Ökonomische Zwänge der Gesellschaft

Ökonomische Zwänge der Gesellschaft

Würden Sie mir zustimmen, wenn ich vom ökonomischen Zwang der Gesellschaft spreche?

Wenn man einige Wirtschaftszweige nennt in denen kleine Einheiten am Markt kaum oder gar nicht mehr vorhanden sind müsste man dann nicht zustimmen?

Wo ist denn z.B. der kleine „Tante Emma Laden“ um die Ecke nicht durch einen Discounter ersetzt worden?

Wo ist denn noch nicht der einzelne kleine Bäcker, der nicht mehr als 10 verschiedene Produkte verkauft, von größeren Ketten verdrängt worden?

In der Automobilindustrie oder in der Bauindustrie ist es uns, denke ich, allen klar, dass Unternehmen wachsen müssen um größere Mengen anzubieten und somit gegenüber dem Mitbewerber einen preislichen Vorteil zu haben.

Aber sogar kleine Schulen und Krankenhäuser werden geschlossen, weil sie nicht mehr ökonomisch wirtschaften können.

In der ganzen Breite der Wirtschaft und auch in allen sozialen Bereichen müssen die teilnehmenden Unternehmen wachsen um am Markt bestehen zu können, oder um der Gesellschaft nicht zu teuer zu werden.

In der Landwirtschaft ist das von vielen Menschen nicht gewollt!

Warum ist das so? Warum dürfen wir Landwirte für unsere Arbeit und Risiken keine angemessene Bezahlung erwarten?

Der allgemeine ökonomische Zwang geht doch an der Landwirtschaft nicht vorbei, das wird aber besonders von grünen Politikern gerne ignoriert.

Es geht doch in allen Bereichen nur über den Preis und über die Menge. Jeder landwirtschaftliche Betrieb hat sich im Laufe der Jahre weiter entwickelt und erweitert, auch die 5 % der Betriebe, die mit der Zeit jedes Jahr leider aufgeben mussten. Wo hätte diese Entwicklung denn verändert werden sollen, ohne die Landwirtschaftliche Urproduktion ins Ausland zu verlagern?

Wer jetzt meint, das Bio das Gegenteil beweisen würde, der Irrt gewaltig und hat seine Augen noch nicht ganz geöffnet. Bio können sich nur die Besserverdiener leisten, genauso wie nur Besserverdiener sich ein hochklassiges Auto leisten können.

Das es immer mehr „Billig-Bio“ gibt ist doch der Beweis dafür, dass die Zahlungsbereitschaft sinkt. Außerdem ist „Billig-Bio“ ein weiterer kräftiger Beweis dafür, dass landwirtschaftliche Produktion durch das Kaufverhalten des Verbrauchers in andere Länder exportiert wird. Anders gesagt, der deutsche Bio Markt kann die Nachfrage nach Bio Produkten zu dem Preis nicht stillen. Wieder ist es der Preis, der den deutschen Bauern zu gering ist um ausreichend „Billig-Bio“ Produkte zu erzeugen und außerdem gibt es schon genug Beispiele wo z.B. Bio Kartoffeln aus Ägypten importiert werden und die Kartoffeln der deutschen Bio-Bauern bleiben liegen. Dann kann man besser gleich aufhören.

Wir haben eine ganze Nation, ja einen ganzen Planeten zu ernähren, da dürfen wir es uns nicht leisten Nahrung teuer herzustellen und dabei sogar ein Großteil des Ertragspotenzials der Böden nicht auszuschöpfen.

Die wenigsten können sich teurere Lebensmittel leisten, darum ist die konventionelle, deutsche Landwirtschaft auf dem richtigen Weg.

Fragen wir doch mal konkret nach, warum in jedem Jahre 5 % der landwirtschaftlichen Betriebe aufhören!? Hauptsächlich gibt es hier 3 Gründe:

1: Der Betrieb ist zu klein und kann mit seiner Kapazität einfach nicht am Markt bestehen, er produziert eine zu geringe Menge um in der Summe seine Familie zu ernähren und es gibt keine Perspektive in Zukunft wirtschaftlich zu arbeiten. Größere Betriebe können oft nur mit Mengenzuschlägen ein ausreichendes Einkommen erwirtschaften, diese Zuschläge fehlen den kleinen.

2: Der Betrieb hat eine angemessene Größe, hat aber andere Produktionsprobleme, die die Kosten der Produktion zu teuer machen um noch ausreichend Ertrag zu erwirtschaften und der Betrieb wird bald vom Fremdkapital erdrückt.

3: Es gibt einfach niemanden der den Betrieb weiter machen möchte, weil es zu viel Arbeit und zu viel Risiko ist, für den möglichen Verdienst, oder weil man mittlerweile von vielen einfach nur noch beschimpft und angezeigt wird für seine ehrenwerte Arbeit.

Vergleichen Sie hier mal die Verdienst Möglichkeit nach einer Investition in der Landwirtschaft und in der restlichen Wirtschaft. Bei den Gewinnmargen der Landwirtschaft fangen andere Wirtschaftszweige gar nicht an zu planen. Das zeigt, dass man in der Landwirtschaft mit bodenständigen Zahlen zufrieden ist, obwohl das Risiko nicht geringer ist. Auch in der Landwirtschaft gibt es aber Unternehmer, die es übertreiben.

Ich selber bewirtschafte neben einer kleinen konventionellen Schweinehaltung noch einen landwirtschaftlichen ökologischen Eu-Bio-Legehennenstall. Wenn ich diese Option vor 3 Jahren nicht hätte realisieren können, hätte ich wohl spätestens in diesem Winter die Landwirtschaft mit ca. 1000 Schweinen ganz aufgeben müssen, weil der Betrieb einfach zu klein gewesen wäre.

Dabei mussten wir unseren Betrieb mit 14.625 Legehennen ökologisch ausrichten, weil sich eine konventionelle Produktion in dieser Größenordnung nicht rechnet! Und das obwohl wir bei Eiern nur einen Selbstversorgungsgrad zwischen 70 und 80 % haben.

Das sind Fakten!

Ich glaube wir sind uns einig darin, dass man die Erzeugung von Lebensmitteln als ehrenwerte Arbeit bezeichnen darf.

Aber auch diese Arbeit unterliegt den beispielhaft gezeigten ökonomischen Zwängen, das ist leider so.

