Archiv der Kategorie: Landwirtschaft

Journalisten und Agrarblogger

Ein Fernsehbeitrag im NDR von Oda Lambrecht über Agrarblogger sorgte viel Diskussionen innerhalb der Agrarbloggerszene. Es wurde viel drüber geschrieben, ich selber habe mich bisher nicht offiziell geäußert.

Bloggen Bauern vergeblich?

Das möchte ich jetzt aber doch kurz tun. Doch bevor ich anfange, möchte ich auf den Blogpost von Rainer Winter verweisen, der das bisher geschehene gut zusammengefasst und selber bewertet hat. Auch Links zu anderen Beiträge dieses Themas und zum TV-Beitrag sind dort zu finden:

Rainer Winter beschäftigt sich mit dem TV-Beitrag vom Medienmagazin ZAPP (NDR)
Rainer Winter: „Bauern bloggen – vergeblich?“

 

Mein Antrieb zu bloggen

Wenn ich gefragt werde, warum ich mit dem Bloggen begonnen habe, antworte ich meistens:

„Weil ich als konventioneller Bauer die Berichterstattung zu landwirtschaftlichen Themen in den (meist) überregionalen Medien für unausgewogen hielt und mit meiner Sicht der Dinge selber auf „Sendung“ gehen wollte“

Das war vor sieben Jahren. Mein Medium war anfangs nur mein WordPress-Blog, erst später kamen Twitter, Facebook, YouTube & Instagram dazu.
Die Situation der medialen Berichterstattung hat sich seitdem nicht unbedingt verbessert. Die sozialen Netzwerke wie Facebook wuchsen zu Giganten und die klassischen Medien haben weiter mit sinkenden Auflagenzahlen und Einschaltquote zu kämpfen.

Wachsende Bloggerszene

Die Zahl der Blogger ist stark gestiegen. Es ist ja auch recht einfach zu bloggen und für fast jeden Typ gibt es eine Plattform, die für ihr genau passend ist. Ich selber bin begeistert über wirklich tolle YouTube-Kanäle, Instagram & Twitter-Accounts, über die bunte Vielfalt der Podcasts und natürlich auch über die Reichweiten, die einige über Facebook erreichen. Selber fühle ich mich hier bei WordPress und Twitter am Wohlsten.

Sind Blogger eine Gefahr für Journalisten?

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Emsländische Landwirte und Jäger unterstützen den NABU

Nistkästen für den Turmfalken in Messingen errichtet

Messingen (pm). Naturschutz und Landwirtschaft muss kein Widerspruch sein. Das zeigt das neu aufgelegte Projekt des Naturschutzbundes (NABU) Emsland zusammen mit den hiesigen Landwirten und Jägern. Gefördert wird das Projekt von der Naturschutzstiftung Emsland.

30 neue Nistkästen

Insgesamt sollen 30 Nistkästen für Turmfalken in der Region aufgehängt werden. 15 davon gehen an emsländische Landwirte und wiederum 15 Stück werden durch die Jägerschaft verteilt. Auf dem Hof von Johannes und Karin Krane wurde Anfang April einer der Nistkästen für Turmfalken aufgehängt.

Johannes Krane und Thomas Weber präsentieren einen Falkenkasten
Landwirt Johannes Krane (links) arbeitet im Turmfalken-Projekt Hand in Hand mit Thomas Weber vom NABU (rechts). Foto: Landvolk

In Messingen hängen bereits vier Kästen aus dem Naturschutz-Projekt. „Wir machen mit, weil wir viel für Tiere übrig haben. Bei uns auf dem Hof nisten schon sehr viele verschiedene Vogelarten, wie z.B. die Schleiereule im Scheunendach. Die ganze Familie beobachtet jedes Frühjahr gespannt, wer wieder in die Höhlen und Kästen einzieht“, bekräftigt Johannes Krane sein Engagement für den Vogelschutz.

Laut Thomas Weber, erster Vorsitzender des NABU Kreisvereins Emsland-Süd, seien die Turmfalken keine Nestbauer, sondern die Vogelart bevorzuge es in hohlen Bäumen, Türmen oder Steinbrüchen zu nisten. „Genau darum haben wir das Projekt ins Leben gerufen. Wir möchten den Turmfalken, der auch gerne Rüttelfalke genannt wird, bei der Nistplatz-Suche unterstützen“, so Weber weiter. Der Turmfalke ernährt sich hauptsächlich von Feld-und Erdmäusen.

fliegender Tuermfalke
Ein Turmfalke in der Luft. Foto: Thomas Weber

Beim Aufhängen eines Nistkastens gibt es Einiges zu beachten: So sollten die Kästen nicht in die Hauptwitterungsrichtung zeigen und auch nicht zu viel Sonne ab bekommen. Teilweise Schatten ist optimal für die Bewohner des Nistkastens. Ebenfalls ein freier Anflug des Kastens sollte gewährleistet sein. Landwirte, die dieses Projekt unterstützen möchten, können sich bei Thomas Weber unter der Telefonnummer 05977-1597 oder via E-Mail unter tomwebbird@aol.com melden.

