Archiv der Kategorie: Naturschutz

#fridaysforfuture?

Warum ich vielen Klimaschützern misstraue und mich nicht an „Fridays for Future“ beteilige

Noch bin ich Landwirt. Und das möchte ich auch bleiben und möglichst den Hof, den ich vorzeitig von meinem Vater geerbt habe, auch an meinem Sohn vererben können. Der ist erst 11 Jahre alt und hat noch ein paar Jahre Zeit, bis er sich für oder gegen die Hofnachfolge entscheiden wird. Diese wichtige Entscheidung für sein Leben muss er ganz alleine fällen.
Aktuell könnte ich es voll und ganz verstehen, wenn er ablehnt. Die Schweinepreise sind zwar zur Zeit sehr auskömmlich, aber dennoch halte ich die Aussichten, in Deutschland einen modernen Hof zu bewirtschaften für sehr unsicher. Und das liegt daran, dass ich das Gefühl habe, politische Entscheidungen werden nicht auf Basis von Wissenschaft und Fakten getroffen, sondern auf Basis von Stimmungen, Populismus und Wahlaussichten.
Ergebnis ist unter anderem das berühmt berüchtigte Agrarpaket, das die Bundesregierung verabschiedet hat.

gesellschaftlicher Mainstream: „Alles bio, alles gut!“

Die Ideologie einer Agrarwende und die daraus resultierende Annahme, erst wenn alle bio ist, ist es auch gut, ist weit verbreitet. Diese wird vielen Bauern viele fromme Wünsche, aber keine verlässlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bieten.

Dass Agrarwende-Propheten wie Christian Meyer (ehemaliger Landwirtschaftsminister in Niedersachsen) gelegentlich auch mal Contra kriegen, lässt vielleicht doch noch hoffen.

Doch leider scheint es in der öffentlichen Wahrnehmung so zu sein, dass nur der bio-vegane Landbau das Klima retten kann. Das erlebe ich immer wieder in Gesprächen mit Grünen, die vollkommen überzeugt von dieser bio-veganen-Idee sind. Oder wenn ich auf einige Twitter-Debatten schaue, oder wenn ich auf die „Fridays for Future“-Bewegung schaue.

Bei FridaysForFuture engagieren sich bekanntlich viele junge Leute, die aus Gründen des Klimaschutzes kein Fleisch oder sogar keinerlei tierische Produkte konsumieren (wollen). Sie machen sich Sorgen und wollen die Welt retten und begründen ihren radikalen Schritt mit der Wissenschaft. Wissenschaft? Ja, es gibt einige Forscher, die nicht nur eine Reduzierung des Fleischkonsums empfehlen, sondern sogar global eine vegane Ernährung für möglich bzw. nötig halten.

Einer dieser Wissenschaftler ist Prof. Volker Quaschning, ein Klimaexperte, der auch bei den ScientistsForFuture aktiv ist. Er gibt regelmäßig Interviews und ist anscheinend davon überzeugt, dass nur vegan die Welt noch zu retten sei.

Prof. Volker Quaschning: Vegane Ernährung am besten fürs Klima

Bei Twitter sind folgende Tweets von ihm zum Veganismus zu finden:

Welternährung geht nur mit Nutztieren!

Ich bin fest davon überzeugt, dass ein bio-veganer Landbau auf kurz über lang zum Raubbau mutiert, weil gerade tierische Exkremente sehr förderlich für die Bodenfruchtbarkeit sein können. Wenn wir wirklich das Ziel haben, alle Meschen satt zu bekommen, dürfen wir dieses zu tiefst ideologische Experiment nicht machen.

Gott sei Dank gibt es andere Wissenschaftler, die sich auf folgende Studien berufen (eine Auswahl):

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Bauerndemos für eine Agrarwende?

Dass gestern zehntausende Bauern in den letzten Wochen demonstriert haben, hatte gute Gründe! Dass eine so große Zahl auf die Straßen geht und fährt, hat auch etwas mit dem Frust zu tun, der sich jahrelang angestaut hat!

