Archiv der Kategorie: Naturschutz

Wissenswertes zum Bienensterben

Über Bienen, Bienensterben, Honigernte & Bestäubungsleistung

Offene Mail zur Kolumne „Schumachers Woche“ in der Berliner Morgenpost vom 1. April 2018 mit dem Titel: „Rettet die Bienen!“ von Dr. Hajo Schumacher

Sehr geehrter Dr. Schumacher,

ich nehme an, ihre Kolumne war trotz des Datums ernst gemeint. Es ist ehrenvoll, wenn ein prominenter Journalist sich für die Rettung der nützlichen Bienen einsetzt.
Aber, weder ist der Honigbienenbestand irgendwo auf der Welt gefährdet, noch würden chinesische Kinder Bienen nur aus Videos kennen, noch spielt die Handbestäubung von Obstbäumen in China eine messbare Rolle, noch hat Maos Spatzenkampagne was mit einer imaginären Bienenausrottung in China zu tun, noch ist die Charakterisierung „klug“ im Zusammenhang mit einer Bienenpolitik passend.

Ihre Kolumne zeigt vielmehr, wie raffiniert eine Scheinwelt aufgebaut wurde und wird, in der auch kritische Zeitgenossen zu gewünschten Schlüssen kommen müssen.

1) Immer mehr Honigbienen in China und überall

Bienenvölker in China
Bild 1: Anzahl der Bienenvölker und Honigerzeugung in China:

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Phosphat Schätzergebnisse für Flüsse falsch oder gefälscht?

Zeitungsbericht entlastet Bauern in Umwelt-Diskussion

Pflanzen brauchen Phosphor

Georg Keckl
Georg Keckl | (c) animal-health-online.de

Unsere Pflanzen brauchen eine Phosphatzufuhr als Hauptnährstoff, nur aus der Bodenverwitterung wird für unsere heutigen Erträge nicht genügend freigesetzt. Der Nährstoffbedarf der Hälfte der Menschheit wird heute über „Kunstdünger“ gesichert, man sollte das nie vergessen.
Phosphat für Düngezwecke wird auf lange Sicht auf der Erde knapp werden, darum wird die Menschheit wohl nicht umhinkönnen, wie früher alles Phosphat aus den Klos der Welt zu recyclen. Neben jeder Kläranlage wird in Zukunft eine Düngerfabrik stehen müssen.

Phosphor ist teuer

Phosphat ist teuer geworden, trotzdem gibt es schon mit Phosphat luxus-versorgte Böden, insbesondere in Betrieben mit Schweinegülle auf leichten Böden, hier ist eine mittelfristige Phosphatzufuhr unter dem Entzug sinnvoll.

Schätzungen und Modellrechnungen

Überdüngung von Flüssen Entlastung für Bauern in Umwelt-Diskussion ; Bisher galt die Landwirtschaft als Hauptursache bei der Überdüngung von Flüssen. Neue Erkenntnisse aus Hessen zeigen nun, dass Kläranlagen die größte Rolle spielen. Müssen Bund und Länder umdenken? Phosphat Schätzergebnisse für Flüsse falsch oder gefälscht? weiterlesen

EU-Agrarpolitik- verteufelt und verteidigt

Wissenschaftlicher Beitrat des Bundeslandwirtschaftsministeriums (WBAE) empfiehlt eine Neuausrichtung der gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP)

Wissenschaftlicher Beitrat: Für eine gemeinwohlorientierte Gemeinsame Agrarpolitik der EU nach 2020: Grundsatzfragen und Empfehlungen
In dieser Stellungnahme bzw. Gutachten fordern 19 Wissenschaftler aus dem Agrarbereich eine gemeinwohlorientierte Ausrichtung der europäischen Agrarpolitik.
Dabei solle der Focus nicht mehr auf die Einkommenssicherung der landwirtschaftlichen Betriebe bzw. deren Familien gelegt werden, sondern auf sogenannte Gemeinwohlleistungen.

