Darum wird Werder Bremen Deutscher Meister 2019

15 Gründe für Werders Meisterschaft 2019

Meine Freunde und Bekannten kennen bereits meinen Meistertipp für die kommende Spielzeit: Werder Bremen!
Ja, ich meine tatsächlich Fussballmeister- keine andere Sportart! Ich habe das Gefühl, so richtig ernst hat mich dabei niemand genommen. Deshalb möchte ich meinen Blog dazu nutzen, meine Gründe für diese gewagte Prognose zu erläutern:

1. Bayern wird es ausnahmsweise nicht Meister

Es ist klar, dass Bayern München immer Favorit ist, wenn es darum geht, den Meister zu tippen. So ist es auch in diesem Jahr. Die Wettquoten sprechen eine eindeutige Sprache:

FC Bayern München: 1,15-Quote Borussia Dortmund: 9,00-Quote Bayer Leverkusen: 29,00-Quote RB Leipzig: 36,00-Quote Schalke 04: 41,00-Quote 1899 Hoffenheim: 101,00-Quote Borussia Mönchengladbach: 201,00-Quote VfB Stuttgart: 301,00-Quote Augsburg: 501,00-Quote Eintracht Frankfurt: 501,00-Quote Hertha BSC: 501,00-Quote VfL Wolfsburg: 501,00-Quote Werder Bremen: 501,00-Quote FSV Mainz: 1001,00-Quote SC Freiburg: 1001,00-Quote Hannover 96: 1501,00-Quote FC Nürnberg: 2001,00-Quote Fortuna Düsseldorf: 2501,00-Quote
Die Quoten von 888.com

Die Bayern führen die Liste mit einer Quote von 1,15 an. Ein Einsatz von 10€ auf Bayern München bringt am Ende der Saison schlappe 11,50€. Es kann sich also kaum jemand vorstellen, dass die Bayern nicht die siebte Meisterschaft in Folge erringen.

Dabei ist die Mannschaft recht alt und haben mit Kovac einen recht unerfahrenen Trainer bekommen. Ich rechne jetzt nicht unbedingt mit Theater alá FC Hollywood. Das nicht, das wäre aber der Unterhaltung wegen auch wieder ganz schön! Nein, ich gehe davon aus, dass die Bayern es auf nationaler Ebene etwas schleifen lassen und nicht immer hoch motiviert in jedes Bundesligaspiel gehen werden. Die Mannschaft wird – wie Real Madrid in Spanien in der vergangenen Saison – ihren Focus auf die Champions League richten und dort auch weit kommen.

2. Im Sommer 2003 hat auch niemand auf Werder gesetzt

Zu Beginn der Saison 2003/2004, als Werder Bremen zum letzten mal Meister wurde, hatte auch niemand die Bremer auf dem Zettel. Erst Recht nicht, als Werder gegen den SV Pasching im UI-Cup scheiterte. Doch es sollte anders kommen, denn…

3. Werders Meistermannschaft war eingespielt

Der Großteil des Kaders von 2002/2003 konnte gehalten werden und punktuell mit Ismael in der Abwehr und Reinke im Tor verstärkt werden. Die Säulen Baumann, Micoud, Krstajic und natürlich Ailton waren eingespielt. Ein schmerzhafter Abgang von Leistungsträger Frings in der Vorsaison zu Dortmund konnte kompensiert werden.

Und so ist es auch in diesem Jahr. Wir haben auch eine Mannschaft, in der sich die wichtigen Säulen kennen. Die Abgänge von Delaney und Vereinslegende Junuzovic schmerzen natürlich. Aber dafür haben wir mit Klaassen einen erfahrenen Strategen verpflichten können, der sich mit 25 Jahren im besten Fußballalter befindet.

4. Viele Talente im Kader

Neben den erfahrenen Säulen (Moisander, Bargfrede, Kruse) der aktuellen Mannschaft haben wir auch viele vielversprechende Jungspunde im Kader: Mit Marco Friedl, Ole Käuper, Jean-Manuel Mbom, Milot Rashica, Johannes Eggestein und Josh Sargent hat Werder eine Vielzahl an Jungprofis im Kader, denen man den Durchbruch zutrauen kann. Natürlich wird das leider nicht bei allen passieren- zumindest nicht in dieser Saison. Aber warum sollte nicht in Bremen ein ähnlich großer Stern aufgehen wie in Dortmund in ihrer Meistersaison 2010/2011. Dort sammelte ein gewisser Mario Götze die erste Bundesligaerfahrung und wurde promt Meister!

