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Darum kaufe ich keine Produkte von Rügenwalder

Vor drei Tagen habe ich bei Twitter einen Tweet abgesetzt, in dem ich berichtete, dass bei uns zu Hause keine Rügenwalder-Produkte auf dem Tisch kommen.

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Dieser kleine Tweet (und ein weiterer Tweet von meiner Kollegin Nadine Henke) sorgte dafür, dass die FAZ von einem Bauernboykott gegen Rügenwalder berichtete:

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Wenn ich öffentlich twittere, dass bei uns zu Hause kein Produkt von Rügenwalder möglichst nicht auf den Tisch kommt, dann ist das zunächst meine Entscheidung bzw. die meiner Familie.
Das bedeutet sicherlich nicht eine Aufforderung an alle anderen Schweinehalter, Tierhalter oder Landwirte, es mir gleich zu tun. Ernährung ist für mich Privatsache. Wenn es Leute gibt, die sich vegetarisch, vegan oder sonst wie ernähren wollen oder gar leben wollen, dann ist es deren private Entscheidung. Diese respektiere und akzeptiere ich solange nicht aus der fleischarmen oder fleischlosen Ernährung ein überlegender moralischer Anspruch tituliert wird. Dann mische ich mich ein und kritisiere dieses gerne gelebte Überlegenheitsgefühl.
Wenn Rügenwalder bzw. dessen Geschäftsführer Raufuss ihren Gefallen an den vegetarischen oder veganen Produkten gefunden hat, dann habe ich auch kein Problem damit. Das ist eine clevere unternehmerische Entscheidung, die hohe Zahlungsbereitschaft einer bestimmten Klientel zu nutzen, um „Würste“ mit einer hohen Marge zu produzieren und an den Kunden zu bringen.
Allerdings bezeichnet Raufuss die Wurst als Zigarette der Zukunft und betreibt mit diesem Spruch eine Negativwerbung für ein qualitativ hochwertiges Produkt für das Rügenwalder bundesweit geachtet und bekannt wurde. Er impliziert damit, dass die aktuellen vegetarischen Würste, die ich als Wunder der Lebensmittelchemie und des Lebensmitteldesigns bezeichnen würde, gesunder wären als die bewährten guten Wurstprodukte aus Metzgershand.
Und weil Rügenwalder/Raufuss Fleischprodukte ohne Not herabwürdigt, halte ich es als Mäster für gegeben, diese Unternehmen, die gegen Fleischprodukte wettern, nicht auch noch mit meiner Kaufentscheidung zu unterstützen.
Ich hoffe, dass diese Erklärung dazu ausreicht, dass Außenstehende verstehen bzw. nachvollziehen können, warum Rügenwalder nicht mehr von uns gekauft wird.

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Sarah Dhem

Jeder von uns hat die Wahl: Es gibt eine Vielzahl verschiedener Anbieter von Wurstwaren. Ich kaufe doch lieber Produkte von einem Unternehmen wie Schulte, deren Geschäftsführerin Sahrah Dhem sich mit Leib und Seele für ihr Unternehmen und ihre Würste einsetzt und für die Branche eine tolle Botschafterin ist.

Genauso hatte ich die Wahl, welches Auto neu angeschafft werden sollte. Ein VW wurde es nicht, weil dieser Konzern sich auf Kosten der Nutztierhalter profilieren wollte und Greenwashing betrieb.

Auch beim Spenden habe ich die Wahl, wem ich etwas Geld zukommen lassen möchte oder nicht. Misereor ist es aktuell nicht mehr, weil Misereor die moderne Landwirtschaft viel zu pauschal kritisiert und letztlich auch mit ihrer Teilnahme an der „Wir haben es satt“-Demo mir und viele meiner Berufskollegen damit vor den Kopf stößt.

Ich stehe zu meinen Entscheidungen, vertrete sie auch in der Öffentlichkeit und begründe das auch. Keinesfalls möchte ich aber anderen vorschreiben, wie sie zu leben haben.