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Presserat: ZEIT-Artikel verstieß gegen journalistische Sorgfalt

 dbv_logoSpäte Genugtuung für viele verunglimpfte Tierhalter:

„Der Deutsche Presserat hat die Beschwerde des Deutschen Bauernverbandes (DBV) gegen den ZEIT-Artikel „Die Rache aus dem Stall“ vom 20.11.2014 als begründet erklärt. Insbesondere hat der Presserat einen Verstoß gegen die Einhaltung der journalistischen Sorgfaltspflicht kritisiert.

Der DBV sieht sich damit bestätigt, dass die Empörung der Tierhalter über den ZEIT-Artikel sowie die massive Kritik zahlreicher Verbände und Landwirte berechtigt war, wonach nicht sorgfältig recherchiert wurde. Da die ZEIT mit Qualitätsjournalismus wirbt, ist dies nach Ansicht des DBV ein schwerwiegendes Urteil. Die Redaktion wurde vom Presserat darüber informiert. Im Unterschied zur noch stärkeren Sanktion, der Rüge, die eine massive Verletzung eines ethischen Grundsatzes des Pressekodex bedeutet, muss diese Information nicht von der Zeitung selbst veröffentlicht werden. Der Presserat gibt seine Bewertungen nach dem so genannten Pressekodex, einem Regelwerk für die journalistische Arbeit, ab. Presserat: ZEIT-Artikel verstieß gegen journalistische Sorgfalt weiterlesen

Jetzt ist die ZEIT

Landwirt, Tierarzt + Verbraucher im Diolog: Mit der Gegendarstellung in der ZEIT wird auch eine Homepage freigeschaltet. (Bild anklicken) (c) dafür-stehen-wir.de
Landwirt, Tierarzt + Verbraucher im Diolog: Mit der Gegendarstellung in der ZEIT wird auch eine Homepage freigeschaltet. (Bild anklicken) (c) dafür-stehen-wir.de

Es ist tatsächlich geschafft: Die Gegendarstellung ist nun in der Wochenzeitung die ZEIT erschienen. Gut 30000 € wurden von 1837 Landwirten, Tierärzten und den dazugehörigen Branchen gespendet. Eine ganz bewusst breit angelegte Solidaritätsaktion gegen die unsachliche Berichterstattung der ZEIT, die auch hier im Blog mehrfach thematisiert wurde.

Thomas Wengenroth (stallbesuch.de) hält die gedruckte ZEIT in den Händen
Thomas Wengenroth (stallbesuch.de) hält die gedruckte ZEIT in den Händen

Mit der heutigen wurde auch eine Homepage freigeschaltet: dafür-stehen-wir.de und die dazugehörige Facebookgruppe.

Man kann es erahnen: Diese Anzeige wird kein einmaliges Projekt bleiben. Bleibt zu hoffen, dass viele ZEIT-Leser sich längerfristig mit landwirtschaftlichen Themen unvoreingenommen beschäftigen. Ein Schritt ist gemacht und ich wette, dass hier noch weitere Schritte hinzukommen.

Zu guter Letzt hoffe ich, dass diese Anzeige nicht nur bei den Lesern der ZEIT „angekommen“ ist, sondern auch bei den Journalisten. Es wäre wirklich schön, wenn die Einsicht wächst, dass die Serie um „Die Rache aus dem Stall“ viele Schwächen hatte und es künftig gute Gründe gibt, die Meinung der Praktiker (Landwirte und Tierärzte) etwas ernster zu nehmen. Das wäre nämlich guter Journalismus, wie er traditionell bei der ZEIT vermutet wird. Marion Gräfin Dönhoff, ehemalige Chefredakteurin und Herausgeberin der ZEIT, hat ihren persönlichen Anspruch als Journalistin folgendermaßen formuliert:

etnommen von dafür-stehen-wir.de, (c) Lebendiges Museum online
entommen von dafür-stehen-wir.de, (c) Lebendiges Museum online

 

Es kommt die ZEIT …

… und zwar offiziell morgen (Donnerstag) und dann danach am 23. Dezember- einen Tag vor hl. Abend. Warum mich das freut? Weil dort nun tatsächlich eine von vielen tausend Landwirten und Tierärzten finanzierte Anzeige mit einer Gegendarstellung veröffentlicht wird.
Auch hier im Blog wurde um eine kleine Spende für diese einmalige Aktion gebeten.

Schokoladig wird es in der kommenden ZEIT Foto: Facebookauftritt der ZEIT
Schokoladig wird es in der kommenden ZEIT
Foto: Facebookauftritt der ZEIT

War der erste Teil der Serie #tödliche Keime noch der Aufmacher der Wochenzeitung, ist nun in den Vorankündigungen zum 4. Teil nichts mehr zu lesen. Ein Top-Thema ist die Schokolade.
Dennoch bin ich gespannt, welche Lösungen und Forderungen die Politik in Aussicht stellt: Die Grünen-Politiker werden die intensive Tierhaltung generell in Frage stellen und sich möglicherweise von den aktuellen Geschehnissen um das Tierhaltungsverbot für Adrianus Straathof, der Vogelgrippe H5N8 etc. bestärkt fühlen. Spannend wird sein, wie sich die CDU, SPD und FDP zu diesem komplexen Themenfeld äußern werden.

