Archiv der Kategorie: Kirche

Afrikanische Schweinepest: Hilft nur noch Beten?

In diversen WhatsApp-Gruppen habe ich folgende Einladung zu einer Wallfahrt nach Altötting zugesandt bekommen:

Einladung zur Sternwallfahrt nach Altötting zur Abwehr der Afrikanischen Schweinepest
(c) WhatsApp, bearbeitet

Es wird also zu einer Wallfahrt eingeladen um die Afrikanische Schweinepest, die sich bis wenige 100 Kilometer vor der deutschen grenze in Osteuropa ausgebreitet hat, abzuwehren.

Häme ist nicht angebracht

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Landwärts

Für wen ist der ländliche Raum da?

Ich war gestern beim traditionellen „Tag der Landwirtschaft“ in Oesede zu Gast. Motto war „landwärts“ und die Referenten trugen vor, warum sie landwärts schauen. Am Anfang habe ich etwas über das Grußwort von Meta Janssen-Kucs (Vize-Präsidentin des niedersächsischen Landtags und ehemalige Landesvorsitzende der Grünen) geärgert.

Der Tag der Landwirtschaft war gut besucht

Im wesentlichen zählte Sie dabei ein paar Allgemeinplätze auf, mit denen eigentlich alle Anwesenden mitgehen können:

  • Herausforderungen des Strukturwandels annehmen
  • gemeinsamer Dialog
  • Vielfältigkeit des ländlichen Raumes
  • hohe Dichte an zwischenmenschlichen Beziehungen, sozialer Kitt

Aber Sie sprach auch über die Bedeutung des ländlichen Raumes. Der ländliche Raum sei nicht nur Produktionsstätte, sondern biete Siedlungsflächen und sei auch wichtig für Ausgleichsflächen und Ruheräume. Der ländliche Raum sei also auch wichtig für die Menschen in der Stadt!

Der ländliche Raum ist zuerst für die Menschen auf dem Land da!

Ich meine, der ländliche Raum ist in erster Linie für die Landbevölkerung da! Landwärts weiterlesen

Weihnachtspredigt von Peter Kossen

Weihnachten trotz(t) moderner Sklaverei

Eine Caritas-Mitarbeiterin im Landkreis Cloppenburg berichtete in diesen Tagen Folgendes: Ein Familienvater arbeitet im Oldenburgischen in der Landwirtschaft. Sein Lohn für mehr als 40 Stunden Arbeit pro Woche wird ihm nicht ausgezahlt. Er muss ihm immer wieder hinterherlaufen. Seine Miete aber läuft weiter. Mit seiner Frau und den beiden Kindern (4 und 2 Jahre) muss er zur Tafel gehen. – Im November kommt die Familie wieder einmal zur Tafel und erhält die Menge an Lebensmitteln, die ihr zusteht. Darauf fragt eine Ehrenamtliche das 4-jährige Mädchen: „Möchtest du noch etwas Süßes?“ Darauf das Mädchen: „Brot wäre mir lieber.“ Die Ehrenamtliche bespricht sich mit Kolleginnen und gibt dem Mädchen einen zusätzlichen Laib Brot. Die Ehrenamtliche: „Möchtest du jetzt noch was Süßes?“ Das Mädchen: „Brötchen wären mir lieber.“

Der katholische Sozialpfarrer Peter Kossen fordert zu Weihnachten mehr Einsatz für eine gerechtere Wirtschaftsordnung.
Der katholische Sozialpfarrer Peter Kossen fordert zu Weihnachten mehr Einsatz für eine gerechtere Wirtschaftsordnung.

Bethlehem heißt übersetzt „Brothaus“. Mit Bethlehem verbinden wir die Menschwerdung Gottes, Weihnachten. „Brothaus“, so sagt es die Bibel, ist der Geburtsort Jesu. Wie kann man Weihnachten feiern, wenn Kinder in einem reichen Land, wenn Kinder in irgendeinem Land der Welt, um Brot betteln? Was hat die Weihnachtsgeschichte und all die Feierlichkeit mit dieser Wirklichkeit zu tun? Was wollen wir feiern und warum? Wenn der Himmel auf die Erde kommt, dann stürzen die Mächtigen vom Thron und die Kleinen kommen groß heraus, dann reicht es nicht aus, festliche Weihnachtslieder zu singen! Im 8. Jahrhundert vor Christus ruft der Prophet Amos als Stimme Gottes in den feierlichen Tempelgottesdienst hinein: „Ich hasse eure Feste, ich verabscheue sie und kann eure Feiern nicht riechen. Wenn ihr mir Brandopfer darbringt, ich habe kein Gefallen an euren Gaben, und eure fetten Heilsopfer will ich nicht sehen. Weg mit dem Lärm deiner Lieder! Dein Harfenspiel will ich nicht hören, sondern das Recht ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach!“ Amos sagt deutlich: Ohne das Ringen um Gerechtigkeit ist jeder Gottesdienst, ist auch Weihnachten, wertlos! Es gibt kein Weihnachten ohne Bezug zur Wirklichkeit, so bitter, wie diese sein mag. Weihnachtspredigt von Peter Kossen weiterlesen

Junglandwirte besuchen Bistum Berlin wegen umstrittenem Radiowort

Nachricht der jungen Landwirte vom Studienkurs Niedersachsen:

Am 20.1.17 hat der Erzbischof von Berlin einen Radiobeitrag über die Tierhaltung veröffentlicht, der viele Landwirte tief getroffen hat. (s. Blogpost)
Anlässlich der Grünen Woche sind einige Fortbildungskurse von Junglandwirten in Berlin.

