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Diskussion über Insektensterben bei „Hart aber fair“

hart aber fair, wir diskutieren mitHeute Abend (21 Uhr) wird in der Sendung „Hart aber fair“ über das Insektensterben diskutiert.

Wir freuen uns, dass dieses wichtige Thema, das viele Menschen berührt, in einer breiten Öffentlichkeit diskutiert wird.
Allerdings hoffen wir auch, dass es fair zu geht und nicht einseitig nach Schuldigen gesucht wird.
Uns Bauern ist das Insektensterben nicht egal! Wir sind Teil der Lösung und gehen voran mit unserer Aktion „Deutschland blüht auf!„.
Wir diskutieren mit während der Sendung bei Twitter und Facebook.
Folgt den Hashtags #AgChatde & #WMES!

Eine harte, aber faire Glyphosat-Debatte? Und die Erde ist eine Scheibe.

Ankündigung Sendung hart, aber fair.
Hart. Aber Fair? Um Gottes willen!

Glyphosat – und kein Ende.  Auch bei „hart aber fair“ wird man sich am Montag, 4. Dezember 2017 um 21.00 Uhr des Themas annehmen: „Der stille Tod der Bienen – wer vergiftet unsere Natur?“ Seinen Beitrag teasert das Format bei Facebook folgendermaßen an:

„Der Streit um Glyphosat zeigt: In der modernen Landwirtschaft geht ohne Chemie nichts mehr. Wie gefährlich ist das? Sterben bei uns wirklich die Insekten durch Agrar-Gifte und Monokulturen? Und welchen Preis zahlen wir und die Bienen für unser billiges Essen?“

Die hart aber fair-Macher baten zudem die Leser, ihnen ihre Meinung zum Thema zu schreiben. Die Gelegenheit habe ich genutzt. Hier mein Post (modifiziert):

Hart aber fair ist es in der Glyphosat-Diskussion nur selten zugegangen. Stattdessen erleben wir eine Hexenjagd sondergleichen. Mit der Verlängerung der Glyphosat-Zulassung bekommen wir fast täglich neue Eskalationstufen serviert, sowohl massenmedial als auch in den Sozialen Medien (lesenswerte Ausnahmen bestätigen glücklicherweise die Regel). Spitze des Eisberges sind die Morddrohungen, die bei Minister Schmidt und seiner Familie eintrafen.

Wissenschaftsjournalist Ludger Weß hat es bei den Salonkolumnisten in seinem Beitrag „Glyphoshima – Das Ende der Umweltschutzbewegung  auf den Punkt gebracht:
„Der Fall #Glyphosat hat den Begriff „Umweltschützer“ so nachhaltig diskreditiert dass man an PEGIDA oder „Heimatschutz“ denken muss. Wir erleben Populismus, Hetze und Menschenjagd. Die Volksfront reicht von links- bis rechtsaußen.“
 
Meine ganz persönliche Meinung: Wir haben es mit geistiger Brandstiftung zu tun. Die Bloggerin Schillipaeppa hat  es schon vor einem Jahr auf den Punkt gebracht: „Es brennt!“

Hexenjagd als Fortsetzung von Agrarpolitik mit anderen Mitteln 

Virtuosen der Brandstiftung sind die Grünen. Einen ihrer Großmeister haben Sie in Ihrer Sendung zu Gast. Fragen Sie Herrn Ebner bitte mal, was er von wissenschaftlichen Erkenntnissen hält. Warum er seit zwei Jahren non-stop versucht, das BfR und seine Mitarbeiter zu diskreditieren statt anzuerkennen, dass eine Fachorganisation nach der anderen weltweit Glyphosat für unbedenklich erklärt hat. Warum er die wissenschaftlich völlig unterernährte Muttermilchstudie seiner Partei mit Zähnen und Klauen verteidgt.

Ihr Kolleginnen vom Stern haben sich besagte „Studie“ kurz nach Veröffentlichung angesehen und kurzen Prozess gemacht: Die Mär von der verseuchten Muttermilch.

Um was es bei dieser Hexenjagd im Grunde genommen geht? Um die Fortsetzung von Agrarpolitik mit anderen Mitteln! Mittel zum Zweck. Ideologie. Oder, wie BfR-Chef Prof. Hensel es treffend ausgedrückt hat: Wissenschaft wird als Kampfmittel missbraucht.

