Archiv der Kategorie: Allgemein

Von der Not der Sauenhalter

Ferkel schaut in die Kamera
Neugieriges Ferkel (Bildnachweis: Brokser Sauen)

Es war ein harter Schlag für die Ferkelerzeuger: Der Bundesrat entschied sich am 21. September 2018 gegen eine Fristverlängerung des Verbotes der betäubungslosen Ferkelkastration. Ohne eine verbindliche Alternative bedeutet dies für viele der noch knapp 11.000 Sauenhalter das Aus, besonders betroffen sind kleine und mittlere Betriebe.

Hintergrund: Traditionell werden männliche Ferkel chirurgisch kastriert, um die Bildung des von vielen Menschen als unangenehm empfundenen Ebergeruchs zu verhindern. Der kurze Eingriff geschieht ohne Betäubung. Wer mehr zu dem Thema wissen möchte, dem sei der Wikipedia-Eintrag zur Ebermast ans Herz gelegt.

Landwirt Tobias Göckeritz hat sich am 23.09.18 mit einem gelungenen Facebook-Post Luft gemacht. Ich habe die Erlaubnis, den Post bei BlogAgrar zu veröffentlichen.

(Anmerkung: In der Zwischenzeit hat die große Koalition beschlossen, die Kastration von Ferkeln erst in zwei Jahre zu verbieten).

Willkommen in Absurdistan!

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Die große Angst vor der Afrikanischen Schweinepest

ASP-Merkblatt auf Rumänisch
Deutsch, Englisch, Rumänisch u.v.m.: Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) stellt ASP-Merkblätter in verschiedenen Sprachen zum Download bereit. Link am Textende.

Jetzt ist es passiert – zunächst drei, mittlerweile neun bestätigte Fälle von Afrikanischer Schweinepest (kurz ASP) in Belgien. Sie ist in Westeuropa angekommen, nur wie geht es jetzt weiter? Ganz viele Fragen – Tierärztin und Sauenhalterin Nadine Henke möchte versuchen, einige hier für Euch zu beantworte. Sie hat mir erlaubt, ihre umfassenden FAQ bei BlogAgrar online zu stellen.

Was ist die Afrikanische Schweinepest (=ASP)?

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Krankheit, die durch ein Virus übertragen wird. Sie betrifft ausschließlich Haus- und Wildschweine.

Ist die Afrikanische Schweinepest für den Menschen gefährlich?

Nein, die ASP ist NICHT auf den Menschen übertragbar. Bei der ASP handelt es sich also um keine Zoonose, d.h. auch der Verzehr von Fleisch von betroffenen Tieren ist für den Menschen ungefährlich.

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Gülle ist Lebenselixier für Pflanzen. Immer wieder!

Screenshot Faktencheck Gülle
Ressourcenschonerin Gülle. Quelle: www.faktencheck-schwein.de – dahinter steckt immer ein guter Fakt!

Es stinke, und zwar zum Himmel! Obwohl Stadt unter der Hitze seufze, sei Lüften nutzlos, die so genannte gute Landluft mache es unmöglich. So beginnt ein Leserbrief an die Stadter Tageszeitung, in dem sich Prof. Dr. Nait beklagt: Man frage sich, wieso sich noch irgendein Landwirt darüber wundert, dass das Image der Landwirtschaft schlecht sei. Das Wasser belastet – die Bürger müssen zahlen. Bauland sei eingeschränkt – wegen Tierhaltungsanlagen. Auch in Stadt sei Landwirtschaft nicht alles – erst recht nicht, wenn es sich nur um ein kleine Gruppe von Menschen handele, die auf ihre Mitmenschen Rücksicht nehmen sollten. Zumal diese ihnen einen Großteil ihrer Einkünfte durch Steuern finanzieren.

Die Landwirte Sören Smithpig und Stefan Strawberry aus Dorf wollten dies nicht auf sich sitzen lassen und haben mit einem Leserbrief geantwortet. Es ist das zweite Schreiben der Beiden, das ich bei BlogAgrar veröffentlichen darf. Wieder spielt Gülle eine Rolle. Zur Erinnerung hier das erste Schreiben: Gülle ist Lebenselixier für Pflanzen.

Der anonymisierte Lesebrief beruht auf einer wahren Gegebenheit.
Screenshot Grafik Rolle der Düngung
Die Rolle der Gülle in der Düngung. Quelle: www.faktencheck-schwein.de – dahinter steckt immer ein guter Fakt!

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Nein, Sie leben nicht vegan, Herr Ulrich!

