Alle Beiträge von Bernhard Barkmann

Deutsche Umwelthilfe: Kreuz- oder Raubritter?

Per „DUH“ mit Toyota

von Sönke Hausschild, Bauernverband Schleswig-Holstein

„Wir brauchen eine andere Art von Landwirtschaft. Schluss mit Überdüngung, Pestiziden und der intensiven Flächennutzung!“

So kennt man die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Aktuell schlägt die DUH mit der Starköchin Sarah Wiener im Schlepptau Alarm: Bienen sterben, weil die Novelle des Düngerechtes immer noch nicht beschlossen sei.

Das ist platt und falsch. Wir können beruhigen: das Düngerecht ist beschlossen, die Zahl der Bienenvölker nimmt zu und nicht ab.

Wer bzw. was ist die DUH?

Doch was steckt hinter einer Organisation, die groß wurde im Kreuzzug gegen Landwirtschaft, Diesel, Plastiktüten und Einwegflaschen?
Rüdiger Soldt von der FAZ nennt die DUH ein „ungewöhnliches Geschäftsmodell“. Die Umwelthilfe sei inzwischen „mächtiger als manch ein Landesparlament“. Das schafft sie vor allem über den Klageweg.

Seit 2004 ist die DUH nach eigener Aussage in der „Liste qualifizierter Einrichtungen nach Unterlassungsklagegesetz eingetragen und befugt, Verstöße gegen das Gesetz mit geeigneten Maßnahmen zu verfolgen“.
Und man verdient kräftig daran.
Seit zehn Jahren nutzt die DUH die Verbandsklage als finanziellen Hebel. Soldt beschreibt, wie dies in der Praxis funktioniert: DUH kämpft für Fahrverbote

Finanzierung durch Klagen

grafische Darstellung der Erträge der Deutschen Umwelthilfe im Jahr 2015
Erträge durch Verbraucherschutz

Mit den Geldern aus Unterlassungserklärungen und Vertragsstrafen sei die DUH dann finanziell in der Lage, Klagen gegen Landesregierungen oder Konzerne zu führen und daran ebenfalls zu verdienen. 2014 nahm die Umwelthilfe laut FAZ mit Verbandsklagen 2,32 Millionen Euro ein (1265 Abmahnungen und 438 Gerichtsverfahren), insgesamt ein Drittel des Etats. Auch 2015 kamen 30 % aus dem Bereich „Verbraucherschutz“ (Grafik).

Per du(h) ist man auch mit der kritisierten Wirtschaft, solange es Geld gibt. So unterstützt Toyota laut FAZ die „DUH-Dienstwagenumfrage“. Kampagnen für Mehrwegflaschen werden vom Bundesumweltministerium aber auch von Mineralwasser- und Fruchtsaftabfüllern unterstützt. Etwa 20 % der Einnahmen stammen aus öffentlichen Quellen. So bezog die DUH 2004 bis 2016 jeweils 300.000 Euro EU-Fördermittel.

Die dt. Umwelthilfe hat nur wenige Mitglieder

Die „Beiträge von Förderern und Paten“ betrugen dagegen nur 2 %. Der Verein hat gerade mal 270 Mitglieder. Dafür aber 90 Mitarbeiter. Das muss man sich leisten können. Soldt kritisiert: „Die Umwelthilfe ist also Abmahnverein, Umweltschutzorganisation und zudem eine Organisation, die in Kauf nimmt, lobbyistische Interessen Dritter zu vertreten.“ Besonders kritisch aus Sicht des FAZ-Journalisten: Die DUH vergibt einen Umweltmedienpreis an Journalisten, die in ihrem Sinne berichten.

Bärendienst

Wir meinen: Es ist sicher nicht leicht, den Kreuzzug gegen Klimawandel und Umweltverschmutzung zu führen. Dies aber nach Art eines Raubritters auf dem Abmahn- und Klageweg gegen Bürger und ohne eine breite gesellschaftliche Legitimierung zu versuchen, wird sich als Bärendienst an Natur- und Umweltschutz erweisen. Das wäre dann zum Schaden aller – außer der DUH wahrscheinlich.

Problem Schwanzbeißen: 100 % gesund?