  • Frust über die vielen Kampagnen diverser NGOs,einer grünen Partei und neuerdings auch dem Bundesumweltministerium gegen die Landwirtschaft.
  • Frust über eine gefühlt unausgewogene Berichterstattung in vielen Medien.
  • Frust darüber, eigentlich einen guten Job zu machen und trotzdem ständig als Sündenbock am Prager zu stehen- wegen jedem Übel der Welt!
  • Frust darüber, dass anscheinend die Partei, die mehrheitlich von Bauern gewählt wurde und in der sehr viele Bauern immer noch Mitglied sind, die Bauern mit der Verabschiedung des Agrarpakets Anfang September verraten und verkauft hat. Wofür? Für eine reine Smybolpolitik, die letztlich auf dem Rücken der Bauern ausgetragen wird!
  • Dieses Agrarpaket sorgte für den Wassertropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

40000 Bauern demonstrieren und ausgerechnet die AbL gibt Interviews

Georg Janßen von der AbL fordert verbindliche Vereinbarungen, damit Bauern wirtschaftlich mitgenommen werden bei einer Agrarwende (dpa/Christian Charisius)
Screenshot von deutschlandfunk.de

Als ich gestern morgen ein Interview mit Georg Janßen von der AbL im Deutschlandfunk auf dem prominentesten Sendeplatz in der Morgensendung hörte, habe ich mich wirklich geärgert! Da bekommt ein Vertreter einer Organisation eine Bühne, die jahrelang gemeinsam mit vielen NGOs die „Wir haben es satt„-Demo (WHES) veranstaltet. Eine Demonstration, die von den allermeisten Bauern als Diffamierung ihrer Arbeit und ihres Berufsstandes empfunden wurde und wird. Die deutliche Mehrzahl der Bauern, die in letzter Zeit demonstriert haben, fühlen sich von der WHES diffamiert. Sie fühlen sich von den vielen pauschalen Verurteilungen auf dieser Demo abgestoßen!

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Zwei Kartoffeln auf Acker

Von wissenschaftlicher Rosinenpickerei und einer innigen Freundschaft, zwischen die kein Blatt passt

Das bei den Landwirten ungeliebte Agrarpaket liegt unverändert auf den Schreibtischen in den Bundesministerien für Landwirtschaft (BMEL) respektive Umwelt. Ungeliebt, da wichtige Anliegen des Natur- und Umweltschutzes darin verankert sind, während

„das Paket für die Bauern so eng geschnürt ist, dass es vielen Betrieben die Luft zum Atmen nimmt“,

bewertet BlogAgrar-Betreiber Bernhard Barkmann das Papier in seinem Beitrag „Die Botschaft hinter den grünen Kreuzen“. Daher werden die Bauern weiter demonstrieren, am 14. in Hamburg anlässlich der in der Hansestadt stattfindenden Umweltministerkonferenz und am 26. in Berlin.

Die Berater-Millionen des BMU

Aus dem Ringen um die weitere Ausrichtung der deutschen Agrarpolitik zwischen BMEL und BMU ist mit Ministerin Svenja Schulze das Umweltministerium als Gewinner hervorgegangen. Ein Ministerium, das es Ende Oktober kurz in die Negativschlagzeilen gebracht hatte mit einer Rüge des Rechnungshofs, Hunderte Millionen Euro für externe Leistungen verschleiert zu haben.

„Hat Svenja Schulze ein Beraterproblem?“ ,

fragte sich konsequenterweise Spiegel Online in seiner Ausgabe vom 30.10.2019. Dem SPON-Artikel zufolge durchaus. Allerdings ist es nicht das einzige Problem. Es finden sich weitere „Schwachstellen“ im Berliner Ministerium, die bedauerlicherweise nicht die Öffentlichkeit erhalten, die sie mit Blick auf die Bauernproteste verdienen.

Dem möchte ich in diesem Beitrag abhelfen. Dabei schwingt im Hintergrund die Überlegung mit: Was haben die Bauern vom BMU zu erwarten?

Unite behind the science?

In Bezug auf die Verwertung wissenschaftlicher Erkenntnisse erinnert das SPD-geführte Ministerium an das Gebaren von Bündnis 90/Die Grünen: Es werden Rosinen gepickt. Beim Klimawandel steht man geschlossen hinter den Aussagen der Wissenschaft, bei Glyphosat und Gentechnik hingegen zieht man seine eigenen Wahrheiten vor.

Glyphosat

Svenja Schulze hat das Glyphosatverbot ganz weit oben auf der BMU-Agenda von ihrer Amtsvorgängerin übernommen. Mit dem Agrarpaket werden also BMU-Träume wahr: Zum Stichtag 31. Dezember 2023 soll der Einsatz glyposathaltiger Mittel verbindlich beendet werden, heißt es im „Aktionsprogramm Insektenschutz“, den das Bundeskabinett Anfang September beschlossen hat.

Bloß: Bisherigen Erkenntnissen zufolge spielt Glyphosat eine untergeordnete Rolle beim Insektenrückgang. Allerdings ficht das die Ministerin und ihren Staatssekretär nicht an. Bedauerlicherweise auch nicht Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die das Herbizid ungeachtet aller Proteste zum „politisch toten Pferd“ deklariert hat.

