Alle Beiträge von Nadine Henke

Über Nadine Henke

Nadine Henke ist Tierärztin und hält mit ihrem Mann eine Sauenzucht. Von ihrer Arbeit berichtet sie in ihrem Blog (https://broksersauen.wordpress.com). Ferner ist Nadine Henke Mitbegründerin von Frag den Landwirt (https://www.facebook.com/fragdenlandwirt/) und AgChat Deutschland (https://agchat.de/).

Der Überbringer der schlechten Nachricht…

… wurde fälschlicherweise schon im alten Griechenland bestraft. Die Frage, die sich stellt ist, wann lernen wir endlich dazu, lassen das und machen uns auf den Weg, um nach Lösungen zu suchen?

Tierschutzkontrollen in den Betrieben

Die Neue Osnabrücker Zeitung hat die Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der Grünen hinsichtlich der Häufigkeit von Tierschutzkontrollen in landwirtschaftlichen Betrieben in einem Artikel aufgegriffen. Demnach finden in Niedersachsen rechnerisch in einem Betrieb nur alle 20 Jahre Kontrollen bezüglich Tierschutzgesetz durch das zuständige Veterinäramt statt, auf Bundesebene alle 17 Jahre.

ein Jogger läuft auf einer breiten Bergstraße der Sonne entgegen
(c) Nadine Henke, canva

Die Landwirte sind empört

Das Landvolk hat Zweifel an den Zahlen der Komtrolldichte. Auch in den sozialen Medien empören sich Landwirte – vor allem wird der Autor des Artikels auf seine Facebook Seite zum Teil wirklich auf unverschämte Art und Weise angegriffen. Nur warum sind die Landwirte empört? Und wie kommt es nun zu diesen Zahlen?

Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen

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Ferkelkastration: Offener Brief

Offener Brief (zur Zukunft der Ferkelkastration in Deutschland) an

  • Marcus Mosa (EDEKA)
  • Lionel Souque (REWE)
  • Klaus Gehring (Schwarz Gruppe)
  • Marc Heußinger (Aldi)
  • Olaf Koch (Metro Gruppe)
  • Clemens Tönnies (Tönnies Fleisch)
  • Tom Heidmann (VION)
  • Johannes Steinhoff (Westfleisch)
  • Kjeld Johannesen (Danish Crown)
  • Martin & Stefan Müller (Müller Gruppe)
Ferkelchen nascht an einer Futterschale. An der Schnauze kleben Futterreste.
(c) Nadine Henke, Brokser Sauen

Sehr geehrte Herren,

der 01.01.2019 rückt immer näher. Mit diesem Datum soll in Deutschland nun endlich mit der betäubungslosen Ferkelkastration Schluss sein. Allerdings stehen damit unsere deutschen Ferkelerzeuger und auch die Mäster vor einer großen Herausforderung.

Drei Alternativen stehen zur Verfügung

Zur Zeit gibt es drei zugelassene Verfahren: Es besteht die Möglichkeit, die Ferkel von einem Tierarzt betäuben zu lassen, und sie dann zu kastrieren. Die Ferkel könnten jedoch auch einfach unkastriert bleiben und als Eber gemästet werden. Eine weitere Variante wäre die Immunokastration. Alle drei Verfahren haben sowohl Vor– als auch Nachteile. Alle drei Alternativen sind wie oben schon erwähnt zugelassen und damit möglich. Wir Landwirte sind bereit, das gewünschte Verfahren in die Praxis umzusetzen. Nur dazu benötigen wir eine gewisse Planungssicherheit. Denn der Ferkelerzeuger muss in den ersten Lebenswochen entscheiden, ob die Tiere kastriert werden sollen, oder nicht. Und auch der Mäster muss wissen, ob er später eine Absatzmöglichkeit hat (als Volleber oder immunokastriert), wenn er beispielsweise Eber kauft.

Weiterer Strukturwandel?

Unsere Ferkelerzeuger stehen zur Zeit vor einem riesengroßen Dilemma, denn sie müssen die Entscheidung treffen. Sie wissen zur Zeit nicht, egal was sie tun, ob sie später Ferkel erzeugt haben, die am Markt auch nachgefragt werden. Sie stehen in direkter Konkurrenz zu anderen europäischen (v.a. dänischen und holländischen) Ferkelerzeugern, die weiterhin problemlos Kastrate (völlig losgelöst unter welchen Voraussetzungen diese kastriert wurden) liefern dürfen und werden.

Sehr geehrte Herren,

wir Ferkelerzeuger möchten weiterhin wettbewerbsfähig bleiben. Bitte sagen Sie uns, welches Verfahren Ihr Unternehmen bevorzugt, damit wir uns darauf einstellen können. Lassen Sie uns zeitnah in den Dialog treten und gemeinsam eine Lösung finden. Damit es auch in Zukunft noch ein 4 x D gibt.

