Alle Beiträge von Bernhard Barkmann

Über Bernhard Barkmann

Landwirt und Blogger aus dem Emsland

Kommt ein Bauer in die Stadt

Meine erstes Erlebnis mit Airbnb*

Letze Woche bin ich relativ kurzfristig für zwei Tage nach Berlin gereist. Dazu benötigte ich natürlich eine Schlafstelle. Bisher habe ich fast immer in einem Hotel gewohnt.
Bei der Suche nach freien und nebenbei auch bezahlbaren Hotelzimmern über die üblichen Online-Portale wurde mir sehr schnell klar, dass es sehr teuer wird.

Günstige Angebote – und da spreche ich von happigen 120€ pro Nacht- gab es noch am Stadtrand von Berlin mit einer ellenlangen Anreise zu den Terminen im Zentrum, die ich gerne wahr nehmen wollte.

Ich habe bereits mit innerer Ablehnung und Ärger die Hotels in der 200€-Klasse sondiert, da fiel mir ein, dass es doch Airbnb gibt. Eine Buchungsplattform für private Zimmer- bzw- Wohnungsvermietungen, die auch in der Kritik steht, die Wohnungsknappheit für die Stadtbevölkerung zu verschärfen. Wegen dieser Negativschlagzeilen habe ich zum ersten mal etwas von dem amerikanischen Unternehmen gehört.

Airbnb ist eine kostengünstige Alternative zum Hotel

Also gut.Gucken kostet ja nichts. Internetseite aufgerufen und „Berlin“ in die Suchmaske eingegeben. Da zu erwarten war, dass ich eh wenig Schlaf bekommen würde, habe ich mir die günstigsten Angebote zuerst anzeigen lassen. Und dann stand mein Favorit auch schon an Platz 1 der Suchergebnisse:

Ein Zimmer von „Martin“ in einer WG am Kottbusser Tor. Mitten in Kreuzberg. Für 32 € und ein paar Cent incl. Gebühren. Perfekt!

Urheber: Lienhard Schulz , Berlin-Kreuzberg, "Kotti" Sozialer und 1.Mai-Brennpunkt Selbst fotografiert, Mai 2004 GNU FDL
Kottbusser Tor, Zentrum von Kreuzberg (von Wikipedia)

Ich habe schon viele Geschichten aus Kreuzberg und dem Kottbusser Tor gehört und bin auch mal im Möbel-Olfe einer Kneipe oder Club eingekehrt. Für mich eine ganz andere Welt, total spannend. Für mich war schnell klar, das ich dieses Angebot annehmen werde. Die Bewertungen vorheriger Gäste waren gut mit ein paar Abzügen bei der Reinlichkeit der Räume.

Die Buchung, Registrierung ging wirklich flott und einfach. Ich habe „PayPal“ und mit diesem Zahlungsdienstleister hatte ich überhaupt keine Probleme bei der Buchung und Bezahlung.

Bereits der „Check in“ ist spannend

Am Mittwochnachmittag kam ich in Berlin an und dann wollte ich auch sofort einchecken. Zwischenzeitlich hat mein Kollege René Rempt aus Mecklenburg-Vorpommern sich an mich bzw. meinem Zimmer angehängt, weil er ebenfalls kein bezahlbares Hotel mehr finden konnte. Ich habe ihm die Handynummer des Vermieters gegeben (die werden mit dem Buchungsprozess bei Airbnb normalerweise ausgetauscht) und er hat das OK  (für einen Zwanziger) bekommen, gemeinsam mit mir in dem Zimmer auf der Schlafcouch zu übernachten.

Wir haben uns vor dem Haus verabredet, damit wir gemeinsam einchecken und später auch zusammen zur Veranstaltung des Forums moderne Landwirtschaft zu gehen. Nachdem wir die Eingangstür des mehrstöckigen Altbaus gefunden haben, ging es hinein. Die WG lag im zweiten Stock, die Bewohner waren da und haben uns geöffnet.