Mal ganz abgesehen davon, dass der konventionelle Ackerbau und die konventionelle Tierhaltung im Großen und Ganzen nachhaltig und sinnvoll betrieben werden um die vorhandenen Ressourcen  effizient zu nutzen aber auch zu schonen, kann die Tierhaltung an sich sicherlich noch anders gestaltet werden.

Gezielte Düngung und gezielter Pflanzenschutz wird nur in der konventionellen Landwirtschaft betrieben. Dazu wird moderne Chemie und zum Teil auch Kunstdünger eingesetzt. Gedüngt wird nach dem Bedarf der Pflanze, was also bedeutet, dass in der konventionellen Landwirtschaft auch mehr gedüngt werden muss, weil hier zum Teil bis zu doppelten Erträgen eingefahren werden.

Beim Pflanzenschutz werden auch ganz gezielt Krankheitserreger oder Nebenkulturen bekämpft, die in unserer Nahrung nichts zu suchen haben. Konventionelle Produkte vom Acker sind daher größten Teils wesentlich reiner als ökologisch erzeugte Produkte.

„Und das ist paradox: Biobauern können das Bakterium Bacillus thuringiensis auf ihre Felder sprühen. Es ist ihr wichtigstes Pestizid. Wenn man jedoch das aktive Gen dieses Bakteriums in eine Pflanze überträgt, um sie gezielt gegen Schädlinge resistent zu machen, ist das in der Biolandwirtschaft verboten. Man darf also das ganze Bakterium versprühen, was viel gefährlicher ist, aber das einzelne Gen nutzen, das darf man in der Biolandwirtschaft nicht. Pardon, aber das ist verrückt!“

Das ist übrigens ein Beispiel für Gen-Technik und stammt nicht aus Deutschland, ist wegen des starken Imports von Bio Produkten aber auch für deutsche Verbraucher relevant. Es zeigt aber auch, dass Gen-Technik auch nicht pauschal böse ist, sondern, wie ich finde hier sehr sinnvoll angewendet wird, im Gegensatz zur Gießkannenmethode im Ökolandbau.

Wenn man nur die Fakten sprechen lässt, ist ökologische Produktion schlicht weg ineffizient und wie gerade gelesen nicht mal besser, sondern eher schlechter.

Alle Landwirte die ökologisch wirtschaften und damit ihre Familien ernähren können, haben hier mit kleineren und daher angeseheneren Betriebseinheiten ihre Nische gefunden, in der die teurere Produktion noch bezahlt wird. Vielleicht hinterfragt man aber auch mal warum viele Betriebe der ökologischen Produktion wieder den Rücken zu kehren.

Faktisch besser ist Bio schlicht weg nicht.

Die Tierhaltung sieht womöglich besser aus ist es aber auch nicht unbedingt.

Ich finde gut, dass man Dinge die einem nicht gefallen kritisiert. Nur muss man sich erstmal an Hand von Fakten über das Thema informieren, dann müssten viele merken, dass die Gründe aus denen Sie konventionelle Landwirtschaft ablehnen schlicht weg falsch sind.

Man muss hier zwischen Einzelfällen und der allgemeinen Vorgehensweise unterscheiden, das Stichwort heißt hier Differenzierung und nicht Pauschalierung. Und glauben Sie nicht einfach den Schlagworten von Politikern oder anderen Gruppierungen, die durch eine breitere Zustimmung nur ihre Einnahmen und ihren Arbeitsplatz sichern wollen.

Wir Landwirte wollen auch Einnahmen und Arbeitsplätze sichern und das mit ehrlicher, harter, risikoreicher und ehrenwerter Arbeit. Kritik nehmen wir gerne an, aber nur wenn man fair mit uns umgeht und man sich an Fakten orientiert.

Wenn man lieber ein vermeintlich reines Gewissen haben möchte und den Fakten keine Bedeutung beimisst, dann muss man auch die Konsequenzen  tragen und teures Bio kaufen. Wenn man dann noch meint die ganze Welt, oder auch nur Deutschland müsse biologisch wirtschaften, muss man sich auch in der Schlange der Nahrungsverteilung hinten anstellen. Denn dann würden wir wesentlich weniger Nahrungsmittel produzieren und auch nicht mehr diese breite Auswahl wie im Schlaraffenland haben. Und die Verbraucher, die nur makellose Kartoffeln oder Möhren kaufen wollen, sollten Ihren Einkauf außerhalb Deutschlands tätigen oder gleich hungern. Denn die Natur in all Ihren Formen wächst nicht nach einer Normkurve um optisch zu gefallen.  Außerdem werden Lebensmittel, weil das Angebot sinkt, wesentlich teurer, was wiederum nicht nur in Deutschland negative Auswirkungen haben wird.

Was bei Bio gut ist, meine ich, ist, dass man sich hier nicht ständig vergrößern muss und auch nicht unbedingt immer top Leistung haben muss. Meiner Meinung nach könnte Wachstum landwirtschaftlicher Betriebe auch geregelt werden, dann aber auch in ganz Europa und darüber hinaus.

Im Ackerbau bleibt keine Alternative zu einer intensiven aber auch nachhaltigen Wirtschaftsweise.

In der Tierhaltung könnte man sicherlich andere Wege gehen.

Wenn die Politik und die Gesellschaft meinen, dass die Landwirtschaft nicht den gleichen ökonomischen Zwängen ausgesetzt sein sollte, weil wir mit Lebewesen arbeiten, müsste die Politik den Verdienst der Landwirte völlig neu ordnen.

Eine Idee:

Ein ehemaliger Professor von mir meinte, man sollte alle Landwirte verbeamten, was aus meiner Sicht bei den landwirtschaftlichen Betrieben zu einer enormen Entlastung führen könnte. Meiner Meinung nach wäre das eine Option, die man sich im Ganzen mal überlegen müsste. Jeder Familien Betrieb bekäme ein ausreichendes Einkommen um seine Familie zu ernähren und der ökonomische Zwang den Betrieb zu vergrößern wäre ausgehebelt.

Der Staat könnte dann dem Landwirt sagen,“ mir ist es egal, ob du von deiner Sau 10 oder 30 Ferkel absetzt, Hauptsache die Tiere werden anders gehalten“.

Womöglich würde dann an der einen oder anderen Stelle der Bundesrechnungshof oder der Bund der Steuerzahler von Verschwendung von Steuergeldern sprechen, aber dafür hätte man dann hoffentlich ein reines Gewissen.