PflanzenSCHUTZmittel

Übrigens fällt regelmäßig unter den Tisch, dass auch Biobetriebe mit Pflanzenschutzmittel arbeiten. Mit PSM, die zum Teil toxischer sind als Glyphosat. Ein Beispiel ist Kupfersulfat. Bitte zeigen Sie Herrn Ebner diese Tabelle und bitten ihn um eine Stellungnahme.Giftigkeitsstufen von StoffenAspirin ist giftiger als Glyphosat. Das im Biolandbau benutzte Fungizid Kupfersulfat gleichfalls. Sic transit gloria Bio? Niemals! Eher friert die Hölle zu! 😉

Paracelsus 1538: „Allein die Dosis macht, dass ein Stoff kein Gift ist.“

Übrigens, eine zentrale Frage, die sich in unserer durchurbanisierten Gesellschaft kaum einer stellt:  Warum arbeiten Landwirte, ob im konventionellen oder Biolandbau, eigentlich mit PSM? Es gibt nämlich gute Gründe! Und, nebenbei gesagt, sehr gute Gründe, das verunglimpfende Wort Agrar-Gift aus dem Wortschatz zu streichen!

Am Beispiel der Pyrrolizidinalkaloide lässt sich das gut erklären. Dieser Stoff kommt unter anderem im Jakobskreuzkraut vor, einer Pflanze, die sich hierzulande auf extensiv bewirtschafteten Flächen immer weiter ausbreitet. Funde in Lebensmitteln wie Kräutertees, Rucola oder Honig sind besorgniserregend, weil die Stoffe irreversible Leberschäden verursachen können. Eine ganz heikle Geschichte. Ein anderes Alkaloid, das den Menschen gefährlich werden kann, ist das Mutterkorn. Es befällt Nahrungs- und Futtergetreide. In früheren Zeiten hat es vielen Menschen das Leben gekostet.

Was also ist Glyphosat oder Kupfersulfat, Gift oder Schutz? Was ist das wahre Gift?

Klar, man könnte Glyphosat in die Ecke stellen und den Pflug benutzen – allerdings mit negativen Auswirkungen auf die Biodiversität.  Weitere Vorteile eines Pflugverzichts: Die Bodenstruktur bliebe erhalten und die Wasseraufnahmefähigkeit würde erhöht. Beides schützt sowohl vor Wind- als auch vor Wasser- Erosionen. Landwirt und Blogbetreiber Bernhard Barkmann hat sich zu dem Thema in seinem Blogpost „Übernehmen Sie Verantwortung geäußert.

Will sagen: PSM werden nicht ohne Grund verwendet. Unser Essen wächst nicht im Supermarkt. Dass wir dort aus der Fülle schöpen können, hat unter anderem auch mit dem Einsatz von PSM zu tun.

Was es bedeuten würde, das Rad zurückzudrehen? Vermutlich würden wir Kartoffelkäfer per Hand absammeln und das Jakobskreuzkraut händisch herausrupfen. Oder wir müssten,  wie im Falle des Heerwurmes, der aktuell im südlichen Afrika Ernteeinbußen in Milliardenhöhe verursacht, Erntemindererträge bis hin zu Totalausfällen in Kauf nehmen. Das wäre die Kehrseite der Medaille. Wollen wir das?

Will Herr Ebner das?

Chemie ist nicht per se schlecht und Natur pur nicht per se gut. Selbiges gilt für die Methoden der konventionellen und biologischen Landwirtschaft. Mit schwarz-weiß kommt man nicht weit. Es gilt, sich situativ der unzählichen shades of grey zu bedienen, die das Leben in petto hat.

Mach ich’s, mach ich’s nicht, mach ich’s….

Ich mach’s nicht. Ich werde mir die Sendung nicht anschauen. Die Ereignisse der letzten Tage stimmen mich negativ. Wenn ich eine Hexenjagd statt Differenzierung haben möchte, lese ich lieber einen historischen Roman.

Glyphosat: Desinformationskampagne ist gefährliche geistige Brandstiftung

Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt erhält Morddrohungen- Höhepunkt und das Resultat einer jahrelangen Desinformationskampagne vieler NGOs und Politiker. Ich finde auch die Medienlandschaft sollte sich mal Gedanken machen, in wie weit sie auch zu dieser Eskalation beigetragen haben!

Empört Euch!

