Schlagwort-Archive: grüne Gentechnik

Totgespritzt

Zum Thema Glyphosat habe ich bisher wenig in meinem Blog berichtet. Dabei steht das Herbizid ständig in der Kritik und wird von vielen Umwelt- und Naturschützern sehr kritisch beäugt. Mein Eindruck ist, dass der Wirkstoff Glyphosat zu einem Synonym und Symbol für moderne Landwirtschaft geworden ist- genauso wie der kupierte Ringelschwanz des Schweins für die sogenannte Massentierhaltung steht.
Das Glyphosat wurde von Monsanto erfunden und Monsanto ist wiederum das Synonym für die grüne Gentechnik, die von breiten Schichten geradezu verteufelt wird.

Nur so ist es zu verstehen, wie scheinbar seriöse Wissenschaftler scheinbar seriöse Studien veröffentlichen können und diesen pseudowissenschaftlichen Erkenntnissen in scheinbar seriösen Zeitschriften in der Rubrik „Wissenschaft“ eine breite Bühne eingeräumt wird.

Artikel vom Spiegel 24/2015
Artikel vom Spiegel 24/2015

So im Spiegel in der Ausgabe 24/2015. Susanne Günther* hat sich eingehend mit den vielen Vorwürfen und falschen Tatsachen im Spiegel-Artikel beschäftigt und folgenden Leserbrief an den Spiegel geschrieben, der zusätzlich auch in ihrem neuen Blog veröffentlicht wurde:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin enttäuscht, dass Sie die Forschungsergebnisse der genannten Wissenschaftler nicht für den Leser einordnen und gewichten. Prof. Dr. Monika Krüger stellt die Vermutung auf, dass Glyphosat für das Krankheitsbild des sogenannten Chronischen Botulismus bei Rindern verantwortlich ist. Sie steht mit dieser Hypothese in der deutschsprachigen Wissenschaftslandschaft alleine da. Eine große öffentlich finanzierte Studie über Botulismus konnte den Zusammenhang nicht bestätigen: LINK-Botulismus. Krügers Hypothese erklärt auch nicht, dass sich die Botulismus-Fälle in Niedersachsen und Schleswig-Holstein häufen. Denn Futtermittel, die pflanzliche Produkte enthalten, die irgendwann mit Glyphosat in Kontakt gekommen sind, werden bundesweit gleichermaßen gefüttert. Gleiches gilt übrigens für die Gesundheitsprobleme bei den Kühen von Bauer Voss oder die missgebildeten Ferkel von Schweinehalter Pedersen. Sojaextraktionsschrot gehört zur Standarddiät tragender Sauen. Missbildungen müssten dann überall vorkommen, ist aber nicht so. Die Genetik und Schimmelpilze im Futter könnten genauso gut Ursache sein. Es wird nicht klar, warum ausgerechnet Glyphosat für die Gesundheitsprobleme bei den Kühen und Schweinen verantwortlich sein soll. Wenn man sich ansieht, auf wie viele Stoffe die Futtermittel in Deutschland amtlich untersucht werden (LINK), findet man Dutzende anderer Chemikalien oder Pilzgifte, die grundsätzlich auch als Übeltäter in Frage kommen.

Einer Studie von Frau Prof. Dr. Krüger über Milchkühe in Dänemark werden zudem methodische Mängel (z.B. fehlende Kontrollgruppe) nachgesagt. Hierzu gibt es eine Stellungnahme vom Bundesamt für Risikobewertung (BfR): BfR-LINK. Gerne zitiert Frau Prof. Dr. Krüger auch Namen wie „Huber“, „Séralini“, „Carrasco“ und „Paganelli“. Das sind alles erklärte Glyphosat-Gegner, die mit einer Studie nach der anderen scheinbar endgültig die Schädlichkeit des Wirkstoffs beweisen wollen. Ihnen stehen allerdings Tausende von Arbeiten gegenüber, die ihren Generalverdacht nicht bestätigen können. Ach ja, die sind ja alle von Monsanto bezahlt … Glauben Sie im Ernst, dass man wissenschaftlichen Konsens kaufen kann? Immerhin schaffen es die Glyphosat-Gegner spielend leicht ins Fernsehen oder in die Presse, und zwar eigentlich ohne wirklich wissenschaftlich Bahnbrechendes geleistet zu haben. Séralini wird auch nicht nur „kritisiert“, mein Eindruck ist, er wird in der Fachwelt gar nicht mehr ernst genommen: So wird die in Ihrem Text ausführlich beschriebene Fütterungsstudie an Ratten von deutschen Statistikern in drei Absätzen einfach weggewischt: http://www.rwi-essen.de/unstatistik/11/. Der Vollständigkeit halber: Sikkation mit Glyphosat einfach nur zur Ernteerleichterung ist in Deutschland nicht mehr zulässig, siehe: LINK.