Rettet die Schäfer

Schäfereien in Deutschland haben mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen

Zu der Berufsgruppe der Schäfer hatte ich bisher sehr wenig Kontakt. Im Grunde habe ich so gut wie gar keine Ahnung wie die Schäfereien funktionieren und zu Recht kommen. Über twitter (@schafzwitschern) folge ich schon seit einigen Jahren einem Wanderschäfer aus Baden-Württemberg. Dieser Schäfer heißt Sven de Vries und kämpft aktuell um die Zukunft der Schäfereien in Deutschland. Dazu hat er eine Petition gestartet und weit über 100000 Unterstützer gefunden. Jüngst haben Schäfer aus ganz Deutschland auch in Berlin für ihre Anliegen demonstriert.Die letzten Schäfer sind in Not! Mit einem Klick geht´s zur Petitionsseite von change.org

Ich habe die Petition auch unterschrieben und möchte mit diesem Interview die Schäfer mit ihren Anliegen unterstützen.

Hallo Sven, Du bist Schäfer, wie bist Du zur Schäferei gekommen?

Sven de Vries: Hallo Bernhard. Über das Schaf. Ich bin spontan auf einem Milchschafbetrieb für eine FÖJlerin eingesprungen. Die Arbeit mit Schafen hat mich einfach glücklich gemacht und meinem Leben einen Sinn gegeben. Auf dem Betrieb damals hatten wir ein Schaf, bei dem wir nicht sicher waren, ob die Nachgeburt abgegangen ist.
Da wir nicht so genau Bescheid wussten haben wir den Tierarzt gerufen. Der hat einen Handschuh übergezogen, den Finger in die Scheide gesteckt, daran gerochen und gemeint die Nachgeburt sei ab. Da ist mir dann klar geworden, dass ich dann auch eine Berufsausbildung machen muss um als Schäfer zu arbeiten.

Über deine socialMedia-Kanäle bewirbst Du eine Petition zur Rettung von Schäfereien in Deutschland. Wodurch werden die Schäfer aktuell in ihrer Existenz bedroht?

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Afrikanische Schweinepest: Hilft nur noch Beten?

In diversen WhatsApp-Gruppen habe ich folgende Einladung zu einer Wallfahrt nach Altötting zugesandt bekommen:

Einladung zur Sternwallfahrt nach Altötting zur Abwehr der Afrikanischen Schweinepest
(c) WhatsApp, bearbeitet

Es wird also zu einer Wallfahrt eingeladen um die Afrikanische Schweinepest, die sich bis wenige 100 Kilometer vor der deutschen grenze in Osteuropa ausgebreitet hat, abzuwehren.

Häme ist nicht angebracht

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Praktikernetzwerk- das zweite Treffen

Nach Schmidt folgt Julia Klöckner

In der letzten Woche fand das zweite Treffen des Praktikernetzwerks in Berlin statt. Das erste Treffen fand im Sommer letzten Jahres noch mit Christian Schmidt (CSU) im Landwirtschaftsministerium statt. Nun war dessen Nachfolgerin, Julia Klöckner von der CDU unsere Gastgeberin.

Frischer Wind in Berlin (Bauer Willi)

Im Bild ist Bauer Willi (Dr. Will Kremer-Schillings zu sehen. Im Vordergrund Bernhard Barkmann
Bauer Willi ist auch im Kreis des Praktikernetzwerkes des Bundeslandwirtschaftsministeriums

Bauer Willi bat mich, dessen Bericht zu teilen. Das möchte ich gerne tun, muss aber diesen hier kommentieren, weil ich in Teilen eine andere Meinung habe. Also zunächst Willis Bericht lesen, ansonsten versteht man meinen Kommentar nicht in Gänze:

Gruppenfoto mit dem Praktikernetzwerk im BMEL. Snapshot von bauerwilli.com
Snapshot von bauerwilli.com –> Für Willis Beitrag bitte klicken.

