Archiv für den Monat: Juni 2011

Pressemitteilung zur Biogasanlage Freren-Bardel

Die folgende Presseerklärung wurde geschrieben und verteilt:

 

Bauern gegen Bau der Biogasanlage in Freren

 

Die Bauern in der Samtgemeinde Freren haben weiter Ängste gegenüber der Biogasanlage in Freren-Bardel, weil sie nach Ansicht der Landwirte eine große Gefahr für die über 100 bäuerlichen Familienbetriebe darstellt.

 

Wenn

  • als Inputstoffe für die Biogasanlage doch nachwachsende Rohstoffe verwendet werden und bzw. oder

  • die Gärrestaufbereitung nicht so funktioniert, wie auf dem Papier skizziert,

dann wird die Existenz von Dutzenden von landwirtschaftlichen Betrieben durch das riesige 4,5 MW – Pilot-Projekt bedroht.

 

Offene Fragen

 

Diese Gefahr hat die Stadt- bzw. Samtgemeindeverwaltung erkannt und möchte diese Risiken mittels einem städtebaulichem Vertrag ausschalten.

Doch viele Landwirte fragen sich, was passiert, wenn die Pilotanlage, die fast 10x so groß ist, wie gewöhnliche NaWaRo-Biogasanlagen, nicht so funktioniert, wie sie konzeptiert wurde?

Was passiert nach einer Insolvenz?

Kann bzw. wird die Stadt Freren auf die kostengünstige Wärmelieferung für öffentliche Gebäude verzichten?

Was wird in 5 oder 10 Jahren sein, wenn die Rahmenbedingungen sich möglicherweise geändert haben?

 

Keine unabhängige Plausibilitätsprüfung

 

Leider wurde der Forderung seitens des Landvolks nach einer unabhängigen Plausibilitätsüberprüfung nicht entsprochen, so dass innerhalb der Landwirtschaft weiter an der Seriosität des Projekts gezweifelt wird.

 

 

Mangelnde Informationspolitik seitens der Betreiber und der Samtgemeinde

 

Zwar wurden mehre Informationsveranstaltungen durchgeführt, doch in diesen kamen immer wieder neue bzw. unterschiedliche Details ans Licht.

So wurde die geplante Menge, die täglich in die Anlage gefahren wird anfangs mit 49,5t angegeben. Betont wurde hier immer, dass dabei um Stoffe ginge, die nicht überwachungspflichtig seinen. Aktuell wird aber offensichtlich mit der doppelten Menge geplant, die auch überwachungspflichtige Inputstoffe (z.B. Schlachthofabfälle) beinhaltet.

 

Die Berichterstatter der Lingener Tagespost haben das im folgenden Zeitungsartikel dokumentiert: http://www.noz.de/lokales/47435080/ja-zur-biogasanlage

 

Auch die Kosten für die geplante Totalaufbereitung der Gärreste wurden höchst unterschiedlich angegeben. Die Angaben schwankten zwischen 1 und 5 Euro pro m³. Angesichts der Tatsache, dass viele tierhaltenden Landwirte heutzutage bereits für den Abtransport ihrer Gülle mehr als 5 Euro zahlen müssen (in den Niederlanden wird von bis zu 20 Euro gesprochen), werden diese Angaben bezweifelt.

 

Konkurrenz zur Landwirtschaft

 

Auch ohne Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen gibt es massive Berührungspunkte mit der heimischen Landwirtschaft: Der geplante Einsatz von Altbroten, Backwaren, Trebern, Trestern, Fetten und Glycerinen etc. wird vielen Betrieben wertvolle, preisgünstige Futtermittel entziehen.

 

Stadtrat Freren muss endgültig entscheiden

Am Montag ab 18.30 Uhr trifft sich der Stadtrat Freren, um über den Energiepark Freren abzustimmen.

Viele Bauern werden deshalb mit Traktoren zu dieser Sitzung fahren, um ihre Ängste gegenüber der geplanten Biogasanlage deutlich zu machen.

