde. Und wenn man nun seinen Namen bei Google eingibt, dann erscheint zuoberst (!) der Link: friedrich-muelln-geldabzocker-steuerbetrueger-soko-tierschutz.com. Verleumdungskampagnen können Leben zerstören oder Geschäfte in den Ruin treiben.

Nachtrag 25. Mai 2018: Eine Google-Recherche hat ergeben, dass eine abschließende Bewertung nicht vorzuliegen scheint. Daher belasse ich es beim In dubio pro reo. Ferner verlinke ich eine Stellungnahme des Veterinäramtes des Landkreises Stendal: Denkschrift: Das Veterinäramt, die SOKO und die Wahrheit.

13 Gedanken zu „Die ’50 Million Shades Of Grey‘ der Nutztierhaltung

  1. Sie betonen immer, dass Tierhalter und die Mitarbeiter in den Veterinärämtern in den Medien beschuldigt würden. Das empfinde ich nicht so. Das Problem liegt doch im Systemversagen, von dem auch Gero Hocker bei Stern TV gesprochen haben soll.

    Und von Systemversagen zeugt doch die Stellungnahme des Veterinäramts Stendal:

    „Den betreuten 3530 Nutztierhaltern steht ein Beispiel gegenüber, welches dem Nachweis dienen soll, dass das Veterinäramt seinen Pflichten nicht nachgekommen ist. Die gezielte Beobachtung des Betriebes durch den SOKO Tierschutz e.V. entspricht einem Betreuungsschlüssel von eins zu eins.“

    „Da der/die besagte/er MA dienstlich eingebunden war, kam es zu keinem weiteren Gespräch.“ – Für Notfälle sollte immer Zeit eingerichtet werden können. Wenn es nicht geht, weil andere Notfälle bearbeitet werden, ist es Personalmangel/Systemversagen. Kann man aus den dürren Worten nicht alles herleiten, ich weiß. Aber ich habe meine Erfahrung mit einigen Behörden, Unternehmen und Gesetzesvollzug. Wo keiner schreit, schleift der Vollzug. Man geht da hin, wo geschrien wird. Wer am lautesten schreit, bekommt, was er will. Wenn viel geschrien wird, wird auch mehr gearbeitet, wenn nicht geschrien wird, auch mal gefaulenzt. Tiere schreien nicht, jedenfalls nicht bis zum Vetamt.

    Strukturell ähnliche Probleme gibt es in Kinder- und Altenheimen.

    1. Sie schließen von einem Vetamt auf alle anderen? Dann darf ich das auch: Im Falle eines Kumpels war das Vetamt innerhalb von zwei Stunden auf dem Hof. Am Ende der Kontrolle stand fest, dass keine Missstände vorlagen.

      Im Stendaler Fall ist doch eher interessant, wieviel Zeit der Anrufer sich genommen hat, bis er seine Info loswerden konnte. Von Engagement kann ja wohl nicht die Rede sein, oder?

      In der Nutztierhaltung gibt es Probleme. Wie in allen Branchen. Vom Paradies auf Erden sind wir noch Lichtjahre entfernt.

      Ein Systemversagen würde ich eher mit Blick auf die Medien vermuten. Harald Schuman hat Recht mit seinem Beitrag. Wer Material von Tierrechtlern verwurschtet, MUSS sich die von ihm genannten Fragen stellen und entsprechend handeln. Leider ist das nicht der Fall.

      1. Wie viel Zeit hat sich der Anrufer denn genommen? Er hat an vier Tagen fünfmal angerufen, lese ich.

        Noch einmal: Mir ging es nicht um konkretes Versagen des Amts in Stendal, sondern um ein grundsätzliches Strukturproblem. Wo keine Kontrolle und/oder keine Strafen erwartet werden oder aber viel Verständnis und Nachsicht – eine folgenlose Korrekturmöglichkeit – sind Vorschriften das Papier nicht wert. In der Verwaltung ist es so, dass die Rechtstreue der Bürger grundsätzlich angenommen wird. Damit spart man Ausgaben für Kontrollen. Das wird dann mit Menschenwürde begründet („kein Generalverdacht“). Anders ist es, wenn dichte Kontrollen sich bezahlt machen, wie im Steuerrecht, oder wenn verhinderbare Verstöße zu öffentlichen Skandalen führen, wie bei Kriminalität, die das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung erschüttert. Man sollte schon sehen, dass Verwaltung immer ein Produkt der Politik ist.