In einer spontanen Reaktion haben wir, der „Studienkurs Niedersachsen“ sowie Vertreter des „TOP- Kurs“ und des „Grundkurs Herrsching„, das Bistum besucht, um dem Bischof unsere Sicht des Themas darzustellen.

Der Bischof hatte leider keine Zeit. Der Redakteur des Erzbistums, Herr Joachim Opahle, sowie der persönliche Referent des Erzbischofs, Herr Alfons Schöps, haben sich allerdings viel Zeit genommen, um sich die Anliegen von uns Junglandwirten anzuhören und mit uns zu diskutieren.

junge Landwirte besuchten spontan das Erzbistum Berlin

Für die offene Diskussion und dafür, dass uns auch ohne vorherige Anmeldung kurzfristig dieses Treffen von den Verantwortlichen des Bistums ermöglicht wurde, wollen wir Junglandwirte uns noch einmal herzlich bedanken.

Auch wenn wir noch nicht zu einem gemeinsamen Konsens gelangt sind, war es für beide Seiten interessant und wir würden uns freuen den Dialog in Zukunft fortzuführen, denn nur so kann es zu einer nachhaltigen Entwicklung kommen.

empörte Reaktionen auf Radiowort von Erzbischof

Radiowort des Berliner Erzbischofs beleidigt Tierhalter

Der Berliner Erzbischof hat zur grünen Woche ein Radiowort verfasst, das die Ehre vieler Bauern zutiefst verletzt hat. Die Reaktionen der Landwirte, die von dieser diffamierenden Predigt gehört haben, reichen von Resignation über Empörung bis zum Kirchenaustritt.
Marianne Albersmeier ist heute auf der grünen Woche als Agrarscout im Einsatz und lädt den Erzbischof zum Dialog ein. Dem möchte ich mich anschließen, ich bin morgen in der Halle des Erlebnisbauernhofes (Halle 3.2) als Agrarscout im Einsatz und freue mich auf einen kritischen Dialog.


Hier der offene Brief von Marianne:

Sehr geehrter Erzbischof Dr. Heiner Koch,

mir fehlen schlichtweg die Worte, um auszudrücken, was ich beim Lesen Ihrer Radioworte empfunden habe und noch empfinde. Womit haben die Bauern so einen Rundumschlag verdient?

Marianne und Klaus Albersmeier stellen ihr KA-Rondell vor

Wir sind Landwirte im Lippetal, beackern 120 Hektar Land und haben einen Schweinemastbetrieb mit 5000 Plätzen. Gerade eben sind wir mit einem Innovationspreis für unsere selbst entwickelte Tränke ausgezeichnet worden. Diese Tränke vereint tiergerechtes Saufen aus offener Fläche mit jeder Menge Spielmöglichkeiten für Schweine in einem.
Tag für Tag sieben Tage die Woche kümmern wir uns zusammen mit vier Mitarbeitern um das Wohl unserer Tiere. Es ist unglaublich, da von unsäglichem Leid an der Kreatur zu sprechen und das wir das einzig und allein aus Profitgier tun. empörte Reaktionen auf Radiowort von Erzbischof weiterlesen

Essen wie ein Gorilla

Ich glaube, ich falle noch vom Glauben ab. Auf der Internetseite von katholisch.de behauptet der Sozialethiker Kurt Remele in einem Interview, dass „vegetarisches Essen Christenpflicht“ sei.

Mannoman. Der Vegetarismus bzw. Veganismus wird mehr und mehr zum Mainstream und durchsetzt nun auch zunehmend die Kirche. Remele begründet seine Forderung mit der angeblich veganen Ernährungsweise im Paradies! Weiter sagt er wörtlich:

Er [der Mensch] kann frei entscheiden. Ich kann mich wie ein Gorilla ernähren, der nur Pflanzen isst oder wie ein Löwe.

Ich für mich habe mich entschieden, weiter Mischkostler zu bleiben und mir meine Lust am Essen nicht von diversen Moralaposteln vermiesen zu lassen!

Kurt Remele präferiert also die Ernährung wie ein Gorilla. Ob er auch weiß, dass Gorillas ihren eigenen Kot fressen, um den Mangel auszugleichen, der bei diesen Affen durch die nährstoffarme Kost regelmäßig entsteht?

Pure Pflanzenkost ist nur etwas für Leute, die nicht mehr Grütze im Kopf haben als ein Gorilla. Und dass er sich wie ein Löwe ernähren könnte, kann er vielleicht einer Sozialethikerin weismachen, die ihn für einen richtigen Tiger hält.

Merke:

Die »Würde des Tieres« predigen ist so leicht, wie sie zu begründen schwer ist. (Klaus Alfs)