Archiv der Kategorie: Biogas

Großes Haus mit Tanne davor

Märchenzeit, die Dritte: Si tacuisses, philosophus mansisses, Sarah!

Wenn Du geschwiegen hättest, wärst Du eine Visionärin geblieben, Sarah!* (Anmerkung am Ende). Es folgt das dritte der fünf Märchen der Sarah Wiener. Die Bloggerin Birgit Medlitsch stellt in ihrem Blog Das ist los. Aussagen der österreichischen Starköchin zu Gut Kerkow und ihre Rolle nach der Übernahme auf den Prüfstand. Um ein abgedroschenes, unverändert aktuelles Sprichwort zu bemühen: Es duftet nach

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.

Nummer 3: Das Märchen von der Visionärin

In einem Interview mit der dpa (Deutsche Presse-Agentur, April 2019) bezeichnet sich Sarah Wiener in Bezug auf Gut Kerkow als „Chefideologin“, die Visionen hat.

In diversen Interviews mit ihr kann man nachlesen und nachhören, was sie nicht alles erneuert und verbessert und auch „neu erfunden“ hat.

Auch – so kann man in ihrem neuen Buch nachlesen – soll Gut Kerkow für sie etwas desolat und führungslos gewirkt haben. In einem Interview (Berliner Zeitung 17.6.2018) spricht sie sogar von einem völlig marodem und verschuldetem Hof.

Das Märchen von der Visionärin.

Sarah Wiener hat – gemeinsam mit ihren Partnern – Gut Kerkow im Jahr 2014 gekauft.

Der vorherige Eigentümer, und sehr bekannte und angesehene Diplomagraringenieur, Johannes Niedeggen, war im Jahr 2013 am Gut tödlich verunglückt.

Nun heisst es, Gut Kerkow befände sich seit der Übernahme in Sanierung (Jochen Beutgen gegenüber Ö1; Ö1 Morgenjournal, 20.3.2019).

Das alles klingt so, als wären Sarah Wiener und ihre Partner und Gesellschafter Wunderwuzzis, die einen angeblich herabgewirtschafteten Hof auf Vordermann bringen. Dazu kommt noch eine selbst ernannte Bio-Bäuerin und „Visionärin“, die uns erzählt, welche ihrer großartigen Visionen sie nicht alle aus Gut Kerkow umgesetzt hat. Schauen wir einmal ein wenig in die Vergangenheit. War das nicht schon alles vorher da?

Der Visionär, der Gut Kerkow aufgebaut hat.

Ich hätte ihn gerne kennengelernt: Johannes Niedeggen.

Am 3. Mai 1994 hat er Gut Kerkow von der Treuhand gekauft, und zwar ohne Mitarbeiter und ohne Rinder.

Er war ein Visionär, der Gut Kerkow mit Liebe und Hingabe zu einem Vorzeigebetrieb im Bereich der Biolandwirtschaft gemacht hat. Davon zeugen viele Medienberichte, unter anderem eine 5-seitige Reportage in „Neue Landwirtschaft“ im Juli 2011. (PDF-Link im Originalpost).

Ihm war das nachhaltige Wirtschaften ein grosses Anliegen, und das hat er auf Gut Kerkow in Form der Kreislaufwirtschaft umgesetzt. Auch zur Erhaltung alter und gefährdeter Nutztierrassen trug er bei, und machte Gut Kerkow zu einem von 70 Archehöfen Deutschlands.

Fünf Mio. Euro investiert

Neben der Milchkuhhaltung hat er bereits 1994 mit der Aberdeen-Angus-Zucht begonnen und eine Herde mit 100 Angusmutterkühen aufgebaut. Er hat sich für erneuerbare Energie eingesetzt und eine Biogasanlage sowie eine öffentliche Tankstelle für Diesel und Pflanzenöl gebaut. Zwei seiner Traktoren hat er für Rapsöl umgerüstet und konnte das kaltgepresste Rapsöl als Treibstoff nutzen. Auch war er bei der größten europäischen Biofachmesse, der Biofach, im Jahr 2012 Vortragender zum Thema Biogas.