        Und wie kommen Sie darauf, dass Stern TV die Kriterien von Schuman nicht beachtet hätte? Weil sie nicht gesagt haben, dass SOKO Tierschutz ein „Spendensammelverein“ ist, der am liebsten die Nutztierhaltung abschaffen möchte? Was ändert das an den Bildern? Aber Sie glauben ja, dass die Redakteure Filmaufnahmen nicht auf Authentizität prüfen können. Halten sie eigentlich alle anderen, die nicht so agieren, wie Sie das gern hätten, für blöd?

        Was sagt eigentlich Herr Ilchmann dazu, wenn Konkurrenten sich so eine Rinderhaltung erlauben können, wie in dem Film gesehen? Ich glaube, Christina Annelies, sie haben den falschen Dampfer bestiegen und kämpfen komplett an der falschen Front. Das ist einfach zum Kopfschütteln, aber auch gruselig-amüsant, unterhaltsamer als das Fersehprogramm gerade.

        1. Stern TV hat nicht die Quelle geprüft hat. Panorama, Frontal 21 und die Zeit waren auch nicht gucken. Wie sich bei Frau Schulze Föcking zeigte. Und auch in den anderen, von mir verlinkten Fällen hatten die Medien einen Balken im Auge. Was die Rinderhaltung betrifft: In dubio pro reo. Ich warte das offizielle Ergebnis der offiziellen Untersuchung ab. Was die Anrufe betrifft: Genau. An vier Tagen fünf Mal angerufen. Finde den Fehler!

          Ich freue mich, dass ich Ihrer Abendgestaltung die richtige Wendung geben konnte. Gerne geschehen!

          1. Die Redakteure sollen zum Stall fahren? Warum das denn? Der Tierhalter hat das Video zur Stellungnahme bekommen und die Echtheit nicht bestritten, weil sein Stall darauf unbestreitbar erkennbar ist (Räumlichkeiten, Ohrmarken). Was sollte man jetzt noch im Stall feststellen, in den man eh nicht reingelassen wird? Sie müssen Ihre hehren audiatur et altera pars Grundsatz, der beachtet wurde, auch mit etwas praktischem Verständnis verbinden.

        2. Wo Sie mich direkt ansprechen, AdT, will ich auch antworten: Was mich, vorausgesetzt, die Bilder sind authehtisch, am meisten schockiert hat, war die Abgestumpftheit, mit der der Mitarbeiter um die tote Kuh in der Box herum seiner Arbeit nachgegangen ist! Es kann immer mal zu einem Todesfall kommen, aber dann entfernt man den Tierkörper so schnell wie möglich und lässt ihn abholen. Wenn so wie in dem Film zu sehen mit Todesfällen umgegangen wird, zeugt das für mich von einer permanenten Überforderung der Mitarbeiter, verursacht durch ein gnadenloses Dumping- und Ausbeutungssystem entlang der gesamten Kette, deren schwächstes Glied leider immer die Tiere sind. Eine „Produktion“, die solche Auswüchse hervorbringt, ist menschen- und tierverachtend.

      2. Die Echtheit der Vorwürfe müssen bestätigt sein. Laut Beitrag bestreitet der Tierhalter die Vorwürfe. Generell: Angesichts der Radikalität der Quelle ist besondere Sorgfalt an den Tag zu legen. Gerade im Tierrechtler-Kontext spielen die Fragen von Herrn Schumann eine besondere Rolle. Ich habe sie noch mal hineinkopiert, sollten Sie sie aus den Augen verloren haben.

        Bei Frau Schulze Föcking ist eine Einordnung ausgeblieben. Plus hat die Tierärztin Dr. Nick seinerzeit bei Stern TV eine Beurteilung qua Bildschirm vorgenommen, nicht vor Ort, was sowohl seitens einer Veterinärin als auch des Senders unprofessionell ist. Etceterapepe.