Warum Landwirte gegen Investigativrecherche & illegale Filmaufnahmen in Ställen einfach keine Chance haben

von Mirjam Lechner*, StallAktiv

Logo von StallAktivAls Spendenmotivations-Auslöser haben Furchterregungs-Kampagnen seit einiger Zeit Hochsaison. Fotos/Videos von teilweise wirklich schlimm verletzten/kranken Tieren – dramatisch im Halbdunkeln mit bedrohender Musik unterlegt führen zu Empörung, Unterschriftenaktionen und Fernsehdiskussionen: Und Denunziationen aller Tierhalter .

Das Traurige – auch wirklich gute Betriebe/Haltungen haben an sich keine Chance – weil es eine 100 %ige Gesundheit nicht gibt! Und bei nur 1 % kranker Tiere sich in einem 1000er Bestand dann 10 betroffene Tiere zeigen lassen – Jackpot!

Auch in meinen Fotos von alternativen Haltungen oder aus Tierschutzlabelställen in der Schweiz – kann ich euch sowas zeigen:

angefressener Schwanz aus Tierwohllabelstall
Aus einem Tierwohl-Labelstall in der Schweiz: Trotz Auslauf, eingestreuter Liegefläche mit Stroh und wirklich guter Betreuung vom Schweinegesundheitsdienst – gibt es Schweine die andere „anfressen“. Und ja das geht über Nacht!

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Agitieren Wasserversorger gegen Bauern?

Der Bauernverband Schleswig-Holstein fordert auf seiner Facebookseite die mitlesenden Landwirte auf, sich persönlich bei ihren Wasserversorgern zu erkundigen und nachzufragen, wie es um die Qualität des Wassers stünde.
von Sönke Hauschild

Aufruf: Fragt nach! Es geht nicht nur um den guten Ruf der Landwirte, sondern um unser aller Wasser! (Siehe Fragenkatalog am Ende)

Wasserverbände fordern Gülle-Stopp!

Fake statt Fakten: Wasserversorger agitieren gegen ihre Versorger - die Bauern!
(c) bauern.sh

Deutsche Wasserverbände, oft von landwirtschaftlichen Vorständen geleitet, halten „die großindustrielle Agrarwirtschaft“ für eine Gefahr. „Jedes Jahr wird in Deutschland viel mehr Gülle auf den Feldern ausgebracht als Pflanzen und Böden aufnehmen können.
Wie kann das sein?

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Praktiker-Netzwerk – eine bunte Truppe

Ich durfte bei dem ersten Praktikernetzwerktreffen des BMEL in Berlin teilnehmen. Bauer Willi war auch mit dabei. Im Nachgang haben wir uns intensiv über das erste Treffen unterhalten. Herausgekommen ist dabei dieser Bericht, den Willi auch in seinem Blog veröffentlichte:

von Bauer Willi

Am 12. Juli hatte das BMEL, allen voran Minister Schmidt zum ersten Treffen des Praktiker-Netzwerkes eingeladen. Nun ist Herr Schmidt nicht unbedingt ein begnadeter Rhetoriker, aber man merkte in seiner Begrüßungsrede sehr deutlich, dass ihm an der Meinung der Basis sehr viel gelegen ist und er sich freute, dass sich so viele dafür interessieren. Von den über 500 Bewerbungen konnten nur rund 100 angenommen werden, aber die Auswahl war wirklich gelungen.

ca. 80 Landwirte aus dem gesamten Bundesgebiet trafen sich zum ersten Praktikernetzwerktreffen in Berlin
Die Teilnehmer des ersten Praktikernetzwerktreffens im Landwirtschaftsministerium

Da saß die Biobäuerin mit 20 Kühen aus dem Schwarzwald neben dem ostdeutschen Großbetrieb, der Selbstvermarkter neben der solidarischen Landwirtschaft, der/die Tierhalter/in mit 50 Legehennen oder 2000 Mastschweinen neben dem Acker- und Gemüsebauern, der Ökowinzer neben dem Imker. Eben eine sehr bunte Truppe aus allen Teilen der Bundesrepublik. Praktiker-Netzwerk – eine bunte Truppe weiterlesen

Christina Schulze Föcking am Pranger

Gestern Abend sendete SternTV (RTL) einen Beitrag über die Schweinehaltung der frisch gebackenen Landwirtschaftsministerin in Nord-Rhein-Westfalen, Christina Schulze Föcking. Dabei wurde mit widerrechtlichem Filmmaterial, das offenbar bei vielen nächtlichen Einbrüchen über Wochen hinweg entstand, gearbeitet. Kritisiert wurden kranke und verletzte Tiere, die sich aber in tierärztlicher Behandlung befunden hatten. Die Familie Schulze Föcking hat nicht unrechtlich gehandelt und dennoch wurden die Bilder skandalisiert und die CDU-Ministerin genüsslich in der Fernsehsendung an den Pranger gestellt.