Direktzahlungen runter, Umweltleistungen rauf

Das bedeutet, die Direktzahlungen an Landwirte sollten nach Ansicht des WBAE sollten abgebaut werden und Maßnahmen für Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz sollten besser Honoriert werden.
Die gemeinsame EU-Agrarpolitik (GAP) und insbesondere die Förderpolitik hat viele Schwächen, die auch ganz gut vom WBAE aufgezeigt werden. Ich glaube in dieser Frage herrscht recht großer Konsens.

Doch warum wehren sich viele Landwirte und folglich auch der Deutsche Bauernverband dagegen, die GAP zu revolutionieren?

Einige Aspekte meinerseits:

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Quarks & die Bienen

gestern noch Sorge ums Bienensterben – heute sind die Honigbienen die Täter

Im sozialen Netzwerk facebook veröffentlicht Quarks mehrmals täglich kurze Videos bzw. Infografiken zu aktuellen Wissensthemen.
Natürlich auch zu Bienen.

Folgender Film sorgte für Verwunderung bei mir, bei vielen Imkern und allgemein im Netz:

Gestern postete die Quarks-Onlineredaktion diese Infografik:

Die Bienen sterben, heißt es – sogar die Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht inzwischen davon. Und ja es stimmt, einige Wildbienenarten gelten als gefährdet. Die Honigbienen in Deutschland sind aber nicht vom Aussterben bedroht – solange es Imker gibt, die sie pflegen.
Quelle: Quarks, WDR

Noch nicht lange her, da wurde zum Thema Bienen und Bienensterben folgende Videos veröffentlicht: Quarks & die Bienen weiterlesen

Zum Weltbienentag ein Interview mit Imker Manfred Ritz

Gestern war der von den Vereinten Nationen ausgerufene Weltbienentag

Das Thema Bienensterben wird in den letzten Monaten kontrovers diskutiert. Dabei wird dieses Thema auch für ideologische Ziele missbraucht, wenig differenziert und leider auch einfach Falsches behauptet.

Ich begrüße es, wenn wir das Thema sachlich diskutieren und nach praktikablen Lösungen suchen. Projekte wie „Deutschland blüht auf“ oder die Artenvielfaltskarte des Forums moderne Landwirtschaft zeigen, dass viele Landwirte gerne bereit sind aktiv zu werden.
Die Zahl ist sicherlich ausbaufähig, aber dafür müssen die skeptischen Kollegen mitgenommen werden. Da sind tiefere Gräben zwischen Naturschützern und Landwirten eher von Nachteil.

Interview bei AudioAgrar

Wenn es um Bienenschutz geht, sollte man auch die positiven Aspekte und Entwicklungen Logo von AudioAgrar.desehen. Gegenseitige Schuldzuweisungen bringen niemanden voran. Ich selber habe sehr positive Erfahrungen beim dem Austausch mit den örtlichen Imkern gemacht. Landwirte und Imker haben ein gemeinsames Interesse und da liegt eine Kooperation natürlich sehr nah. Das funktioniert schon recht gut, ist aber natürlich noch zu verbessern, wie Manfred Ritz vom Landesverband Hessischer Imker in diesem Interview erklärt:

Partnerschaft von Imkern und Landwirten
Zum Hören des Links, bitte klicken
Vortrag von Martina Behrens
aktuelle Folge bei AudioAgrar

 

 

 

 

 

 

 

 

Lesetipp

Zu diesem Thema gibt es einen lesenswerten Artikel im Spiegel: Zum Weltbienentag ein Interview mit Imker Manfred Ritz weiterlesen

Deutschland blüht auf – Die Saat hat begonnen

Bei der Aktion „Deutschland blüht auf“ wurden im Januar viele Tütchen mit einer Mischung aus Samen von unterschiedlichen Blühpflanzen verteilt.
Einige davon haben wir zu Hause im Garten ausgesät.

Von allen unterschiedlichen Mischungen haben mein Sohn und ich dann eine große Mischung gemacht und diese eingetütet.

Do it Yourself - Blühmischung

Ab die Post!

Diese Tütchen möchte ich gerne an Gartenbesitzer versenden.

Dazu bitte eine kurze E-Mail an info@blogagrar.de mit dem Betreff „Blühmischung“ senden.
Ich würde mich freuen, wenn die Empfänger mir dazu eine kleine Spende von einem oder zwei Euro zukommen lassen würden. Ein paar Kosten sind entstanden und ein wenig Zeit habe ich investiert, ich bitte hier um Euer Verständnis!