        „Die eigentlich wichtigen Fragen werden darum kaum mehr gestellt:
        Gibt es unabhängige Quellen, die eine Tatsachenbehauptung eines zitierten Akteurs bestätigen?
        Was sagen Akteure mit anderen Interessen zu demselben Thema?
        Was sagen Betroffene von Vorwürfen und Anklagen zu ihrer Verteidigung?
        Welche Interessen verfolgen die zitierten Akteure und Institutionen?
        Wer bezahlt sie und welche Rolle haben sie früher gespielt?
        Gute Frage.
        Und schließlich die wichtigste aller Fragen: Cui bono? Wem nutzt die jeweilige Handlung oder Entscheidung? Gewiss, die Einhaltung dieser Standards war schon in den 1980er Jahren prekär, doch die Verlagerung des Medienkonsums ins Netz hat die Entwicklung erheblich verschlimmert. Denn guter Journalismus kostet Zeit und damit Personal und Geld.“

  2. „Immer häufiger wird von Bauernkinder-Mobbing berichtet“, ja, und zwar von Ihnen und Ihresgleichen, Frau Anneliese. Die Zahl der „Berichte“ bzw. Blogartikel, Facebookposts usw. übersteigt meines Erachtens die Zahl der tatsächlichen „Fälle bei weitem.

      1. Und Sie? Gibt es denn eine Statistik? Ich glaube nicht. Vor allem keine Statistik, die das Mobbing von Bauernkindern mit dem von anderen Kindern vergleicht. Wohlgemerkt: Mobbing ist immer schlimm, jeder Fall ist einer zu viel, aber ich glaube, es gibt keine signifkanten Unterschiede zwischen Kindern nach Berufen der Eltern. Nur ein Gefühl von mir.

  3. 7 Tierärzte auf 3.530 Nutztierhalter sind 504 Nutztierhalter je Tierhalter. Würde jeder Tierarzt an jedem Arbeitstag (220 pro Jahr) den/die Betriebe eines Nutztierhalters kontrollieren, bräuchte er mehr als 2 Jahre, bis er alle kontrolliert hat. Selbst wenn er jede Woche einen kontrollieren würde, bräuchte er fast 10 Jahre.

    Unangekündigte anlasslose Kontrollen gibt es sowieso nicht. Termine können weit geschoben werden, oder aus welchem Grund sollte ein Tierhalter dies nicht tun dürfen?

    1. „Unangekündigte anlasslose Kontrollen gibt es sowieso nicht. Termine können weit geschoben werden, oder aus welchem Grund sollte ein Tierhalter dies nicht tun dürfen?“
      Wer erzählt denn so einen Quatsch. Vet-Kontrollen sind immer unangekündigt. Die Frage ist natürlich , was kontrolliert. Das Befinden und der Gesundheitszustand der Tiere spielt bei diesen Kontrollen doch meist eine untergerdnete Rolle. Da kommen Beamte, die schauen ob alle Verordnungen und Bestimmungen eingehalten werden, ob die Bürokratie mit allen noch so hirnrissigen Dokumentationspflichten eingehalten werden, ob, gaaanz wichtig, alle Ohrmarken vorhanden sind. Wenn das alles in Ordnung ist, kommen die Messgeräte zum Einsatz. Laut Verordnung sind in einem Geflügelstall mindestens 20 Lux einzuhalten. Obwohl in Studien nachgewiesen wurde, dass dies zu hell ist und die Tiere dadurch aggressiv werden (Federpicken, etc. nimmt signfikant zu) muss die VO eingehalten werden. Mit Lasermessgeräten werden die Größen von Kälberboxen gemessen und man streitet nun darüber, ob die Lichte weite, die Außenmaße oder von Wandmitte bis Wandmitte gemessen wird. So ein Schwachsinn! Ein sachkundiger, bürokratiebefreiter Veterinär kann in einer Stunde locker die Tierhaltung eines Betriebes beurteilen, ob die Tiere angemessen gehalten und betreut werden und der Gesundheitstatus passt. Ohne den Bürokratieschwachsinn könnte er locker 4-5 Betriebe am Tag machen. Ziel dieser Kontrollen sollte sein, dem Tierwohl zu dienen und nicht Bauern zu schikanieren.

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