Und noch ein Gedanke: Eventuell haben die großen Konzerne gar kein Interesse daran, den Wirkstoff Glyphosat weiter im Portfolio anzubieten: Die Patente sind lange abgelaufen, die Preise niedrig (günstiges Generika-Glyphosat aus China dominiert den Markt), Zeit für Innovation! Ein Verbot oder eine Anwendungseinschränkung von Glyphosat würde den großen Agrarchemiekonzernen nur in die Hände spielen. Eventuell könnte sich DER SPIEGEL mal mit dieser Facette des Themas auseinander setzen, alles andere habe ich eigentlich schon im Fernsehen gesehen.

schillipaeppa*Susanne Günther, Jahrgang 1972, studierte Philosophie im Ruhrgebiet und landete nach einigen Station als Redakteurin in der Privatwirtschaft (SMA, Bertelmann, Lycos) auf einem nordhessischen Familienbetrieb. Seit dem Februar diesen Jahres bloggt sie unter schillipaeppa.net. Anlass war die zunehmende Zensur ihrer unbequemen, nicht dem grünen Mainstream angepassten Kommentare.

Fakten, Fakten, Fakten zum Thema „Genmais“

Der Streit um die EU-Zulassung der gentechnisch veränderten Maissorte „1507“ geht weiter (siehe auch Genmais verhindern?). Die EU-Kommission versucht mit einem Kompromiss die Gemüter in einzelnen Mitgliedsländern zu beruhigen und stellt die Möglichkeit nationaler Alleingänge bei der Zulassung in Aussicht.

Nach 10 Tagen wird die Diskussion immer sachlicher. Hervorheben möchte ich einen Beitrag des Deutschlandfunks vom 19.2.2014 in der Sendung „Umwelt und Verbraucher“ von Angelika Gördes-Giesen, der erfreulicherweise das für und wider der Gentechnik ausgewogen sachlich beschreibt.

Giftig oder nützlich? Umstrittener Genmais in Deutschland sorgt für Diskussionen“ aus UMWELT UND VERBRAUCHER von Deutschlandfunk

Das Thema grüne Gentechnik ist also noch immer in der aktuellen Diskussion und dabei werden immer stärker auch die Fakten berücksichtigt, die nach der anfänglichen öffentlichen Erregung auch auf fruchtbaren Boden fallen können. Dieses Zeitfenster möchte ich nun nutzen, um wissenschaftlich nachgewiesene und untermauerte Fakten zu liefern:

  • Zur Zeit sind 28 verschiedene Insektizid-Präparate bzw. 12 verschiedene Wirkstoffe in Deutschland für den Einsatz im Mais zugelassen.
Übersicht der im Mais zugelassenen Insektizide
Übersicht der im Mais zugelassenen Insektizide

Interessanterweise ist auch das Bacillus thuringiensis (Bt) zugelassen.

Durch Bacillus thuringiensis tenebrionis getötete Kartoffelkäferlarve (1 Tag nach der Anwendung), Foto: JKI entnommen von http://www.oekolandbau.de/
Durch Bacillus thuringiensis tenebrionis getötete Kartoffelkäferlarve (1 Tag nach der Anwendung), Foto: JKI
entnommen von http://www.oekolandbau.de/

Dieser Wirkstoff wird in der Maissorte „1507“ produziert und bekämpft so die Schädlinge Maiswurzelbohrer und Zünsler. Aus diesem Grund wird dieser gentechnisch veränderte Mais auch Bt-Mais genannt. Dieses Bacillus wird vorwiegend im Ökolandbau angewendet– und das seit über 40 Jahren.