Ich halte das für eine Bankrotterklärung. Schließlich sanktionieren BMEL und BMU mit ihrem Beschluss nichts weniger als dass 

  • a-wissenschaftliche Schmutzkampagnen sich auszahlen, bei denen neben wissenschaftlichen Erkenntnissen die Integrität von Menschen (ich erinnere u.a. an Landwirtschaftsminister a.D. Christian Schmidt und BFR-Präsident Prof. Dr. Andreas Hensel) und Institutionen (ich erinnere u.a. an das BfR und an das BMEL (!)) mit Füßen getreten werden;
  • zukünftig jedes synthetisch hergestellte „Chemie“-Pflanzenschutzmittel und damit im Übrigen die Versorgungssicherheit des Landes leichte Beute sind für ideologisch verbrämte Schmierkampagnen der Big Green (Bündnis 90/Die Grünen / Naturschutz-NGO);
  • Zielkonflikte ausgeblendet werden, vorausgesetzt, es gelingt, alarmistisch, emotionsgeladen und laut genug zu trommeln;
  • Deutschlands Landwirte mit Glyphosat das sicherste Pflanzenschutzmittel verlieren werden und es keine (ökologisch sinnvollen!) Alternativen gibt.

Wer sich über Insektenserben und Glyphosat informieren möchte, empfehle ich die folgenden Links:  

Wie gefährlich ist Glyphosat?
Gutes Gift und böses Gift

Böse „Gene“

Ein gravierendes Desinteresse an wissenschaftlichen Erkenntnissen manifestiert sich im BMU ferner bei der Gentechnologie – ein Skandal im Übrigen, der wohl erst dann den hohen Nachrichtenwert finden, den er verdient, wäre der Schauplatz das BMEL. Vermutlich würden sich Medien und Öffentlichkeit überschlagen, würde Julia Klöckner und nicht Svenja Schulze die „Fachstelle für Gentechnik und Umwelt (FGU)“in ihrem Haus finanzieren.

Die FGU wird getragen von dem Verein Testbiotech e.V., der

„seit zehn Jahren unermüdlich gegen den Einsatz von Gentechnik, gegen die synthetische Biologie und gegen die Patentierung von biotechnologischen Erfindungen kämpft“,

so der Wissenschaftsjournalist und Salonkolumnist Ludger Weß in seinem exzellenten Beitrag „Pflanzenforscher, haut ab!“.

Sprich: Das BMU bezahlt eine gentechnologiekritische Einrichtung dafür, neue Gentechnologien zu beobachten und zu bewerten und die Öffentlichkeit darüber aufzuklären. Pikant: Die Wissenschaft ist sich nicht erst seit gestern einig: Von gentechnisch veränderten Organismen geht keine Gefahr aus. In der Humanmedizin ist ihr Einsatz schon lange Alltag. Auch für die Landwirtschaft wären neue Technologien wie die CRISPR/Cas-Methode nicht nur in Zeiten des Klimawandels ein Segen, sondern auch zur Reduktion des Einsatzes von – Pflanzenschutzmitteln!

„NABU-Ministerium“

Möchte man das Handeln von BMU bzw. Svenja Schulze verstehen, führt meines Erachtens kein Weg am NABU-Naturschutzbund Deutschland e.V. vorbei. Der NABU vertritt auf seiner Webseite die Auffassung, dass die Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion  

„die dringend benötigten Lebensräume für viele Arten und ihre Nahrungsgrundlage drastisch einschränkt.“

(https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/landwirtschaft/agrarpolitik/index.html)

Ziel der NGO ist eine Agrarpolitik, die der Natur deutlich mehr Platz einräumt:

Der Natur deutlich mehr Platz einräumen – aber was ist mit unserem Essen? https://www.nabu.de/news/2019/09/27013.html

Eine NABU-Studie kommt zum Schluss, dass folgende Maßnahmen notwendig sind, um die Biodiversität in unseren Agrarlandschaften dauerhaft zu erhalten oder auch wiederherzustellen:

NABU-Studie: https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/landwirtschaft/agrarpolitik/eu-agrarreform/studien/26156.html

Nichts weniger als der Umbau der Landwirtschaft ist geplant – letztendlich mit einem massiven Eingriff in die Nahrungsmittelerzeugung. Ein erster Schritt auf dem Weg ist das Agrarpaket. Dementsprechend findet das Insektenschutzprogramm großen Anklang beim NABU:

„Das ambitionierte Programm ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“,

begrüßte der NABU das Aktionsprogramm (https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/insektensterben/26943.html).

BMU bzw. Svenja Schulze und der NABU „funken auf einer Wellenlänge“. Ob sich wohl Raum findet für die Belange der konventionellen Landwirtschaft?