Es wird Zeit, sich darüber zu empören wie es beispielhaft Nadine Henke auf ihrer Facebookseite „Brokser Sauen“ gemacht hat!
Morddrohungen gegen Schmidt! Seid ihr stolz darauf, Grennpeace, Grüne und Campact?
Auch Wissenschaftler waren in der Vergangenheit Bedrohungen ausgesetzt, Forschungseinrichtungen wurden in Brand gesetzt. Wann wachen wir endlich auf?

geistige Brandstiftung durch Angstkampagnen und Öko-Populismus

Das ist geistige Brandstiftung, die da stattgefunden hat.
Lesenswert folgender Blogpost aus dem letzten Jahr:

BfR- standhaft und unabhängig

Durch den scheinbar endlosen Kampf ums Glyphosat ist das international renomierte Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zwischen die Fronten geraten. Viele Grüne und NGOs zweifeln immer mehr an die Unabhängigkeit des Institutes.

Für die Kritiker steht zweifelsfrei fest, dass der Wirkstoff Glyphosat der Ursprung vielen Übels ist. Die Bedrohung der Volksgesundheit durch Krebs und das Insektensterben lasten sie immer wieder gerne dem Glyphosat an, das in den 70ern einst von Monsanto, dem führenden Konzern bei der grünen Gentechnik, erfunden wurde.

Die Unabhängigkeit der Risikobewertung war renate Künast sehr wichtig, als sie das BfR vor 15 Jahren gründete... und das ist auch heute noch so, denn das BfR lässt sich nicht einmal von den Grünen reinreden

Und weil ihr Urteil bereits feststeht, muss ja logischerweise mit der BfR- standhaft und unabhängig weiterlesen

Glyphosat: Europa, quo vadis?

Warum die Entscheidungsfindung ums Glyphosat ein Trauerspiel für die Glaubwürdigkeit der europäischen Institutionen ist

Die EU, das europäische Parlament, die EU-Kommission ringt um eine weitere Zulassung des umstrittenen und symbolpolitischen Wirkstoffes Glyphosat. Susanne Günther hat auf ihrem Blog einen Kommentar veröffentlicht, der ziemlich genau auch meine Gedanken zusammenfasst.

ein Kommentar von Susanne Günther

Das Europäische Parlament hat diese Woche eine Resolution verabschiedet: Das Gremium fordert darin ein endgültiges Verbot des Herbizid-Wirkstoffs Glyphosat bis zum Jahr 2022. Auf Twitter wird diese Meldung illustriert mit einem Flugzeug, das anscheinend Pflanzenschutzmittel ausbringt, – ein Verfahren, das in der EU für landwirtschaftliche Zwecke bis auf wenige Ausnahmen (z.B. Steilhänge im Weinbau) verboten ist:

Es ist nicht die erste Entscheidung des Parlamentes zum Thema: Glyphosat: Europa, quo vadis? weiterlesen

Gedanken zum Insektensterben

Das Thema „Insektensterben“ bzw. „Insektenschwund“ bewegt sehr viele Deutsche und auch mich. Gab es bislang nur Vermutungen und ein Gefühl, dass die Insektenpopulation in den letzten Jahren zurückgegangen ist, so füllt sich nun die Datenbasis. Eine aktuell veröffentlichte Studie spricht von drastischen 75% Rückgang in Nordwestdeutschland.

voreiliges Urteil?

Viele NGOs und Medien haben dabei schnell den Schuldigen gefunden: die (konventionelle) Landwirtschaft. Bei aller voreiliger Schuldzuweisung, die auf dem ersten Blick vielleicht verständlich ist, ergeben sich dennoch Fragen, die auch berücksichtigt werden müssen:

75 % Insektenschwund in 27 Jahren – aber keine Ahnung, warum Eine Studie holländischer, deutscher und britischer…

Posted by Bauernverband Schleswig-Holstein on Mittwoch, 18. Oktober 2017

Müssen wir vielleicht auch die Konzeption bei der Ausweisung und Ausgestaltung von Naturschutzgebieten überdenken? Gedanken zum Insektensterben weiterlesen

Das Huhn legt sein Ei auf dem Balkon, die Kartoffel wächst im Stadtpark: Lebensräume wieder lebenswert gestalten!

Alexandrowka Potsdam
Deutschland’s Lebensräume zurückerobern – packen wir es an! ALLE!

Beim Fernsehmagazin Frontal21 und damit dem Mutterschiff  #ZDF des Formats macht man sich augenscheinlich Sorgen. Große Sorgen. Es geht um nichts Geringeres als die sich dramatisch verschlimmernde Lage für Vögel, Insekten, Pflanzen und – ja, ganze Lebensräume! Um ein breites Publikum aufzurütteln, sendet #Frontal21 daher am 10. Oktober um 21 Uhr einen Beitrag zum Thema.

