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Quo vadis, Welthungerhilfe?

welthungerhilfe_logoIch habe im letzten Jahr Werbung für die Welthungerhilfe gemacht (ein Cent für Misereor), nachdem Misereor und Brot für die Welt sich mit einseitigen und undifferenzierten Schuldzuweisungen auf Kosten der modernen Landwirtschaft profilieren wollten und so für Spenden warben. Auch die aktive Teilnahme als Förderer der „Wir haben es satt“-Demo wurde von mir und sehr vielen Berufskollegen als Schlag ins Gesicht empfunden.
Konsequenz: diese Organisationen bekommen von mir keine Spenden mehr.
Stattdessen habe ich auf die Welthungerhilfe verwiesen.
Nun habe ich entdeckt, dass diese Organisation zwar nicht Förderer (wie Misereor bzw. Brot für die Welt), aber offizieller Unterstützer der jährlichen Demonstration gegen die moderne Landwirtschaft ist. Eine herbe Enttäuschung für mich.
Was meint ihr? Wie ist das unterstützende Engagement der WHH zu bewerten?
Für welche Entwicklungsorganisation kann man als moderner Bauer denn noch spenden, ohne sich selber ins Fleisch zu schneiden?
Eines steht für mich jedoch felsenfest:

Auch zur kommenden internationalen Grünen Woche müssen die Landwirte aufstehen und für den Berufstand, für die moderne Landwirtschaft eintreten und nicht pauschal gegen sie schimpfen und diffamieren wie es eine kleine Splittergruppe unter den Landwirten mit einem ganz bunten Strauß an NGOs Jahr für Jahr machen!

Postfaktisch mag zwar das Wort des Jahres sein, aber wir dürfen dennoch nicht aufhören zu argumentieren und für unsere Positionen kämpfen!

mehr Infos: http://www.wir-machen-euch-satt.de/ (Facebook)

dialogstattprotest_2017

Ein Cent für Misereor

Fastenopfer-Tüte von misereor (Vorderseite)
Fastenopfer-Tüte von misereor (Vorderseite)

Wir befinden uns mitten in der Fastenzeit und wie jedes Jahr trudelt mit dem Pfarrbrief auch die Spendentüte von Misereor ins Haus. Damit bittet Misereor um ein Fastenopfer.

In den vergangenen Jahren bzw. Jahrzehnten war es für meine Familie immer selbstverständlich für das bischöfliche Hilfswerk zu spenden. Nach reiflicher Überlegung komme ich mit meiner Familie zum Schluss, in diesem Jahr nicht für Misereor zu spenden! Obwohl- gar nicht ist auch nicht korrekt ausgedrückt: Misereor wird einen Cent überwiesen bekommen mit dem Hinweis #wirmacheneuchsatt im Überweisungsträger.

Fastentüte (Rückseite)
Fastentüte (Rückseite)

Damit möchte ich noch einmal gegen die Teilnahme bzw. Organisation von Misereor an der „Wir haben es satt“- Demonstration im Januar in Berlin protestieren! Diese Demo ist für mich und viele meiner Berufskollegen ehrverletzend. Ich habe das Gefühl, dass alle dort beteiligten Organisationen sich auf Kosten der großen Mehrheit der Bauern in Deutschland profilieren wollen. Diese öffentlich zur Schau getragene Diffamierung eines ganzen Berufsstandes möchte ich bzw. meine Familie nicht auch noch durch unsere Spende unterstützen!

Gleichzeitig wird stattdessen  an die konfessionslose Welthungerhilfe welthungerhilfe_logogespendet, denn die Hungerbekämpfung auf der Erdkugel ist sehr wichtig- gerade wegen der vielen Krisenherde auf der Welt. Und da finde ich, ist die Welthungerhilfe eine gute Adresse. Das Spendensiegel des DZI bestätigt meine Einschätzung. Ferner kommt diese Organisation ohne Diskreditierung der herkömmlichen Landwirt in Deutschland aus.

Hier noch einmal die Spendenkonten:

MISEREOR:
IBAN DE75 3706 0193 0000 1010 10
BIC: GENODED1PAX

DEUTSCHE WELTHUNGERHILFE:
IBAN: DE15 3705 0198 0000 0011 15
BIC: COLSDE33

ein Cent für MISEREOR
ein Cent für MISEREOR

Zum Schluss möchte ich betonen, das ich nicht nicht spenden möchte (nur nicht an Misereor, sondern an die Welthungerhilfe) und den bereits begonnenen Dialog mit Vertretern der „Wir haben es satt“-Demo fortführen möchte.
Wäre ich Protestant und kein Katholik, würde ich wohl auf eine Spende zu Gunsten von Brot für die Welt verzichten, aber ich bin nun einmal katholisch und Misereors Aktionen gegen mich, den Berufsstand oder „das System“ berühren mich stark.

Alles, was ich bisher zum Thema Misereor gebloggt habe, lässt sich hier nachlesen.