Darüber hinaus haben meine Kinder eine sogenannte „Imkermischung“ der AGRAVIS, mit der bei mir im Ort einige Blühstreifen angelegt wurden, in diese kleine Tütchen abgefüllt. Auch diese möchte ich hier gerne versenden.

Da ich noch überhaupt nicht einschätzen kann, wie groß die Nachfrage sein wird, möchte ich pro Bestellung nur eine Tüte mit der großen „Deutschland“-Mischung versenden und wenn gewünscht dann mit der Imkermischung ergänzen.

Hier noch einmal der Tütenaufkleber im Großformat:

Etikett: Aussaathinweise für die Blühmischung, Deutschland blüht auf!Weitere Berichte werden folgen, um die Entwicklung der Blühfläche zu verfolgen!

Grundschüler informieren sich über Bienen und Raps

Messinger Grundschüler besuchten Rapsfeld

Letzte Woche, bei bestem Wetter und zu Beginn der Rapsblüte, besuchte die 4. Klasse der Grundschule Messingen ein Rapsfeld in Messingen. Der ortsansässige Imker Jan Caffier und ich informierten zu den Themenfeldern Bienen bzw. Raps.

Dazu habe ich dieses kleine Video erstellt:

Es war ein schöner Vormittag! Vielen Dank an Frau Reinel und ihre 4. Klasse für den Besuch im Ortsteil Brümsel und an Jan Caffier, der den Kindern die Imkerei etwas näher gebracht hat.


Emsländische Landwirte und Jäger unterstützen den NABU

Nistkästen für den Turmfalken in Messingen errichtet

Messingen (pm). Naturschutz und Landwirtschaft muss kein Widerspruch sein. Das zeigt das neu aufgelegte Projekt des Naturschutzbundes (NABU) Emsland zusammen mit den hiesigen Landwirten und Jägern. Gefördert wird das Projekt von der Naturschutzstiftung Emsland.

30 neue Nistkästen

Insgesamt sollen 30 Nistkästen für Turmfalken in der Region aufgehängt werden. 15 davon gehen an emsländische Landwirte und wiederum 15 Stück werden durch die Jägerschaft verteilt. Auf dem Hof von Johannes und Karin Krane wurde Anfang April einer der Nistkästen für Turmfalken aufgehängt.

Johannes Krane und Thomas Weber präsentieren einen Falkenkasten
Landwirt Johannes Krane (links) arbeitet im Turmfalken-Projekt Hand in Hand mit Thomas Weber vom NABU (rechts). Foto: Landvolk

In Messingen hängen bereits vier Kästen aus dem Naturschutz-Projekt. „Wir machen mit, weil wir viel für Tiere übrig haben. Bei uns auf dem Hof nisten schon sehr viele verschiedene Vogelarten, wie z.B. die Schleiereule im Scheunendach. Die ganze Familie beobachtet jedes Frühjahr gespannt, wer wieder in die Höhlen und Kästen einzieht“, bekräftigt Johannes Krane sein Engagement für den Vogelschutz.

Laut Thomas Weber, erster Vorsitzender des NABU Kreisvereins Emsland-Süd, seien die Turmfalken keine Nestbauer, sondern die Vogelart bevorzuge es in hohlen Bäumen, Türmen oder Steinbrüchen zu nisten. „Genau darum haben wir das Projekt ins Leben gerufen. Wir möchten den Turmfalken, der auch gerne Rüttelfalke genannt wird, bei der Nistplatz-Suche unterstützen“, so Weber weiter. Der Turmfalke ernährt sich hauptsächlich von Feld-und Erdmäusen.

fliegender Tuermfalke
Ein Turmfalke in der Luft. Foto: Thomas Weber

Beim Aufhängen eines Nistkastens gibt es Einiges zu beachten: So sollten die Kästen nicht in die Hauptwitterungsrichtung zeigen und auch nicht zu viel Sonne ab bekommen. Teilweise Schatten ist optimal für die Bewohner des Nistkastens. Ebenfalls ein freier Anflug des Kastens sollte gewährleistet sein. Landwirte, die dieses Projekt unterstützen möchten, können sich bei Thomas Weber unter der Telefonnummer 05977-1597 oder via E-Mail unter tomwebbird@aol.com melden.