 

Bauern fordern Nein zu dem großen Pilotprojekt

 

Die Bauern wollen diese mit Risiken behaftete Pilotanlage nicht, weil

 

  • das Gesamtkonzept nicht plausibel erscheint

  • Zweifel an der Redlichkeit der Betreiber bestehen (schwankende Angaben und Salamitaktik in der Informationspolitik)

  • viele bäuerliche Betriebe in ihrer Existenz bedroht sind, wenn das Konzept nicht aufgeht – dann wären es Dutzende!

  • es auch bei funktionierendem Konzept genügend Berührungspunkte mit der Landwirtschaft gibt.

  • Keine Biogasanlage besser ist als eine, deren Risiken man mit einem städtebaulichen Vertrag begegnen möchte (Der Vertrag zwischen Bundesregierung und Atomwirtschaft war z.B. auch über Nacht nach der Katastrophe im Japanischen Fukushima-Daiichi nichts mehr wert)

Pressemitteilung als pdf-Datei

Vater-Kind-Zelten

Gleich beginnt für die Väter und Kinder der kleinen Bauernschaft Brümsel das traditionelle Vater-Kind-Zelten.

Heute stehen zuerst eine Fahrradtour, ein Spielplatzbesuch, das obligatorische Fußballmatch „Väter gegen Kinder“, gegen Abend Würstchen grillen und Lagerfeuer auf dem Programm. Morgen früh wird mit einem gemeinsamen Frühstück die ganze Sache abgerundet.

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Das Vater-Kind-Zelten gibt es bestimmt schon 20 Jahre. Sowohl die Kinder als auch die Väter freuen sich schon lange auf diesen Tag. In diesem Jahr zelten wir auf der Wiese von Ulrich Kotte, der nicht, wie fälschlicherweise in der Lingener Tagespost berichtet wurde, nach Ankum umgezogen ist, sondern weiter mit seiner Familie im schönen Brümsel wohnen bleibt.

Ulrich (Uli) Kotte arbeitet übrigens als Forstwirt (seit 25 Jahren! Herzlichen Glückwunsch) und taucht immer mal wieder in Zeitungsberichten auf:

LT vom 24. Juni 2011

und

BK vom 7. August 2010

So- und nun Sachen packen und los geht´s!

Biogasanlage in Freren – Bardel 3

Willkommen in Freren (c) www.freren.de

Ich möchte hier kurz über die vergangene Samtgemeinderatssitzung vom 12. Mai 2011 berichten (Zeitungsartikel LT).

Ein wichtiger Tagesordnungspunkt war an diesem Tag die 41. Änderung des Flächennutzungsplans der Samtgemeinde Freren (Energiepark Freren-Bardel). Ein halbes Dutzend Landwirte war aus diesem Grund als Zuhörer anwesend, unter anderem auch ich.

Zunächst wurde von den Anregungen und Bedenken der Träger öffentlicher Belange berichtet. Die Einwände von Seiten der Landwirtschaft (Stellungnahme, Gutachten) wurden aber beiseite geschoben und für irrelevant erklärt. So wird von Seiten der Samtgemeindeverwaltung eine Plausibilitätsüberprüfung und ein weiteres Gutachten für unnötig befunden. Der Einsatz von Futtermitteln wie Treber, Backwaren, Fette und Glyzerin steht zwar in Konkurrenz zur Landwirtschaft, aber ein Ausschluss dieser Stoffe sei unverhältnismäßig. Auch hinsichtlich der Behandlung des Outputs aus der Biogasanlage (Gärreste) seien keine weiteren Festlegungen nötig bzw. könnten immer noch später gemacht werden.

In der weiteren Diskussionen im Rat wurde die Informationspolitik der Verwaltung und des Betreibers Biogasanlage in Freren – Bardel 3 weiterlesen

EHEC – eine Bilanz

Quelle: ndr.de

Die EHEC – Hysterie ebbt zunehmend ab. Die Zahl der Neuinfektionen sinkt. Ein Ökohof aus dem Kreis Uelzen wurde als Keimschleuder identifiziert.