Bei der Ursachenforschung landete die Redaktion beim BUND für Umwelt und Naturschutz. Nun basiert die Daseinsberechtigung dieser Nichtregierungsorganisation (NGO) auf einer kaputten Natur. Je schlimmer die Lage von Flora und Fauna, desto flotter rollt der Spendenrubel. Da verwundert es wenig, wenn die üblichen Sündenböcke wieder hervorgekramt werden: Die Agrochemie und die Industrielle Tierhaltung seien ein wesentlicher Grund, so die erdverbundenen Umweltexperten aus Berlin-Mitte.

Leider sind Redaktion und NGO die Tatsache entgangen, dass das Leben kein Schwarz-Weiß trägt. Es ist komplex. Ich habe mir daher bei Facebook erlaubt, die Redaktion in einem Post darauf darauf hinzuweisen. Dabei habe ich mich um einen konstruktiven Ansatz bemüht:

Lebensräume können zurückholt werden, werte Redaktion. Ganz einfach: Die Landwirte stellen alle auf Bio um, im Ackerbau und in der Nutztierhaltung. Das wäre zwar mit beträchtlichen Mindererträgen verbunden (im Ackerbau rechnet man mit einem Minus von 30 bis 50 %), aber, hej, ist ja nur Essen, das wächst allemal im Supermarkt. Oder im Ausland. Null Problemo.

Beton zu Naturlandschaft!

Dann renaturieren wir richtig viel. Ihr wisst schon. Ein Teil des Ackerlandes (merke: Essen wächst im Supermarkt) wird in hübsch anzuschauende Natur umgewandelt, auch Massentierhaltungsställe werden vom Erdboden getilgt. Von Natur wird man zwar nicht satt, aber das spielt keine Rolle, denn: Essen wächst im Supermarkt!

Dann hören wir ab sofort auf, täglich 60 Hektar und mehr für EUCH alle da draußen umzuwandeln. Ich glaube, ich erwähne es besser kurz, da viele Menschen dermaßen weit von der Landwirtschaft entfernt sind, dass sie gar nicht wissen, WO sie leben, Auto fahren und ihre Ikea-Möbel auf der grünen Wiese shoppen. Oder WO viele ihre Penunsen verdienen: auf ehemaligem Ackerland. Ja, so ist es. Jeden Tag werden etwa 84 fußballfeldgroße Flächen der Lebensmittelerzeugung entzogen – zum Wohle der Allgemeinheit. Weil: Essen wächst ja im Supermarkt. Oder im Ausland. Oder?

Lebensraumzerstörer an die Arbeit – ALLE!

So, jetzt haben wir die bösen, lebensraumzerstörenden, konventionellen Landwirte abgearbeitet und wenden uns Euch zu, die Ihr in urbanen Milieus wohnt. Ihr seid nämlich gewaltige Lebensraumzerstörer. Daher leistet auch Ihr aus Gründen der Fairness Euren Teil:

Zuerst wird ein beträchtlicher Teil des von Euch genutzten ehemaligen Ackerlandes seiner ursprünglichen Bestimmung zurück übergeben. Ihr zieht in die Städte. Könnte etwas eng werden, aber wir ALLE sind gefordert.

Ihr glaubt zwar, Euer Essen wächst im Supermarkt. Aber ich verrate Euch ein Geheimnis: Dem ist nicht so! Und wenn Ihr Bio wollt, keine Pestizide und keine Massentierhaltung, und das KONSEQUENT nicht wollt, dann kommt Euer Essen auch NICHT aus dem Ausland.

Urban Gardening will NOT be just for fun!

WIE Euer Essen wächst, das werdet Ihr neu erlernen (müssen), denn Ihr baut zukünftig einen Teil selber an. Das geht nicht anders. Wo? In den Parks und auf sonstigen Grünflächen in Euren Städten. Auch Nutztiere lassen sich in der Stadt halten. Ein Blick zurück in die gute alte Zeit belegt dies. Für Schweine und Kühe findet sich immer ein Plätzchen im Hinterhof, Hühner fühlen sich auch auf dem Balkon wohl (aber nicht im Käfig, das versteht sich ja von selbst).

Parks und Grünflächen sind überflüssig. Ihr werdet keine Zeit mehr für’s Flanieren erübrigen können, die Lebensmittelerzeugung neben dem Bürojob ist zeitintensiv. Eure Wauwis braucht Ihr demnächst auch nicht mehr Gassi führen. Warum? Die werden verboten. Genauso wie Eure Katzen.