5. Auch Dortmund hatte niemand auf dem Zettel

Und wenn wir schon bei Borussia Dortmund sind: Zu Beginn der Saison 2010/2011 hatte auch niemand den BVB auf dem Zettel als es um die Meisterprognose ging. Damals formte ein gewisser Jürgen Klopp eine tolle, hungrige Mannschaft, die begeisternden Fussball spielte und Bayern München zwischenzeitlich den Rang ablaufen konnte.

6. Smarte Transferpolitik

Und wenn ich an den BVB vor 8 Jahren denke, fällt mir auf, dass es nicht die großen Transfersummen sind, die den Erfolg garantieren. Die Leistungsträger Kagawa, Piszczek und Lewandowski kamen ablösefrei bzw. für kleines Geld nach Dortmund.
Ähnlich läuft es auch in Bremen, wo seit dem Niedergang von vor 7 Jahren, bei Transfers nicht geklotzt werden konnte. In diesem Jahr ist die Transferbilanz weitgehend ausgeglichen.

Neben dem teuersten Einkauf der Vereinsgeschichte (Davy Klaassen) kamen Osako (4,50 Mio €), Beijmo (3 Mio €), Harnik (2,25 Mio €) und Beste (0,25 Mio €) zu Werder. Ablösefrei waren Kevin Möhwald aus Nürnberg und die Legende Claudio Pizarro, der mit 40 Jahren endlich auch mit Werder Bremen die Meisterschale gewinnen möchte.

7. Siegertyp Pizarro

Mit Claudio Pizarro haben wir einen Spieler im Verein, der längst Kultstatus hat. Er dürfte für gute Stimmung in der Kabine, aber auch auf der Tribüne sorgen, denn die Fans haben ihn schon lange ins Herz geschlossen.

Dazu kommt die unbedingte Siegermentalität von Pizarro und seine riesige Erfahrung mit der er besonders den jungen Stürmern Eggestein und Sargent helfen soll. Ich hoffe, das klappt und Pizarro steigt nach dieser Saison als Nachwuchstrainer bei Werder ein.

8. Starkes Führungspersonal

Nach dem Ende der Ära Schaaf/Allofs musste sich der Verein lange neu sortieren. Mit Robin Dutt, Viktor Skripnik und Alexander Nouri verschliss Werder drei Trainer in kurzer Zeit. Auch hier gibt es Parallelen zu früheren Zeiten beim SV Werder. Da hat es auch lange gedauert, bis nach der Rehhagel-Ära sich wieder Kontinuität eingestellt hatte. Damals mussten sogar vier Trainer (Aad de Mos, Dixi Dörner, Wolfgang Sidka, Felix Magath) vorzeitig gehen, bevor mit Thomas Schaaf wieder die gewohnte Kostanz auf der Trainerbank einziehen konnte.

Jetzt, so scheint es, ist Ruhe in der Vereinsführung. Mit Marco Bode (Aufsichtsratsvorsitzender), Frank Baumann (Geschäftsführer „Sport“) und Thomas Schaaf (technischer Direktor) sind Leuchttürme aus erfolgreichen Zeiten im Verein eingebunden, die wissen, wie erfolgreiches Arbeiten geht. Natürlich gibt es daran auch Kritik, weil Werder zu sehr im eigenen Saft schmort und nur wenig Impulse von Außen zulässt. Ich habe aber den Eindruck, dass hier keiner irgendwelche Starallüren hegt und sich in den Vordergrund stellen möchte.

Und zur sportlichen Führung gehört natürlich auch der Cheftrainer Florian Kohfeldt…

9. Kohfeldt ist ein riesen Trainertalent

Im Herbst letzten Jahres übernahm Florian Kohfeld den posten des Cheftrainers von Alexander Nouri. Er ist der dritte U23-Trainer in Folge, der zu den Profis aufsteigen durfte. Zu Beginn begegnete Kohfeldt dabei viel Skepsis. Doch die Skeptiker wurden schnell eines besseren belehrt. Kohfeldt übernahm Werder in akuter Abstiegsgefahr und sorgte mit einer fulminanten Rückrunde (Platz 5 in der Rückrundentabelle) dafür, dass die Werderfans zwischenzeitlich sogar von Europa träumen durften.