Screenshot Zeit Online
Da steckt immer Schwein drin. #isso

Bernd Ulrich, stellvertretender Chefredakteur der Zeit, is(s)t seit einem Jahr vegan. Sein privates Jubiläum hat er kürzlich öffentlich gemacht: „Wie es ist, Tiere nicht mehr zu benutzen“. Die Leserschaft des ZEITmagazins (32/2018) durfte Einblick nehmen in sein neues Leben; die Wandlung hatte es gar zur Titelgeschichte geschafft. All dies in völliger Unkenntnis der Tatsache, dass der Veganismus eine Mission Impossible ist. Außerdem ist er unethisch. Aber dazu später.

Am 1. August wandte sich Ulrich mit folgendem Tweet an die Öffentlichkeit:

Screenshot Tweet
Schont Ulrich seine fleischessende Leserschaft? (https://twitter.com/berndulrich/status/1024578952877297664?lang=de, 01.08.18)

Schonende Bemeinung? Eine gewagte Bitte. Immerhin ist der Journalist nach nur einem Jahr Veganismus bereits auf einem recht hohen Moralross unterwegs ist. Von dort teilt er kräftig aus, wie die beiden Tweets zeigen:

Zwei Tweets als Screenshot
Am 31. Juli 2018 lässt Ulrich die Welt wissen, dass Fleischesser moralische Imperialisten sind (https://twitter.com/berndulrich/status/1024360543942049792).

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Ralf vs. Anton

Ralf Pauelsen antwortet auf Anton Hofreiter von Bündnis 90-die Grünen

Anton Hofreiter möchte Dürrehilfen mit Agrarwende verknüpfen

Der Staat will 340 Millionen Euro für notleidende Betriebe bereitstellen, die in Folge der langanhaltenden Dürre in Existenznot geraten sind. Anton Hofreiter kritisierte die Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner dafür scharf:

Er sagte gegenüber Pressevertretern (Video habe ich weiter unten eingebunden):

Wir brauchen dringend eine Agrarwende, die auch dafür sorgt, dass unsere Böden humusreicher werden.

Ralf Pauelsen antwortet per Video

Der rheinländische Bauer und Frohnatur Ralf Pauelsen wendet sich mit einer Videobotschaft an den Fraktionsvorsitzenden der Grünen: Ralf vs. Anton weiterlesen

CO2-Reduktion? Mir doch egal! Sprach die Republik und fuhr ihr Klima an die Wand.

Wir haben Dürre. An der Dürre ist der Klimawandel Schuld. Am Klimawandel ist die konventionelle Landwirtschaft Schuld. Und jetzt lassen sich die Bauern ihr fahrlässiges Handeln auch noch bezahlen.

Wer regelmäßig und viel Zeitung liest, Fernsehen schaut, Meme betrachtet, Diskussionen in den Sozialen Medien verfolgt, kann sich des Verdachts nicht erwehren: Medien, Politik und Öffentlichkeit haben wieder mal ihren heißgeliebten Sündenbock am Wickel – die konventionelle Landwirtschaft. Und mit Dr. Felix von Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), zudem ein Landwirt und Kollege. In einem Interview des ZDF-Morgenmagazins forderte er am 1. August, die Vergabe von Nothilfen an ökologische Auflagen zu knüpfen.

Warum es so hoch hergeht, erschließt sich mir nicht in einer Angelegenheit, in der man höchstens von einer Kollektivschuld reden kann. Wir alle haben es vermasselt (vorausgesetzt, es kommt wirklich so schlimm wie prophezeit). CO2-Reduktion? Mir doch egal! Sprach die Republik und fuhr ihr Klima an die Wand. weiterlesen

„Sonderangebot = Ramsch?“

Sonderangebote für Fleisch haben oft einen schalen Nachgeschmack: Je billiger das Fleisch, desto grausamer die Haltungsbedingungen. So will es zumindest der Mainstream. Tierärztin und leidenschaftliche Schweinehalterin Nadine Henke von den Brokser Sauen hat die Zusammenhänge mal in einem Blogpost auseinandergeklamüsert. Auslöser für die kleine, aber feine Analyse war Edeka: Bei unfassbaren 0,15 Euro je 100 g Hähnchenschenkel sorgte die Rabattaktion des Supermarktes bundesweit für Empörung sowie einiges Rauschen im Blätterwald.