Internationale WG

In der WG wurde Englisch gesprochen, ein Deutscher, ein Italiener und ein weiterer englischsprachiger junger Mann, den wir aber nur kurz gesehen haben waren da. Der Bewohner des Zimmers, das wir nun gemietet hatten, weilte im Ausland.

Kurze Wohnungsführung mit Schlüsselübergabe und dann waren wir schon in „unserem“ Zimmer und haben uns kurz ausgeruht, dann frisch gemacht und umgezogen bevor wir und zum Regierungsvietel aufgemacht haben.

Im Flur schnupperten wir einen süßlichen Duft. Vermutlich von einem Joint, aber sicher können wir das natürlich nicht sagen. 😉

Der Abendveranstaltung war sehr interessant und es wurde wie erwartet spät. Zu später Stunde sind wir mit einigen weiteren Gästen in der ständigen Vertretung gelandet zum Kölsch trinken. Irgendwann- vermutlich so um 2- ging es zurück zu unserer Herberge.

Nächtliche Diskussionen über Musik und Landwirtschaft

Als wir die Wohnung betreten haben, war in der Küche noch Betrieb. Wir setzen uns zu dem Deutschen und dem Italiener und diskutierten, nachdem wir uns als Landwirte geoutet hatten, kontrovers, aber respektvoll über Landwirtschaft, Nitrat, Glyphosat und Massentierhaltung. Das volle Programm. Aber auch über Musik, denn unsere Gastgeber waren DJ bzw. Instrumentenbauer. Und beide irgendwie auch Lebenskünstler.

Bleibende Erinnerungen

Dieser Berlinaufenthalt wird mir noch ziemlich lange im Gedächntnis bleiben. Ich bin Leuten zusammen gekommen, mit denen ich niemals sonst diskutiert hätte. Es war spannend und auch aufschlussreich. Ich habe ein etwas besseres Gefühl dafür, wie Großstädter drauf sind, wie sie denken und leben. Und vielleicht haben unsere Gastgeber auch ein etwas anderes Bild von normalen Bauern und der Landwirtschaft erhalten.

Als René und ich am nächsten Morgen die Wohnung verlassen haben, schliefen wohl noch alle Bewohner, so dass wir leider ohne Verabschiedung gegangen sind. Aber wer weiß? Es war bestimmt nicht das letzte Mal Berlin & Airbnb für mich und vielleicht ist dann ja wieder ein Zimmer am Kottbusser Tor frei.

Berlin an einem Oktobermorgen

* WERBUNG
ich habe diesen Beitrag aus freien Stücken geschrieben. Ich finde Airbnb spannend und gut. Der in diesem Text eingebaurte Link zur Internetseite von Airbnb ist ein sogenannter Partnerschaftslink, womit ich Reisegutscheine in Höhe von 15€ bekommen kann, wenn darüber Neukunden gewonnen werden. Diese Neukunden bekommen 25€-Reiseguthaben geschenkt.

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Nachwuchskraft aus dem Norden

Vorwort

Eigentlich sollte es nur ein ganz kurzer Artikel über einen kleinen Film bei YouTube gehen, am Ende habe ich ein etwas größeres Fass aufgemacht und generell die Frage nach dem richtigen Weg in der landwirtschaftlichen Öffentlichkeitsarbeit gestellt.

Das ist bestimmt kontrovers. Deshalb würde ich mich freuen, wenn alle Leser bis ganz zum Ende durchhalten und ihre Einschätzung auch in einem Kommentar hinterlassen.

Auszubildende Schilligmann gefällt der Beruf „Landwirtin“

Levinia-Alexa Schillingmann befindet sich in der Ausbildung zur Landwirtin. In diesem Video erklärt sie, was ihr am Beruf der Landwirtin besonders gefällt.

Ich wünsche mir mehr Geschichten

In diesem Film erzählt die 20-jährige eine kurze Geschichte zu ihrer Ausbildung.
Das macht sie in meinen Augen richtig gut. Sympathisch und authentisch. Ich würde mir weitere Geschichten wünschen, vielleicht auch zu ihren ersten Erfahrungen als frisch ausgebildete Agrarscoutin.