Wir Landwirte sind zu Veränderungen bereit, wir haben keine Probleme damit mit weniger Tieren oder geringerer Leistung einen trotzdem noch ausreichenden Verdienst zu erwirtschaften. Wir sind aber auch Unternehmer, die in Generationen denken und wollen unsere Betriebe an unsere Kinder weiter geben und müssen mit der Konkurrenz mithalten, wie jeder andere Unternehmer oder wie jedes Krankenhaus auch.

Der Ackerbau muss intensiv und nachhaltig betrieben werden, weil wir uns bei starker Extensivierung an dem Hunger anderer Menschen schuldig machen. Außerdem verschwinden jeden Tag unzählige Hektar zur Lebensmittelproduktion unwiederbringlich durch Bebauung.  Um Ackerbau nachhaltig und natürlich zu betreiben benötigt man auch bestimmte Mengen an Gülle, daher muss es Tierhaltung auch in einem ordentlichen Ausmaß geben.  Von nix kommt nix, dann wächst auch nicht der Weizen der Veganer, oder man will doch plötzlich mehr Kunstdünger einsetzen. Auch Pflanzen brauchen Nahrung.                                                           .

cache_2430774721  Nicht nur der Mangel an Wachstumsfaktoren führt zu kleineren Erträgen, auch der Überschuss bestimmter Elemente kann zu Einbußen führen. Schon daher muss auch Gülle als teurer Volldünger ganz gezielt eingesetzt werden.

Gerade weil wir als Landwirte und Unternehmer unsere Höfe, wenn noch möglich, an die nächste Generation übergeben, haben wir kein Interesse daran unsere Böden, die Grundlage unseres Wirtschaftens, zu schädigen.

Zum Schluss noch ein paar Beispiele an denen man sehen sollte, dass die globalen Zusammenhänge der Landwirtschaft in den Medien und von den NGO´ s oft falsch dargestellt werden, weil man sich nicht die Mühe macht die komplexe Materie ganz zu durchblicken, sondern kurzsichtig negative Effekte propagiert.

Z.B. Selbstversorgungsgrad Schweine Fleisch. Der Selbstversorgungsgrad bei Schweinefleisch liegt bei 115 %, woraus viele schließen, dass wir hier viel zu viel produzieren. Wenn man sich das ganze genau anschaut stellt man fest, dass wir in Deutschland sogar noch „edle“ Teilstücke vom Schwein importieren müssen, weil von den in Deutschland produzierten Schweinen viele Teilstücke, die der deutsche Verbraucher nicht essen will, exportiert werden müssen. Das heißt auch, wenn wir die Schweinproduktion in Deutschland weiter zurück fahren, z.B. bis 100 % müssten wir noch 15 % reines Fleisch zusätzlich importieren, das ist doch paradox.

Beispiel Eier: Wie eben schon erwähnt haben wir in Deutschland einen Selbstversorgungsgrad von 70-80 % und trotzdem ist man gegen Hühnerhaltung im Allgemeinen, oder besonders gegen die Bodenhaltung in Deutschland, weil die Hühner keine Wiese sehen. Was glauben Sie denn, aus welcher Haltungsform die fehlenden 20-30 % Eier kommen, die wir noch importieren? Sicherlich auch viele Bio Eier, aber hier werden Sie auch noch Käfighaltungseier z.B. aus der Ukraine finden. Wenn Ihnen das besser gefällt, bitte.

Verbraucher, denen der Appetit an Fleisch vergangen ist, weil z.B. das „Jenke-Experiment“ das einzige „Schweinehochhaus“ in ganz Europa gefunden hat und es als gängig Praxis darstellt, mögen sagen, es geht auch ohne Fleisch. Typisches RTL Niveau, haben daher sicherlich auch nicht so viele gesehen.

Außerdem gibt es im Pflanzenbau auch noch einige Beispiele für die ständig falsche Darstellung der „grünen Seite“.

Wenn man ständig darstellt, die deutsche Landwirtschaft würde der Landwirtschaft in z.B. Südamerika schaden oder gar den Hunger dort fördern und die Regenwaldabholzung voran treiben, weil wir Soja Öl für unser Tierfutter importieren, dann hat man sich hier schön kurzsichtig negative Effekte zusammen gereimt.

Wenn man tiefer hinschaut sieht man, dass das Sojaschrot für die Tierhaltung nur das „Abfallprodukt“ vom Soja Öl ist und für ein Abfallprodukt wird wohl kaum ein Baum gefällt. Aus der Soja Pflanze wird übrigens auch Tofu hergestellt. Was aber viel wesentlicher ist, ist die Nutzung als Biotreibstoff. Auf der einen Seite wollte man Ressourcen schonen, dafür rodet man aber jetzt Regenwälder…gut durch dachte grüne Politik…

Außerdem wird aus Europa auch Weizen nach Südamerika geschifft, weil der Weizen hier einfach besser wächst. Es ist sinnvoll diesen Handel so zu führen. Also bitte alle Zusammenhänge mit einbeziehen und nicht kurzsichtig falsche Schlüsse ziehen.

Oder noch einmal das Beispiel mit den Bio Kartoffeln, die aus Ägypten kommen und die der deutschen Biobauern bleiben liegen, weil Sie zu teuer sind.

Auch werden Ressourcen verschwendet, weil der deutsche Verbraucher zu „edel“ geworden ist. Äpfel und Kartoffeln mit „Schönheitsfehlern“ bleiben in den Regalen liegen, weil man glaubt Sie seien schlecht. Trotzdem beschwert man sich über die Tierhaltung, die angeblich Hunger verursacht. Glauben Sie denn, die hungernden Menschen würden Kartoffeln mit Macken liegen lassen? Ich finde das paradox, uns geht’s zu gut und auch darum hungern Menschen, das ist viel entscheidender als Tierhaltung, die Sinn macht.

Also nutzen Sie Ihre Zeit um sich richtig zu informieren, ich gebe Ihnen den Tipp sich die Seiten von Herrn Keckl mal intensiv durchzulesen und zu hinterfragen.

www.keckl.de

Hier finden Sie alles was Sie über Landwirtschaft wissen wollen. Sie werden feststellen, dass die mediale Darstellung der Auswirkungen der Landwirtschaft und der Tierhaltung  auf ärmere Regionen oder auf die Natur meistens rein von Gefühlen und Ängsten, nicht aber von tatsächlichen Fakten gesteuert werden.

Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten für die Medien, das bringt Einschaltquote. Wenn man lösungsorientiert Probleme wahr darstellen würden, wäre das Problem womöglich eines Tages gelöst und man hätte nichts mehr zu berichten oder müsste sein Parteiprogram über Bord werfen.