Er baute das Gutshaus zur Pension um, richtete eine Gaststätte, einen Veranstaltungsraum und einen Bauernmarkt ein. Überdies baute er eine „Registrierte Schlachtstätte“ für die Hofschlachtung. Er setzte sich sehr für das Tierwohl ein und ließ seine Schafe und Rinder das ganze Jahr über halbwild auf den Wiesen im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin leben. Johannes Niedeggen hat 5 Millionen Euro investiert und 22 Arbeitsplätze geschaffen. (Quelle: Homepage von Gut Kerkow vom 24.12.2006)

Alles schon da

Also alles schon da, als Sarah Wiener und ihre Partner und Gesellschafter Gut Kerkow kaufen, oder? Und von desolat oder marode kann auch nicht die Rede sein. Denn: der Ortsvorsteher von Kerkow, Reinhard Koslowski beschrieb 2013, als Johannes Niedeggen verunglückte, Gut Kerkow als moderenen Bio-und Erlebnishof, der sich durch zahlreiche Initiativen, von Regionalvermarktung bis Landpartie, einen Namen gemacht hat, der weit über Kerkow und die Uckermark ausstrahlt. (MOZ, 28.2.2013)

In ihrem neuen Buch schreibt Sarah Wiener „Vor allem aber wurden vor einigen Jahren die ersten Weichen in Richtung ökologische Landwirtschaft gestellt.“ Eigentlich war der Betrieb bereits seit 2011 komplett auf bio, also ökologisch, umgestellt. Da waren keine Weichen mehr. Es war alles schon erledigt. Auch Bilder des Guts aus der Zeit von Johannes Niedeggen und Berichte darüber zeigen einen wunderbaren Bio-Gutsbetrieb. Ich sehe jetzt nicht grossartig eine Änderung durch Sarah Wiener als „Chefideologin“. Aber schauen wir uns doch eine ihrer „visionären“ Ideen an.

Die Vision von der Fruchtfolge.

Wenn sie sagt „Meine Idee war zum Beispiel einfach die siebenjährige Fruchtfolge einzuführen.“ (Ö1 Morgenjournal, 20.3.2019) kann es sein, dass viele Landwirte komische Gesichter machen.

Johannes Niedeggen hat es sicher nicht viel anders gemacht, denn angesichts der Kulturen, die er angebaut hat (Reportage in „Neue Landwirtschaft“ im Juli 2011), war auch nicht viel anderes möglich.

Landwirte achten grundsätzlich auf die Fruchtfolge. Vielleicht nicht sieben Jahre, aber sie planen mindestens 5 Jahre voraus, denn sie möchten ja eine gute Ernte. Und das funktioniert ohne kluge, geplante Fruchtfolge nicht. Noch dazu gibt es etliche Kulturen, die einen Fruchtfolgeabstand von mindestens 4-5 Jahren benötigen. Das gilt nicht nur für Bio-Betriebe, sondern auch für die konventionelle Bewirtschaftung.

Laut dem letzten Biozertifikat gibt es auf Gut Kerkow Silomais, Grün- und Raufutter und Getreide. Eine Rückfrage am Gut Kerkow hat ergeben, dass kein Mais angebaut wird, sondern Gerste, Roggen, Winterweizen, Dinkel, Sommerroggen und Sommerhafer. Für die Fruchtfolge wird zwischen diesen Kulturen 2 Jahre, manchmal auch länger, Kleegras angebaut (das für die Rinder benötigt wird).

Was ist neu, was innovativ?

Ich frage mich, was daran gross neu und innovativ sein soll? Das machen andere Landwirte auch. Das hat Sarah Wiener nicht erfunden. Vor allem: wenn man mit dem, was man anbaut, hauptsächlich Tierfutter „produzieren“ muss, dann hat man nicht viele Möglichkeiten. Das ist sozusagen „aufgelegt“, wie wir Österreich so schön zu sagen pflegen.

Bei der Auswahl von Getreide und Kleegras ist der Plan für die nächsten sieben Jahre nicht sehr kompliziert. Es gibt Bio-Landwirte, die bauen andere Kulturen an, da wird das schon weit komplexer.

Und warum wird auf Gut Kerkow kein Gemüse angebaut? Dann könnte man das eigene Gemüse über den Bioladen vermarkten und müßte das nicht zukaufen. Kürbisse, zum Beispiel, würden sich bei den sandigen Böden dort sehr gut eignen. (Auch ich kann gute Tips geben.)

*Anmerkung: Ich habe mir die künstlerische Freiheit herausgenommen, die Philosophin durch die Visionärin zu ersetzen.

Hier geht’s zu den anderen Märchen:

Märchen Nummer 1: Das Märchen von den Agrarsubventionen.

Märchen Nummer 2: Das Märchen von der Landwirtschaft. Oder: Sarah Wiener und ihre Partner.

Grüne geistige Brandstiftung? Teil 6

Grüne geistige Brandstiftung – oder wenn die moralische Feuerwehr zum Feuerteufel wird. Eine Analyse.