Agrarscoutin Schillingmann unterhält sich vor vom Supermarkt mit Verbrauchern
Levinia-Alexa Schillingmann  als Agrarscoutin im Gespräch mit Verbrauchern

In der örtlichen Tageszeitung wurde über den Agrarscouteinsatz im emsländischen Meppen bereits berichtet, allerdings eher allgemein:

Aber vielleicht müsste die Berichterstattung noch stärker persönlicher und personenbezogen aufgezogen werden, damit die Botschaften besser rüber kommen?

Das sind aber nur Gedanken von mir, wie man es machen könnte… Aber ob ich richtig liege mit meiner Einschätzung?

Jedenfalls bin ich froh, dass das Thema Öffentlichkeitsarbeit immer mehr als sehr wichtig angesehen wird und gerade die jüngere Generation, die Berufseinsteiger hier sehr offen ist.

So habe ich mich sehr gefreut, als im letzten Monat 10 neue Agrarscouts ausgebildet wurden.

10 neue Agrarscouts im Emsland
Levinia-Alexa Schillingmann ist vorne rechts im Bild zu sehen

Es gibt aber auch schon viele Geschichten im Netz

Nur fehlt hier oft die Reichweite. Viele- zu viele- kennen diese Geschichten nicht.

Ich denke an MyKuhTube oder an das Bocholter Landschwein. Das sind hervorragende Kanäle bei Youtube. Es wäre wünschenswert, wenn die Filmbeiträge mehr Verbreitung finden würden.

Hilfe durch Konzerne?

Gestern habe ich anlässlich des internationalen Landfrauen-Tages auf Videoportraits aus der ganzen Welt hingewiesen. Diese wurden von DowDuPont, einem weltweit agierenden Konzern, produziert und verbreitet. Wie groß die Reichweite sein wird, kann ich nicht einschätzen, aber diese Videos sind von sehr hoher Qualität. Und ich finde sie gut!

Der Hersteller von Pflanzenschutzmitteln bleibt selber in diesen Videos im Hintergrund. im Vordergrund stehen die Geschichten der Frauen. Und deshalb finde ich, sollten wir Landwirte im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit auch mit Firmen aus dem vor- und nachgelagertem Bereich der Landwirtschaft zusammenarbeiten, kooperieren.

Agrarbranche muss zusammenarbeiten

Wir haben gemeinsame Ziele- nämlich die Leistungen der modernen Landwirtschaft der Öffentlichkeit zu zeigen. Deshalb plädiere ich dafür, dass die gesamte Agrarbranche an einem Strang zieht. Die Landwirte dürfen sich dabei nicht verkaufen, das ist klar.

Win-Win-Win

Es sollte eine Win-Win-Win-Situation hergestellt wird. Die Landwirtschaft profitiert und damit auch die Branchen, die auf die Landwirte angewiesen sind. Aber auch die Gesellschaft profitiert, die ein vielfältigeres Bild aus der Landwirtschaft zur eigenen Meinungsbildung erhält.

Tell your story – Erzähle Deine Geschichte

Es gibt so viele Geschichten auf den Höfen, sie müssen nur erzählt werden. Wir müssen mehr und mehr unsere eigenen Geschichten erzählen bevor es andere tun!

Tell your story„- das ist auch das Motto von den Peterson Farm Brothers, die einen riesigen Erfolg mit ihren YouTube-Videos haben.

Internationaler Tag der Landfrauen

Video-Portraits aus 10 Ländern

Heute ist der Internationale Tag der Landfrauen der Vereinten Nationen. Zu diesem Anlass hat Corteva Agriscience, der Agrarbereich von DowDuPont, eine Videoserie über Landwirtinnen weltweit produziert. Die kurzen Filme zeigen die sehr unterschiedliche Situation von Frauen in der Landwirtschaft in zehn Ländern.