So wird auch beim sehr wichtigen Thema der resistenten Keime ignoriert, dass über 98 % der Keime aus der Humanmedizin kommen. Trotzdem ist für viele die Tierhaltung hier der Schuldige. Getan werden muss in dieser Problematik überall was, aber warum nicht da, wo es wirklich brennt?

Meistens werden hier völlig unrealistische und auch unsinnige Veränderungen gefordert. Es macht Sinn sich über Veränderungen in der Tierhaltung zu unterhalten, weil wir bewusster mit den Geschöpfen unserer Erde umgehen müssen. Radikaler Fleischverzicht würde theoretisch nur mit einer gesetzlichen, weltweiten Ernährungsvorgabe realisiert werden können, wäre aber total unsinnig, weil wir unsere dann Veganen Nahrungsmitteln nicht mehr ernähren könnten. Ohne Tierhaltung gibt es keine ausreichende Nahrungsmittelproduktion!!! Das ist Fakt!!!  

Lassen Sie sich nicht für dumm verkaufen und informieren Sie sich selbst,

Und wenn jemand sonst noch eine sinnvolle durchdachte Idee hat die ökonomischen Zwänge auszuhebeln, immer raus damit.

 Danke!

22 Gedanken zu „Ökonomische Zwänge der Gesellschaft

  1. Hallo Herr Hoffrogge,
    vielen Dank für diesen tollen Artikel. Inhaltlich gehe ich voll und ganz mit. Ich fand ihn auch vom Schreibstil sehr angenehm und hoffe öfter von Ihnen zu hören.

    Gruß

    Franz

  2. Ja, sehr schön zusammengefasst von Herrn Hoffrogge. Zusätzlich möchte ich noch anmerken, dass wir uns bei der Tierhaltung keinesfalls verstecken müssen. Wir halten unsere Tiere im deutschsprachigen Raum nicht nur besser, als unsere Väter, Großväter und Urgroßväter und -mütter, sondern auch besser, als der Rest der Welt.
    Ganz selbstverständlich gilt das auch 1:1 auf den ökologischen Part übertragen.
    Bei all den Mühen und Kosten der Weiterentwicklung – man strampelt sich ab, für zuvor nie vorstellbare Qualitäten und erbringt Leistungen, wie es in keiner anderen Berufsgruppe denkbar wäre – ob Tag oder Nacht – man hält es für selbstverständlich.

    Man sieht auch ein wenig mit Stolz, wie gut und gesund wir die Verbraucher ernähren.
    Ich traue mich sogar stellvertreten für den weit überwiegenden, eher sogar für alle Bauern zu sagen, dass wir unseren Job voll und ganz mit Herz und Verstand tun. Vor diesem Hintergrund tut natürlich Kritik ungerechtfertigte Kritik natürlich weh. Wenn dann noch bewusste Verleumdungen von Grünen-Politikern dazukommen, ist das wie ein Tritt ins Gesicht. Noch viel schmerzlicher ist jedoch, wenn zusätzlich noch von Kirchenvertretern nachgetreten wird, wenn man nach der letzten Verleumdung im Fernsehn mental noch fast am Boden liegt. Am gleichen Tag, wo man am Frühstück in der Zeitung weitere Verleumdungen liest, steckt man alles schnell weg, weil wieder ne halbe Stunde später muss Körper und Geist im Einklang Höchstleistung für Mensch, Tier und Umwelt erbringen.
    Das Schlimmste ist die Ohnmacht gegen die geballte Macht von Organisationen in teuflischer Absicht und deren Akzeptanz in der Gesellschaft. Jener Gesellschaft, die wir täglich ausreichend mit besten Lebensmitteln versorgen, und mit einer intakten Kulturlandschaft beschenken. Wieviele Menschen auf dieser Welt würden sich unsere Landwirtschaft in ihr Land wünschen. Unsere Gesellschaft wünscht sich die Elendslandwirtschaft aus der dritten Welt zu uns.
    Wir haben Minister, die sich scheinbar an jedem gequälten Tier aufgeilen:
    https://www.topagrar.com/news/Schwein-News-Schwein-Dammann-Tamke-Meyers-Ringelschwanz-Praemie-ist-staatlich-gefoerderte-Tierquaelerei-1727805.html
    Niemand stoppt den Typen, und täglich werden es mehr. Ob Minister, oder nur ein Lehrer oder Erzieher, der bei seinen Schülern Gehirnwäsche betreibt.
    Wo soll das noch Enden? Wir erleben jetzt gerade eine Reform der DüV, dessen Grundlage auf jahrelanger politischer Korruption beruht. Ebenfalls nachzulesen bei Keckl.
    http://www.keckl.de/texte/Verwirrung%20Grundwassser%20und%20Nitrat.pdf

    1. Bauer Hubert,
      es ist wirklich höchst traurig, dass bei der Gesetzgebung die Stimmung mehr wiegt als wissenschaftliche und fachliche Expertise.
      Bei der Düngeverordnung führen so unverschämte Kampagnen wie https://www.facebook.com/campact/posts/10152774752111365 zu einer Düngeverordnung mit riesigen fachlichen Fehlern (http://www.proplanta.de/Agrar-Nachrichten/Pflanze/Fachliche-Fehler-in-der-Duengeverordnung-eingeraeumt_article1426065348.html).
      An dieser Stelle ist unser Landwirtschaftsminister Schmidt ein Fähnlein im Wind!
      Armes Deutschland!