Auf den Seiten des Internetportals Oekolandbau.de wird auch auf die Broschüre „Grundlagen und Einsatz im biologischen und integrierten Pflanzenschutz“ von Dr. agr. Renate Kaiser-Alexnat verwiesen. Hier wird deutlich, dass Bt in der Umwelt allgegenwärtig ist und seit Jahrzehnten erfolgreich angewendet wird. Langzeitfolgenabschätzungen sind dort kein Thema!

  • Bt-Mais wird nicht nur in den Vereinigten Staat angebaut. Innnerhalb der EU wird in Spanien seit 1998 vermehrt Bt-Mais angebaut. Die Wissenschaftler Demont und Tolles der belgischen Universität Leuven begleiteten die Bt-Mais-Einführung in Spanien über 6 Jahre. In der Schlussfolgerung dieser Studie wird der Nutzen für Anbauer auf über 10 Mio. Euro beziffert. Allerdings war der Anbau von Bt-Mais in Spanien zunächst auf 25000 Hektar begrenzt. Heute wird auf ca. 150000 Hektar Bt-Mais angebaut und der ökonomische Vorteil wird heute sicherlich deutlich höher liegen.
  • Bt-Mais hat nicht nur einen finanziellen Vorteil für die Landwirte, auch ökologisch lässt sich ein Nutzen ableiten.
    Meissle und Lang (2005) beschreiben Untersuchungen zu den ökologischen Auswirkungen von Bt-Mais im Vergleich zur Insektizidanwendung zur Bekämpfung des Maiszünslers. Die Feldversuche liefen im Jahr 2001 in Bayern und wurden nicht von Anti-Gentechnik-Aktivisten zerstört. Untersucht wurde das Auftreten von 29 verschiedenen Spinnenarten im Maisfeld und welchen Einfluss die verschiedenen Varianten auf die Spinnenpopulationen haben. Ergebnis: Der konventionelle Insektizid-Einsatz hat einen deutlich höheren (negativen) Einfluss auf das Auftreten von Spinnen als der Bt Mais. Bt Mais schont also nachweislich die Spinnenpopulation in einem Maisbestand und fördert somit die Biodiversität verglichen zum Insektizid-Einsatz. Eine Großzahl an weiteren Versuchen von Studien aus Deutschland und der Welt in denen andere „Nichtzielorganismen“ untersucht wurden, zeigen sehr ähnliche Ergebnisse.
  • Ein weiterer Vorteil von Bt-Mais ist die Minderung von Mykotoxinbelastungen. Mykotoxine sind zum Teil hochgiftige und krebserregende Stoffe, die von Pilzen gebildet werden. Mit Mykotoxinen belastetes Getreide bzw. Mais ist also ein (Gesundheits-)Problem, das übrigens immer mal wieder in Deutschland auftritt und skandalisiert wird. Im Jahr 2010 veröffentlichten Ostry et al. eine Arbeit, in der 23 Studien zur Mykotoxinwirkung von Bt-Mais untersucht wurdenDie generelle Schlussfolgerung ist, dass Bt Mais ein wichtiges Werkzeug ist, um das Problem der Mykotoxinbelastung sowohl in Europa als auch in anderen Ländern zu kontrollieren. Vor allem in den Ländern, in denen Mais ein Grundnahrungsmittel ist, wie zum Beispiel Mittelamerika und Zentralafrika, wird der gesundheitliche Nutzen von Bt-Mais erheblich sein.
  • Eine gute Zusammenfassung vieler Untersuchungen und Studien liefert Shelton et al. aus dem Jahr 2002. In diesem Artikel geht es um ökonomische, ökologische und soziale Auswirkungen und um die Nahrungsmittelsicherheit vor dem Hintergrund der weltweiten Anwendung von Bt Pflanzen. Die Autoren kommen zum Schluss zu folgender Aussage: „Die bisher entwickelten gentechnisch veränderten Pflanzen, die in der Lage sind Bt Proteine zu bilden, sind sicherer und stiften einen höheren Nutzen als die konventionell eingesetzten Insektizide insbesondere auch vor dem Hintergrund des Einflusses auf Nichtzielorganismen„.

Um all die Quellen zu lesen und zu begreifen benötigt man sicherlich mehr als nur eine Stunde. Am Ende dieses Artikel zeigt es sich wieder, dass man mit einer Schlagzeile viele Ängste hervorrufen kann, es aber ein Vielfaches an Zeit und Text braucht, diese Ängste wieder zu nehmen. Ich hoffe, dass ich hier einen kleinen Beitrag dazu leisten konnte.