Mit freundlichen Grüßen

Nadine Henke

Nottötung: eine schwierige Entscheidung

Der Tod hat immer ein hässliches Gesicht

Dieses Ferkel ist letzte Nacht verstorben. Es war furchtbar krank – es hatte Streptokokken. Am Dienstag (das kann ich noch ganz genau sagen wegen des grünen Striches) haben wir es in einer Bucht entdeckt – es hatte Fieber, lag fest auf der Seite und hat gekrampft.

umgehende medizinische Versorgung

totes Ferkel nach schwerer Krankheit
Tierkadaver sehen selten gut aus (c) Nadine Henke

Wir haben es dann sofort aus der Bucht genommen und separiert. Es wurde mit einem Entzündungshemmer und einem Antibiotikum (Streptokokken sind Bakterien) behandelt.
Gestern war es nun noch nicht wirklich besser – wir haben jedoch die Hoffnung noch nicht aufgegeben und es nachbehandelt.
Leider hat er weder am Dienstag noch gestern gefressen, jedoch immer noch gekrampft, so dass er sehr viel „Substanz“ verloren hat.
Heute morgen war das Ferkel leider verendet.

Das Tier wird nun in einer Tierkörperbeseitigungsanstalt verbracht. Wenn ich mir den Kadaver nun dort ansehe, ohne die Geschichte, die hinter diesem Tier steht, zu kennen, muss ich nüchtern feststellen – der Körper sieht furchtbar aus: es hat wunde Stellen, ist abgemagert – einfach schlimm.

Wann wäre der ideale Zeitpunkt der Nottötung gewesen?

Dann allerdings die Frage – wann hätten wir es nottöten sollen? Direkt am Dienstag als wir es gefunden haben? Hätten wir da einen vernünftigen Grund gehabt? In der Praxis schaffen es doch viele Tiere in so einem Zustand nach erfolgter Behandlung wieder auf die Beine. Hätten wir ihm diese Chance nicht geben sollen?
Oder gestern – knapp 24 Std. nach der ersten Behandlung? 

Hinterher ist man immer schlauer

Tja, ganz ehrlich, das sind genau die Fälle, die mich ratlos machen. Natürlich ist es einfach im Nachhinein zu sagen, „hättste man“…

Anmerkungen Stern TV

Auch wenn ich so langsam müde werde, ständig Berichte zu kommentieren, es einfach unkommentiert im Raum stehen lassen, möchte ich auch nicht.

Gestern lief bei stern TV der xte Beitrag über den grausamen Alltag in Ferkelerzeugerbetrieben. Dieses Mal hat es eine Anlage hier in Niedersachsen getroffen. Jan Peiffer und weitere dringen 5 Mal illegal in diese Anlage, um krampfhaft Missstände zu dokumentieren.

Nun ja, was ist nun dran an den dargestellten Missständen?

Es gibt eine Sache, die wir ebenfalls aufs Schärfste verurteilen – das ist eine Nottötung eines Ferkels mittels Schlag auf den Stallboden – das ist verboten und damit absolut indiskutabel!

Nur spannend sind die Kommentare von Frau Plange. Anmerkungen Stern TV weiterlesen

Wenn das Wörtchen ‚wenn‘ nicht wär…

Liebe Frau Bundeskanzlerin,

1,6 Mio Euro Steuergelder hat Frau Hendricks für eine widerliche und unseren gesamten Berufsstand diffamierende Plakat Aktion ausgegeben. Frau Hendricks rechtfertigt diese Aktion damit, dass sie mit uns Landwirten in den Dialog treten möchte. Deshalb werden 70 Städte plakatiert, mit Plakaten, die uns Landwirte ins Lächerliche ziehen und unsere Arbeit mit Vorurteilen und Halbwahrheiten diskreditiert.

Am Freitag forderte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) eine Entschuldigung seiner Kollegin. Nun folgt die Antwort von Seiten des Umweltministeriums: wir sind schlichtweg zu doof, die neuen Bauernregeln zu verstehen. Na bitte. Wenn das Wörtchen ‚wenn‘ nicht wär… weiterlesen

Jeder macht Öffentlichkeitsarbeit

Du kannst es nicht nicht tun

fb_profil_nadinevon Nadine Henke
(Brokser Sauen, Frag den Landwirt –> übrigens jetzt mit aktueller Homepage: www.frag-den-landwirt.com)

Eine große landwirtschaftliche Fachzeitschrift hat in seiner Frage der Woche das Thema Öffentlichkeitsarbeit aufgegriffen:

„Wie stark engagieren Sie sich für die Öffentlichkeitsarbeit der Landwirtschaft?“

umfrage_ta45% der Befragten glauben, sie machen keine Öffentlichkeitsarbeit, 5% wissen es nicht und wieder 5% meinen, sie engagieren sich „nur“ finanziell.
Nur wir machen alle Öffentlichkeitsarbeit, ob bewusst oder unbewusst.
Das sollte uns allen klar werden. Öffentlichkeitsarbeit ist wie kommunizieren, man kann halt nicht nicht kommunizieren. Wir müssen uns als Landwirte bewusst sein, dass jede unserer Tätigkeit, egal ob auf dem Feld oder im Stall, mit Interesse von der Bevölkerung wahrgenommen wird.

Ob sie für unsere Arbeit Verständnis haben, hängt unmittelbar von unserem Verhalten ab. Unsere Maschinen sind in den letzten Jahren immer größer geworden und auch schneller.
Es sollte zum Selbstverständnis eines jeden gehören, dass man nicht mit 50 km/h durch geschlossene Ortschaften düst.
Ebenso müssen wir uns genau überlegen, ob Arbeiten wie zum Beispiel Gülle ausbringen, unbedingt an Wochenenden oder Feiertagen zu erledigen sind. Ebenso müssen wir akzeptieren, dass der Verbraucher wissen möchte, was wir in unseren Ställen machen. Jeder macht Öffentlichkeitsarbeit weiterlesen