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Landwärts

Für wen ist der ländliche Raum da?

Ich war gestern beim traditionellen „Tag der Landwirtschaft“ in Oesede zu Gast. Motto war „landwärts“ und die Referenten trugen vor, warum sie landwärts schauen. Am Anfang habe ich etwas über das Grußwort von Meta Janssen-Kucs (Vize-Präsidentin des niedersächsischen Landtags und ehemalige Landesvorsitzende der Grünen) geärgert.

Der Tag der Landwirtschaft war gut besucht

Im wesentlichen zählte Sie dabei ein paar Allgemeinplätze auf, mit denen eigentlich alle Anwesenden mitgehen können:

  • Herausforderungen des Strukturwandels annehmen
  • gemeinsamer Dialog
  • Vielfältigkeit des ländlichen Raumes
  • hohe Dichte an zwischenmenschlichen Beziehungen, sozialer Kitt

Aber Sie sprach auch über die Bedeutung des ländlichen Raumes. Der ländliche Raum sei nicht nur Produktionsstätte, sondern biete Siedlungsflächen und sei auch wichtig für Ausgleichsflächen und Ruheräume. Der ländliche Raum sei also auch wichtig für die Menschen in der Stadt!

Der ländliche Raum ist zuerst für die Menschen auf dem Land da!

Ich meine, der ländliche Raum ist in erster Linie für die Landbevölkerung da! Landwärts weiterlesen

Weihnachtspredigt von Peter Kossen

Weihnachten trotz(t) moderner Sklaverei

Eine Caritas-Mitarbeiterin im Landkreis Cloppenburg berichtete in diesen Tagen Folgendes: Ein Familienvater arbeitet im Oldenburgischen in der Landwirtschaft. Sein Lohn für mehr als 40 Stunden Arbeit pro Woche wird ihm nicht ausgezahlt. Er muss ihm immer wieder hinterherlaufen. Seine Miete aber läuft weiter. Mit seiner Frau und den beiden Kindern (4 und 2 Jahre) muss er zur Tafel gehen. – Im November kommt die Familie wieder einmal zur Tafel und erhält die Menge an Lebensmitteln, die ihr zusteht. Darauf fragt eine Ehrenamtliche das 4-jährige Mädchen: „Möchtest du noch etwas Süßes?“ Darauf das Mädchen: „Brot wäre mir lieber.“ Die Ehrenamtliche bespricht sich mit Kolleginnen und gibt dem Mädchen einen zusätzlichen Laib Brot. Die Ehrenamtliche: „Möchtest du jetzt noch was Süßes?“ Das Mädchen: „Brötchen wären mir lieber.“

Der katholische Sozialpfarrer Peter Kossen fordert zu Weihnachten mehr Einsatz für eine gerechtere Wirtschaftsordnung.
Der katholische Sozialpfarrer Peter Kossen fordert zu Weihnachten mehr Einsatz für eine gerechtere Wirtschaftsordnung.

Bethlehem heißt übersetzt „Brothaus“. Mit Bethlehem verbinden wir die Menschwerdung Gottes, Weihnachten. „Brothaus“, so sagt es die Bibel, ist der Geburtsort Jesu. Wie kann man Weihnachten feiern, wenn Kinder in einem reichen Land, wenn Kinder in irgendeinem Land der Welt, um Brot betteln? Was hat die Weihnachtsgeschichte und all die Feierlichkeit mit dieser Wirklichkeit zu tun? Was wollen wir feiern und warum? Wenn der Himmel auf die Erde kommt, dann stürzen die Mächtigen vom Thron und die Kleinen kommen groß heraus, dann reicht es nicht aus, festliche Weihnachtslieder zu singen! Im 8. Jahrhundert vor Christus ruft der Prophet Amos als Stimme Gottes in den feierlichen Tempelgottesdienst hinein: „Ich hasse eure Feste, ich verabscheue sie und kann eure Feiern nicht riechen. Wenn ihr mir Brandopfer darbringt, ich habe kein Gefallen an euren Gaben, und eure fetten Heilsopfer will ich nicht sehen. Weg mit dem Lärm deiner Lieder! Dein Harfenspiel will ich nicht hören, sondern das Recht ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach!“ Amos sagt deutlich: Ohne das Ringen um Gerechtigkeit ist jeder Gottesdienst, ist auch Weihnachten, wertlos! Es gibt kein Weihnachten ohne Bezug zur Wirklichkeit, so bitter, wie diese sein mag. Weihnachtspredigt von Peter Kossen weiterlesen