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…und wieder einmal sind die Bauern Schuld

Die vergangenen Unwetterkatastrophen in Baden-Würtemberg und Niederbayern waren verheerend. Menschen sind gestorben und die Schäden sind immens.
Die Solidarität der Anwohner in den betroffenen Gebieten ist sehr groß und mit gemeinsamer Kraftanstrengung wird seit Tagen wieder aufgeräumt.

Natürlich stellen sind die Leute auch die Frage, wie das alles passieren konnte und kommen zum Schluss: „Klimawandel“. Aber „natürlich“ darf bei einigen Gruppen auch nicht die (industrialisierte/intensive/konventionelle) Landwirtschaft als Schuldigen nicht fehlen.

Der Geschäftsführer des Bauernverbandes Schwäbisch-Hall, Helmut Bleher, setzt sich in einer Pressemitteilung zur Wehr:

Umweltzentrum Schwäbisch Hall nutzt Wetterkatastrophe für billigen Populismus

Bauernverband: „Die Bauern für die Katastrophe in Braunsbach verantwortlich zu machen, lässt jeglichen Anstand vermissen“

in Braunsbach wird wieder aufgeräumt
in Braunsbach wird wieder aufgeräumt

Mit Entsetzen reagiert Geschäftsführer Helmut Bleher vom Bauernverband Schwäbisch Hall Hohenlohe Rems auf die Anschuldigungen des Umweltzentrums Schwäbisch Hall in der Südwestpresse, die moderne Landwirtschaft sei verantwortlich für die jüngsten Unwetterkatastrophen: „Es ist unerträglich, die Not der vor der Existenzfrage stehenden Menschen in den verschütteten Dörfern als billiges Medienspektakel für eigene Zwecke zu nutzen“.

Der Bauernverband verweist darauf, dass alle Fachleute zum Ergebnis kämen, dass die jüngsten Überflutungskatastrophen in Hohenlohe einzig und allein auf die besonders extreme Wettersituation zurückzuführen seien. „Wenn es in weniger als einer Stunde deutlich mehr als 100 Liter pro Quadratmeter regnet, muss das Wasser irgendwohin abfließen. Der Boden kann diese Massen nicht mehr aufnehmen“, verdeutlicht Helmut  Bleher und verweist darauf, dass die Topographie nicht  von Menschenhand gestaltet sei und naturgemäß das Wasser dann nach unten fließe. Wenn mehr Wasser kommt, als versickert, fließt es oberflächig ab. Durch solche bisher nicht gekannten metereologischen Phänomene werden Rinnsale zu Sturzbächen.

Der Leiter des Umweltzentrums sitzt seit Jahrzehnten in allen Flurbereinigungsanhörungen und weiß ganz genau, welche großen Aufwendungen von den Landwirten getragen werden, um die Belange des Natur- und Gewässerschutzes zu erfüllen, wir verstehen nicht, wie er dazu kommt, ausgerechnet jetzt den bisherigen Konsens aufs Spiel zu setzen.“ , so der Geschäftsführer. Er erwartet eine klare Richtigstellung und Entschuldigung an die Adresse der Bauern und fügt hinzu:  „Wir Landwirte haben es satt, zunehmend für jeden Missstand und jede Katastrophe verantwortlich gemacht zu werden.  Die Öffentlichkeit muss bedenken, dass es auch eine mediale Sturzflut von Anfeindungen gibt, die dazu führt, dass Bauern aus Frust das Handtuch werfen, weil sie das nicht mehr aushalten können. Die dadurch entstandenen Gräben und die  mediale Vernichtung  bäuerlicher Existenzen ist unwiderruflich und genau das Gegenteil von verantwortlichem Naturschutz.“