Warum? Habt Ihr einen blassen Schimmer, was Eure Lieblinge fressen und WO das Futter herkommt? Und vor allem welche Mengen zusammen kommen? Keine Massentierhaltung, kein Fressi. Keine mit Gas getöteten Küken (NEIN, die Puschels werden in Deutschland NICHT geschreddert!), kein Fressi. Ganz einfach.

Lebensraumzerstörung für einen guten Zweck!

EIN Lebensraum bedarf allerdings dringend der Zerstörung, will man dem verlinkten Kress-Artikel Glauben schenken: das journalistische Biotop.

Werte Frontal21-Redaktion, Ihr kündigt im Teaser das übliche Hau-die-Landwirtschaft an. Das hatten wir in den letzten Jahren wirklich bis zum Erbrechen. Geht es auch differenziert?

Tierhaltung und Klimagase

In Diskussionen und auf manchen tierhaltungskritischen und -feindlichen Seiten wird man immer wieder mit den gar schrecklichen Zahlen der FAO konfrontiert, nach denen die globale Tierhaltung für 18% der Klimagase verantwortlich wäre. Diese Zahl wurde von der FAO tatsächlich kommuniziert, stammt aber von 2006. Mittlerweile wurde sie revidiert und die FAO nennt nur noch 14,5%.  Das ging an all den Verbreitern der ursprünglichen Zahl mit Sicherheit nicht vorbei und so beweist das Beharren auf die „18“ die Unseriösität dieser Publikationen.

http://www.fao.org/news/story/en/item/197623/icode/

 

„Total emissions from global livestock: 7.1 Gigatonnes of Co2-equiv per year, representing 14.5 percent of all anthropogenic GHG emissions. This figure is in line FAO’s previous assessment, Livestock’s Long Shadow, published in 2006, although it is based on a much more detailed analysis and improved data sets. The two figures cannot be accurately compared, as reference periods and sources differ.“

 

Nun kann man einwenden, dass zwischen 18 und 14,5 kein SOO gravierender Unterschied besteht. Was die Zahlen aber wirklich relativiert, ist die offensichtliche Tatsache, dass hier die Tierhaltung wirklich ganz separat berechnet und die zuvor erfolgte Kohlenstoffsenke durch die Futterpflanzen nicht berücksichtigt wurde. Diesen Schluss lässt eine andere Publikation der FAO zu, welche für die gesamte Landwirtschaft inclusive Tierhaltung 5,3 Gigatonnen/Jahr und somit einen Anteil von 10,8% nennt. Man darf sich dabei nicht durch „Giga“ in Zusammenhang mit „Billion“ verunsichern lassen. Im amerikanischen steht „Billion“ für „Milliarde“.

 

http://www.fao.org/resources/infographics/infographics-details/en/c/218650/

 

Die Zahlen sind von 2011 und somit nicht mehr ganz aktuell. Sie werden sich jedoch nicht in großem Ausmaß geändert haben.  Aber man sieht, dass es auch bei den Berichterstattern der FAO Leute gibt, die ihre Zahlen gerne so interpretieren, dass die Landwirtschaft schlecht dasteht. Und so wird die ungefähre absolute Verdoppelung (2,7 auf 5,3) von 1961 bis 2011 angeprangert. Wenn auch etwas relativiert wird („Agriculture’s greenhouse gas emissions continue to rise – although not as fast as emissions from other human activities“)

 

Dabei bescheinigen diese Zahlen große Verbesserungen. Denn während die Weltbevölkerung in diesen Jahren um das 2,26- fache anstieg und die Zahl der sattwerdenden Menschen um ungefähr das 2,7-fache stieg der Ausstoß von CO2 Äquivalenten für deren Ernährung nur um das 1,96-fache. Einen besseren Beweis für die Effizienz und Nachhaltigkeit moderner Landbewirtschaftungsformen MIT Tierhaltung kann es nicht geben.

 

 

Deutsche Umwelthilfe: Kreuz- oder Raubritter?

Per „DUH“ mit Toyota

von Sönke Hausschild, Bauernverband Schleswig-Holstein

„Wir brauchen eine andere Art von Landwirtschaft. Schluss mit Überdüngung, Pestiziden und der intensiven Flächennutzung!“

So kennt man die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Aktuell schlägt die DUH mit der Starköchin Sarah Wiener im Schlepptau Alarm: Bienen sterben, weil die Novelle des Düngerechtes immer noch nicht beschlossen sei.