10. Taktische Flexibilität, offensiver Mut

Nun hat Kohfeldt die Mannschaft auf die Saison vorbereitet. Er dürfte seine offensive Spielidee und sein hohes taktisches Verständnis der Mannschaft weiter vermittelt haben. Er schaffte es bereits in der Rückrunde, die Mannschaft taktisch umzustellen. Was natürlich auch bedeutet, dass die Mannschaft auch in der Lage ist, die Anweisungen des Trainers auf dem Platz umzusetzen. Diese taktische Variabilität dürfte vertieft sein. Ich freue mich schon auf die positiv offensive Spielweise von Werder Bremen.
Dieser Mut von Kohfeldt sorgte übrigens früh für hohe Anerkennung des Fußballexperten Matthias Sammer:

EX-PROFI UND EUROSPORT-EXPERTE WIRD ZUM WERDER-FAN SAMMER: „KOHFELDT IST EIN WUNDERBARER TRAINER“

11. Die Fans

Natürlich darf ich bei der Begründung für meine Meisterprognose nicht die wunderbaren Fans vergessen! Die Bremer Fans standen schon in schlechten Zeiten geschlossen hinter der Mannschaft und werden mit ihrer Euphorie die ganze Stadt, das ganze Umland bewegen und die Mannschaft zu überragenden Leistungen pushen! Die Sehnsucht nach Europapokal ist riesig. Es wird wieder zeit dafür!

12. Die Mannschaft

Kommen wir nochmal zurück zur Mannschaft.

Tor

Hier haben wir mit Jiri Pavlenka endlich wieder einen Torhüter, der an die Weltspitze heranreicht. Lediglich die Verletzungsmisere bei den Ersatztorhütern bereitet mir etwas Sorge. Zur Zeit sitzt der 18 jährige Luca Plogmann auf der Bank.

Abwehr

Die Abwehr ist eingespielt. Mit den Innenverteidigern Moisander und Veljkovic hat sich ein gut harmonierendes Duo gefunden. Mit Sebastian Langkamp steht ein erfahrener Ersatzmann bereit.

Die Außenpositionen dürften der Schwede Augustinsson und der Tscheche Gebre-Selassie bekleiden. Auch die waren in der vergangenen Saison Stammkräfte und trugen ihren Teil dazu bei, dass Werder hinten keine Schießbude mehr war.

Mit Marco Friedl haben wir ein großes Talent von den Bayern ausgeliehen. Der österreichische Juniorennationalspieler kann außen und innen verteidigen und ist auch im defensiven Mittelfeld einsetzbar.

Mittelfeld und Sturm

Während wir auf der defensiven Mittelfeldposition eher dünn besetzt sind (Bargfrede und der verletzte Käuper) haben wir im zentralen und offensiven Mittelfeld eine riesige Auswahl an vielversprechenden Spielern.

Hier dürfte Trainer Kohfeldt für verschiedene Ausgangslagen viele verschiedene Spielertypen zum Einsatz bringen. Gesetzt sind für mich Kapitän Max Kruse, Dauerläufer Bargfrede und Rekordtransfer Davy Klaassen. Gespannt bin ich auf  die Einsatzzeiten von Kainz, Rashica, Osako, Bartels und Möhwald. Allen traue ich zu, sich zum Stammspieler zu entwickeln. Hier wird es wirklich spannend, denn es können nicht alle gleichzeitig spielen!

Max Kruse ist eine sogenannte hängende Spitze, seine Stärke ist die Unberechenbarkeit. Er lässt sich gerne weit zurück fallen und agiert oft als Mittelfeldspieler. Neuzugang Martin Harnik ist Kruses Kumpel aus Jugendzeiten. Hier dürfen wir auch gespannt sein, wie die beiden auf dem Platz harmonieren.

Dabei ist der Platz in der Sturmspitze nicht fest vergeben- zumindest in meinen Augen. Hier erhoffe ich auch Einsatzzeiten von den jungen Sturmtalenten Johannes Eggestein und Josh Sargent- und natürlich von Claudio Pizarro, der bestimmt auch als Einwechselspieler noch wichtig werden kann für Werder Bremen.

13. Warum nicht Dortmund, Schalke oder Leipzig oder … ?

Ja natürlich: Viele denken, wenn Bayern nicht Meister wird, dann nutzen doch eher Spitzenmannschaften wie Dortmund, Leverkusen, Schalke oder Leipzig die Gunst der Stunde.

