Archiv der Kategorie: Meinung

EU-Agrarpolitik- verteufelt und verteidigt

Wissenschaftlicher Beitrat des Bundeslandwirtschaftsministeriums (WBAE) empfiehlt eine Neuausrichtung der gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP)

Wissenschaftlicher Beitrat: Für eine gemeinwohlorientierte Gemeinsame Agrarpolitik der EU nach 2020: Grundsatzfragen und Empfehlungen
In dieser Stellungnahme bzw. Gutachten fordern 19 Wissenschaftler aus dem Agrarbereich eine gemeinwohlorientierte Ausrichtung der europäischen Agrarpolitik.
Dabei solle der Focus nicht mehr auf die Einkommenssicherung der landwirtschaftlichen Betriebe bzw. deren Familien gelegt werden, sondern auf sogenannte Gemeinwohlleistungen.

Direktzahlungen runter, Umweltleistungen rauf

Das bedeutet, die Direktzahlungen an Landwirte sollten nach Ansicht des WBAE sollten abgebaut werden und Maßnahmen für Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz sollten besser Honoriert werden.
Die gemeinsame EU-Agrarpolitik (GAP) und insbesondere die Förderpolitik hat viele Schwächen, die auch ganz gut vom WBAE aufgezeigt werden. Ich glaube in dieser Frage herrscht recht großer Konsens.

Doch warum wehren sich viele Landwirte und folglich auch der Deutsche Bauernverband dagegen, die GAP zu revolutionieren?

Einige Aspekte meinerseits:

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Die ’50 Million Shades Of Grey‘ der Nutztierhaltung

Figur auf hohem Ausguck mit Fernglas
Der Alltag in der Nutztierhaltung besteht aus Unmengen Graustufen. Sie finden sie nicht? Bei Tageslicht auf dem Bauernhof die Augen öffnen hilft unbedingt!

Tierrechtler, die die Nutztierhaltung kompromisslos ablehnen, steigen nachts klammheimlich in Schweine- und Hühnerställe ein, drehen über Monate Filme von angeblichen Missständen. Sender des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, aber auch Privatsender, strahlen die Berichte ungeprüft in schrill-skandalisierender Tonlage aus. Wieder einmal ein Tierquäler erwischt! Wieder einmal wird von einem Fall auf alle geschlossen! Die „erwischten“ Landwirte werden wie die sprichwörtliche Sau durch das massenmdiale Dorf gejagt. Ein ganzer Berufszweig gerät pauschal in Misskredit. Die ’50 Million Shades Of Grey‘ der Nutztierhaltung weiterlesen

Zeit läuft für Ferkelerzeuger ab

Ab 1. Januar 2019 dürfen Ferkel nicht mehr ohne Betäubung kastriert werden

Es gibt einige Wege bzw. Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration, die grundsätzlich möglich sind. Relativ kurzfristig ginge:

  • die Ebermast
  • Immunokastration
  • Kastration mit Vollnarkose
  • Kastration mit lokaler Betäubung

Für alle Wege gibt es Vor- und Nachteile.

Langfristig sind Lösungen wie Spermasexing oder züchterische Bearbeitung des Ebergeruchs denkbar. Allerdings wird es bis zur Deadline im kommenden Jahr hier niemal Lösungen geben können.

Was aber wohl wirklich niemand möchte, sind analog zur Debatte des Kükentötens die „Bruderferkel„, die als schwereres Spanferkel „verwertet“ werden würden.

Radio Randwirtschaft, Folge 19

der bayrische Sauenhalter Gerhard Langreiter berichtet im Interview mit Thomas Wengenroth, dass keines dieser Wege die eine große Lösung für Deutschlands Ferkelerzeuger ist: Zeit läuft für Ferkelerzeuger ab weiterlesen

PeTA feiert Rücktritt von Schulze Föcking

Täterin Nr. 1
Snapshot bei Facebook

Von Beginn ihrer Amtszeit als Ministerin haben diverse Tierrechtsgruppen Christina Schulze Föcking als Zielscheibe auserkoren. Nach ihrem Rücktritt postuliert die bekannte Tierrechtsorganisation PeTA:

„Täterin Nr.1: weg“

Darunter dieses Bild mit den Gesichtern von Schulze Föcking, der niedersächsischen Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast und der Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner:

PeTA mit drastischer Aussage: "Tierqualprofiteure raus aus der Politik!". Dabei ein drei Fotos der Ministerinnen Schulze Föcking, Otte-Kinast & Klöckner. Schulze Föckings Foto wurde ausge"x"t

Meinung von Marcus Holtkötter

Dazu hat Marcus Holtkötter einen viel beachteten Facebook-Post geschrieben, den ich hier zitieren möchte:

Profilbild von Marcus Holtkötter alias BauerHolti
Snapshot bei Facebook

„Ich muss gestehen das ich sprachlos bin, der Umgang mit Christina Schulze Föcking ist an Niedertracht nicht zu überbieten. 
Das ganze ist eine Hetzkampagne die an dunkelste Zeiten der deutschen Geschichte erinnert.