Das ist platt und falsch. Wir können beruhigen: das Düngerecht ist beschlossen, die Zahl der Bienenvölker nimmt zu und nicht ab.

Wer bzw. was ist die DUH?

Doch was steckt hinter einer Organisation, die groß wurde im Kreuzzug gegen Landwirtschaft, Diesel, Plastiktüten und Einwegflaschen?
Rüdiger Soldt von der FAZ nennt die DUH ein „ungewöhnliches Geschäftsmodell“. Die Umwelthilfe sei inzwischen „mächtiger als manch ein Landesparlament“. Das schafft sie vor allem über den Klageweg.

Seit 2004 ist die DUH nach eigener Aussage in der „Liste qualifizierter Einrichtungen nach Unterlassungsklagegesetz eingetragen und befugt, Verstöße gegen das Gesetz mit geeigneten Maßnahmen zu verfolgen“.
Und man verdient kräftig daran.
Seit zehn Jahren nutzt die DUH die Verbandsklage als finanziellen Hebel. Soldt beschreibt, wie dies in der Praxis funktioniert: DUH kämpft für Fahrverbote

Finanzierung durch Klagen

grafische Darstellung der Erträge der Deutschen Umwelthilfe im Jahr 2015
Erträge durch Verbraucherschutz

Mit den Geldern aus Unterlassungserklärungen und Vertragsstrafen sei die DUH dann finanziell in der Lage, Klagen gegen Landesregierungen oder Konzerne zu führen und daran ebenfalls zu verdienen. 2014 nahm die Umwelthilfe laut FAZ mit Verbandsklagen 2,32 Millionen Euro ein (1265 Abmahnungen und 438 Gerichtsverfahren), insgesamt ein Drittel des Etats. Auch 2015 kamen 30 % aus dem Bereich „Verbraucherschutz“ (Grafik).

Per du(h) ist man auch mit der kritisierten Wirtschaft, solange es Geld gibt. So unterstützt Toyota laut FAZ die „DUH-Dienstwagenumfrage“. Kampagnen für Mehrwegflaschen werden vom Bundesumweltministerium aber auch von Mineralwasser- und Fruchtsaftabfüllern unterstützt. Etwa 20 % der Einnahmen stammen aus öffentlichen Quellen. So bezog die DUH 2004 bis 2016 jeweils 300.000 Euro EU-Fördermittel.

Die dt. Umwelthilfe hat nur wenige Mitglieder

Die „Beiträge von Förderern und Paten“ betrugen dagegen nur 2 %. Der Verein hat gerade mal 270 Mitglieder. Dafür aber 90 Mitarbeiter. Das muss man sich leisten können. Soldt kritisiert: „Die Umwelthilfe ist also Abmahnverein, Umweltschutzorganisation und zudem eine Organisation, die in Kauf nimmt, lobbyistische Interessen Dritter zu vertreten.“ Besonders kritisch aus Sicht des FAZ-Journalisten: Die DUH vergibt einen Umweltmedienpreis an Journalisten, die in ihrem Sinne berichten.

Bärendienst

Wir meinen: Es ist sicher nicht leicht, den Kreuzzug gegen Klimawandel und Umweltverschmutzung zu führen. Dies aber nach Art eines Raubritters auf dem Abmahn- und Klageweg gegen Bürger und ohne eine breite gesellschaftliche Legitimierung zu versuchen, wird sich als Bärendienst an Natur- und Umweltschutz erweisen. Das wäre dann zum Schaden aller – außer der DUH wahrscheinlich.

Agitieren Wasserversorger gegen Bauern?

Der Bauernverband Schleswig-Holstein fordert auf seiner Facebookseite die mitlesenden Landwirte auf, sich persönlich bei ihren Wasserversorgern zu erkundigen und nachzufragen, wie es um die Qualität des Wassers stünde.
von Sönke Hauschild

Aufruf: Fragt nach! Es geht nicht nur um den guten Ruf der Landwirte, sondern um unser aller Wasser! (Siehe Fragenkatalog am Ende)

Wasserverbände fordern Gülle-Stopp!

Fake statt Fakten: Wasserversorger agitieren gegen ihre Versorger - die Bauern!
(c) bauern.sh

Deutsche Wasserverbände, oft von landwirtschaftlichen Vorständen geleitet, halten „die großindustrielle Agrarwirtschaft“ für eine Gefahr. „Jedes Jahr wird in Deutschland viel mehr Gülle auf den Feldern ausgebracht als Pflanzen und Böden aufnehmen können.
Wie kann das sein?

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