Lesenswert: „Glaubenskrieg um Gentechnik endete mit vorläufigem Sieg der Reaktion“

Nachdem ich gestern einen Artikel zur möglichen Zulassung einer gentechnisch veränderten Maisssorte veröffentlichte, reagierten doch viele meiner Bekannten irritiert und fragten sich, warum ich kein strikter Gegner der Gentechnik bin.
Für diese und für alle, die an sachlichen Informationen zur grünen Gentechnik interessiert sind, möchte ich folgendes Interview empfehlen:

Interview von Heinz Wernitznig mit Prof. Erwin Heberle-Bors für eu-infothek.com

Prof. Erwin Heberle-Bors, Experte für Pflanzengenetik an der Universität Wien Bild: Uni Wien
Prof. Erwin Heberle-Bors, Experte für Pflanzengenetik an der Universität Wien
Bild: Uni Wien

Während die Gentechnik in der Medizin weitgehend anerkannt ist, wollen hierzulande sowohl Bauern als auch Konsumenten von gentechnisch veränderten Lebensmitteln nichts wissen. Im Gespräch mit der EU-Infothek geht Prof. Erwin Heberle-Bors, Experte für Pflanzengenetik an der Universität Wien, auf die Gründe für die massive Ablehnung ein.

In Europa und speziell in Österreich stehen Konsumenten und Bauern gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO) im Gegensatz zu den USA ablehnend gegenüber, obwohl es keine wissenschaftlichen Untersuchungen gibt, die Nachteile für Umwelt und Gesundheit belegen. Wo sehen Sie die Ursachen für das schlechte Image von GVO?

Der Rektor einer österreichischen Universität unterbrach mich einmal, als ich mit einer langatmigen Antwort auf diese Frage beginnen wollte, mit der Behauptung, das Thema GVO-Pflanzen sei in Österreich eine Art Freiwild, das zum Abschuss frei gegeben worden sei. Da ist was dran. Gegen GVOs zu sein, gehört inzwischen sozusagen zur DNA der Österreicher. Davon abgesehen habe ich erfahren, dass um das Thema ein Glaubenskrieg geführt wurde, der in österreichischer Tradition mit dem – vorläufigen – Sieg der Reaktion endete. Die einfachste Erklärung ist, dass die Österreicher glauben, sie bräuchten die Gentechnik nicht. Die zweiteinfachste Erklärung ist, dass die Österreicher glauben, was die Kronenzeitung schreibt und andere Zeitungen nachbeten. Eine ökonomische Erklärung ist, dass österreichische Nahrungsmittelkonzerne das Bio-Label entdeckt haben und unter diesem Deckmantel ihre nicht ganz so naturbelassenen Nahrungsmittel an Mann, Frau und Kinder bringen. Mir dreht sich umgekehrt jedes Mal der Magen um, wenn ich auf einem Milchpackerl lesen muss, dass die Milch gentechnikfrei sei. Eine soziologische Erklärung ist, dass GVO-Pflanzen als fremd gelten und dies bei der weit verbreiteten Fremdenfeindlichkeit auf fruchtbaren Boden fällt. Hinzu kommen Vorstellungen und Ängste dahingehend, dass wir Gentechniker Gott spielen, dass Österreich autark sein muss, und dass das Land durch die Globalisierung, sprich Saatgutkonzerne, überrollt wird. Rational ist das alles nicht.

Weiter lesen? –> http://www.eu-infothek.com/article/heberle-bors-glaubenskrieg-um-gentechnik-endete-mit-vorlaeufigem-sieg-der-reaktion

Genmais verhindern?

