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Meine Motive

Warum ich mich für die „Wir machen Euch satt“- Demo (WMES) einsetze.

Die Premieren-Demo im vergangenen Januar war angesichts der extrem kurzen Vorbereitungszeit von vielleicht gerade zwei Wochen ein Achtungserfolg- in meinen Augen. Die ca. 1000 Demonstranten auf dem Washington-Platz am Berliner Hauptbahnhof machten erstmal auch öffentlich deutlich, dass sie es Leid sind, von den vielen tausend, bunt gemixten Teilnehmern und Veranstaltern des Demozuges der „Wir haben es satt“-Demonstration diffamiert und in den Dreck gezogen zu werden.

wmes_logo_01Die kleine Gegendemonstration mit überwiegend aktiven Bauern und Landfrauen wurde von einigen Medien wahr genommen. Bei einigen (nicht nur) neutralen Beobachtern setzte wohl ein Denkprozess ein. Ist es vielleicht doch nicht so einfach, die Landwirte in bestimmte Schubladen zu stecken? Hier die „guten“ Bauern auf der WHES und dort die bösen konventionellen Bauern und Massentierhalter mit ihren großen Höfen, die gerne für jedes Übel in der Welt verantwortlich gemacht werden können?

Natürlich ist es nicht so einfach! Das wissen aber leider die landwirtschaftsfernen Verbraucher nicht und viele Journalisten leider auch nicht. Auch die Macher der WHES fingen an zu grübeln. Plötzlich ist eine kleine Gruppe aufgetreten, die ihr gewohntes Meinungs-Monopol an diesem Tag aufgebrochen hat. Plötzlich drohten die pauschalen, verzerrten und teils auch schlicht falschen Anschuldigungen gegen die moderne Landwirtschaft differenziert von außen betrachtet zu werden!
Plötzlich könnte deutlich werden, dass die „Wir haben es satt“-Fraktion nicht für die Mehrheit der deutschen Landwirtschaft spricht, sondern – im Gegenteil – nur für eine aktive, aber letztlich kleine Gruppe steht, die nur eine Gemeinsamkeit haben:

„Wir haben es satt“ will sich auf Kosten der großen Mehrheit der Landwirte in Deutschland profilieren.“

 

Deshalb ist es wichtig, dass das Zeichen durch die „Wir machen Euch satt„- Meine Motive weiterlesen

Krawall in Brüssel

Ich war am vergangenen Montag in Brüssel, um gemeinsam mit meinen europäischen Kollegen auf die miserable Situation auf den Märkten aufmerksam zu machen.

ich mit Heike Müller aus Mecklenburg-Vorpommern
ich mit Heike Müller aus Mecklenburg-Vorpommern

Erst als ich mittendrin in der Demo-Traube war, habe ich bemerkt (bzw. ich wurde aufgeklärt), dass eigentlich zwei Demonstrationen angemeldet wurden. COPA (der europäische Bauernverband) und EMB (EuropeanMilkBoard, dem auch der Bund Deutscher Milchviehhalter angehört) wollten demonstrieren. Ursprünglicher Plan war wohl, dass beides nebeneinander und räumlich getrennt ablaufen sollte.
Aber letztlich waren die Bauern des EMB und BDM wohl zahlreicher vertreten als vom Bauernverband (DBV) bzw. der COPA. Ganz sicher war diese Fraktion viel lauter und aggressiver.
Und diese weit verbreitete Aggressivität auch gegen Teilnehmer aus den Reihen des Bauernverbandes stimmt mich nachdenklich.
In den Nachrichten und den Printmedien wird Gott sei Dank noch recht wohlwollend von der Bauerndemo berichtet. Allerdings wurde seitens der Journalisten kaum bemerkt, dass da viele Verbände mit ganz unterschiedlichen Positionen unterwegs waren (Bericht der DW).

Quelle: http://brf.be/national/922917/ Vier Polizisten bei Bauerndemo verletzt
Quelle: http://brf.be/ Vier Polizisten bei Bauerndemo verletzt

Kontraproduktiv!

Wie wirken die Bilder der Gewalt gegen Polizisten auf die Bürger?
Wenn einem die Argumente ausgehen, dann greift man zur Gewalt und bekommt dann auch noch 500 Millionen als Belohnung?
Ich möchte, dass Landwirte in der Mitte der Gesellschaft bleiben! Wenn wir Gewalt akzeptieren, um unsere Ziele durchzusetzen, bewegen wir uns selber an den Rand der Gesellschaft.
Die Gewalt wird sich kontraproduktiv auswirken. Tierrechtler, die wir vom Berufsstand meiner Meinung nach völlig zu Recht als militant bezeichnen, schmieren den Gewaltexzess in Brüssel und wieder aufs Brot. Krawall in Brüssel weiterlesen