Archiv für den Monat: Juli 2011

geringste Getreideernete seit 1976

Wie der Landvolk Presse Dienst jüngst mitteilte, wird die Getreideernte in Niedersachsen so klein ausfallen wie schon lange nicht mehr (Bericht in Land&Forst).

Dieses hat zwei Gründe:

Als erstes hat die dramatische Frühjahrestrockenheit sich sehr negativ auf die Getreidebestände und somit auf die Erträge bzw. die Ertragserwartungen ausgewirkt. Aber ein weitere starker Effekt ist der zunehmende Anbau von Mais, der den Getreideanbau besonders in den letzten Jahren zurückdrängt.

Vor 35 Jahren lagen die Durchschnittserträge noch bei ca. 40dt pro Hektar. Aktuell ist das Ertragsniveau beim Getreide  fast doppelt so hoch wie damals, aber diese höheren Durchschnittserträge können den massiven Getreideflächenrückgang nicht mehr kompensieren, so dass zumindest in Niedersachsen die Getreideernte kleiner ausfallen wird als 1976.

Bisher konnten wir auf unserem Hof geringste Getreideernete seit 1976 weiterlesen

Wildacker-/Blühstreifen- Mischungen

Wildäcker und Blühstreifen haben einen
hohen ökologischen Nutzen. Mit ihrer artenreichen
Vegetation bilden sie nicht nur für unser
heimisches Wild einen attraktiven Lebensraum,
sondern auch für viele andere Tiere – von
wichtigen Insektenarten bis hin zur seltenen Zauneidechse.
In Zeiten, in denen die Kulturlandschaft
zunehmend artenärmer wird, sind Wildäcker eine wertvolle
Maßnahme, dem Wild ganzjährig ein attraktives
Nahrungsangebot zu bieten. Um einen artenreichen Wildacker
zu erreichen, gilt es einiges zu beachten. Zu berücksichtigen sind
vor allem die Bodenbeschaffenheit und die Saatmischung: Die
Landesjägerschaft Niedersachsen hat vier verschiedene Saatmischungen
in der Praxis erprobt und für unterschiedliche Anforderungen
zusammengestellt: Für Sandböden (LJ Sand), für
Böden mit besserer Qualität (LJ Lehm), für die Anlage von
Schneisen (LJ Schneise) und speziell für Blühstreifen und
Rapsfruchtfolgen (LJ Blühstreifen). Die Ergebnisse für alle
Saatmischungen waren sehr überzeugend, sowohl im Hinblick
auf die Vegetation, als auch auf die Attraktivität für die
Tierwelt.

Adlerhorst

Ich werde bis zum nächsten Samstag im Zeltlager des SV Adler Messingen in Hopsten als Betreuer aktiv sein. Das gestrige Minizeltlager für die 3 bis 7 Jährigen Kinder mit ihren Eltern ist schon mal sehr gut verlaufen.

Während dieser Zeit werden dankenswerterweise mein Vater und mein Bruder, dessen unterrichtsfreie Zeit begonnen hat, den Hof zu Hause managen.

Hoffentlich bleibt uns Dauerregen erspart!

Danach habe ich mir vorgenommen, ein paar Impressionen der diesjährigen Erntesaison zu posten.

Bis denne….

Stimmungsmache

In der Stadtratssitzung am vergangenen Montag hat der Vorsitzende der Frerener CDU Johannes Lis den Vorwurf der mangelnden Informationspolitik mit folgenden Worten zurückgewiesen (nachzulesen auch als Kommentar in Roberts Blog:

„Es ist schlicht unverschämt, der CDU in Sachen BioEnergiepark eine mangelnde Informationspolitik vorzuwerfen. Wir als Partei stehen für einen offenen und transparenten Prozess. Schon im vergangenen Herbst hat die CDU Freren in einem Informationsabend in der DEULA wichtige Informationen zur Diskussion gestellt und mit Frau Dr. Rottmann-Meyer einen kompetenten Gesprächspartner gehabt. Seitdem ist das Thema in unzähligen Samtgemeinde-, Stadtrats- und Ausschusssitzungen behandelt worden. Leider – und auch das darf hier erwähnt werden – ist die Teilnahme an solchen Sitzungen verschwindend gering. Zu den Anhörungsversammlungen für die Bauleitplanung erschien kein einziger Bürger; sowohl zum Flächennutzungsplan als auch zum Bebauungsplan gab es keine einzige private Einwendung. Der Informationsbedarf ist offensichtlich gedeckt.“

In einem weiteren Wortbeitrag des Sprechers der SPD fielen die Worte „Stimmungsmache“ und „aufhetzten“.