  3. Die Düngeverordnung wird auf Empfehlung von „Sachverständigenrat Umwelt“, und dem „Nationalen Nachhaltigkeitsrat“ umgesetzt. Schon allein wenn man sich die Besetzung des Nachhaltigkeitsrates ansieht, weiß man, dass fachlich nichts Brauchbares dabei rauskommen kann. Der Präsident ist auch gleichzeitig Präsident in einem Verband, der regelmäßig mit Tierquälerei in Erscheinung tritt, und sich zur Geldbeschaffung auch mafiöser Methoden bedient (google: Nabu Heckrinder, sowie: http://www.topagrar.com/news/Energie-Energienews-Die-merkwuerdigen-Methoden-des-Nabu-1064279.html) Zusammen mit dem BUND, dem nun wirklich keine Verleumdung zu dreist ist gelingt es, jeglichen vernünftigen Ansatz im Keim zu ersticken.
    Man arbeitet seit Jahren bewusst mit falschen Zahlen, und belügt seit Jahren die EU über den Zustand des deutschen Grundwassers. Die Rolle von Alois Glück im Nachhaltigkeitsrat ist mir unerklärlich – wie will er sein Schweigen jemals vor Gottes Gericht verantworten können? Insbesondere folgende verleumderische Erklärung bedarf schon einer unfassbaren Dreistigkeit: http://www.nachhaltigkeitsrat.de/de/news-nachhaltigkeit/2015/2015-01-15/deutschland-hat-ein-guelleproblem/?size=3tag_id%3D%2F
    Dabei stützt man sich auf „Berechnungen der Umweltverbände“. Schon allein diese Erklärung demaskiert den ganzen Verein. Berechnungen von Umweltverbänden werden immer mit dem Ziel geführt, zu einem falschen Ergebnis zu kommen. Das ist heute nicht anders, als zu Zeiten des Dritten Reichs. http://www.focus.de/digital/multimedia/forschung-und-technik-medizin-braune-flecken-auf-gruenen-idealen_aid_729991.html
    Laut dem Ministerium „Ländlicher Raum“ wurden inzwischen die richtigen Daten an die EU gesandt, aber die EU hat angeblich bis 2018, bis sie die Arbeit mit den falschen Daten abgeschlossen hat – erst dann kann sie sich mit den richtigen Daten überhaupt befassen. Die EU ist und bleibt also bis 2018 auf dem Stand, wonach in Deutschland der Nitratgehalt in Grundwasser immernoch ansteigt, obwohl dieser seit Jahrzehnten sinkt. http://ec.europa.eu/deutschland/press/pr_releases/12542_de.htm
    Zu verdanken haben wir das unter anderem auch Misereor. Mit ihrer Zusammenarbeit legitimieren sie das Unwesen des Nachhaltigkeitsrates.
    Dass ein früherer Nabupräsident den Weg an die Spitze ins Umweltbundesamt, und von dortweg als Berater in die Ministerien gefunden hat zeigt nur, wie sehr der Filz zwischen Politik und verlogenen Bürger-Verängstigungskonzernen verstrickt ist.

  4. Danke für die Rückmeldungen. Wie man sieht ist das Thema sehr viel seitig und man könnte Tage drüber diskutieren, was auch zeigt, dass das kurzsichtige zusammen reimen vermeintlich negativer Effekte der komplexen Materie völlig unwürdig ist.

    Danke!

    1. Lieber Johannes
      Nur per Zufall stolperte ich über diesen Beitrag. Man sieht Ihre Mühe und den Einsatz beim erstellen des Berichtes. Es ist sehr sehr schwierig über ein solch komplexes Thema zu berichten. Ich gebe ihnen in vielen Punkten recht. Der grösste Teil ist jedoch eher unnötig und komisch, einseitig und nicht korrekt geschrieben. Vor allem ihre Einstellung zur Bioproduktion, die sie nur für reiche Leute ansehen, kann ich nicht nachvollziehen. Die Mittelklasse nimmt stetig zu und somit kann sich einen wachsenden Teil der Bevölkerung in ihrem Land mehr Wohlstand leisten. Das gilt eben auch für die Lebensmittel. Glauben sie mir, dass ein durchschnittlicher deutscher Einwohner höchstens einen Viertel für Lebensmittel ausgibt? Schätzen sie jetzt den Stellenwert der Nahrungsbeschaffung eines normal erwerbstätigen Arbeiters. Die Konsumenten sind bereit mehr für Biologie auszugeben als ihnen lieb ist. Solange die konventionellen Produzenten jedoch ihre Lebensmittel zu Tiefstpreisen weggeben ist kein normaler Bürger bereit die teureren Bioprodukte zu kaufen. Ich habe nichts gegen die konventionelle, deutsche Landwirtschaft, ich denke aber das Bio den Leuten einen Grund gibt um darüber nachzudenken wie sie der Welt gegenüberstehen wollen. Seit der industriellen Revolution wollen alle nur MEHR.. Bioproduktion schaltet hier einen Gang zurück. Nicht immer mehr sondern naturschonend sollte das ganze sein. Somit ist es sonnenklar, dass die Erträge rückgängig sind, es gibt immer neuere Methoden wie aktive Schädlingsbekämpfung im Biolandbau erfolgreich durchgeführt wird. Wollen sie mir sagen, dass die Fungizide und Pestizide die die konventionelle Landwirtschaft einsetzt etwa natürlich sind? Wenn sie den Einsatz von Pflanzenschutzmittel im Biolandbau erläutern wollen, müssen sie auch ihre Situation bezüglich „Gift“ schildern. Zum Schluss noch Biogas oder Ökodiesel, der sicher nicht auf den Biofeldern wächst. Wieviele Tonnen essbares Material werden jährlich in ein riesiger Fermentor gesteckt und verheitzt, zu nachhaltigen erneuerbaren energieträger verarbeitet? Wieviele Menschen könnten damit den Hunger stillen?
      Wie gesagt: Es ist extrem schwierig einen neutralen sachlichen und übersichtlichen Bericht über dieses Thema zu schreiben. Wir sind alle von der einen oder anderen Seite irgendwie eingenommen.

      1. Lieber Bauer Hans,
        danke für Ihre Rückmeldung.
        Ich habe diese Zeilen nicht mit Anspruch auf Perfektion geschrieben, sondern ganz nach meinem Verständnis.
        Ich habe so den Eindruck, Sie mit irgendeiner Äußerung aufgewühlt zu haben.
        Weil das was Sie schreiben, sich eigentlich mit dem von mir geschriebenen, wenn man quer liest, nicht sehr unterscheidet.

        Sie haben sich auch viel Zeit genommen, Ihre Meinung abzugeben, danke!

        Womöglich liegt es nicht daran, dass die Konsumenten erst mehr verdienen müssen, um sich z.B. Tierwohl kaufen zu können. Womöglich hat es andere Gründe, dass es „billig-bio“ gibt und Verbandsware eher untergeordnet ist.
        Fakt ist, das geben Sie ja auch zu, Bio extensiviert die Produktion und lässt somit das Angebot schrumpfen, was den Preis steigen lässt! Zusätzliche Auflagen erhöhen die Produktionskosten!
        Ich glaube, dass 1/4 für Nahrungsmittel viel zu hoch gegriffen ist, es soll eben möglichst wenig sein, für etwas was ohne Ende vorhanden ist. Daher auch Billig-Bio.

        Sagen Sie mir doch bitte, wie die konventionellen Produzenten Ihre Waren denn sonst verkaufen sollten, wenn nicht zu den Preisen, die der Markt bietet?
        Die Produktion läuft stetig weiter, bunkern geht also nicht!
        Was passiert wenn Sie teurer anbieten, sehen Sie an meinem Beispiel der Bio Kartoffeln!

