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Die Abhängigkeit der Konzerne

Vergangene Woche ereignete sich etwas ganz ungewöhnliches: Zwei Zulieferer setzten mit einem Lieferstopp den riesigen Volkswagenkonzern gewaltig unter Druck. Nach einem langen Verhandlungs-Marathon wurde der Streit beigelegt. Nach Meinung vieler Medien sind die beiden Zulieferer als Sieger aus diesen Mammutverhandlungen hervorgegangen.

Das kam für mich überraschend, denn als kleiner, emsländischer Bauer, der zwar in verschiedenen Genossenschaften organisiert ist, habe ich bisher immer das Gefühl gehabt, gegen die Übermacht des Lebensmitteleinzelhandels eine überaus schwache Verhandlungsposition zu haben.

Im Automobilbereich war die Nachrichtenlage eigentlich bisher ähnlich. Die großen Autobauer geben die Anforderungen und Preise den Zulieferern knallhart vor. Nennenswerte Gegenwehr habe ich nicht vernommen.

Vor einem Jahr titelte das österreichische Wirtschaftsblatt noch, dass 229 Zulieferer von VW abhängig seien. Diese interessante Grafik zeigt aufschlussreiche Zusammenhänge:

Grafik entnommen von Wirtschaftsblatt.at, Quelle: Bloomberg
Grafik entnommen von Wirtschaftsblatt.at, Quelle: Bloomberg

Ich glaube, der Lebensmitteleinzelhandel wird sehr darauf achten, dass ihm das „Schicksal“ von VW nicht passiert. Die Abhängigkeit der Konzerne weiterlesen

Unheilige Allianz von Politik und NGOs

Da spricht mir jemand aus der Seele! Ich zitiere nun eine Rede vom Vizepräsidenten des deutschen Bauernverbandes Werner Schwarz aus Schleswig-Holstein, die er am vergangenen Mittwoch in Wesel, NRW, anlässlich des dortigen Agrar-Forums gehalten hat:

Werner Schwarz
Werner Schwarz

„In den letzten Jahren hat sich die Landwirtschaft als ein neues Betätigungsfeld vieler gesellschaftlicher Gruppen erwiesen, sehr zur Verwunderung der Bauern. Landwirte hatten ihren Versorgungsauftrag im Auge. Und in der Tat: Nie zuvor in der Geschichte der Menschheit waren wir in der Lage, derartig vielfältige, gesunde, günstige Lebensmittel für die gesamte Bevölkerung bereit zu stellen.

Aus welchem Hinterhalt kommt dann also dieser Angriff? Es ist kein Hinterhalt. Es ist der Fluch der guten Tat. Wir haben eine hohe Lebenssicherheit hergestellt. Diese Sicherheit führt nun dazu, dass man die Lebensmittelerzeuger in Frage stellt. Eine moralische Diskussion um Essen und Tierhaltung, Bodenschutz Artenvielfalt ist vor allem ein Wohlstandsphänomen.
Denn

– wir haben viele Tierkrankheiten ausgemerzt,
– die Ackerfrüchte bringen Erträge, von denen wir früher und andere heute noch träumen,
– das Wasser hat Trinkwasser-Qualität, die Luft ist sauber, der Boden fruchtbarer denn je.

Doch NGOs und Politik treten in eine unheilige Allianz der Betroffenheit und kehren scheinbar basisdemokratisch das System der Landwirtschaft um. Die Diskussion über die Nutztierhaltung ist an medialen Falschaussagen schwerlich zu übertreffen. Ein Dr. Hofreiter ist nicht in der Lage, die grüne Agrarwende ohne Schlagworte wie Massentierhaltung, Pestizide, Agroindustrie, Grundwasserverseuchung oder südamerikanische Todesschwadronen zu beschreiben. Behörden lehnen Stallbauten im Ablehnungsbescheid schon mal mit der Begründung ab, dieses sei „Massentierhaltung“ und damit nicht genehmigungsfähig. Unheilige Allianz von Politik und NGOs weiterlesen