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Mais im Dürrejahr 2018

Erntebeginn beim Mais so früh wie nie

Morgen startet bei uns im Betrieb die Maisernte. Wir werden ca. 20 Hektar Mais häckseln und einsilieren. Dieser Mais dient als Futtergrundlage für unsere Mastbullen. Der 21. August ist für uns der früheste Häckseltermin aller Zeiten.

Strip-Till-Verfahren auf einer Fläche getestet

Wir werden hauptsächlich den schlechten und mittelprächtigen Mais häckseln. Mit dabei ist eine etwa 9 Hektar große Fläche die überwiegend sandig bis sehr sandig ist. „Relativ gut“ sind für diese Fläche vielleicht 25 Bodenpunkte.

Um möglichst Boden-schonend, ohne mineralischem Dünger auszukommen und Wasser-sparend zu arbeiten, haben wir auf dieser Fläche das sogenannte „Strip-Till“ Verfahren ausprobiert. Hier wurde keine Bodenbearbeitung im Frühjahr durchgeführt. Ein paar Tage vor der Saat wurde eine „Güllewurst“ als Unterfußdünger eingeschlitzt (mit Hilfe von GPS-Satellitentechnik). Auf einen sonst üblichen Unterfußdünger haben wir aus Gründen der Düngerbilanzierung verzichtet.

Feldbesichtigung im Video

Diese Fläche habe ich mit meinem Sohn vor 10 Tagen etwas näher begutachtet.

Man kann gut erkennen, wie unterschiedlich der Mais sein kann- auf einer Fläche. Das macht es besonders schwierig, einen optimalen Erntetermin auszuwählen. Hoffentlich liege ich nicht ganz daneben. Mais im Dürrejahr 2018 weiterlesen

Warum wir die moderne Landwirtschaft nicht schätzen, sie aber schätzen sollten

Es gibt wieder Neuigkeiten von Andreas von Tiedemann, Professor für Pflanzenpathologie aus Göttingen!

snap_vTiedemann_fernsehkritiktvDem regelmäßigen Leser dieses Blogs ist er bereits im Oktober positiv aufgefallen, als er die Berichterstattung von PlusMinus zum Thema Pestizide in einem offenen Brief scharf kritisierte. Dieser offene Brief wurde für einen ausführlichen Beitrag bei Fernsehkritik.tv aufgegriffen. Wirklich sehenswert- Herr von Tiedemann kommt dort ausführlich zu Wort.

Aber nicht nur das. Er verfasste zusätzlich auch einen Beitrag, der auf den Internetseiten des Deutschen Arbeitgeberverbandes veröffentlicht wurde. Ich bin ihm wirklich dankbar für diese Worte:

„Warum wir die moderne Landwirtschaft nicht schätzen, sie aber schätzen sollten“

deutscherarbeitgeberverband_logoDie Sorgen um den Wirtschaftsstandort Deutschland angesichts von Technologiefeindlichkeit betreffen nicht nur die Industrie sondern in ganz besonderem Maße auch die Landwirtschaft. Mehr noch als die industrielle Produktion hat die Landwirtschaft mit ihrer Aufgabe der Ernährungssicherung eine unmittelbare Funktion in der Sicherstellung unserer essentiellen Lebensgrundlagen. Deshalb erscheint es so unverständlich wie eine Gesellschaft gerade diejenigen Technologien so kritisch sieht, ja ablehnt, die zu dem in der Geschichte der Menschheit bislang einmaligen Grad an Ernährungssicherheit geführt haben, den wir alle heute genießen.

Der Grund hierfür liegt prekärerweise im Erfolg der modernen Landwirtschaft selbst. Die Einführung moderner Methoden der Pflanzenproduktion, die in Europa und anderswo in den letzten fünf Jahrzehnten zur Vermehrfachung der Erträge in den wichtigsten Nahrungskulturen wie Mais, Reis und Weizen geführt haben und der entscheidende Grund dafür ist, dass in diesem Zeitraum der Pflug mit dem Storch Schritt halten konnte (siehe Tabelle), hat das Thema Nahrungsmittelknappheit in den entwickelten Ländern völlig aus dem Bewusstsein verdrängt. Der ungeheure Fortschritt in der Landwirtschaft durch Einführung besserer Anbautechnologien wird kurioserweise gerade durch den daraus resultierenden Erfolg mit der Ignoranz der davon Begünstigten bestraft. Die moderne Landwirtschaft hat – zumindest für den entwickelten Teil der Menschheit – ein solches Maß an Versorgungssicherheit mit Nahrungsmitteln erreicht, dass dieser nicht mehr als außerordentliche Leistung sondern als Selbstverständlichkeit wahrgenommen wird. Die dramatische Folge für die Landwirtschaft ist, dass der Zusammenhang dieser komfortablen Wohlfahrtssituation mit den dafür notwendigen modernen Landbautechniken nicht mehr hergestellt wird. So kurios das klingt, eine weniger erfolgreiche Landwirtschaft, die immer wieder Knappheiten in der Versorgung herbeiführen würde, würde sich einer weitaus höheren Anerkennung erfreuen und müsste sich als Technologie nicht für Ihren Erfolg rechtfertigen.

vtiedemann_getreideproduktion

Das mangelnde Bewusstsein für den eigentlichen Ursprung unseres Ernährungswohlstands ist auch ein mangelhaftes Geschichtsverständnis. Warum wir die moderne Landwirtschaft nicht schätzen, sie aber schätzen sollten weiterlesen