        „Bioproduktion schaltet hier einen Gang zurück“, schreiben Sie, das ist sehr nett beschrieben um ist für das Marketing bei Bio auch sehr wichtig, denke ich!
        Ich habe hier zu auch etwas geschrieben!

        „Was bei Bio gut ist, meine ich, ist, dass man sich hier nicht ständig vergrößern muss und auch nicht unbedingt immer top Leistung haben muss. Meiner Meinung nach könnte Wachstum landwirtschaftlicher Betriebe auch geregelt werden, dann aber auch in ganz Europa und darüber hinaus.“

        Ich glaube auch, dass weniger oft mehr sein kann, aber man muss sich auch die Auswirkungen anschauen! Wenn ich z.B. meinen fruchtbaren „Garten“ mit einer extensiven Grasdecke schone und ein gutes Gewissen habe um dann vom Nachbarn möglichst billig Bio Kartoffeln zu kaufen, halte ich dass für ein kleines Verbrechen!

        Können Sie mir denn sagen, wie hoch die Erträge sein müssen um den ganzen Planeten zu ernähren?
        Oder, besser gefragt, wie hoch müssen die Erträge auf deutschen Böden sein, um den deutschen Verbraucher zu ernähren?

        Ich habe nirgendwo geschrieben, dass Fungizide und Pestizide, hier meinen Sie wohl Herbizide, aber Pestizide macht es dramatischer, dann hätten Sie aber Fungizide auch weglassen können, natürlich sind!
        Ich schreibe von moderner Chemie, die am beschriebenen Beispiel deutlich macht, das man in der konventionellen Landwirtschaft ganz gezielt vorgeht.

        Was ist schon natürlich? Selbst Dioxin ist natürlich!

        Wir sollten mal wieder mehr mit realen Werten arbeiten und nicht laufend versuchen die Messmethodik noch weiter zu verbessern um vielleicht bald das Stillen der Babys zu verbieten, weil zum Teil „hohe“ Schadstoff Werte in der Milch sind.
        Was ist denn natürlich?

        Auf Biogas und Ökodiesel bin ich dann ja vertiefend gar nicht mehr eingegangen!
        Von mir aus bräuchten wir beides nicht wirklich, maximal für Don Getreide usw. und das ist auch keine Erfindung der konventionellen Landwirtschaft!

        Ich bin ja selbst Bio Landwirt, bin aber kein überzeugter Öko.

        Ich bin für Nachhaltigkeit!
        Ist eine Hochleistungssau nachhaltiger oder eine Ökosau?
        Ich bin für Tierschutz!
        Ist es Tierschutz, den Bio- Tieren potenziell stärker belastest Futter oder Stroh anzubieten als konventionellen?
        Ist es Tierschutz Hygiene klein zu schreiben?
        Ich bin für Umweltschutz!
        Ist der Einsatz des beschriebenen Pflanzenschutzmittels im Bio Bereich umweltverträglicher als die gezielte Bekämpfung des Schädlings?

        Ist Bio nicht häufig Augenwischerei ? Sieht es wie beim jetzt herausgekommenen Herrmannsdorfer Fall nicht häufig so aus, das man für den Verbraucher was fürs Auge hat, aber sich im Grunde kaum von anderen Tierhaltungsformen unterscheidet?

        Halt Stop, ich möchte nicht pauschalieren, aber ich selbst weiß als Bio Legehennen Halter, das sich die Haltung von Freiland Hühnern nur durch einige Vorschriften von den Bio Tieren unterscheidet, wovon viele unsinnig sind.
        Die Hühner haben mehr Platz, das ist Wichtig!

        Wir brauchen eine genaue Kennzeichnung der Produkte, das kann für viele Bauern eine Chance sein und auch für den Verbraucher.

        Bio kann gut sein, muss es aber nicht!
        Konventionell kann gut sein, muss es aber auch nicht.

        Viel mehr differenzieren als pauschalieren!

        Es ist wirklich nicht einfach neutral und sachlich zu bleiben, aber beide Seiten haben Schwächen und stärken.
        Ich kenne als konventioneller und bio Bauer beide Seiten.

        Ich möchte mit gutem Wissen und gutem Gewissen möglichst viele Menschen nachhaltig und umweltfreundlich ernähren.
        Ich möchte also effektiv und nachhaltig zugleich arbeiten und dass muss kein Widerspruch sein!
        Dabei muss ich aber auch aus meinem Hof und aus unserem Land hinaus schauen und gucken was mein Wirken woanders beeinflussen kann!
        Nutzen wir dafür doch die Fortschritte, die uns in den letzten Jahrzehnten dazu verholfen haben wesentlich mehr Menschen zu ernähren. Nur durch Fortschritt Forschung und Effektivität haben wir soviel Hunger abstellen können.

        Jetzt denke ich wieder an Ihren Satz:

        „Bioproduktion schaltet hier einen Gang zurück.“

        Millionen Menschen verdanken Ihr Leben nicht dieser Denkweise!
        Ich glaube, ich habe jetzt alles geschrieben, damit Sie nicht glauben müssten, ich gucke nur nach vorne.
        Ich schaue auch eben zurück und hinterfrage mein Handeln.

        Danke,

        Gruß Johannes

        1. Hallo Herr Hoffrogg
          Als Biohennenhalter erzeugen sie doch fast die gleiche Anzahl Eier wie konventionelle. Wieso suggerieren sie ,daß Millionen Menschen hungern müßten bei bio? Wie kommt man als Landwirt zu der Erkenntnis ,daß Biofutter und Stroh „potentiell“ belastet sind.

          1. Hallo Herr Meyer,

            Danke für Ihre Rückmeldung, eine interessante Rückmeldung.
            Ja, als Biohennenhalter erzeuge ich fast die gleiche Anzahl an Eiern, wie konventionelle! Das stimmt!
            Ich ziehe in meinem Artikel aber auch nirgendwo einen Zusammenhang zwischen biologischer Tierhaltung (oder auch Tierhaltung im allgemeinen) und dem Hunger in der Welt.
            Ich habe wenigstens 2 mal deutlich geschrieben, dass der Ackerbau konventionell und intensiv betrieben werden muss, damit wir unsere Ressourcen effizient nutzen.