Rettet die Schäfer

Schäfereien in Deutschland haben mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen

Zu der Berufsgruppe der Schäfer hatte ich bisher sehr wenig Kontakt. Im Grunde habe ich so gut wie gar keine Ahnung wie die Schäfereien funktionieren und zu Recht kommen. Über twitter (@schafzwitschern) folge ich schon seit einigen Jahren einem Wanderschäfer aus Baden-Württemberg. Dieser Schäfer heißt Sven de Vries und kämpft aktuell um die Zukunft der Schäfereien in Deutschland. Dazu hat er eine Petition gestartet und weit über 100000 Unterstützer gefunden. Jüngst haben Schäfer aus ganz Deutschland auch in Berlin für ihre Anliegen demonstriert.Die letzten Schäfer sind in Not! Mit einem Klick geht´s zur Petitionsseite von change.org

Ich habe die Petition auch unterschrieben und möchte mit diesem Interview die Schäfer mit ihren Anliegen unterstützen.

Hallo Sven, Du bist Schäfer, wie bist Du zur Schäferei gekommen?

Sven de Vries: Hallo Bernhard. Über das Schaf. Ich bin spontan auf einem Milchschafbetrieb für eine FÖJlerin eingesprungen. Die Arbeit mit Schafen hat mich einfach glücklich gemacht und meinem Leben einen Sinn gegeben. Auf dem Betrieb damals hatten wir ein Schaf, bei dem wir nicht sicher waren, ob die Nachgeburt abgegangen ist.
Da wir nicht so genau Bescheid wussten haben wir den Tierarzt gerufen. Der hat einen Handschuh übergezogen, den Finger in die Scheide gesteckt, daran gerochen und gemeint die Nachgeburt sei ab. Da ist mir dann klar geworden, dass ich dann auch eine Berufsausbildung machen muss um als Schäfer zu arbeiten.

Über deine socialMedia-Kanäle bewirbst Du eine Petition zur Rettung von Schäfereien in Deutschland. Wodurch werden die Schäfer aktuell in ihrer Existenz bedroht?

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Praktikernetzwerk- das zweite Treffen

Nach Schmidt folgt Julia Klöckner

In der letzten Woche fand das zweite Treffen des Praktikernetzwerks in Berlin statt. Das erste Treffen fand im Sommer letzten Jahres noch mit Christian Schmidt (CSU) im Landwirtschaftsministerium statt. Nun war dessen Nachfolgerin, Julia Klöckner von der CDU unsere Gastgeberin.

Frischer Wind in Berlin (Bauer Willi)

Im Bild ist Bauer Willi (Dr. Will Kremer-Schillings zu sehen. Im Vordergrund Bernhard Barkmann
Bauer Willi ist auch im Kreis des Praktikernetzwerkes des Bundeslandwirtschaftsministeriums

Bauer Willi bat mich, dessen Bericht zu teilen. Das möchte ich gerne tun, muss aber diesen hier kommentieren, weil ich in Teilen eine andere Meinung habe. Also zunächst Willis Bericht lesen, ansonsten versteht man meinen Kommentar nicht in Gänze:

Gruppenfoto mit dem Praktikernetzwerk im BMEL. Snapshot von bauerwilli.com
Snapshot von bauerwilli.com –> Für Willis Beitrag bitte klicken.

Mein Kommentar:

Ich teile die Einschätzung von Bauer Willi, dass im Bundeslandwirtschaftsministerium ein frischer Wind zu spüren war. Es war nun das zweite Treffen und ich spürte auch eine geringere Skepsis, eine größere Lockerheit der Bediensteten und Mitarbeiter des Hauses. Die Ministerialbeamten hatten bei diesem Treffn die Möglichkeit, sich mit den unterschiedlichsten Praktikern zu unterhalten, sich auszutauschen, sich rück zukoppeln mit ihrer wohl meist eher drögen Bürokratie. Alleine wegen dieses Begleitumstandes halte ich das Praktikernetzwerk für eine gute Sache!

Direktzahlungen abschaffen?

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