Deutsche Landfrau aus Baden-Württemberg porträtiert

Ein Film wurde in Remseck-Neckarrems in Baden-Württemberg gedreht.  Im Fokus steht die 36-jährige Landwirtin Melanie Eppinger. Internationaler Tag der Landfrauen weiterlesen

Weltweite Vernetzung (Worldwide Networking)

This article is also available in English: (to read in English, please click)     

Premiere für ein multinationales AgrarBloggertreffen

In einem Monat ist es schon soweit, dann wird es das 1. World AgVocate Meeting geben.

1st international AgVocate Meeting in Hanover

Der münsterländische Landwirt, Initiator von „Frag den Landwirt“ und Mitbegründer der AgChat Deutschland, Marcus Holtkötter, hatte vor circa einem Jahr die Idee, eine solche Veranstaltung durchzuführen.

Interview mit Marcus Holtkötter

Ich habe mit Marcus Holtkötter dieses kleine Interview dazu geführt:

Marcus Holtkötter posiert vor einer Scheunentür
Marcus Holtkötter (c) CERES AWARD

Hallo Marcus, Im November steht das erste Welt-AgVocate Meeting in Hannover an. Was ist das für eine Veranstaltung und wer kommt dorthin bzw. wer sollte daran unbedingt teilnehmen?

Mit dem World AgVocate Meeting möchten wir AgVocate‘s ,also Leute die für die Landwirtschaft Öffentlichkeitsarbeit machen, zusammen bringen. Vor allem haben wir da natürlich an aktive Landwirte gedacht. Dies aber über die Landesgrenzen hinaus um zu sehen was machen andere und um Ideen auszutauschen. Auch liegt ein hohes Augenmerk auf das Netzwerken.

Die Idee hattest Du mit Megz Reynolds im letzten Jahr. Wird sie selber auch dabei sein und nach Deutschland kommen?

Megz Reynolds
Megz Reynolds

Ja, Megz und ich hatten letztes Jahr die Idee zu diesem Treffen. Das ganze ist aus einer Twitter-Diskussion heraus entstanden. Für die Idee erhielten wir viel Zuspruch so das wir in die weitere Planung gingen. Megz wird auch kommen, darüber freue ich mich auch schon ganz besonders denn wir kennen uns bis jetzt nur über Twitter und Facebook.

Aus welchen Ländern sind denn schon Zusagen gekommen? Wie international wird das erste Weltagrarbloggertreffen denn nun werden?

Bis jetzt haben wir Landwirte aus Dänemark, Niederlande, Großbritannien, Frankreich, Irland, Belgien, USA, Kanada und natürlich auch Deutschland die Teilnehmen möchten. Aber auch Anfragen aus Kenia, Polen, Österreich, Schweiz und Italien haben uns bereits erreicht. Somit wird das eine sehr Internationale Veranstaltung.

Wie wird der Programmablauf sein?

Nach der Begrüßung wird Janice Person aus St. Louis, USA die Keynote halten.
Danach sollen die einzelnen Teilnehmer ihre Projekte und sich selber vorstellen. Desweiteren ist angedacht zu überlegen, wie man sich in Zukunft auch gegenseitig unterstützen kann. Es wird aber in den Pausen auch viel Zeit geben um zu Netzwerken. Zum Schluss werden wir die Ergebnisse vom Tag zusammenfassen.

Am Montag Abend sind alle Teilnehmer dann von der DLG (Deutsche Landwirtschafts Gesellschaft) zum „Cattle and Pig Event“ eingeladen. Am Dienstag (dem ersten Tag der EuroTier) hat uns 365 Farmnet zum Frühstück auf deren Stand auf dem Messegelände eingeladen. Der Eintritt für die Eurotier ist also für Dienstag inbegriffen.
Wer am Sonntagabend schon Zeit hat kann dann „Get Together“ mit dabei sein. Wo und wann ist jetzt noch nicht hundertprozentig klar.

Wo kann man sich noch anmelden? Gibt es einen Link?

Am besten ist es, wenn sich alle über Eventbrite anmelden, damit wir besser Planen können.