Kampagne gegen 1507: Auch bei der "Wir haben es satt"-Demonstration während der Grünen Woche ging es gegen den 1507-Mais. Anfang Februar sammelte das Aktionsbündnis Campact 180.000 Unterschriften gegen die Zulassungen. (Foto: Jakob Huber/Campact CC BY-NC 4.0)
Kampagne gegen 1507: Auch bei der „Wir haben es satt“-Demonstration während der Grünen Woche ging es gegen den 1507-Mais. Anfang Februar sammelte das Aktionsbündnis Campact 180.000 Unterschriften gegen die Zulassungen. (Foto: Jakob Huber/Campact CC BY-NC 4.0) via transgen.de

Die EU-Zulassung von Genmais „1507“ verhindern möchte Umweltschutzorganisation BUND. Die Begründung ist nicht unbedingt sachlich formuliert:

„Er produziert in jedem Teil der Pflanze permanent große Mengen eines Insektengifts, er widersteht dem Unkrautvernichtungsmittel Glufosinat, das hochgradig toxisch ist – und er soll demnächst auf Europas Feldern wachsen.“

Die „permanet großen Mengen“ kann man sicherlich bei der Risikobewertung relativieren. Und auch das giftige Glufosinat (das nebenbei laut Gefahrstoffkennzeichnung giftig (T) und nicht hoch-giftig (T+) ist, nicht mit dem Wirkstoff Glyphosat verwechselt werden sollte und das viele Landwirte unter dem Handelsnamen Basta kennen) wird bestimmt schon 20 Jahre im Ackerbau eingesetzt. Die Zulassung läuft noch ein paar Jahre, von daher gehe ich davon aus, dass bei ordnungsgemäßer Anwendung auch keine Risiken bezüglich Gesundheit und Umweltschäden bestehen dürften. Aber das soll nicht mein Thema sein.  Auch, dass in allen Lebensmittel unendlich viele Gene enthalten sind und die Bezeichnung Genmais irgendwie irreführend ist, nicht. Nein!

Heute ist es soweit. Da wird in Brüssel endgültig entschieden, ob die oben angesprochene Sorte eine Anbaugenehmigung erhalten soll. Die Mitgliedsstaaten der EU entscheiden, eine qualifizierte Mehrheit reicht aus. Dann wird es in den Medien jede Menge Artikel und Berichte geben, als ob das bisher glücklich Gentechnik-freie Deutschland nun von der bösen Gentechnik überrollt würde. Dabei ist sie ja hier längst angekommen, aber offenbar hat davon bisher kaum jemand etwas gemerkt. Hier eine Auflistung der als Lebensmittel zugelassenen gentechnisch veränderten Pflanzen. Es sind bereits über 50.
Die Liste der Lebensmittel, die mit Hilfe der Gentechnik hergestellt werden ist ungleich länger. Kaum ein Bier kommt ohne gentechnisch-veränderter Bierhefe aus. Auch in der Medizin und bei Arzneimitteln spielt die Gentechnik eine immer dominierender werdende Rolle. An diesen Stellen stört die Gentechnik anscheinend nicht, hier scheint der Nutzen wohl sehr deutlich zu sein und Risiken drängen in den Hintergrund.

Tja, und kann die grüne Gentechnik -die Gentechnik in der Pflanzenzüchtung- uns (dem Bauern, den Verarbeitern und den Verbrauchern) nutzen?

Ich finde, da könnte es wirklich Wohl bringende Züchtungen geben. Sicher weiß ich es nicht, aber ich meine, dass zumindest die Forschung daran nicht verteufelt werden sollte. Man sollte nüchtern nach Faktenlage und wissenschaftlichen Erkenntnissen entscheiden. Das ist aber anscheinend in Deutschland nicht möglich. Da gibt es den ersten Aufschrei bereits dann, wenn man nur das Wort „Gentechnik“ in den Mund nimmt.

Übrigens ist der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in vielen Teilen der Welt bereits viele Jahre weit verbreitet. Nicht umsonst lässt die EU über 50 verschiedene Sorten (s. Liste oben) von außen importieren. Gründe des Verbraucherschutzes stehen dem Verzehr anscheinend nicht entgegen- mir sind jedenfalls keine Krankheitsfälle oder gar Todesfälle in den USA bekannt, die mit Gentech-Food in Verbindung stehen, und auch eine Reisewarnung in die USA oder Südamerika ist bisher nicht ausgesprochen worden.

Aber eines steht auch fest. Das Thema grüne Gentechnik ist extrem emotional aufgeladen. Es wird hier seitens vieler Umweltorganisationen verbittert gekämpft, leider zu wenig auf Argumentationsbasis und zu viel über Emotionen und Angstmacherei.

Eine Fülle von sachlichen Informationen zum Thema Gentechnik befindet sich auf den Seiten von transgen.de.