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Nitratbericht 2016 erschienen – Ein Dokument der Irreführung

Der Nitratbericht der Bundesregierung ist noch ganz frisch.

Vorbemerkung:
Niemand kann den ganzen Nitratbericht 2016 in wenigen Stunden lesen, darum hat der Statistiker Georg Keckl als Ersteinschätzung nur schnell das das Kapitel „Nitrat im Grundwasser“ betrachten und bewerten können.
Es gibt nun also offiziell ein neues Nitrat-Messnetz für das Grundwasser! Aber warum denn nun doch?
Wollte man eine neue „EU-Nitratlüge„, wie in der „dlz“ beschrieben, verhindern?
Wie wird diese Neuerung verkauft? Ein großer Wurf? Was ist nun besser?

Georg Keckl gibt die Antwort im folgenden Beitrag, die Lektüre lohnt sich, nehmen sie sich bitte die Zeit:

Nitratbericht 2016 erschienen – Ein Dokument der Irreführung

Ein gemeinsamer Nitratbericht der Bundesministerien für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie für Ernährung und Landwirtschaft wird alle 4 Jahre erstellt. Der Nitratbericht 2016 ist erschienen. Nitratberichte sind Grundlage für die Beurteilung der EU über die Fortschritte der deutschen Nitratminimierungsziele.
Der Bundes-Umweltministerin und dem Bundes-Landwirtschaftsminister ist dieser Fachbericht wieder keine Pressemeldung wert, trotz des medialen Wirbels um Nitrat im Grundwasser in letzter Zeit, insbesondere seit der Nitrat-Klage der EU gegen Deutschland vor dem EuGH. Die Österreicher melden das für ihren Nitratbericht 2016, bei viel weniger Ärger mit der Materie in Österreich (https://www.bmlfuw.gv.at/). Dafür gibt es eine Pressemeldung des Bauernverbandes (DBV): Der Bauernverband stellt heraus, dass es zu keinem Anstieg der Nitratbelastung im Grundwasser gekommen ist, bei Oberflächengewässer wird die großartige Erfolgsgeschichte von der Verbesserung der Gewässerqualitäten fortgeschrieben (vgl. Spiegel: Früher war alles schlechter). Nitratbericht 2016 erschienen – Ein Dokument der Irreführung weiterlesen

So ein Mist – Folge 1.01 – das Netz ist dünn

In der FAZ vom 1.Oktober 2015 erschienen acht Artikel über Landwirtschaft und Ernährung. Georg Keckl macht sich heute und in den nächsten Tagen ein paar Gedanken zu den Berichten und Artikeln.

Teil 1

Zum Artikel „So ein Mist“ von Reinhard Bingener auf Seite 5

1.01 Falscher Mainstream in Eingangsstatement

„…die EU-Kommission, die wegen der verschlechterten Wasserqualität ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet hat.“ (Zitat FAZ, erster Absatz:)

Wenn der Leser zu Beginn liest, dass sogar die EU Deutschland wegen „verschlechterter Wasserqualität“ anklagt, wird er das auf alle Wasserarten beziehen und das Ganze für eine große, einmalige Sache halten.
Der eigentliche Skandal ist nun die generelle Falschberichterstattung, der Mainstream, zu dem Thema, denn die Wasserqualitäten haben sich nicht verschlechtert, die Datenlage ist dünn und die EU klagt inflationär.

  1. Die Flüsse und Seen werden die letzten Jahren dramatisch sauberer, verlorene Arten kehren zurück, die Fischer beklagen drastisch verringerte Fangmengen weil die Gewässer so sauber, so klar wurden. Flüsse speisen sich aus Grundwasser u.a..
  2. Die EU-Kommission hat nicht wegen einer „verschlechterten Wasserqualität“ ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet, sondern wegen einer nicht verbesserten Wasserqualität in einem sehr speziellen Netz.
  3. Das Nitrat-Datenmessnetz, auf das sich die EU bezüglich Deutschland stützt, ist absurd dünn, wurde vom grünen Geist nach Propagandagesichtspunkten angelegt und gegen jede Objektivierung verteidigt, unterscheidet sich fundamental von dem der damit verglichenen Nachbarstaaten. Nach den EU-Verpflichtungen wäre nötig gewesen, die Werte in diesem trickreich angelegtem „EU-Netz“ zu verbessern, was in Deutschland seit ca. 10 Jahren nicht mehr gelingt, darum die Drohung („Einleitung“) mit einem Vertragsverletzungsverfahren. Fertige Klagen laufen deswegen nach meinem Kenntnisstand gegen Frankreich, Polen und Griechenland(*) . 2004 liefen gegen 13 der damals 15 EU-Saaten Vertragsverletzungsverfahren deswegen. Den heutigen Stand kenne ich nicht, wäre aber auch nett zu wissen.
Entwicklung der mittleren Nitratgehalte im EU-Nitratmessnetz (im für Deutschland nicht repräsentativen „Belastungsmessnetz“, das nur 160 Messstellen hat). Die Schwankungen der Werte sprechen für einen sehr schwach abgesicherten „Trend“ und machen die Werte/ Wertermittlungen von 07 - 09 erklärungsbedürftig!
Entwicklung der mittleren Nitratgehalte im EU-Nitratmessnetz (im für Deutschland nicht repräsentativen „Belastungsmessnetz“, das nur 160 Messstellen hat). Die Schwankungen der Werte sprechen für einen sehr schwach abgesicherten „Trend“ und machen die Werte/ Wertermittlungen
von 07 – 09 erklärungsbedürftig!

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