OK, den Link für die Anmeldung werde ich unten einfügen. Wie viele Teilnehmer werden denn erwartet?

Ich hoffe sehr, dass schon bald die 80 Plätze ausverkauft sein werden.

Gibt es eigentlich schon einen Hashtag?

#WorldAgVocate18

Danke für das Interview, Marcus!
In der nächsten Woche steht die Verleihung des Bauern-Oskars (CERES-AWARD) an, bei dem Du ja auch nominiert bist- Da drücke ich Dir natürlich die Daumen!

Das wird ein schöner Abend in Berlin gemeinsam mit meiner Frau Julia. Ich verspreche mir nichts und freue mich einfach drauf.


Links zum ersten World AgVovateMeeting:

(Auf Seite 2 folgt die englische Übersetzung)

Mehr Ferien(S)pass auf dem Bauernhof

Gewinnspiel von ADAMA für den guten Zweck

Der Pflanzenschutzmittelhersteller ADAMA möchte zum Jubiläum des Herbizids Herold SC Projekte für einen guten Zweck mit 50000 € unterstützen.

Adama unterstützt Projekte für einen guten Zweck

Auch ich möchte die Chance ergreifen und für meinen Landwirtschaftlichen Ortsverein mindestens 1000€ gewinnen und damit mehr Ferienpassangebote auf dem Bauernhof ermöglichen.

Ich brauche Eure Hilfe!

Dazu benötige ich allerdings auch Eure Hilfe! Bitte stimmt für unser Projekt ab!
Das ist ganz einfach:

Ich werde Euch auch hier auf dem Laufenden halten und im nächsten Jahr hoffentlich von der Ferienpassoffensive berichten können. 😉

Bewerbung bei ADAMA

Mit diesem kurzem Text und diesen Bildern habe ich für unser Projekt geworben: Mehr Ferien(S)pass auf dem Bauernhof weiterlesen

Vegane rote Grütze

Ein schnelles Foto- große Diskussionen

Einige meiner Leser haben es vielleicht mitbekommen: Ich habe am Sonntag Mittag ein Glas „Rote Grütze“ fotografiert und auf Facebook, Instagram und Twitter geteilt.

Ein Glas mit roter Grütze- vegan

Dazu habe ich folgenden Text geschrieben:

„Mir vergeht ehrlich gesagt etwas der Appetit, wenn ich dieses dämliche -Label sehe. Ist dieses Logo wirklich verkaufsfördernd? Ist das Image von veganen Produkten wirklich gut?“

sehr viele unfreundliche Reaktionen

Also gut, ich erhielt sehr viele Reaktionen. Da habe ich überhaupt nicht mit gerechnet und habe erst abends im Stall überhaupt davon etwas mitbekommen. Eine Landwirtin hat mir mitgeteilt, dass sie ihren Kommentar wieder gelöscht habe, weil sie keine Lust auf Diskussionen und Unfreundlichkeiten von Veganern habe. Das nehme ich ihr nicht übel- im Gegenteil, ich möchte mich entschuldigen, dass ich einige in diese vertrackte Diskussion geschleust habe.

Ich wollte nicht provozieren

Ich wollte mit diesem Posting nicht provozieren, ich wollte nur meinen Unmut über dieses Label ausdrücken.

Und das ist eben das Problem mit diesem sehr kurz geratenem Beitrag- er erklärte nicht, warum ich diese Position einnehme. Mir geht es nicht um die Disqualifizierung von Vegetariern bzw. Veganern. Ich erkenne an, dass dieses Label -aus welchem Grund auch immer- für viele eine Hilfe ist bei ihrer Kaufentscheidung ist. Da möchte ich niemanden reinreden.

Was spricht denn gegen das Vegan-Label?

Vegane rote Grütze weiterlesen

Afrikanische Schweinepest in West-Europa

Schweinepest bisher „nur“ in Osteuropa

Vorgestern Abend schockierte mich die Nachricht über den Ausbruch der Schweinepest in Belgien. Sorgenvolle Blicke richtete ich bisher immer in Richtung Osten, wo die Afrikanische Schweinepest (ASP) schon viele Jahre grassiert. Und nun also in Belgien? Jetzt ist die Tierseuche wirklich nah und die Sorgen um unsere Schweinebestände sind groß.