Teil 6 – Nitrat: Gülleschwemme? Oder ist alles ganz anders, als es aussieht?

Läuft die Internet-Kommunikation von Bündnis 90 / Die Grünen zur konventionellen Landwirtschaft auf geistige Brandstiftung hinaus? Seit mehreren Jahren verfolge ich intensiv bei Facebook, was bzw. wie die Partei kommuniziert, seit einiger Zeit auch bei Twitter. Mein Fazit: Es wird diffamiert, was das Zeug hält. – Fortsetzung –

Teil 1: Einleitung (5. März 2018)
Teil 2: Massentierhaltung (11. März 2018)
Teil 3: Antibiotika (11. März 2018)
Teil 4: Glyphosat (15. März 2018)
Teil 5: Glyphosat – Gift in den Händen dreier Abgeordnete (22. März 2018)
Teil 6: Nitrat  – und kein Ende mit der Scheiße (aktualisiert am 13. Mai 2018)

Nitrat – und kein Ende mit der Scheiße

Bündnis 90 / Die Grünen haben sich die Erhaltung der Natur auf die Fahnen geschrieben.

Bild: Wir erhalten unsere Natur
Da seid Ihr schon zwei: Auch Landwirte erhalten unsere Natur! https://www.gruene.de/programm-2017/a-bis-z/wir-erhalten-unsere-natur.html (13.08.2017)

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Grüne geistige Brandstiftung? Teil 1

Grüne geistige Brandstiftung – oder wenn die moralische Feuerwehr zum Feuerteufel wird. Eine Analyse.

Teil 1 – Einleitung

Läuft die Internet-Kommunikation von Bündnis 90 / Die Grünen zur konventionellen Landwirtschaft auf geistige Brandstiftung hinaus? Seit mehreren Jahren verfolge ich intensiv bei Facebook, was bzw. wie die Partei kommuniziert, seit einiger Zeit auch bei Twitter. Mein Fazit: Es wird diffamiert, was das Zeug hält.

Szenenwechsel: In letzter Zeit wird verstärkt über das Mobbing von Bauernkindern debattiert. Die Nordwest-Zeitung (NWZ) hatte bereits 2015 das Problem thematisiert mit dem Aufmacher „Wenn der Bauer zum Bösewicht wird“ (06.05.2015). Bundesweite Beachtung fand eine Umfrage, die die Vorsitzende des Landfrauenverbandes Württemberg-Hohenzollern Juliane Vees zum Thema „Mobbing an Bauernkindern“ initiiert hatte. BlogAgrar berichtete am 13.02.2018: „Bauernkinder-Mobbing: Schmähbrief an Juliane Vees“.  Am 22.01.2018 wiederum veröffentlichte die Journalistin Claudia Ehrenstein in der Welt einen vielbeachteten Beitrag zum Thema: „Dein Vater ist ein Tierquäler“. Wie man mit dem Mobbing lebt, davon berichtete ein Betroffener hier im Blog: „Mobbingopfer – Wie Negative-Campaigning die Landwirtschaft zerstört“.

Wer trägt die Verantwortung?

Am Mobbing, aber auch daran, dass die kleine Minderheit der Landwirte zunehmend zu Sündenböcke für fast alle Fälle abgestempelt werden? Das frage ich mich seit längerem. Klar ist: Einfache Antworten gibt es nicht. Allerdings entsteht ein gesellschaftliches Klima, in dem Kinder sich anhören müssen, ihre Eltern seien Tierquäler, verantwortlich für Antibiotikaresistenzen und vergiften Trinkwasser (Gülle) sowie Essen (Pestizide) nicht aus dem Nichts. Daran basteln viele mit. Unter anderem Vertreter von Bündnis 90 / Die Grünen – so mein Eindruck.

Nun haben Eindrücke keine Aussagekraft. Also habe ich mich in den letzten Wochen und Monaten mal an die Arbeit gemacht und das Internet gesichtet, quasi. Ein Mammutaufgabe – nicht, weil sich nichts finden ließe. Nein, das Web bordet über vor Material. Einiges davon habe ich zusammengetragen und unter den Zwischenüberschriften Antibiotika, Glyphosat, Insektensterben, Massentierhaltung und Gülle mittels Bildschirmphotographien, so genannter Screenshots, eingeordnet und Aussagen wo immer möglich mit Links belegt.