Ich wäre am liebsten bereits in der Stadtratssitzung  auf diese Anschuldigung eingegangen, hatte aber als Besucher kein Rederecht. Deshalb möchte ich hier noch einmal die Sache klarstellen:

Das Landvolk war die treibende Kraft in dem Aufklärungsprozess rund um die geplante Biogasanlage. Letztlich haben wir Landwirte eine fachliche Stellungsnahme in Auftrag gegeben und auch bezahlt. Es gab viele Versammlungen, in denen es um dieses Pilotprojekt ging- in jeder Sitzung wurden Zweifel geäußert und mit jeder weiteren Veranstaltung kamen (für uns) neue Details an die Öffentlichkeit.

In der von Johannes Lis zitierten Informationsveranstaltung in der DEULA Freren war die Expertin Dr. Rottmann-Meyer wegen mangelnder Informationen und Details zur Biogasanlage nicht in der Lage, die Tauglichkeit des Pilotprojektes zu bewerten. Einzig die Feststellung, dass sogenannte Abfallstoffe zur Vergasung in den Biogasanlagen am Markt teurer geworden seien, im Preis stark schwanken und der Einfluss auf die Biologie innerhalb der Anlagen höchst unterschiedlich sei, ist bei mir hängengeblieben. Diese Faktoren seien dafür verantwortlich, dass einige Betreiber einer abfallwirtschaftlichen Biogasanlage auf den Betrieb einer NaWaRo-Anlage umgestellt haben.

Die Veranstaltung war gut besucht, hauptsächlich von Landwirten, die sich skeptisch und ablehnend zum Projekt geäußert haben. Ich glaube, dass kein einziger Landwirt von der CDU sich „Mitgenommen“ gefühlt hat.

Wir Landwirte in und um die Samtgemeinde Freren hoffen, dass die riesige Biogasanlage tatsächlich so laufen wird, wie es auf dem Papier steht. Sollte es Probleme geben, darf niemals an den städtebaulichen Verträgen gerüttelt und gedreht werden!

Die Ängste der Bauern sind da und diese öffentlich zu äußern ist für mich keine „Stimmungsmache“. Die Ängste wären den Landwirten genommen worden, wenn

  • von Anfang an alle Fakten bekannt gewesen wären und nicht immer weitere Details auf Nachfrage ans Licht gekommen wären.
  • das Pilotprojekt in einer überschaubaren Größe gebaut werden würde. Hier hätte man Erfahrungen bezüglich der technisch aufwendigen Gärrestaufbereitung sammeln können und darauf aufbauend die Biogasanlage erweitern können.
  • zumindest ein unabhängiger Gutachter einmal die Anlage als Ganzes bewertet und als plausibel erklärt hätte!

Übrigens: Die Medienlandschaft im Emsland berichtet durchaus umfangreich von und über die vergangene Stadtratssitzung:

ems-tvEms-Vechte-Welle | Lingener Tagespost: 1 2 3 Bildergalerie

Biogasanlage in Freren – Bardel 4

überfüllter Sitzungssaal

Gestern Abend hat der Frerener Stadtrat der Errichtung der Pilot-Biogasanlage leider zugestimmt. Begleitet wurde die Abstimmung von ungefähr 100 Landwirten, die zum großen Teil mit Trecker angereist sind.

Die Lingener Tagespost hat bereits einen Bericht verfasst (Link).

In dieser Sitzung zeigte der Vorsitzende des CDU Stadtverbandes Freren-Andervenne Johannes Lis wenig Verständnis für die Forderungen und Proteste der Landwirte.

Johannes Lis (c) CDU Lingen

Ich halte auch nach einer gut geschlafenen Nacht weiterhin unsere Bedenken für angebracht und stufe die Informationspolitik  immer noch als suboptimal ein.

Für weitergehende Informationen und Ausführungen bleibt mir jetzt keine Zeit mehr, weil gleich für uns auf dem Hof die Getreideernte beginnt.

Für alle, die noch Fragen zu diesem Thema haben, hinterlasse ich meine Mobiltelefonnummer (0151 – 50 74 95 17).

Trecker

 Bis später…