Was ist zu tun?

Was kann man also nun tun, damit wir diese (für den Menschen ungefährlichen) Viren nicht weiter verbreiten?
Die Facebookseite von „FragdenLandwirt“ gibt Antworten:

ASP – Afrikanische Schweinepest
(ASF = african swine fever)

Die Fakten:

Gestern wurden bei zwei Wildschweinen in Belgien afrikanische Schweinepest nachgewiesen.

ASP ist ein Tierseuche. Sie macht unsere Schweine furchtbar krank: sie bekommen hohes Fieber, fressen nicht mehr, zeigen Atemwegsprobleme und Bewegungsstörungen. Die meisten Schweine sterben nach kurzer Zeit.

Übertragen wird das Virus der ASP vornehmlich durch Blut, bluthaltige Flüssigkeiten und Gewebe.

ASP ist für den Menschen und für andere Tiere vollkommen ungefährlich!

Afrikanische Schweinepest, was ist zu tun?

Das könnt Ihr für die Sicherheit unserer Schweine tun:

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Befeuert die Dürre das Höfesterben?

Oder können staatliche Dürrehilfen wirklich helfen?

Das sind Fragen, die ich mir gestellt habe und die der Professor Alfons Balmann* vom IAMO** in einem kleinen schriftlichen Interview dankenswerterweise beantwortet hat:

Hat ihr Institut Erfahrungen, Modelle, wie sich das diesjährige, außergewöhnliche Wetterereignis auf den Strukturwandel auswirkt?
Prof. Dr. Alfons Balmann
Prof. Dr. Balmann

Nur teilweise. Mit Modellen wie AgriPoliS können wir grundsätzlich einige Aspekte solcher Schocks untersuchen. Allerdings haben wir bei Modellbetrieben kein Lernen abgebildet bzw. nur rudimentär über sogenannte adaptive Erwartungen. Praktisch nutzen wir diese Möglichkeit kaum. Interessanter sind Anwendungen von FarmAgriPoliS***, bei dem wir ausdrücklich das Verhalten eines Spielers, also realer Personen abbilden und mit optimierenden Modellbetrieben vergleichen können. Hier offenbarten sich mit Blick auf Milchpreisschwankungen interessante Ergebnisse, wie etwa dass Spieler im Durchschnitt besser darin waren Verluste zu vermeiden als mögliche Gewinne zu realisieren. Es gab aber auch eine Gruppe von Spielern, die unter schwierigen Rahmenbedingungen extrem erfolgreich wirtschaftete.

Erwarten Sie einen stärkeren Strukturwandel in Folge der Dürre in Teilen Deutschlands?

Nein. Es gibt sicherlich etwas veränderte Erwartungshaltungen und zusätzliche Frustrationen bei Landwirten, die vielleicht ohnehin vor vielen Schwierigkeiten stehen. Allerdings kann die Dürre einzelne Betriebe auf dem falschen Fuß erwischen, wenn sie in den vergangenen Jahren kräftig in Wachstum oder Modernisierung investiert haben. Ich wäre allerdings vorsichtig, diesen Betrieben pauschal Managementfehler vorzuwerfen. Auch unternehmerisch kluge Entscheidung können sich im Nachhinein durch nicht zu erwartende Ereignisse als unglücklich erweisen.

Und können andere Regionen vom Unglück anderer Regionen profitieren und Höfe länger im Betrieb halten?