von Marcus Holtkötter

Was da gerade mit Christina Schulze Föcking und ihrer Familie gemacht wird, finde ich nur noch widerlich.
Ich musste erst einmal ein wenig warten bevor ich dieses hier verfassen konnte.
Das in Ställe Eingebrochen wird ist ja leider schon nichts Neues. Nur sonst wurde es mit angeblichen Tierschutzvergehen begründet.

gesetzeskonform und skandalös?

Aber wie sieht es denn dann jetzt aus. Selbst in der Ankündigung spricht stern TV davon das eigentlich alles Gesetzeskonform und OK ist. Aber Trotzdem muss der Skandal her?

Blick in eine Großbucht der Mastschweinehaltung von Christina Schulze Föcking
Mastschweine im Stall von Schulze Föcking, Aufnahme aus Juni 2017

Da wird seit März fleißig immer wieder in die Ställe eingebrochen in der Hoffnung etwas verwertbares zu finden? Hätte man da gerne schon was vor der Landtagswahl gebracht?
Und was hat man nun? Erkrankte Tiere die von den anderen Tieren abgesondert wurden und bei denen dann in Absprache mit dem Hoftierarzt Behandlungen durchgeführt wurden. 
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„Übernehmen Sie Verantwortung“

Offener Brief an Ministerin Dr. Barbara Hendricks

Barbara Hendricks, Bundesministerin für Umwelt und Bau.

Unter der Federführung von Susanne Günther (schillipaeppa.net) schreiben die Agrarblogger von www.blogagrar.de und www.bauerwilli.com einen offenen Brief an die Bundesumweltministerin Hendricks. Anlass ist ein Treffen des Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Nahrungs- und Futtermittel (PAFF) am 19. Juli zu einer erneuten Diskussion über Glyphosat.

Hier der volle Wortlaut:

„Sehr geehrte Frau Dr. Hendricks,

topagrar.com meldet, dass Ihr Haus weiterhin einer EU-Neuzulassung des Herbizid-Wirkstoffs Glyphosat nicht zustimmen will. Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums bestätigte diese Information auf Twitter mit den Worten: „Mehr Negative #Glyphosat-Wirkungen auf Pflanzen, Tiere & Nahrungsnetze auf den Ackerflächen sind gut belegt. Unsere Haltung ist daher unverändert.“

Ich kann diese Argumentation nicht nachvollziehen. In früheren Twitter-Dialogen mit Maria Krautzberger, der Präsidentin des Umweltbundesamtes, oder mit Jochen Flasbarth, dem Staatssekretär Ihres Hauses, wurde als Beleg stets auf eine Arbeit verwiesen, die im Auftrag des UBA erstellt worden ist. Es handelt sich dabei um die Veröffentlichung Jahn, Hötker et al. 2014: „Protection of biodiversity of free living birds and mammals in respect of the effects of pesticides“. Ich habe mir diese Literaturstudie angesehen und musste feststellen, dass darin keine konkreten Hinweise vorkommen, dass ausgerechnet Glyphosat die Biodiversität in der Agrarlandschaft beeinträchtigt. Es geht in der Arbeit generell um die Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln, das Wort „Glyphosat“ bzw. „glyphosate“ kommt auf den mehr als 500 Seiten gerade einmal 17-mal vor. Meine Quellenkritik habe ich in meinem Blog detailliert beschrieben:  “Nachgehakt: Glyphosat und Biodiversität”. „Übernehmen Sie Verantwortung“ weiterlesen

G20 und Bauernprotest?

Mich erschüttern die Krawalle und Gewaltszenen aus Hamburg, die auf allen Kanälen (TV und Social Media) zu sehen sind. Ich persönlich verstehe nicht, aus welchem Grund man Gegen dieses G20-Treffen sein kann. Ich finde es sehr gut und wichtig, dass die wichtigsten Staatenlenker sich treffen und miteinander reden. Die direkte Kommunikation kann viele Missverständnisse vermeiden und ist in meinen Augen trotz aller modernen Kommunikationskanäle unverzichtbar.

