Agrarblogger Bernhard Barkmann vor der Tür des Bullenstalles, die mit einem großen Regenbogen verziert ist

Pferdefleisch

Karikatur
Quelle: Facebookseite vom Süddeutsche Zeitung Magazin, Michael Dufek

Der aktuelle Pferdefleisch-Skandal sorgt zur Zeit in Deutschland für viele Diskussionen. Hier handelt es sich mehr um einen Fall von betrügerischer Verbrauchertäuschung als um die gesundheitliche Gefährdung der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher.

 

 

 

 

 

Logo von foodwatch
FoodWatch-Logo

Die Verbraucherorganisation foodwatch hat zu diesem Thema einen sehr guten Beitrag mit der Überschrift „Pferdefleisch-Skandal: Billig ist nicht das Problem!“ zur Debatte veröffentlicht. Einleitend heißt es dort:

Pferdefleisch wird als Rindfleisch deklariert – und die Schuld am Täuschungsskandal tragen die Verbraucher, weil die immer nur alles billig einkaufen wollen? Diese perfide Argumentation greift nach Meinung von foodwatch zu kurz. Lebensmittelbranche und Politik versuchen den Verbrauchern die Schuld in die Schuhe zu schieben, um von eigenen Versäumnissen abzulenken. Das wahre Problem liegt woanders.

Im weiteren Text werden folgende Thesen aufgestellt:

  • Täuschung ist keine Frage des Preises
  • Qualität ist nicht am Preis messbar
  • Qualität wird nicht transparent – billig kaufen ist oft vernünftig
  • Es herrscht ein Preis- und kein Qualitätswettbewerb
  • Täuschung und Qualität sind keine Frage der Herkunft
  • Die deutschen Verbraucher sind nicht geizig
  • Teuer – und trotzdem getäuscht
  • Die Verbraucher sind bereit, mehr Geld für Qualität auszugeben
  • Nur durch Information wird der Kunde König

(Detaillierter ist der Text hier zu lesen.)

Ich kann foodwatch im Großen und Ganzen zustimmen. In diesem Skandal wird deutlich, dass hier eine ganze Menge krimineller Energie im Spiel ist. Jetzt muss sich zeigen, in wie weit die aktuelle Rechtslage dazu geeignet ist, diese Kriminellen auch zur Verantwortung zu ziehen. Sollte das Gesetz dazu nicht ausreichen, muss die Politik für eine Verbesserung sorgen.

In wieweit die Kontrollen verbessert bzw. ausgeweitet werden müssen, kann ich nicht gut genug einschätzen. Generell halte ich ein ausgewogenes Maß an Kontrolle für nötig und auch gut, aber an dieser Stelle kann man sicher auch übertreiben und für unverhältnismäßig hohe Bürokratie und Kosten sorgen. Die Ehrlichen sind dann wieder die Dummen und die mit krimineller Energie scheren sich eh nicht um die Gesetze und Verordnungen.

Was lernen wir nun aus dem aktuellen Skandal?

  1. Die Strafen für kriminelles Handeln müssen auch eine abschreckende Wirkung haben!
  2. Der Verbraucher sollte seine Eßkultur (Fastfood, Convenience-Produkte oder selber kochen und Slowfood) überdenken und bewusster einkaufen. Dazu
  3. müssen die Lebensmittelprodukte und speziell die Fertigprodukte ausreichend gekennzeichnet werden.
  4. Der Pferdefleisch-Skandal wird sicher nicht der letzte Lebensmittelskandal sein.

In diesem Sinne wünsche ich allen meinen Lesern einen guten Appetit!

Bernhard Barkmann

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