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Animal Peace darf getöteten Landwirt herabwürdigen

[Agrarheute] Die Tierrechtsorganisation Animal Peace darf den Tod eines Landwirts weiterhin verunglimpfen. Auch das zweite Verfahren gegen die Tierrechtlerin Silke Ruthenberg wurde eingestellt.

Der Jubel über einen Bullen, der einen Landwirt tötete, sei nicht strafbar und durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt, das hier höher zu bewerten sei als die Würde eines Verstorbenen.

Snapshot bei Animal-Peace (facebook) in 2015
Snapshot bei Animal-Peace (facebook) in 2015

Wie das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt (BLW) Mitte September schreibt, kam die Staatsanwaltschaft München zu dieser Bewertung und stellte ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen die Tierrechtler ein.

„Rinder-Mann geh‘ Du voran: Wieder ist ein Held aus unserer Mitte aufgestanden“. Mit diesen Worten beginnt ein Artikel der Tierrechtsorganisation Animal Peace, der am 10. Januar dieses Jahres auf der Website viva-vegan.info veröffentlicht wurde. Unter der Überschrift „Ein Bulle nimmt Rache“ äußerte die Tierrechtsorganisation ihre große Freude über einen Unglücksfall, bei dem ein 61-jähriger Landwirt aus Nümbrecht bei Köln von einem Bullen getötet worden war. Silke Ruthenberg, die Vorsitzende des Vereins Animal Peace, bezeichnete den getöteten Landwirt als „Sklavenhalter“.

Staatsanwaltschaft München stellt Verfahren ein [weiter bei agrarheute.com]


Ich bin wirklich entsetzt! Scheinbar können die Landwirte hierzulande sich nicht mehr auf den Schutz des Gesetzes verlassen. Auch bei Einbrüchen in unsere Ställe haben wir wohl tatenlos zuzusehen- kaum ein Einbrecher aus der Tierschutz- bzw. Tierrechtsszene wird von deutschen Gerichten verurteilt.
Das illegal beschaffte Filmmaterial wird zudem gerne auch vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen veröffentlicht. Für alle Seiten wohl ein gutes Geschäft, das auf Kosten eines einzigen geht: Der Landwirtschaft!

Die Freisprüche für die Menschen-verachtenden Aktionen der Tierrechtsorganisation sorgen dafür, dass weitere tödliche Unfälle von Tierhaltern bejubelt werden:

animalpeace_pferd_2015_07_ii

Ich bin wirklich sehr gespannt, ob im kommenden Jahr zur Grünen Woche in Berlin, wenn eine weitere „Wir haben es satt„-Demo auf dem Programm steht, die Veranstalter der Demo wieder diese Feinde der Landwirtschaft mitmarschieren lassen.

Für alle, die für die Belange der Landwirtschaft demonstrieren wollen, spreche ich hiermit schon mal eine Einladung zu der am selben Tag stattfindenden „Wir machen Euch satt“-Demo aus. Weitere Infos werde ich zu gegebener Zeit folgen lassen.

siehe auch: Was soll „WIR machen Euch SATT !“ ?

 

Pferdefleisch

Karikatur
Quelle: Facebookseite vom Süddeutsche Zeitung Magazin, Michael Dufek

Der aktuelle Pferdefleisch-Skandal sorgt zur Zeit in Deutschland für viele Diskussionen. Hier handelt es sich mehr um einen Fall von betrügerischer Verbrauchertäuschung als um die gesundheitliche Gefährdung der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher.

 

 

 

 

 

Logo von foodwatch
FoodWatch-Logo

Die Verbraucherorganisation foodwatch hat zu diesem Thema einen sehr guten Beitrag mit der Überschrift „Pferdefleisch-Skandal: Billig ist nicht das Problem!“ zur Debatte veröffentlicht. Einleitend heißt es dort:

Pferdefleisch wird als Rindfleisch deklariert – und die Schuld am Täuschungsskandal tragen die Verbraucher, weil die immer nur alles billig einkaufen wollen? Diese perfide Argumentation greift nach Meinung von foodwatch zu kurz. Lebensmittelbranche und Politik versuchen den Verbrauchern die Schuld in die Schuhe zu schieben, um von eigenen Versäumnissen abzulenken. Das wahre Problem liegt woanders.

Im weiteren Text werden folgende Thesen aufgestellt:

  • Täuschung ist keine Frage des Preises
  • Qualität ist nicht am Preis messbar
  • Qualität wird nicht transparent – billig kaufen ist oft vernünftig
  • Es herrscht ein Preis- und kein Qualitätswettbewerb
  • Täuschung und Qualität sind keine Frage der Herkunft
  • Die deutschen Verbraucher sind nicht geizig
  • Teuer – und trotzdem getäuscht
  • Die Verbraucher sind bereit, mehr Geld für Qualität auszugeben
  • Nur durch Information wird der Kunde König

(Detaillierter ist der Text hier zu lesen.)

Ich kann foodwatch im Großen und Ganzen zustimmen. In diesem Skandal wird deutlich, dass hier eine ganze Menge krimineller Energie im Spiel ist. Jetzt muss sich zeigen, in wie weit die aktuelle Rechtslage dazu geeignet ist, diese Kriminellen auch zur Verantwortung zu ziehen. Sollte das Gesetz dazu nicht ausreichen, muss die Politik für eine Verbesserung sorgen.

In wieweit die Kontrollen verbessert bzw. ausgeweitet werden müssen, kann ich nicht gut genug einschätzen. Generell halte ich ein ausgewogenes Maß an Kontrolle für nötig und auch gut, aber an dieser Stelle kann man sicher auch übertreiben und für unverhältnismäßig hohe Bürokratie und Kosten sorgen. Die Ehrlichen sind dann wieder die Dummen und die mit krimineller Energie scheren sich eh nicht um die Gesetze und Verordnungen.

Was lernen wir nun aus dem aktuellen Skandal?

  1. Die Strafen für kriminelles Handeln müssen auch eine abschreckende Wirkung haben!
  2. Der Verbraucher sollte seine Eßkultur (Fastfood, Convenience-Produkte oder selber kochen und Slowfood) überdenken und bewusster einkaufen. Dazu
  3. müssen die Lebensmittelprodukte und speziell die Fertigprodukte ausreichend gekennzeichnet werden.
  4. Der Pferdefleisch-Skandal wird sicher nicht der letzte Lebensmittelskandal sein.

In diesem Sinne wünsche ich allen meinen Lesern einen guten Appetit!