Jetzt heißt es warten- nächste Woche können wir alle die Anzeige bewundern. Bisher ist das Anzeigen-Layout noch geheim, sobald es öffentlich ist, wird es hier zu lesen sein!

Anmerkung: Ich bin anfangs fälschlicher Weise davon ausgegangen, dass bereits in dieser Woche die Gegendarstellung in Form einer ZEIT-Anzeige erscheint. Ich habe den Text entsprechend angepasst auf das korrekte Erscheinungsdatum.

 

die ZEIT: ….. einfach unglaublich (unterirdisch)!

erst der erste Teil
erst der erste Teil

Ich bin auf der Suche nach einer angemessenen Überschrift für das was die eigentlich renommierte Wochenzeitung die ZEIT da gestern und wohl auch heute abzieht.
Sie macht ihre heutige Ausgabe mit dem Titel „Die Rache aus dem Stall“ auf. In der Werbung für ihr Blatt suggerieren ZEIT-Investigativ-Chef Stephan Lebert und Giovanni di Lorenzo, ZEIT-Chefredakteur, in diesem Video, dass diese Story ganz neu ist und von ihnen entdeckt wurde.

Ein einigermaßen informierter Landwirt ahnt, dass hier wieder die alten und lange entkräfteten Vorwürfe neu aufgewärmt werden. Das allerdings wirklich sehr einseitig.
Aber nicht genug des Ärgers. Sachliche Kritik, die die pauschalen Anschuldigungen gegenüber der Landwirtschaft belegen, werden auf Facebook gelöscht! Keine Beschimpfungen, nein- sachliche Kritik. Ich kann es kaum glauben– deshalb diese Überschrift.

Die ZEIT startet anscheinend eine Serie. Die Ursachen für unwirksame Antibiotika sollen dargestellt werden. Dabei scheint die Landwirtschaft als der Hauptverursacher bereits ausgemacht zu sein. Es wird, so sehe ich es voraus, die Massentierhaltung als Brutstätte allen Übels ausgemacht; die Tierärzte werden angegriffen und in Folge dessen deren Dispensierrecht angezweifelt, die Arbeitsbedingungen in den Schlachthöfen angeprangert und zu guter Letzt von den Politikern entschiedene Maßnahmen gefordert.

Doch bevor ich hier meine Finger wund tippe, möchte ich folgende Grafik vorschicken:

Nutztiere je Einwohner und MRSA-Fälle je 100000 Einwohner
Nutztiere je Einwohner und MRSA-Fälle je 100000 Einwohner (keckl.de)

Hier lässt sich erkennen, dass der Zusammenhang zwischen MRSA und intensiver Nutztierhaltung nicht unbedingt vorhanden ist. Ich könnte jetzt mit dem Schreiben aufhören….
….aber: Mich ärgert auch die unsachliche Aufbereitung dieser Story. Hier soll Angst verbreitet werden.

aus der ZEIT 48/2014
aus der ZEIT 48/2014
aus der ZEIT 48/2014
aus der ZEIT 48/2014

Ich habe folgende 9 Aussagen gefunden, mit denen die ZEIT auf Facebook für ihre Zeitung wirbt und mit einem Kommentar zu diesen Bildchen untertitel, den kritische Facebook-User dazu gepostet haben:
(zum selber nachlesen –> https://www.facebook.com/diezeit?hc_location=timeline 18. Nov. ´14)

Und dazu kommt noch das Löschen von Kommentaren.
Zensur bei der ZEIT!! Folgende Screenshots können das belegen:zeit_zensur_01
Links fällt auf, dass der durch und durch sachliche Kommentar von Thomas Wengenroth grau erscheint. Ich habe mir sagen lassen, dass ein Facebookseitenbetreiber Kommentare so einstellen kann, dass sie nur noch von mit dem Autor des Kommentars befreundeten User gelesen werden können. Einige wenige bekommen den Kommentar in „grau“, die allermeisten dürfen sollen können diesen Kommentar nicht lesen.
Da das auffiel, hagelte es eine Menge Proteste von vielen anderen Facebook-Nutzern, auch auf zeit_zensur_03Twitter (rechts)
Würde das die BILD machen, würden sich alle darüber her machen, aber hier scheint es irgendwie hingenommen zu werden. Für mich ist es ein Skandal!

So jetzt haben wir gleich 3 Uhr. Ich weiß, ich habe mich noch nicht detailliert mit den Vorwürfen in der ZEIT auseinandergesetzt, das wird aber noch folgen… versprochen!