Mein Kommentar:

Ich teile die Einschätzung von Bauer Willi, dass im Bundeslandwirtschaftsministerium ein frischer Wind zu spüren war. Es war nun das zweite Treffen und ich spürte auch eine geringere Skepsis, eine größere Lockerheit der Bediensteten und Mitarbeiter des Hauses. Die Ministerialbeamten hatten bei diesem Treffn die Möglichkeit, sich mit den unterschiedlichsten Praktikern zu unterhalten, sich auszutauschen, sich rück zukoppeln mit ihrer wohl meist eher drögen Bürokratie. Alleine wegen dieses Begleitumstandes halte ich das Praktikernetzwerk für eine gute Sache!

Direktzahlungen abschaffen?

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Grüne geistige Brandstiftung? Teil 5

Grüne geistige Brandstiftung – oder wenn die moralische Feuerwehr zum Feuerteufel wird. Eine Analyse.

Teil 5 – Glyphosat: Gift in den Händen der Abgeordneten Harald Ebner MDB, Martin Häusling MEP, Sven Giegold MEP und Maria Heubuch MEP

Läuft die Internet-Kommunikation von Bündnis 90 / Die Grünen zur konventionellen Landwirtschaft auf geistige Brandstiftung hinaus? Seit mehreren Jahren verfolge ich intensiv bei Facebook, was bzw. wie die Partei kommuniziert, seit einiger
ch bei Twitter. Mein Fazit: Es wird diffamiert, was das Zeug hält. – Fortsetzung –

Teil 1: Einleitung (5. März 2018)
Teil 2: Massentierhaltung (11. März 2018)
Teil 3: Antibiotika (11. März 2018)
Teil 4: Glyphosat (15. März 2018)

Harald Ebner MdB

Besonders intensiv treibt das Thema Glyphosat den Bundestagsabgeordneten Harald Ebner um. Der Politiker ist Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik sowie u.a. Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft.

Giftspritze

Ebner mag es gerne drastisch– in Wort, Schrift und Bild. So stellte er Mai 2015 das Ausbringen von Glyphosat in Form eines Katastrophenszenarios nach und inszenierte sich dabei als Warner. Dass die Dosis das Gift macht – irrelevant. Dass kein Landwirt es nötig hat, Glyphosat in einem Schutzanzug gegen biologische Kampfstoffe auszubringen – wenn’s der Kampagne dient? Anscheinend heiligt der Zweck die Mittel. Und was ist der Zweck? Das „Gift“ Glyphosat muss verboten werden. Grüne geistige Brandstiftung? Teil 5 weiterlesen

Strafanzeigen von PeTA sind reine Publik Relations

Tweet des Tages von @Robertsblog

Ich habe mich sehr gefreut über den Re-Tweet von Rechtsanwalt Robert Koop aus Lingen, der auch ganz fachlich die Anzeigenserie von der Tierrechtsorganisation PeTA nach Stallbränden als völlig unnötig bezeichnet.

Die Einschätzung von @BlogAgrar stimmt auch deshalb, weil nach jedem Brand die Staatsanwaltschaft und in ihrem Auftrag die Polizei von Amts wegen ermitteln, ob eine Straftat vorlügt. Dazu braucht es nicht @PETADeutschland und eine sog „Strafanzeige“...
Screenshot aus Twitter/@RobertsBlog

Die Tweets in Worten

Robert Koop bestätigte mit diesen Worten:

„Die Einschätzung von stimmt auch deshalb, weil nach jedem Brand die Staatsanwaltschaft und in ihrem Auftrag die Polizei von Amts wegen ermitteln, ob eine Straftat vorlügt. Dazu braucht es nicht und eine sog „Strafanzeige“…“

meine Einschätzung der jüngsten Strafanzeige von PeTA im Emsland:

„So ein Stallbrand ist eine Katastrophe! zeigt jede Bauernfamilie an, die diesen Schicksalsschlag erleiden musste. Plumpe Publicity auf Kosten von Familien, die eigentlich jegliche Hilfe gebrauchen könnten! Ich finde das niederträchtig!

Die NOZ berichtete

Weitere Informationen dazu in der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) von Redakteur Daniel Gonzales-Tepper:

Nach Stallbrand erstattet PeTA Anzeige gegen die Bauernfamilie
(c) Neue Osnabrücker Zeitung | Daniel Gonzales-Tepper

Drohungen, gehackter Fernseher: Hatz auf NRW-Ministerin erreicht neue Eskalationsstufe

Blick in eine Großbucht der Mastschweinehaltung von Christina Schulze Föcking
Mastschweine im Stall von Schulze Föcking, Juni 2017

Wer einen landwirtschaftlichen Familienbetrieb besitzt, Schweine mästet und NRW-Landwirtschaftsministerin ist, der – ist Freiwild! Christina Schulze Föcking und ihre Familie durchleben gerade einen Horrortrip: Seit Monaten ist die Politikerin massiven Anfeindungen bei Facebook ausgesetzt. Vor einigen Tagen wurde die Familie zudem Opfer eines Hackerangriffes.