Noch ist allerdings die genaue Quelle der gefährlichen EHEC -Keime nicht identifiziert: Wurden die Sprossen nun von den Mitarbeitern des Gärtnerhofes in Bienenbüttel kontaminiert oder wurde der Keim mit dem Saatgut eingeführt? Ich persönlich halte die Kontaminierung durch den Menschen als näher liegend, weil der Keim bisher ausschließlich beim Menschen gefunden wurde und weil getrocknetes Saatgut an sich ein sehr ungünstiges Milieu für Bakterien ist. Das Bundesinstitut für Risikobewertung jedenfalls hält beide Ursachen für möglich und warnt den Verbraucher generell vor dem Verzehr von Sprossen (Verbrauchertipps des BfR).

Aber was ist bisher passiert?

Es wurde in Presse, Rundfunk und Fernsehen wild spekuliert, wodurch die EHEC-Erreger verbreitet wurden und  an welcher Stelle diese entstanden sind. Dadurch wurde die Hysterie in unverantwortlicher weise gepushed. EHEC – eine Bilanz weiterlesen

EHEC – Sind unsere Lebensmittel zu anfällig?

Das ist das Thema der Sendung ZDF log in um 20.15 Uhr auf  dem digitalen ZDFinfo-Kanal.Goldmann

An dieser Diskussionssendung wird u.a. auch der emsländische Bundestagsabgeordnete Hans-Michael Goldmann teilnehmen.

In dem Vorschaubericht auf login.zdf.de  heisst es: Agrarausschuss-Chef Goldmann Gast bei „ZDF log in“

Gegen Massentierhaltung hat er nichts. Doch bei der Bekämpfung der EHEC-Epidemie läuft etwas schief, sagt Hans-Michael Goldmann (FDP), Vorsitzendes des Agrarausschusses im Bundestag. Zündstoff für die Diskussion bei „ZDF log in“. Das Robert-Koch-Institut (RKI), das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das Bundesinstitut für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) müssten zu einem Institut zusammengelegt werden, das die „Gesundheit der Menschen in besonderer Weise im Blick hat“, sagte Goldmann. Die derzeitige Vielfalt an Behördenstrukturen sei zur Bewältigung einer derartigen Krise nicht geeignet. „Wir brauchen eine Bündelung der Aktivitäten“, sagt Goldmann. Das RKI ist dem Gesundheitsministerium unterstellt, das BfR dagegen dem Verbraucherschutzministerium.

„Kontrollsystem wie vor 50 Jahren“

Zwar sieht Goldmann Probleme im aktuellen Krisenmanagement. Gegen die konventionelle Massentierhaltung und Lebensmittelproduktion hat der studierte Tiermediziner aber nichts. Zündstoff für die Sendung „ZDF log in“ am Mittwoch „Krank durch EHEC – Sind unsere Lebensmittel zu anfällig?“. Denn dann diskutiert Goldmann mit dem Autor Hans-Ulrich Grimm, der Bücher über die Tricks in der Lebensmittelbranche geschrieben hat. (Weiterlesen)

Auch ich wurde gestern Nachmittag angefragt, ob ich an dieser Sendung teilnehmen könnte. Leider ist es mir unmöglich, so kurzfristig diesen Berlintrip zu organisieren- Ich werde aber über Facebook mit diskutieren! Ich wünsche Euch, liebes LogIn-Team, eine gut gelingende Sendung!

Frühstück sucht Gast

Allen an der Landwirtschaft Interessierten bietet sich am 3. Juli eine tolle Gelegenheit, sich über die Landwirtschaft von Bäuerinnen und Bauern direkt zu informieren:

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So wie ich unsere aktiven Landfrauen kenne, wird das Frühstück sicher  hervorragend werden.

Ich finde diesen Weg der Öffentlichkeitsarbeit sehr erfolgversprechend und danke schon jetzt den Initiatoren und Helfern für diese tolle Idee.  Hoffentlich wird diese Aktion gut angenommen!