Das ganze muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen:
Da brechen vermeintliche Tierschützer mehrmals in die Ställe der Familie Schulze Föcking ein, um einen vermeintlichen Skandal zu erzeugen. Stern TV ist denen dabei dann gerne behilflich. Im Nachgang stellt sich heraus es war alles OK, Veterinäramt wie Staatsanwaltschaft sehen keine Verfehlungen.
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Christina Schulze Föcking tritt zurück

Zu den großen Schlagzeilen von heute gehört sicherlich auch die vom Rücktritt der nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking.

Ihren Rücktritt begründete die Landesministerin mit folgenden Worten:

Nach vielen Jahren des ehrenamtlichen Engagements für den ländlichen Raum bin ich vor einigen Jahren gerne der Einladung gefolgt, mich auch politisch zu engagieren. Christina Schulze Föcking tritt zurück weiterlesen

Die konventionelle Landwirtschaft unter medialem Dauerbeschuss

Screenshot Trinkwasser wird immer teurer
Schreckensmeldung: Trinkwasser wird teurer. Nicht.

Die konventionelle Landwirtschaft kommt aus den Negativschlagzeilen nicht heraus. Jüngster „Skandal“:

„Düngemittel-Belastung: Trinkwasser wird immer teurer.“ (www.tagesschau.de, 11. Mai 2018)

Bloß: Die von Bündnis 90/Die Grünen vorgestellte Analyse stimmte vorne und hinten nicht, wie das Bundesamt für Statistik in einer Pressemitteilung klar stellte. Zahlreiche Medien, einschließlich der dpa sowie der Tagesschau hatten die Meldung erst übernommen und später Richtigstellungen hinterhergeschickt.

Eine Negativmeldung jagt die andere, Skandal folgt auf Skandal. Wer erinnert sich nicht an die Schreckensmeldung des Münchner Umwelt-Instituts,  der zufolge Glyphosat in beliebten deutschen Bieren gefunden worden war? Allerdings war laut Philipp Hummel

„die Methodik ist schwach und der Medienhype deshalb unangemessen“.

(Meinung: Glyphosat im Bier, die Klickmaschine; www.spektrum de, 25. Februar 2016)

 Aber da war das Kind schon im wahrsten Sinne des Wortes in den Brunnen gefallen und das Pflanzenschutzmittel Glyphosat und damit die konventionelle Landwirtschaft hatte einen weiteren Skandal am Hals.

In der bundesdeutschen Berichterstattung rund um ihre Branche laufe vieles schief, klagen Landwirte seit Jahren. Dieser Meinung bin ich auch. Daher veröffentliche weiter unten einen Beitrag, den ich Ende Januar 2017 bei Facebook online gestellt hatte.

Ich finde, er hat nichts an Aktualität verloren.

Landwirtschaft abschaffen!

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Der Fall Schulze Föcking – oder warum der Konjunktiv WDR-Schlagzeilen regiert

Nadine Henke und Schwein
Nadine Henke

Der WDR schießt scharf gegen NRW-Umweltministerin Christina Schulze Föcking – zu Unrecht, findet Tierärztin und Sauenhalterin Nadine Henke in ihrem Blog „Brokser Sauen“.  Sie hat uns ihr Einverständnis erteilt, ihre ausführliche Analyse an dieser Stelle zu veröffentlichen.

Der Fall Schulze Föcking – eine Hexenjagd

…und es hört nicht auf… Der Fall Schulze Föcking – oder warum der Konjunktiv WDR-Schlagzeilen regiert weiterlesen

Journalisten und Agrarblogger

Ein Fernsehbeitrag im NDR von Oda Lambrecht über Agrarblogger sorgte viel Diskussionen innerhalb der Agrarbloggerszene. Es wurde viel drüber geschrieben, ich selber habe mich bisher nicht offiziell geäußert.

Bloggen Bauern vergeblich?

Das möchte ich jetzt aber doch kurz tun. Doch bevor ich anfange, möchte ich auf den Blogpost von Rainer Winter verweisen, der das bisher geschehene gut zusammengefasst und selber bewertet hat. Auch Links zu anderen Beiträge dieses Themas und zum TV-Beitrag sind dort zu finden:

Rainer Winter beschäftigt sich mit dem TV-Beitrag vom Medienmagazin ZAPP (NDR)
Rainer Winter: „Bauern bloggen – vergeblich?“

 

Mein Antrieb zu bloggen

Wenn ich gefragt werde, warum ich mit dem Bloggen begonnen habe, antworte ich meistens:

„Weil ich als konventioneller Bauer die Berichterstattung zu landwirtschaftlichen Themen in den (meist) überregionalen Medien für unausgewogen hielt und mit meiner Sicht der Dinge selber auf „Sendung“ gehen wollte“

Das war vor sieben Jahren. Mein Medium war anfangs nur mein WordPress-Blog, erst später kamen Twitter, Facebook, YouTube & Instagram dazu.
Die Situation der medialen Berichterstattung hat sich seitdem nicht unbedingt verbessert. Die sozialen Netzwerke wie Facebook wuchsen zu Giganten und die klassischen Medien haben weiter mit sinkenden Auflagenzahlen und Einschaltquote zu kämpfen.

