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Genmais verhindern?

Kampagne gegen 1507: Auch bei der "Wir haben es satt"-Demonstration während der Grünen Woche ging es gegen den 1507-Mais. Anfang Februar sammelte das Aktionsbündnis Campact 180.000 Unterschriften gegen die Zulassungen. (Foto: Jakob Huber/Campact CC BY-NC 4.0)
Kampagne gegen 1507: Auch bei der „Wir haben es satt“-Demonstration während der Grünen Woche ging es gegen den 1507-Mais. Anfang Februar sammelte das Aktionsbündnis Campact 180.000 Unterschriften gegen die Zulassungen. (Foto: Jakob Huber/Campact CC BY-NC 4.0) via transgen.de

Die EU-Zulassung von Genmais „1507“ verhindern möchte Umweltschutzorganisation BUND. Die Begründung ist nicht unbedingt sachlich formuliert:

„Er produziert in jedem Teil der Pflanze permanent große Mengen eines Insektengifts, er widersteht dem Unkrautvernichtungsmittel Glufosinat, das hochgradig toxisch ist – und er soll demnächst auf Europas Feldern wachsen.“

Die „permanet großen Mengen“ kann man sicherlich bei der Risikobewertung relativieren. Und auch das giftige Glufosinat (das nebenbei laut Gefahrstoffkennzeichnung giftig (T) und nicht hoch-giftig (T+) ist, nicht mit dem Wirkstoff Glyphosat verwechselt werden sollte und das viele Landwirte unter dem Handelsnamen Basta kennen) wird bestimmt schon 20 Jahre im Ackerbau eingesetzt. Die Zulassung läuft noch ein paar Jahre, von daher gehe ich davon aus, dass bei ordnungsgemäßer Anwendung auch keine Risiken bezüglich Gesundheit und Umweltschäden bestehen dürften. Aber das soll nicht mein Thema sein.  Auch, dass in allen Lebensmittel unendlich viele Gene enthalten sind und die Bezeichnung Genmais irgendwie irreführend ist, nicht. Nein!

Heute ist es soweit. Da wird in Brüssel endgültig entschieden, ob die oben angesprochene Sorte eine Anbaugenehmigung erhalten soll. Die Mitgliedsstaaten der EU entscheiden, eine qualifizierte Mehrheit reicht aus. Dann wird es in den Medien jede Menge Artikel und Berichte geben, als ob das bisher glücklich Gentechnik-freie Deutschland nun von der bösen Gentechnik überrollt würde. Dabei ist sie ja hier längst angekommen, aber offenbar hat davon bisher kaum jemand etwas gemerkt. Hier eine Auflistung der als Lebensmittel zugelassenen gentechnisch veränderten Pflanzen. Es sind bereits über 50.
Die Liste der Lebensmittel, die mit Hilfe der Gentechnik hergestellt werden ist ungleich länger. Kaum ein Bier kommt ohne gentechnisch-veränderter Bierhefe aus. Auch in der Medizin und bei Arzneimitteln spielt die Gentechnik eine immer dominierender werdende Rolle. An diesen Stellen stört die Gentechnik anscheinend nicht, hier scheint der Nutzen wohl sehr deutlich zu sein und Risiken drängen in den Hintergrund.

Tja, und kann die grüne Gentechnik -die Gentechnik in der Pflanzenzüchtung- uns (dem Bauern, den Verarbeitern und den Verbrauchern) nutzen?

Ich finde, da könnte es wirklich Wohl bringende Züchtungen geben. Sicher weiß ich es nicht, aber ich meine, dass zumindest die Forschung daran nicht verteufelt werden sollte. Man sollte nüchtern nach Faktenlage und wissenschaftlichen Erkenntnissen entscheiden. Das ist aber anscheinend in Deutschland nicht möglich. Da gibt es den ersten Aufschrei bereits dann, wenn man nur das Wort „Gentechnik“ in den Mund nimmt.

Übrigens ist der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in vielen Teilen der Welt bereits viele Jahre weit verbreitet. Nicht umsonst lässt die EU über 50 verschiedene Sorten (s. Liste oben) von außen importieren. Gründe des Verbraucherschutzes stehen dem Verzehr anscheinend nicht entgegen- mir sind jedenfalls keine Krankheitsfälle oder gar Todesfälle in den USA bekannt, die mit Gentech-Food in Verbindung stehen, und auch eine Reisewarnung in die USA oder Südamerika ist bisher nicht ausgesprochen worden.

Aber eines steht auch fest. Das Thema grüne Gentechnik ist extrem emotional aufgeladen. Es wird hier seitens vieler Umweltorganisationen verbittert gekämpft, leider zu wenig auf Argumentationsbasis und zu viel über Emotionen und Angstmacherei.

Eine Fülle von sachlichen Informationen zum Thema Gentechnik befindet sich auf den Seiten von transgen.de.