Screenshot Edeka-Beilage
Die Übeltäterin: der Edeka-Montagsknüller

Am Ende kam es, wie es oft kommt, wenn mal genau hinschaut: Wieder einmal segnete eine heilige Kuh das Zeitliche.  Nadine Henke hat mir erlaubt, ihren Beitrag bei BlogAgrar online zu stellen. Also

Vorhang auf für: „Sonderangebot = Ramsch?“

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FG(A)U: Gentechnikkritiker klären über neue Gentechnologien auf

Graphik FGU
Lobbyisten des Anti Gentechnik-Komplexes unter sich – sponsored by Behörden des Bundes

Für den gesunden Menschenverstand dürfte glasklar sein: Aktuelle Entwicklungen im Bereich neuer Gentechnikverfahren von gentechnikkritischen Nichtregierungsorganisationen (NGO) bzw. Aktivisten abschätzen lassen ist ähnlich sinnentleert wie den Wolf als Hütehund einsetzen. Wo Schäfer sich allerdings umgehend zu Hochzeitsplanern umschulen lassen würden, geben sich Bundesamt für Naturschutz (BfN) sowie Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) tiefenentspannt – und munter Steuergelder aus!

Stein des Anstoßes ist die frisch gegründete Fachstelle Gentechnik und Umwelt (FGU), die über aktuelle Entwicklungen im Bereich Gen- und Biotechnologien (v.a. Genome-Editing) wissenschaftlich begründet aufklären will. Projektgeber ist das BFN mit Mitteln aus dem BMU.

FG(A)U: Hütehund Wolf

Pikant: Mit der Projektdurchführung ist Testbiotech e.V. betraut, eine NGO, die für ihre deftige Skepsis gegenüber Gentechnologien bekannt ist. Ferner existiert ein Beirat, dem Aktivisten durchweg gentechnikkritischer NGO angehören.

Plus: Fachwissen im Sinne einer gründlichen Professionalisierung, sprich Studium, Promotion/Habilitation oder Forschung, ist Mangelware.

Der Mangel an wissenschaftlicher Expertise dürfte also durch eine gehörige Portion Voreingenommenheit ausgeglichen werden. Die Frage ist naheliegend: Wofür bezahlen wir eigentlich Steuergelder? Schwerlich für einen unabhängigen Überblick über den aktuellen Stand der Wissenschaft.

Dr. Kathrin Naumann vom Agrarbetrieb Groß Grenz in Benitz (bei Schwaan) hat ihre Bedenken  niedergeschrieben und BlogAgrar erlaubt, die Zeilen zu veröffentlichen.

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Die konventionelle Landwirtschaft unter medialem Dauerbeschuss

Screenshot Trinkwasser wird immer teurer
Schreckensmeldung: Trinkwasser wird teurer. Nicht.

Die konventionelle Landwirtschaft kommt aus den Negativschlagzeilen nicht heraus. Jüngster „Skandal“:

„Düngemittel-Belastung: Trinkwasser wird immer teurer.“ (www.tagesschau.de, 11. Mai 2018)

Bloß: Die von Bündnis 90/Die Grünen vorgestellte Analyse stimmte vorne und hinten nicht, wie das Bundesamt für Statistik in einer Pressemitteilung klar stellte. Zahlreiche Medien, einschließlich der dpa sowie der Tagesschau hatten die Meldung erst übernommen und später Richtigstellungen hinterhergeschickt.

Eine Negativmeldung jagt die andere, Skandal folgt auf Skandal. Wer erinnert sich nicht an die Schreckensmeldung des Münchner Umwelt-Instituts,  der zufolge Glyphosat in beliebten deutschen Bieren gefunden worden war? Allerdings war laut Philipp Hummel

„die Methodik ist schwach und der Medienhype deshalb unangemessen“.

(Meinung: Glyphosat im Bier, die Klickmaschine; www.spektrum de, 25. Februar 2016)

 Aber da war das Kind schon im wahrsten Sinne des Wortes in den Brunnen gefallen und das Pflanzenschutzmittel Glyphosat und damit die konventionelle Landwirtschaft hatte einen weiteren Skandal am Hals.

In der bundesdeutschen Berichterstattung rund um ihre Branche laufe vieles schief, klagen Landwirte seit Jahren. Dieser Meinung bin ich auch. Daher veröffentliche weiter unten einen Beitrag, den ich Ende Januar 2017 bei Facebook online gestellt hatte.

Ich finde, er hat nichts an Aktualität verloren.

Landwirtschaft abschaffen!

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Der Fall Schulze Föcking – oder warum der Konjunktiv WDR-Schlagzeilen regiert

Nadine Henke und Schwein
Nadine Henke

Der WDR schießt scharf gegen NRW-Umweltministerin Christina Schulze Föcking – zu Unrecht, findet Tierärztin und Sauenhalterin Nadine Henke in ihrem Blog „Brokser Sauen“.  Sie hat uns ihr Einverständnis erteilt, ihre ausführliche Analyse an dieser Stelle zu veröffentlichen.

Der Fall Schulze Föcking – eine Hexenjagd

…und es hört nicht auf… Der Fall Schulze Föcking – oder warum der Konjunktiv WDR-Schlagzeilen regiert weiterlesen