            Tierhaltung ist notwendig um eine ausreichende Düngung der Böden zu sichern, was dann wieder für die Ernährung der Menschheit wichtig ist, aber in der Tierhaltung selbst sind die Unterschiede zwischen Bio und konventionell oft gar nicht groß, wie auch jetzt der Fall der Herrmannsdorfer Landwerkstätten zeigt!
            Auf die Notwendigkeit von Fleisch und Eiern in der menschlichen Ernährung möchte ich hier nicht mehr eingehen, das würde zu weit führen.

            Die Erkenntnis, haben nicht nur Landwirte, die haben auch Pflanzenbauberater!
            Es hat hier schon genügend Berichte, auch von Landwirten, die Bio Schweine gehalten haben und diese dann mit Bio Stroh und Futtermitteln gefüttert haben, wo die Gesundheit der Tiere dann eingebrochen ist.

            Vielleicht können Sie mir aber ja auch Zahlen und Daten liefern, die das Gegenteil unterstützen?
            Wenn man von einem Acker gerade mal die hälfte ernten kann (–>Hunger) und das nicht mal eine ordentliche Qualität hat ist das aus meiner Sicht nicht zielführend.

          2. Hallo Herr Hoffrogge,
            gerade bei Getreide gehen die Erträge in Bio enorm zurück in unserer Region. Das schlimmste Szenario ist ,daß etwas weniger Fleischprodukte zur Verfügung stehen, aber das bedeutet keinen Hunger. Außerdem sind global gesehen , die Welt -und Binnenmeere voller tierischer und pflanzlicher Nahrung. Vor ca 20 Jahren habe ich im Rahmen der Meisterausbildung Gudendorf ( Besitzer Wesjohann ) in Ankum besucht. Der Betriebsleiter damals hielt die Biobewegung für nicht umsetzbar im Legehennenbereich. Sie und die Firma Gudendorf sind der beste Beweis ,daß er damals völlig falsch lag in seiner Einschätzung. Und das betrifft meiner Meinung nach auch fast alle Beurteilungen konventioneller Landwirte von heute, in Bezug auf Bio-Landwirtschaft.
            Hunger ,mangelnde Hygiene und schlechte Qualitäten sind die übliche Reflexreaktionen von Gegnern der Biolandwirtschaft. In Cloppenburg entsteht ein 400 er Biolandsauenstall. Ich bin überzeugt ,daß dieser Betrieb funktionieren wird, obgleich ich die Größenordnung sehr kritisch sehe, in Bezug auf das enorme Verdrängungspotential kleineren Betrieben gegenüber.
            Hier noch mal zu Biofutter,Stroh und Schweinehaltung.
            http://www.stallbesuch.de/so-siehts-aus-in-der-bio-ferkelzucht/
            http://www.stallbesuch.de/ein-schweinestall-fuer-die-initiative-tierwohl/

          3. Hallo Herr Meyer,

            Danke für Ihre weitere Rückmeldung und danke für die Links!
            Den Beitrag mit den Bio Schweinen kannte ich auch noch nicht, sieht sehr gut und interessant aus, gerade weil ich auch die Haltung meiner Schweine noch deutlich verändern will.

            Ob es tatsächlich Bio wird ist aber noch sehr fraglich.

            Zu meinen Anmerkungen mit dem möglichen Hunger möchte ich sagen, dass ich diese Gefahr sehen, wenn wir meinen wir müssten jeglichen Ackerbau in Deutschland ökologisch betreiben.
            Denn dann sähe ich für die Ernährung unserer Bevölkerung eine deutlich erhöhte Inanspruchnahme von Ackerflächen außerhalb Deutschlands als logische Folge, weil wir dann nur noch ca. die Hälfte von unseren Flächen ernten würden.
            Damit würden wir auch die Ernährung anderer Länder negativ beeinflussen, oder ist das nicht richtig gedacht?

          4. Hallo Herr Hoffrogge,
            Die Agrargiganten Polen ,Rußland und Ukraine -nur mal die nächstgelegenen – können locker die Lücken füllen. Der Statistiker Herr Keckl könnte sicherlich die marginale Bedeutung des Agrarstandortes Emsland im Gegensatz zum östlichen Potential darstellen. Das würde dann für Ernüchterung sorgen und vieleicht mal einen Strategiewechsel vom austauschbaren Rohstofflieferanten zum markenbewußten autonomen Bauern einleiten, der die Beurteilung der zukünftigen Marktaussichten nicht einen engstirnigen veralteten Kader- und Marktdenken überläßt.
            Es wird keinen vollständigen Bioanbau geben können in Europa, aber bis ca 50% zumindest EG- Bio Standart wäre m. E. schon drin .

          5. Hallo Herr Meyer,

            Mir ist klar, dass das kleine Emsland hier keine große Rolle spielt und Deutschland insgesamt vielleicht auch keine entscheidende Rolle.

            Aber Sie sprechen ja jetzt auch von Lücken die zu füllen sind und genau das halte ich für kontraproduktiv.
            Sie schreiben auch, dass die „Agrargiganten Polen ,Rußland und Ukraine“ diese Lücken füllen werden.
            Dann Schreiben Sie noch, dass 50 % Ökolandbau aus Ihrer Sicht möglich ist.

            Da stelle ich mir die Frage wer bestimmt in welchem Land Ökolandbau betrieben werden soll und wo nicht? Was machen wir denn, wenn diese „Agrargiganten“ auch völlig ökologisch produzieren wollen ?

            Mich stört hier, dass einige deutsche meinen wir müssten alle ökologischen Ackerbau betreiben, was Sie ja auch ausschließen!
            Mich stört hier, dass mit dieser Denkweise ganz bewusst Lücken verursacht werden, wie Sie ja auch anmerken.
            Sowas nenne ich Scheinheilig!

            Von mir aus gerne Ökolandbau, weil einige Verbraucher da Wert drauf legen. Für eine kleine Nische, aber nicht wenn wir über Sicherstellung der Ernährung sprechen.
            Dann sollte jeder Erkennen, dass man erst seine eigene Kuh melken sollte, bevor man diese trocken stellt um Sie zu schonen und dann dem Nachbarn die Milch weg trinkt.

          6. Hallo,
            Ihre Denkweise wird noch vielen Landwirten der Hof kosten , hier und und anderen Ländern. Dann regelt die Sache eben der Markt. Und wer den freien Markt fordert, muß eben auch den freien Meinungsmarkt und seine Spielregeln akzeptieren , ohne wenn und aber.

          7. Hallo Herr Meyer,

            jetzt verstehen Sie mich aber total falsch bzw. Sie interpretieren etwas in meine Aussagen, was ich gar nicht gesagt habe!