Bei der medialen Verfolgung dieses Großereignisses ist mir auch der alternative Gipfel im Vorfeld von G20 aufgefallen. Mein erster Gedanke war, dass die Schnittmenge  der Teilnehmer dieser kritischen Veranstaltung und der „Wir haben es satt„-Demonstration in Berlin zur Grünen Woche recht groß sei. Doch nach genauerem Hingucken stellte ich fest, dass es nur eine kleinere Teilmenge ist. Kirchliche Organisationen sind (Gott sei Dank!) offiziell wohl nicht dabei, obwohl ich deren Banner und Transparente in den TV-Nachrichten entdecken konnte.

Offiziell in der Anti-G20-Liga sind im wesentlichen linke und linksradikale Gruppen und die AbL. OK denke ich, soll mir egal sein, die AbL steht eh nur für einen kleinen Teil der Landwirte und ich bin nicht Mitglied, sollen sie ihre Kritik dort doch anbringen. Ist ihr Gutes recht und ist auch so völlig in Ordnung.

mittendrin statt nur dabei

Neben der AbL sind u.a. auch attac, die vom Verfassungsschutz beobachtete Interventionistische Linke, die Heinrich Böll Stiftung, BUND und die Agrar Koordination unter den G20-Protestgruppen dabei.

Was aber nicht in Ordnung ist, ist die PM und die darin fehlende Distanzierung von Gewalt, die der Verein veröffentlicht hat: G20 und Bauernprotest? weiterlesen

Lesenswert: Interviews zum „Antibiotikaschnitzel“

Christina Annelies´ Blogpost zum „Antibiotikaschnitzel“ hat zu einer lebhaften Diskussion geführt. Ich möchte hier noch zwei lesenswerte Interviews vorstellen, die ebenfalls den viralen Facebook-Post eines Verbrauchers thematisieren:

  1. Interview von Thorsten Winter, FAZ, mit Schweinehalterin Kathrin Seeger:
    Interview von Thorsten Winter, FAZ, mit Schweinehalterin Kathrin Seeger
  2. Interview von Quentin Lichtblau, jetzt, mit Matthias Wolfschmidt von Foodwatch
    Interview von Quentin Lichtblau, jetzt, mit Matthias Wolfschmidt von Foodwatch

Woran soll der normale Verbraucher sich beim Einkauf orientieren?

Lesenswert: Interviews zum „Antibiotikaschnitzel“ weiterlesen

Gute Arbeit in der Landwirtschaft

Wenn über Landwirtschaft diskutiert wird, dann wird meistens auch über das weite Thema „Tierwohl“ gesprochen. Wie geht es aber den Menschen- also den Bauern, den Angestellten und Erntehelfern auf den Höfen?

Diese Frage wird im Schleswig-Holsteinischen Itzehoe mit Gewerkschaftlern, Bauernvertretern und der Politik unter der Moderation von der Journalistin & Autorin Tanja Busse debattiert.

Die meisten Bauernhöfe in Deutschland werden als sogenannter Familienbetrieb geführt. Dort ist die selbstverständliche Selbstausbeutung weit verbreitet. Da kontrolliert die Oma zu spät-abendlichen Stunden noch eine Geburt im Stall, der Opa pflegt die Hecken und Böschungen, macht größere & kleinere Reparaturen Gute Arbeit in der Landwirtschaft weiterlesen

Live- Ticker vom Zukunfsdialog

Heute (30. Mai) findet in Berlin der 4. Zukunftsdialog Agrar & Ernährung statt. Ich werde ab 10 Uhr über meinen Twitteraccount (@blogagrar) berichten.

Ich bin schon voller Vorfreude, denn das Programm ist in diesem Jahr wirklich gut und die Podien hochkarätig besetzt. Unter anderem sind

  • Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt
  • Umweltministerin Dr. Barbara Hendricks
  • stellvertrender Bundesvorsitzender der FDP Wolfgang Kubicki
  • Bauernpräsident Joachim Rukwied
  • Dr. Felix Prinz zu Löwenstein (BÖLW)
  • Philosoph Richard David Precht

dabei. Weiter bin ich natürlich auch gespannt, wen ich von meinen Bekannten dort in der Kalkscheune (dem Veranstaltungsort) treffen werde.

Also bis gleich, ab 10 Uhr gibt es den Live-Ticker auf Twitter. Hashtag ist #zdae17