Doch ich habe da meine Zweifel, denn Borussia Dortmund hat einen größeren Umbruch vollzogen und mit Favre einen Trainer mit vielen Vorschusslorbeeren verpflichtet. Aber die Dortmunder Mannschaft noch nicht so eingespielt, dass es zu Platz 1 reicht.

Eingespielter ist sicherlich Bayer 04 Leverkusen, aber hier vertraue ich auf die Tradition von „Vizekusen“. Außerdem sehe ich die recht kleine Fangefolgschaft als kleinen Nachteil an, besonders auf Auswärtsspielen.

Naja, und auch bei Schalke gibt es die Tradition, dass es seit Jahrzehnten nur maximal zu Platz zwei reicht. Tedesco ist zwar ein talentierter Trainer, aber ich bezweifle, dass dieser ein weiteres Mal mit dieser defensiven Ausrichtung aus der vergangenen Saison so großen Erfolg haben kann. Die kommende Saison wird hoffentlich von Mannschaften mit Offensivherz bestimmt. Und dann fällt Schalke ab.

Natürlich hat auch RB Leipzig eine starke Mannschaft. Doch leider können die Sachsen den Abgang von Mittelfeldstratege Keita nicht kompensieren.

Gespannt bin ich auf Hoffenheim, die mit Julian Nagelsmann einen Trainer der Extraklasse haben. Ich traue der Mannschaft sehr viel zu, denke aber dass sie es nicht bis ganz nach oben schaffen werden wegen der internationalen Doppelbelastung und der eher kleinen Fanbasis.

14. Wunder gibt es immer wieder

„Und warum wird dann ausgerechnet Werder Meister?“

Weil ich noch an den Fußball glaube! Ich bin davon überzeugt, dass der Fußball nicht immer vom Kommerz bestimmt wird. Vor zwei Jahren hatte Leicester City in der englischen Premier League einen riesen Lauf und wurde völlig überraschend Meister!

Und ein Lauf ist für Werder möglich. Die Ansetzungen zu Beginn der Saison bescheren Werder ein Programm, dass auf dem Papier machbar erscheint: Hannover, Frankfurt, Nürnberg und Augsburg sind die ersten Gegner. Da ist ein guter Saisonstart möglich!

15. Heimstärke

Und außerdem hat Werder seine Heimstärke unter Kohfeldt wieder erlangt! Seit dem 29.10.17, dem tag der bitteren 0:3 Heimniederlage gegen Augsburg, hat Werder Bremen zu Hause mehr verloren.

Das Weserstadionist wieder eine Bastion! Das ist die Basis für eine sehr erfolgreiche Saison!

Vorfreude auf die Saison

In der Mannschaft steckt so viel Potenzial, woraus Florian Kohfeldt mit seinem großen Fußballwissen wirklich viel gestalten kann. Wenn nur die Fans abheben und die Mannschaft auf dem Boden bleibt, kann diese Saison sehr erfolgreich werden!

Ich wette darauf!

5 Gedanken zu „Darum wird Werder Bremen Deutscher Meister 2019

  1. Werder ist leider auf dem absteigenden Ast, seit Wiesenhof als Sponsor die Trikots verunziert. Sollte Werder sich von diesem Sponsor trennen, sehe ich realistische Chancen auf die Meisterschaft, sonst wird das nix!

    1. Ich glaube, die sportliche Talfahrt setzte vor dem Trikotsponsoring ein. Ist auch letztlich egal. Ich finde diese Zusammenarbeit mit einem in der Region verwurzeltem Unternehmen gut. Wiesenhof ist in Sachen Tierwohl offen und hat sein Privathof-Programm gezielt beworben.
      Ich kann einem Sponsoring aus der Region heraus wesentlich mehr abgewinnen als sich mit Geldern aus Katar oder Russland zuzuschütten zu lassen.
      Hier agiert Werder mit Wiesenhof regional. Das verdient zumindest Respekt und keinen Shitstorm wie 2012.

  2. Werder Bremen wird Deutscher Meister Punkt. Was hat das mit dem Sponsor zutun ? Blõdsinn!!! Man muß nur an F.Kohfeld und seine Mannschaft glauben . Wenn Euch Wiesenhof nicht gefällt, dann wechselt doch zum HSV. Ein Leben lang Grün Weiß Nur der SV.Werder Bremen…….. zusammen ist man stark.Gruß von Jens ,

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