Krieg in der Ukraine

Krieg in der Ukraine

Sorge vor Weltkrieg

Wie wahrscheinlich die allermeisten Europäer mache ich mir heute große Sorgen um die Zukunft.

Da ist die mittlerweile realistische Sorge, dass die Gewaltspirale sich weiterdreht und wir in einem Weltkrieg hineingezogen werden könnten. Die Konsequenzen wären wirklich katastrophal, das möchte ich hier gar nicht weiter ausmalen…

Sorge vor Versorgungssicherheit

Und auch wenn dieses Worst-Case-Szenario nicht eintreten sollte, dann sind die Sorgen um die Versorgungssicherheit in Europa ganz real. Es scheint so zu sein, dass wir nicht mehr bei Energie und Lebensmitteln aus dem Vollen schöpfen können.

Energie & Nahrungsmittel

Wenn es um Energie und um Gas geht, ist Russland ein wichtiger Akteur- gerade für uns Europäer. Aber auch beim Getreide ist Russland und besonders auch die Ukraine ein ganz wichtiger Faktor. In dieser unsicheren Lage steigen alle Kurse für Agrarrohstoffe rasant an.

In den ersten Statements geht Wirtschaftsminister Habeck nur auf die Energiefrage ein. Dass es auch bei Lebensmitteln kritisch, zumindest aber sehr teuer werden könnte, blendet er aus bzw. hat er noch nicht auf dem Schirm.

Die Märkte reagieren aktuell sehr heftig, nicht nur die Gas- und Ölpreise steigen rasant. Auch landwirtschaftliche Erzeugnisse explodieren regelrecht (und dass auf einem bereits sehr hohem Niveau!), wie im heutigen Marktbericht der “Agrarberatung der Volksbanken” nachzulesen ist. (Die heutige Ausgabe findet ihr am Ende dieses Artikels zum Download)

Krieg in der Ukraine sorgt für Preisexplosionen bei Agrarrohstoffen

Krieg zur Unzeit

Dabei findet die russische Invasion zur sehr ungünstigen Zeit statt (mir ist klar, dass es keinen passenden Zeitpunkt für einen Krieg geben kann, ich hoffe, jeder versteht, was ich ausdrücken möchte):

  • Zwei Jahre nach Beginn der Pandemie- Verbunden mit großen Belastungen der Staatshaushalte
  • jetzt wo die Inflation schon länger steigt, die reale Kaufkraft der Bürger schwindet
  • jetzt in der Zeit, in der der Klimawandel sich auch auf die Ertragssicherheit unserer Ackerfrüchte auswirkt durch Dürren, Überschwemmungen und andere Extremwetterereignisse

Jetzt scheint es tatsächlich realistisch, dass wir nicht mehr aus dem Vollen schöpfen können. Und wenn die Supermarktregale hierzulande nicht leer sein werden, weil wir immer noch so kaufkräftig sind, werden die Regale für ärmere Länder leer bleiben.

Denn in der Krise trifft es zuerst die Armen!

Ziel “Ernährungssicherung” bleibt essenziell!

Deshalb sollte das Thema “Ernährungssicherung” wieder eine Rolle spielen.

Beim letzten Agrarkongress des Bundesumweltministeriums wurde zwar eine große Einigkeit zwischen dem Umwelt- und Landwirtschaftsministerium demonstriert und die Notwendigkeit einer Agrarwende (bzw. “Transformation der Landwirtschaft”) betont. Aber die Vokabeln “Ernährungssicherung” und auch “Wettbewerbsfähigkeit” sind überhaupt gar nicht gefallen.

Nachhaltige Intensivierung

Damit möchte ich nicht die Notwenigkeit zu einer Nachhaltigeren Landwirtschaft beiseite wischen, aber den ureigenen Zweck der Landwirtschaft -die Erzeugung von Lebensmitteln- sollten wir nicht aus dem Auge verlieren. Die Importquote sollte in meinen Augen nicht noch weiter erhöht werden durch allzu ideologische Forderungen und Auflagenverschärfungen. Wir brauchen hier eine nachhaltige Intensivierung der Landwirtschaft. Nur so bekommen wir Klimaschutz, Naturschutz und Ernährungssicherung unter einem Hut!

Wenn hier nicht gegen gelenkt würde, wäre das fahrlässig!


Marktbericht vom 24. Februar 2022 zum Download:

Dieser und weitere Marktberichte können bei der Agrarberatung der Volksbanken bestellt werden: https://www.agrarberatung.com/vr-agrarbroker/marktberichte


Marktbericht als Bilddatei (JPG):

Bernhard Barkmann

Landwirt und Blogger aus dem Emsland

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