Kurzfristig können Regionen, die in diesem Jahr einigermaßen gute Ernten hatten, von den gestiegenen Preisen profitieren. Das ist ein einmaliger Effekt. Ich bezweifle allerdings, dass Regionen pauschal dann profitieren, wenn vielleicht einige Höfe etwas länger in der Produktion bleiben. Zum einen sollte man eine Betriebsaufgabe ebenso wie eine Gründung als unternehmerische Entscheidung sehen. Aus Sicht des Betriebsleiters und seiner Familie stellt sich in schwierigen Zeiten vor allem die Frage der Vermögenssicherung. Aus regionaler Sicht ist zu beachten, dass andere Betriebe vielleicht froh sind, wenn sie bei einer Betriebsaufgabe endlich frei gewordenen Flächen nutzen können. Diese Frage kann vor allem in solchen Regionen bedeutsam sein, in denen sich die Betriebe ohnehin gegenseitig so sehr auf den Füßen stehen, dass nur ein kleiner Teil der Betriebe mit halbwegs modernen Technologien wirtschaften kann.

Sorgt die Trockenheit dafür, dass bei Pachtmarkt wieder etwas mehr nachgedacht wird? Befeuert die Dürre das Höfesterben? weiterlesen

Thema Landwirtschaft in der Wochendämmerung

Populärer Podcast „Die Wochendämmerung“ thematisiert die Dürre und die Landwirtschaft

Bereits in der vorletzten Folge thematisierten die Moderatoren Kathrin Rönicke und Holger Klein des wöchentlichen Podcasts Die Wochendämmerung* das allgegenwärtige Thema der Dürre und die Diskussion um die Dürrehilfen.
Dabei stellte Moderator Holger Klein an die Hörerschaft die Frage, wie viel Bedeutung die Landwirtschaft eigentlich für die Versorgung der Bevölkerung hat- sprich: Wie hoch ist die Selbstversorgung eigentlich?

Audiokommentar aufgenommen

Dazu habe ich einen kleinen Audiokommentar aufgenommen, der in der aktuellen Wochendämmerung Nr. 157 gesendet wurde.

Das Thema wird Landwirtschaft wird bereits am Anfang behandelt. Ab Minute 3:35 könnt ihr meine Antwort hören.

Snapshot von "die Wochendämmerung"
mit einem Klick gelangt ihr zum Kapitel 157 der Wochendämmerung

Meine Zahlen habe ich im Wesentlichen aus dieser Internetseite des Bundeslandwirtschaftsministeriums bezogen: https://www.bmel-statistik.de/ernaehrung-fischerei/versorgungsbilanzen/
Es lohnt sich, hier mal genauer sich durch die Statistiken durchzuklicken.

Gute Interaktion

Auch  mein Hinweis auf den offenen Brief von Norwich Rüße wurde in der Folge 157 berücksichtigt.
Ich bin wirklich zum Fan von Podcasts im Allgemeinen geworden und höre seit etwa einem halben Jahr auch die Wochendämmerung regelmäßig. Auch wenn ich sehr häufig die Meinung von den – nach eigener Aussage – links-grün-versifften Moderatoren nicht teile, finde ich es spannend, wie in der Landwirtschafts-fernen Großstadtwelt (hier: Berlin) gedacht wird. Es freut mich, dass ich helfen konnte und zur sachlichen Diskussion beitragen konnte.

Neue Fragen

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Alarmismus wirkt…

… besonders gut mit ständiger Wiederholung!

Holger Dambeck in Spiegel-Online erklärt, dass die ständige Wiederholung von alarmistischen Parolen wirkt. So lehnt die deutliche Mehrheit der Bevölkerung zum Beispiel Glyphosat oder Gentechnik ab, weil für sie die Parolen durch häufige Wiederholung zur Wahrheit wurden.

Und der kann durch "Alarmismus" tatsächlich kürzer werden - er ist im Umweltschutz ein durchaus erfolgreiches Konzept. Beispiel: Glyphosat. Die ständige Erwähnung eines angeblichen Krebsrisikos und die Hinweise auf ein mögliches Insekten- und Vogelsterben haben dazu geführt, dass die meisten Deutschen das Pestizid ablehnen. Das ist zwar fragwürdig, da es keine wissenschaftlichen Belege für ein solches Risiko gibt. Aber es zeigt, dass Alarmismus durchaus effektiv ist.Warten auf Entzauberung

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