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Umwelttheater: Der böse Bauer

Theaterinszenierung an Grundschule sorgt für Unmut in Bauernfamilien

Schulbücher mit einseitigen Lehrinhalten werden immer wieder mal von Landwirten und vor allem Landfrauen kritisiert. Diese Inhalte können mit ein Grund für Mobbing und Ausgrenzung von Bauernkindern sein. Deshalb werden in Baden-Württemberg Schulbücher auf zu einseitig ideologische Inhalte geprüft. Auch wenn das dortige Kultusministerium nicht direkt darauf einwirken kann, so setzt es sich moderierend und beratend in die Gestaltung und Auswahl der Schulbücher ein.

Nun sorgt eine Puppentheaterinszenierung an einer Grundschule in der Grafschaft Bentheim für Unmut in den Familien mit Hof.
(c) hille-puppille.de

Dort hat eine Grundschule kurzfristig den Stundenplan geändert und ein pädagogisches Theaterstück aufführen lassen. Was dann geschah, lässt sich dieser Textnachricht entnehmen, die über WhatsApp die Runde machte:

Hallo, ich muss hier mal was loswerden!
Heute kamen unsere Töchter aus der Schule ( Klassen 1+3 der Grundschule Uelsen) nach Hause und sie erzählten sie haben ein Puppentheater – Stück des Figurentheater Hille Puppille“ gesehen. In dem Stück geht es wohl um die Auswirkungen von Überdüngung mit Gülle, Einsatz von Pestiziden und sonstige Verschmutzung von Gewässern auf gefährdete Tiere und Pflanzen!
Der Bauer fährt Gülle ins Gewässer, der Laich der Knoblauchkröte wird krank, die Wildblumen haben Angst vor dem Bauern mit dem Trecker, den Bienen schmecken die Blüten nicht mehr, weil der Bauer Gift drauf gesprüht hat, die Libelle kann sich im Wasser nicht spiegeln, wegen der Gülle darin und den Vögeln schmecken die Mücken aus dem Gülle-Tümpel auch nicht mehr und so weiter…..
Dazu gab es noch eine kleine Broschüre.
Die Inhalte aller Texte darin stammen aus Veröffentlichungen von „Wege zur Vielfalt – Lebensadern auf Sand„, BUND, Greenpeace, NABU, Schrot und Korn.
Unterstützt wird das Projekt u. a. vom Landkreis Grafschaft Bentheim.
Muss das sein??
Da werden die Kinder in der Grundschule indoktriniert, der Bauer ist der Böse!
Ich bin fassungslos! Da muss unser Verband doch aktiv werden und etwas unternehmen, oder?

Öffentlich geförderter Pranger – für Grundschüler pädagogisch aufbereitet

Ich finde, man sollte die Wirkung, die dieses Schauspiel auf Kinder mit bäuerlichem Hintergrund und deren Mitschüler hat, nicht unterschätzen. Mobbing und Ausgrenzung von Bauernkindern ist real. Habern sich die Verantwortlichen schon mal überlegt, wie die Anklagen an ihre Eltern auf sie wirken können? In dem hier vorliegenden Fall sprechen die Mädchen den Vorfall offen in der Familie an- Gott sei Dank!. Andere fressen es vielleicht in sich hinein.

Verbundpartner Kreis Steinfurt Biologische Station Kreis Steinfurt e.V. Landkreis Grafschaft Bentheim Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland Stadt Lingen (Ems) Biologische Station Zwillbrock e.V. Westfälische Wilhelms Universität

Das Figurentheater wird durch das Kultusministerium in NRW gefördert, aber auch von der Sparkasse und der Stadt Dülmen. Das ist aber noch nicht genug Förderung: Das Bühnenstück „WokWokWok“ ist im Auftrag eines Naturschutzprojektes konzipiert und gefördert worden.
In diesem Fall von

  • Bundesumweltministerium
  • Umweltministerium NRW
  • Umweltministerium Niedersachsen
  • NLWKN

Hinzu kommen der Kreis Steinfurt, die Biologische Station Kreis Steinfurt e.V., der Landkreis Grafschaft Bentheim, die Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland, die Stadt Lingen (Ems), die Biologische Station Zwillbrock e.V. und die Westfälische Wilhelms Universität in Münster, die als Verbundpartner aufgeführt sind. Siehe auch https://www.wege-zur-vielfalt.de/

Ich weiß nicht, was den Kindern in diesem Theaterstück nun konkret vermittelt werden sollte. Negative Vorurteile gegenüber Bauern schüren? Gegenüber den Akteuren, mit denen man am Besten – und nur gemeinsam – im Bereich Naturschutz voran kommen kann?

Mit öffentlichem Pranger, selbst für unsere Kleinsten in der Gesellschaft aufbereitet, wird man nur dafür sorgen, dass die Gräben tiefer werden.

Falsch verstanden?

Nach ersten Reaktionen seitens der Schulleitung, soll es sich um ein Missverständnis der Kinder handeln. Die Theateraufführung sollte nicht so anklagend gegen die Bauern werden. Nur haben wohl sehr viele Grundschüler das selbe Missverständnis mit nach Hause genommen.

Landwirte suchen Dialog

Erfreulich ist daher in meinen Augen, dass die örtlichen Landwirte bereits dem Vernehmen nach künftige Dialogangebote mit Lehrern der Grundschule überlegen und nach erstem Ärger den Kopf nicht in den Sand stecken.

3000 Besucher bei Theaterstück

Laut der Internetseite von Hille Pupille haben bereits über 3000 Schüler dieses Stück gesehen. Hoffentlich wurde nicht all diesen Schülern ein zu negatives Bild durch die Puppenspieler Hille & Klaus Menning eingeimpft.