LVM_lsv_20230105

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Kirchhellen, den 05.01.23
Sehr geehrter (ehemaliger?) “Landwirtschaftliche Versicherungsverein Münster”
Nachdem wir eben auf ihren Social-Media-Seiten über den sogenannten „Veganuary“ als
Interessenvertretung vieler landwirtschaftlicher Betriebe mit Viehhaltung, gerade auch im
Münsterland, “aufgeklärt” wurden und wir dies als Frontalangriff auf unseren Berufsstand werten
müssen, haben wir ein paar Fragen bezüglich des von Ihnen geposteten Zahlenmaterials.
Es heißt dort, die 500.000 Teilnehmer würden binnen 30 Tagen 103.840 t CO² „einsparen“. Das
heißt pro Teilnehmer und Tag fast 7 kg. Wie kommen Sie zu diesen Zahlen? Was haben die
Teilnehmer stattdessen gegessen?
Als nächster Punkt wird die angebliche Eutrophierung von Gewässern genannt, von 405 t weniger
Phosphaten im Wasser ist die Rede. Auch hier hätten wir sehr gerne einmal die detaillierten
Auflistungen der zu Grunde liegenden Berechnungen. Augenscheinlich hat man sich als (ehemals?)
„Landwirtschaftlicher Versicherungsverein“ sehr, sehr weit vom Kerngeschäfft seiner
Kernkundschaft entfernt, anders ist es nicht zu erklären, wie man auf solche Zahlen kommt.
Versichert die LVM nicht tausende Güllefässer mit modernster Ausbringungstechnik? Auch keine
Biogasanlagen und keine modernen landwirtschaftlichen Betriebe mit großen Lagerräumen, die
eine exakte bedarfsgerechte Düngung ermöglichen? Stammt die verzehrte „Alternativnahrung“
ausschließlich aus bio-veganem Anbau und womit wurden die alternativ verzehrten Produkte
gedüngt?

Beim folgenden Punkt erübrigt sich die Diskussion, denn man kann Wasser nicht „verbrauchen“
(wo ist dieses Wasser anschließend? Auf dem Mars?). Dennoch würden uns auch hier die der
„Berechnung“ zugrunde liegenden Zahlen sehr interessieren, genauso wie die letzte Behauptung,
dass das Leben von 3,4 Millionen Tieren „verschont“ wurde.
Um einer Antwort mit Standardfloskeln und -entschuldigungen entgegenzuwirken, werden wir im
Falle einer nicht ausreichenden Antwort, beziehungsweise dem Beibringen nicht ausreichender
Belege für die gegen unsere Unternehmen aufgestellten Behauptungen, unsere Zeit in eine
detaillierte Auflistung der Klima- und Ressourcenschonung beim Wechsel vom (ehemaligen?)
“Landwirtschaftlichen Versicherungsverein Münster” hin zu deutlich schlankeren
Direktversicherungen erstellen und publizieren.
Nachdem man grade im Juli vergangenen Jahres ausgerechnet dem NABU Münsterland, der gegen
Berufskollegen und Ihre (ehemalige?) Kernkundschaft klagt, und nichts unversucht lässt, um sein
Narrativ der bösen konventionellen Landwirtschaft zu verbreiten, eine großzügige Spende hat
zukommen lassen, kann man hier nicht mehr von einem Ausrutscher oder einem einmaligen Fehler
sprechen.
Auch werden wir uns im Falle nicht ausreichender Belege zu Ihren Behauptungen vorbehalten,
juristische Schritte einzuleiten. Es ist für uns in keinster Weise mehr nachvollziehbar, warum
offensichtlich zumindest Teile des Werbe- und Socialmediateams Ihres Unternehmens im
öffentlichen Denunzieren ihrer (ehemaligen?) Kernkundschaft scheinbar profilieren müssen.
Wir verstehen alle Kollegen, die nicht mehr bereit sind, dieses Bauern-Bashing mit ihren
Versicherungsbeiträgen quer zu finanzieren.
Mit freundlichen Grüßen
LsV NRW e.V.
LsV

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