Unbekannte hatten sich Zugang zum Fernseher der Familie verschafft und ein Video eingespielt (WDR, 16.03.2018: NRW-Umweltministerin wird massiv bedroht). Hintergrund: Familie Schulze Föcking war im Juli vergangenen Jahres seitens eines Tierrechtlers vor laufender Stern TV-Kamera Missstände im Schweinestall angeklagt worden. Zu Unrecht, wie ein Berufskollege bei BlogAgrar im Detail erläutert. Nichtsdestotrotz schloss sich eine massenmediale Hatz an. Drohungen, gehackter Fernseher: Hatz auf NRW-Ministerin erreicht neue Eskalationsstufe weiterlesen

Grüne geistige Brandstiftung? Teil 4

Grüne geistige Brandstiftung – oder wenn die moralische Feuerwehr zum Feuerteufel wird. Eine Analyse.

Teil 4 – Glyphosat

Läuft die Internet-Kommunikation von Bündnis 90 / Die Grünen zur konventionellen Landwirtschaft auf geistige Brandstiftung hinaus? Seit mehreren Jahren verfolge ich intensiv bei Facebook, was bzw. wie die Partei kommuniziert, seit einiger Zeit auch bei Twitter. Mein Fazit: Es wird diffamiert, was das Zeug hält. – Fortsetzung –

Teil 1: Einleitung (5. März 2018)
Teil 2: Massentierhaltung (11. März 2018)
Teil 3: Antibiotika (11. März 2018)
Teil 4: Glyphosat (15. März 2018)

Die Haltung von Bündnis 90 / Die Grünen zu Glyphosat ist eindeutig: Sie haben das Pflanzenschutzmittel satt, wie zahlreiche Spitzenpolitiker noch auf der diesjährigen „Wir haben es satt“-Demonstration im Januar zum Ausdruck brachten. Das Transparent weiter unten belegt es.

Man beachte den Totenkopf auf der Sprühflasche – das Gefahrensymbol für „giftig“ und „sehr giftig“. Nun gilt unverändert, dass die Dosis das Gift macht, und nach diesem Grundsatz wird das Pflanzenschutzmittel hierzulande auch ausgebracht. Leider finden diese wesentlichen Details keine Berücksichtigung in dem Glyphosat-Narrativ der Grünen.

Was impliziert also die Aussage auf dem Transparent? Da sich das Pflanzenschutzmittel nicht selber ausbringt, vergiften Deutschlands Landwirte ihre Mitbürger. Grüne geistige Brandstiftung? Teil 4 weiterlesen

Grüne geistige Brandstiftung? Teil 3

Grüne geistige Brandstiftung – oder wenn die moralische Feuerwehr zum Feuerteufel wird. Eine Analyse.

Teil 3 – Antibiotika

Läuft die Internet-Kommunikation von Bündnis 90 / Die Grünen zur konventionellen Landwirtschaft auf geistige Brandstiftung hinaus? Seit mehreren Jahren verfolge ich intensiv bei Facebook, was bzw. wie die Partei kommuniziert, seit einiger Zeit auch bei Twitter. Mein Fazit: Es wird diffamiert, was das Zeug hält. – Fortsetzung –

Teil 1: Einleitung (5. März 2018)
Teil 2: Massentierhaltung (11. März 2018)
Teil 3: Antibiotika

Verbal aufgerüstet geht es seit Jahren beim Thema Antibiotikagabe in der Nutztierhaltung zu. Zum kampfrhetorischen Rüstzeug zählen ferner die Reserveantibiotika.

Exemplarisch für die oft unsachliche Kommunikation zahlreicher Grünenpolitiker ist die Aussage von Jürgen Trittin, es gebe Tierärzte, die ihr Einkommen damit erzielten, „möglichst viele Antibiotika“ zu verschreiben. Es sei dringend notwendig, das Tierarzneigesetz zu ändern: „Nur so können wir den Drogenhandel im Stall unterbinden.“ (Quelle: SPON-Interview, 11.08.2013: Grüner Trittin kritisiert „Drogenhandel im Stall„) Grüne geistige Brandstiftung? Teil 3 weiterlesen