            Meine Dankweise wird keinen zusätzlichen Landwirten der Hof kosten!

            Wohl aber, wenn Sie schreiben wir könnten 50 % ökologisch wirtschaften, denn es wird nach meiner Einschätzung niemals so viel Nachfrage nach Ökoprodukten geben!

            Das war doch Ihre Annahme!

            Sie schreiben doch „Dann regelt die Sache eben der Markt“.
            Scheinbar wünschen Sie sich eine andere Regelung als marktorientierte Entwicklung.
            Und genau dann müssen sehr viele Bauern die Höfe schließen!
            Dann sollen wir zu höheren Kosten produzieren, die niemand bezahlen will und wir sind auch wieder beim Beispiel der Bio Kartoffeln aus Ägypten.

            Der Markt muss es eh regeln!

            Aber der Markt kann es nicht regeln, wenn man Hohe Qualität fordert und an der Kasse zur Billigware greift, dann brauchen wir Subventionen!

            Also nochmal, einige Bauern kommen mit der ökologischen Produktion ja gut klar, weil es hier einen kleinen Markt für gibt.
            Das ist doch auch gut so!

            Aber man kann nicht sagen wir müssen alle ökologisch oder 50 % ökologisch produzieren und der Markt fragt nur 5-10 % nach.

            Dann schließen viele Bauern die Höfe und das ist nicht das was ich will bzw. geschrieben habe!

          8. Hallo,
            Ich schrieb von Potentialen, nicht von Zwängen zur Umstellung. Da kann jeder seine eigene Meinung haben. Kürzlich besuchte ich eine Verantstaltung mit Peter Weßjohann (Wiesenhof) in Meppen zum Thema Veggie. Schon bemerkenswert, wie aus dem Fleischsaulus der Veggiepaulus wurde. Da siegte mal der finanzielle Verstand über eine Denkblockade. Das er mal aus ökonomischen Gründen so handeln müsse ,hätte er vor kurzem noch heftig bestritten. Der Dank und Verdienst dafür gebührt den Rügenwaldern.

          9. Hallo,

            Veggie oder Fleisch steht ja noch auf einem ganz anderen Blatt Papier und hat erstmal mit Bio oder konventionell nicht viel zu tun.

            Das die Rügenwalder und Herr Weßjohann so handeln hat mit Sicherheit auch nichts damit zu tun, dass bei Veggie Produkten die Margen viel größer sind….:-) Achtung Ironie !!!

            Sie beschreiben es aber auch ganz passend:
            „Da siegte mal der finanzielle Verstand über eine Denkblockade“.

            Jedoch sagt dieser Satz auch viel weniger aus, als Sie evtl. sagen wollten.
            Mehr als eine größere Gewinnmarge wird hier nicht beschrieben…

          10. Hallo
            Was dem einen das Veggie, ist dem anderen das Bio. Auf der Veranstaltung in Meppen konnte ich auch feststellen , daß die Berührunsängste mit Bio in der jungen Landwirtschaftsgeneration völlig fehlten, während die Alten ständig von Ideologen und Gesinnungslandwirtschaft bei Bio sprechen. Wovor haben die Alten nur soviel Angst ?

          11. Ich würde mich mit fast 38 auch nicht als Alt zählen…es muss auch nicht unbedingt Angst sein.

            Jeder macht eben unterschiedliche Erfahrungen woraus jeder einen anderen Blick erhält.

            Ich habe weder Angst vor Bio, noch lobe ich Bio hoch.
            Es hat wie alles andere auch Vor und Nachteile und so sehen es, denke ich, die meisten Landwirte.
            Viele Richtlinien sind unverständlich und einige werden ja jetzt in Bio Verbänden nach den Ereignissen bei den Herrmannsdorfern auch angepasst.
            Ideologie gibt es auch auf beiden Seiten !

            Jeder wie er will, nur bitte offen ehrlich, ja authentisch, dann kommen wir weiter!

  5. Fachliche Fehler in der Düngeverordnung eingeräumt

    AgE Bonn hat angeblich die Meldung selbst zurück gezogen. Herr Honecker habe offenbar nicht zitierfähige Informationen verbreitet und soll nach „intensiver Rücksprache“ in seinem Haus um die Löschung der Nachricht gebeten haben.

    Bei Proplanta steht der Artikel noch:
    http://www.proplanta.de/Agrar-Nachrichten/Pflanze/Fachliche-Fehler-in-der-Duengeverordnung-eingeraeumt_article1426065348.html
    Da er aber nicht mit der korrupten Linie des Ministeriums überein stimmt, wird er wahrscheinlich auch bei Proplanta gelöscht werden müssen.

    Hier deshalb nochmal der komplette Wortlaut:
    11.03.2015 | 10:15

    Fachliche Fehler in der Düngeverordnung eingeräumt

    Berlin – Hubert Honecker vom Bundeslandwirtschaftsministerium hat im Zusammenhang mit der geplanten Novellierung der Düngeverordnung eingeräumt, dass nicht alle Ordnungspunkte einen fachlichen Hintergrund hätten.

    Wie der Beamte heute auf einer Tagung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) in Berlin erklärte, machen beispielsweise die geplanten Sperrzeiten für die Stickstoffdünung bei Grünland fachlich keinen Sinn. Dabei handle es sich um einen politischen Kompromiss, den man mit der Europäischen Kommission gefunden habe, um den Forderungen der Brüsseler Behörde bei der Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie Genüge zu tun.

    Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen zeigten dagegen, dass der Austrag über die Wintermonate bei Dauergrünland gegen Null tendiere. Ebenso kritisch sieht Honecker die geplante Begrenzung der ersten Stickstoffdüngung im Frühjahr auf 60 kg Gesamtstickstoff pro Hektar auf trockenen, gefrorenen Boden, wenn der Boden tagsüber auftaue und damit aufnahmefähig sei. Die Begrenzung sei aus fachlicher Sicht nicht nachzuvollziehen. Allerdings solle man froh sein, diesen Kompromiss gefunden zu haben, so der Ministeriumsvertreter. Andernfalls wäre der Passus ganz gestrichen und die Sperrzeit dadurch verlängert worden. (AgE)

  6. Hallo Johannes,
    toller Beitrag und super auf den Punkt gebracht.
    Ich stimme dir voll zu.
    Gar nicht so einfach einen Familienbetrieb unter diesen Voraussetzungen aufrecht zu Erhalten.
    Was für eine Zukunft hat wohl unsere Nachfolge??????

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