Wachsende Bloggerszene

Die Zahl der Blogger ist stark gestiegen. Es ist ja auch recht einfach zu bloggen und für fast jeden Typ gibt es eine Plattform, die für ihr genau passend ist. Ich selber bin begeistert über wirklich tolle YouTube-Kanäle, Instagram & Twitter-Accounts, über die bunte Vielfalt der Podcasts und natürlich auch über die Reichweiten, die einige über Facebook erreichen. Selber fühle ich mich hier bei WordPress und Twitter am Wohlsten.

Sind Blogger eine Gefahr für Journalisten?

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Praktikernetzwerk- das zweite Treffen

Nach Schmidt folgt Julia Klöckner

In der letzten Woche fand das zweite Treffen des Praktikernetzwerks in Berlin statt. Das erste Treffen fand im Sommer letzten Jahres noch mit Christian Schmidt (CSU) im Landwirtschaftsministerium statt. Nun war dessen Nachfolgerin, Julia Klöckner von der CDU unsere Gastgeberin.

Frischer Wind in Berlin (Bauer Willi)

Im Bild ist Bauer Willi (Dr. Will Kremer-Schillings zu sehen. Im Vordergrund Bernhard Barkmann
Bauer Willi ist auch im Kreis des Praktikernetzwerkes des Bundeslandwirtschaftsministeriums

Bauer Willi bat mich, dessen Bericht zu teilen. Das möchte ich gerne tun, muss aber diesen hier kommentieren, weil ich in Teilen eine andere Meinung habe. Also zunächst Willis Bericht lesen, ansonsten versteht man meinen Kommentar nicht in Gänze:

Gruppenfoto mit dem Praktikernetzwerk im BMEL. Snapshot von bauerwilli.com
Snapshot von bauerwilli.com –> Für Willis Beitrag bitte klicken.

Mein Kommentar:

Ich teile die Einschätzung von Bauer Willi, dass im Bundeslandwirtschaftsministerium ein frischer Wind zu spüren war. Es war nun das zweite Treffen und ich spürte auch eine geringere Skepsis, eine größere Lockerheit der Bediensteten und Mitarbeiter des Hauses. Die Ministerialbeamten hatten bei diesem Treffn die Möglichkeit, sich mit den unterschiedlichsten Praktikern zu unterhalten, sich auszutauschen, sich rück zukoppeln mit ihrer wohl meist eher drögen Bürokratie. Alleine wegen dieses Begleitumstandes halte ich das Praktikernetzwerk für eine gute Sache!

Direktzahlungen abschaffen?

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Grüne geistige Brandstiftung? Teil 5

Grüne geistige Brandstiftung – oder wenn die moralische Feuerwehr zum Feuerteufel wird. Eine Analyse.

Teil 5 – Glyphosat: Gift in den Händen der Abgeordneten Harald Ebner MDB, Martin Häusling MEP, Sven Giegold MEP und Maria Heubuch MEP

Läuft die Internet-Kommunikation von Bündnis 90 / Die Grünen zur konventionellen Landwirtschaft auf geistige Brandstiftung hinaus? Seit mehreren Jahren verfolge ich intensiv bei Facebook, was bzw. wie die Partei kommuniziert, seit einiger
ch bei Twitter. Mein Fazit: Es wird diffamiert, was das Zeug hält. – Fortsetzung –

Teil 1: Einleitung (5. März 2018)
Teil 2: Massentierhaltung (11. März 2018)
Teil 3: Antibiotika (11. März 2018)
Teil 4: Glyphosat (15. März 2018)

Harald Ebner MdB

Besonders intensiv treibt das Thema Glyphosat den Bundestagsabgeordneten Harald Ebner um. Der Politiker ist Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik sowie u.a. Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft.

Giftspritze

Ebner mag es gerne drastisch– in Wort, Schrift und Bild. So stellte er Mai 2015 das Ausbringen von Glyphosat in Form eines Katastrophenszenarios nach und inszenierte sich dabei als Warner. Dass die Dosis das Gift macht – irrelevant. Dass kein Landwirt es nötig hat, Glyphosat in einem Schutzanzug gegen biologische Kampfstoffe auszubringen – wenn’s der Kampagne dient? Anscheinend heiligt der Zweck die Mittel. Und was ist der Zweck? Das „Gift“ Glyphosat muss verboten werden. Grüne geistige Brandstiftung? Teil 5 weiterlesen