Von Bienchen und Blümchen

Von Bienchen und Blümchen

Heute erzählt euch der Onkel Gerhard mal eine Geschichte. Wie soll ich anfangen… – Ihr seid ja mittlerweile in einem Alter, wo man euch die Wahrheit zumuten kann, oder? Ihr seid keine Kinder mehr, denen man alles erzählen kann! Und Aufklärung muss einfach sein; ich mein, nicht dass ihr dann – ihr wisst schon was – und ihr wisst nicht bescheid.

OK – ich sags geraderaus: Das, was ihr bisher so von Bienen erzählt bekommen habt, ist vollkommener Blödsinn.

Vielleicht war das jetzt zu direkt, aber vielleicht seid ihr ja bei Greenpeace und da hilft nur die direkte Ansprache, denn was anderes fällt mir auf diese Aktion nicht ein:

Greenpeace kreuzigt eine Biene

Ich will diese sehr dumme Aktion gar nicht näher kommentieren. Ich will euch nur auf diese Seite verweisen: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/152920/umfrage/bienenvoelker-in-deutschland/

Georg Keckl hats hier auf Blogagrar auch schon mal sehr gut erklärt, aber man muss ja auch die Jüngeren unter euch aufklären bzw. euch auf dem aktuellen Stand halten.

Die Honigbienen vermehren sich gerade, wie nie zuvor, trotz Varoamilbe. Und dann kommen ständig irgendwelche Leute daher, die uns erzählen wollen, dass die Biene in Gefahr ist? Und dass zum Beispiel das Beizen von Raps, Zuckerrüben oder Mais daran Mitschuld hat?

Gottseidank ist wenigstens der Bayerische Imkerverband hier so ehrlich und unterstützt die Anliegen von uns Bauern, dass Neonikotinoide bei den Zuckerrüben eine Notfallzulassung erhalten: https://www.bayerischerbauernverband.de/themen/landwirtschaft-umwelt/imker-und-bauernverband-zur-notfallzulassung-von-neonikotinoiden-18389

Sechs Tage nach dieser gemeinsamen Erklärung veröffentlich der Bayerische Rundfunk dazu einen Beitrag und geht mit keinem Wort darauf ein, sondern titelt: “Imker sind entsetzt”. Mal wieder frage ich mich, wer hier recherchiert hat? Bzw. nicht recherchiert hat. Aber beim Thema “Biene” schaltet bei vielen Mitmenschen anscheinend das Hirn aus. Nicht anders ist das Volksbegehren vor zwei Jahren in Bayern zu erklären. Wo zum Beispiel festgelegt wurde, dass man ab den 15. März nicht mehr Grünland walzen darf. Nur eine kleine Feststellung. Während ich das hier schreibe, hat es gerade die ganze Woche im bayerischen Flachland geschneit. Heute warens fast ca. 5 cm Neuschnee.

Und täglich grüßt das Murmeltier…

Mich erinnert es auch an eine Begebenheit, die ich HIER schon mal gebloggt habe. Ich war damals einen Tag im Bayerischen Rundfunk bei Kontrovers mit dabei und durfte im Schneideraum ein wenig mitreden. Hier wollte ich verhindern, dass in dem damaligen Bericht zum Volksbegehren “Rettet die Biene” über die Region Sichuan in China erzählt wurde, dass dort Menschen die Bäume bestäuben müssen, weil es keine Bienen mehr gibt. Mir wurde damals leider nicht geglaubt, dass das züchterische Gründe hat und diese Story wird nun seit vielen Jahren so regelmäßig, wie es Tag und Nacht wird, wieder ausgegraben. Zum Beispiel hier bei Galileo oder hier im ZDF Auslandsjournal oder bei Nano auf 3sat. Es hat schon fast was von der BSE-Kuh, die viele Jahre von den Medien in Dauerschleife gezeigt wurde.

Nur, wenn man wirklich danach sucht, wird man aufgeklärt, was anscheinend auch im Landtag von Baden-Württemberg notwendig war: https://www.stimme.de/suedwesten/nachrichten/pl/Anfrage-im-Landtag-klaert-Mythos-um-Handbestaeubung;art19070,4251461

Oder man muss auf englische Seiten ausweichen (Danke Mirjam Lechner für den Screenshot):

Ich will hier den JournalistInnen keine Absicht unterstellen, aber verwunderlich ist es schon, wie hier Interviews geschnitten werden, wie hier im Off-Text dann die “Wahrheit” über das Bienensterben usw. erklärt wird. Und wie sich das über Jahre nun überall in den Gesellschaft festgesetzt hat.

Vielleicht sollte man sich auch mal fragen, wie in Nordamerika die Bestäubung ablief, bevor die Europäer die Honigbiene mitgebracht haben. In Süd- und Mittelamerika gab es die Stachellose Biene, aber Nordamerika hat es anscheinend durch Wind und andere Insektenarten geschafft, für ausreichende Bestäubung zu sorgen. Man glaubt es kaum. Dieses sehr eingeengte Sichtfeld von Mitmenschen, die nur die Biene Maja kennen, aber gleich danach schon das Allgemeinwissen abrupt zu enden scheint, tut manchmal wirklich weh.

Es tut ähnlich weh, wenn gestandene PolitikerInnen dieses Zitat in ihren Reden verwenden:

Auch dieses falsche Zitat ist nicht totzukriegen, darum schließe ich mit diesem, ich kann es bezeugen, absolut so getätigten Zitat von Abraham Lincoln:

Mit dieser kleinen Aufklärungsaktion will euch der Onkel Gerhard auch schon wieder entlassen. Wenn ihr mal ein wenig Zeit habt, dann klickt auf die Verlinkungen und lasst euch gesagt sein: Lasst euch nicht mit jedem Dahergelaufenen Greenpeace’ler ein, steigt nicht sofort in die Kiste, sondern benutzt erst mal euer Gehirn und informiert euch.

Gerhard Langreiter

Jahrgang 1981, verheiratet, 2 Kinder, seit 2001 Ferkelerzeugung mit 170 Zuchtsauen und Ferkel bis 30 kg. Ca. 30 ha inkl. Pachtfläche und Wiesen in Bewirtschaftung, 7,5 ha Wald.

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