Kampagnen treffen Menschen

Bevor ich fortfahre, möchte ich an dieser Stelle explizit klarstellen, dass sich grüne Kampagnen, soweit ich es überschaue, NICHT gegen Menschen richten. Ausnahmen wie Landwirtschaftsminister Christian Schmidt bestätigen die Regel. Die Botschaften richten sich gegen die konventionelle Landwirtschaft als solche, die böse „Agrarindustrie“ – treffen aber den Menschen!

Kein Ackerbau ohne Landwirt, keine Tierhaltung ohne Landwirt. Wie ist es bloß möglich, dass eine Partei, die so sehr um Minderheiten bemüht ist, um Menschen, um Respekt, Toleranz, um ein friedvolles Miteinander, bei dem kleinen Berufsstand der Landwirte einen solchen Aussetzer an den Tag legt?

Zurück zur Eingangsfrage: Betätigen sich die Grünen als geistige Brandstifter? Spoiler: Ich meine ja!

Warum?
Weil das grüne Narrativ folgendes Bild von Deutschlands konventionell wirtschaftenden Landwirten transportiert: Sie

  • quälen Tiere,
  • verursachen Antibiotikaresistenzen,
  • „verbrennen“ Reserveantibiotika,
  • bringen Gift auf dem Acker aus,
  • bewirken Krebserkrankungen,
  • verunreinigen Essen mit Gift,
  • fluten die Republik mit Gülle,
  • verunreinigen das Trinkwasser,
  • beeinträchtigen die Gesundheit der Bundesbürger
  • verursachen das Insektensterben.

Geistige Brandstiftung? Jein!

Einer Definition zufolge gilt als geistiger Brandstifter jemand, der andere diffamiert und herabwürdigende Unwahrheiten öffentlich verbreitet ODER andere auf intellektueller und diskursiver Ebene zu Straftaten anstiftet.

Ich würde sagen, der Teil vor dem ODER ist ein Volltreffer. Der zweite Teil – NEIN. Trotzdem es teilweise zwar bösartig zugeht, bin ich felsenfest überzeugt, dass eine Anstiftung zu Straftaten nicht beabsichtigt ist.

Der herabwürdigende, diffamierende Umgang, den Grünenpolitiker mit konventionell wirtschaftenden Landwirten pflegen sowie die Abwesenheit von jeglicher Differenzierung im Diskurs zeitigen Konsequenzen. In Form eines gesellschaftlichen Klimas, in dem Kinder gemobbt werden, in Form von unsäglichen Pöbeleien bei Facebook und den Kommentarspalten bei Spiegel Online, der Zeit u.a., aber auch in der realen Welt. An dieser Stelle erinnere ich an das Video über die aufgebrachte Spaziergängerin, die einen Landwirten wüst beschimpfte.

Feindbild konventionelle Landwirtschaft

Die konventionelle Landwirtschaft und damit der konventionell wirtschaftende Landwirt wurden über die Jahre zu einem Feindbild aufgebaut. Der Beweggrund mag gut gemeint sein – das Land vor der „Agrarindustrie“ und ihren ruinösen Umtrieben, vor Umweltverschmutzung, vor „Gift im Essen“ zu retten. Bloß was ist das Ergebnis?

Die moralische Feuerwehr ist zum Feuerteufel mutiert!

Die Beweisführung ist umfangreich. Daher veröffentliche ich sie in mehren Teilen. So wie ich es zeitlich einrichten kann.

Danksagung

Während meiner Arbeit an dem Blog „Grüne geistige Brandstiftung“ habe ich wiederholt auf Beiträge der Bloggerin Schillipaeppa zurückgegriffen. Schließlich ist der Blogname „Ein Blog in der Brandung“ Programm: Die Landwirtin und studierte Philosophin ist eine der wenigen Menschen im Lande, die zum Thema konventionelle Landwirtschaft gründlich und sauber sowohl in die Tiefe als auch Breite recherchiert. Susanne, ich finde, Du leistest phantastische Arbeit!

Mein Dank geht an dieser Stelle auch ins Schwäbische – gracias por el control de calidad de ayer, hoy y esperamos que también en el futuro!

Wir haben es satt! Ach! So ein Zufall. Ich auch. Immer noch. Und wie!

Infos zum Aktionstag
Das Aktionsbündnis „Wir machen Euch satt“ packt lieber an statt auf Töpfe einzudreschen.

Kommenden Samstag ist es wieder soweit: Das „Aktionsbündnis Wir haben es satt (WHES) demonstriert gegen alles Mögliche rund um die moderne Landwirtschaft in Berlin. Vorrangiges Ziel: Man will der Agrarindustrie die Stirn bieten.

Ich habe es es auch satt. Daher  habe ich meine private Anti-WHES-Demo von 2017 aus dem Archiv geholt, abgestaubt, aufgepeppt und online gestellt. Die Version 2.0 ist um einiges länger als mein erster Text damals. Nicht von ungefähr. Wer gedacht hatte, 2016 war ein heftiges Jahr für die konventionelle Landwirtschaft, wurde 2017 eines Besseren belehrt.

Warum ich auch 2018 nicht bei WHES mitlaufen und der Agrarindustrie die Stirn bieten will? Darum! Wir haben es satt! Ach! So ein Zufall. Ich auch. Immer noch. Und wie! weiterlesen

zum Insekten- & Vogelsterben

Frank Nagel (frankshalbwissen.de) beschäftigt sich in seinem aktuellsten Artikel über das von den Grünen oft postulierte Insekten- bzw. Vogelsterben. Ist das nun ein reales Problem, oder doch nur wieder die übliche grüne Panikmache?

Diese Analyse ist lang, aber die viertel Stunde, die für die gründliche Lektüre nötig ist, ist sehr gut investiert:

(c) frankshalbwissen.de

 

Nitrat: gute & böse Fakes?

Zur Vorstellung des Niedersächsischen Nährstoffberichtes1 2015/16 und der Berichterstattung darüber

Bezug: SAT1-regionalHAZ und NOZ 

Das umfangreiche Zahlenwerk dieser frühen Art einer Nährstoff-„Stoffstrom-Bilanz“ oder -„Hoftorbilanz“ für Niedersachsen ist das Eine, die ministeriellen Einführungsworte das Andere. Mit Formulierungen wie „Zehntaussende Hektar fehlen im Land“ in den Zeitungen werden trickreiche Zahlen-Interpretationen jenseits der Ziffern weitergegeben. Die Lehre aus der Waldsterbenshysterie vor 30 Jahren sollte sein, auf eine manipulative Wortwahl, die Selektion und „Konfektion“ passender Zahlen und die Verzerrung bis Fälschung von Ergebnissen durch Eiferer besonders kritisch zu achten. Lieber selber Zahlen bewerten.

Manipulative Wortwahl

Dieser Satz zu den leicht abgenommenen Dungmengen stimmt mehrfach nicht:

Der jüngste Nährstoffbericht belegt: Ihre Anstrengungen tragen erste Früchte“.

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Nitratbericht 2016 erschienen – Ein Dokument der Irreführung

Der Nitratbericht der Bundesregierung ist noch ganz frisch.

Vorbemerkung:
Niemand kann den ganzen Nitratbericht 2016 in wenigen Stunden lesen, darum hat der Statistiker Georg Keckl als Ersteinschätzung nur schnell das das Kapitel „Nitrat im Grundwasser“ betrachten und bewerten können.
Es gibt nun also offiziell ein neues Nitrat-Messnetz für das Grundwasser! Aber warum denn nun doch?
Wollte man eine neue „EU-Nitratlüge„, wie in der „dlz“ beschrieben, verhindern?
Wie wird diese Neuerung verkauft? Ein großer Wurf? Was ist nun besser?

Georg Keckl gibt die Antwort im folgenden Beitrag, die Lektüre lohnt sich, nehmen sie sich bitte die Zeit:

Nitratbericht 2016 erschienen – Ein Dokument der Irreführung

Ein gemeinsamer Nitratbericht der Bundesministerien für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie für Ernährung und Landwirtschaft wird alle 4 Jahre erstellt. Der Nitratbericht 2016 ist erschienen. Nitratberichte sind Grundlage für die Beurteilung der EU über die Fortschritte der deutschen Nitratminimierungsziele.
Der Bundes-Umweltministerin und dem Bundes-Landwirtschaftsminister ist dieser Fachbericht wieder keine Pressemeldung wert, trotz des medialen Wirbels um Nitrat im Grundwasser in letzter Zeit, insbesondere seit der Nitrat-Klage der EU gegen Deutschland vor dem EuGH. Die Österreicher melden das für ihren Nitratbericht 2016, bei viel weniger Ärger mit der Materie in Österreich (https://www.bmlfuw.gv.at/). Dafür gibt es eine Pressemeldung des Bauernverbandes (DBV): Der Bauernverband stellt heraus, dass es zu keinem Anstieg der Nitratbelastung im Grundwasser gekommen ist, bei Oberflächengewässer wird die großartige Erfolgsgeschichte von der Verbesserung der Gewässerqualitäten fortgeschrieben (vgl. Spiegel: Früher war alles schlechter). Nitratbericht 2016 erschienen – Ein Dokument der Irreführung weiterlesen