Bauer Willi

Interessant finde ich folgende Beobachtung von Bauer Willi: 

„Wer Svenja Schulze reden hört, könnte sich auch gleich mit der Kreisverbandsvorsitzenden eines Naturschutzvereines unterhalten. Empathie für Bauern ist da nicht zu erwarten“,

urteilt er in seinem lesenswerten BlogPost „Nichts Neues, aber neue Erkenntnisse“. In dem Beitrag referiert er ein Gespräch mit Julia Klöckner, das er am 22. Oktober in Berlin geführt hatte – eine lesenswerte Lektüre übrigens für diejenigen, die Näheres über den Hintergrund der Bauernproteste erfahren möchten. Ich habe ihn hier verlinkt.

NABU-Mitglied Schulze

Bauer Willi hat mit seiner Einschätzung zwar keinen Volltreffer gelandet, liegt aber auch nicht daneben: Die Ministerin ist NABU-Mitglied – und zwar kein passives:

„Für mich macht der NABU eine Lobbyarbeit im besten Sinne – und das werde ich mit aller Kraft weiter unterstützen“,

lobte Svenja Schulze, seinerzeit Mitglied des Landtags Nordrhein-Westfalen, 2008 im NABU-Mitgliedermagazin „Naturzeit im Münsterland“ die Arbeit von NABU-Mitgliedern und -Aktiven. Beim Stadtverband Münster des NABU freute man sich: Man nehme sie beim Wort, ist auf der Webseite des Verbandes zu lesen ( https://www.nabu-muenster.de/der-nabu-gratuliert-svenja-schulze-zum-neuen-amt-als-bundesumweltministerin/).

Zehn Jahre später wiederum übernahm Schulze, mittlerweile Bundesumweltministerin, am 22. November 2018 die Schirmherrschaft des NABU-Projektes „Gemeinsam Boden gut machen“, wie die NGO auf ihrer Webseite mitteilte. Mit der Initiative unterstützt der NABU Landwirte, die von der konventionellen Landwirtschaft auf Öko-Landbau umsteigen wollen.

Am 5. März 2019 wiederum zog der NABU beim Online-Portal www.euractiv.de nach einem Jahr GroKo Bilanz zum Umweltschutz: Das Landwirtschaftsministerium erhielt durchweg schlechte Noten, Lob gab es hingegen für die Initiativen von Umweltministerin Schulze. (https://www.euractiv.de/section/energie-und-umwelt/news/ein-jahr-groko-nabu-zieht-enttaeuschende-bilanz-zum-umweltschutz/)

Man mag sich augenscheinlich, was nicht nur im Netz seinen Ausdruck findet. Auch die folgenden BMU-Personalien sprechen Bände:

Jochen Flasbarth

Seit Dezember 2013 ist Jochen Flasbarth Staatssekretär im Bundesumweltministerium. Bei ihrem Wechsel nach Berlin 2018 übernahm Svenja Schulze gemeinsam mit dem Ressort den Staatssekretär ihrer Amtsvorgängerin, Ministerin a.D. Dr. Barbara Hendricks. Flasbarth war von 1992 bis 2003 als hauptamtlicher NABU-Präsident tätig, nachdem er bereits 1989 das Amt des Vizepräsidenten angetreten hatte.

Josef Tumbrinck

Seit April 2019 leitet Josef Tumbrinck das BMU-Unterressort „Naturschutz“. Zuvor war er in Nordrhein-Westfalen als NABU-Landeschef tätig gewesen. Pikant: Nur wenige Monate später befasste sich die Justiz mit Tumbrincks Stellenbesetzung. Das Verwaltungsgericht Köln hatte Ende Juli auf die Beschwerde eines Mitbewerbers um den Posten entschieden, dass die Stelle des Unterabteilungsleiters „Naturschutz“ neu ausgeschrieben werden müsse. Der Verdacht einer möglichen Postenschieberei sei bereits Anfang des Jahres laut geworden, zitiert die Agrarjournalistin Sabine Leopold AgraEurope in dem agrarheute-Beitrag „Fragwürdige Verquickung. Stellenvergabe im Umweltministerium in der Kritik“.

Zudem habe die Regierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag im Mai mitgeteilt, dass insgesamt fünf BMU-Angestellte direkt aus dem NABU oder dem Deutschen Naturschutzring (DNR) ins Ministerium gewechselt sind. Laut Wikipedia ist der DNR der Dachverband der deutschen Natur-, Tier- und Umweltschutzorganisationen. Auch der NABU gehört dem DNR an.

„Während jedoch Vorwürfe hinsichtlich Lobbyismus und unsauberer Verquickungen in der Agrarbranche immer wieder für enorme Schlagzeilen sorgen, haben sich die großen Medien der Vorgänge im Bundesumweltministerium bislang nicht angenommen“,

bilanziert Leopold.

Das Tumbrinck’sche Kartoffelgate

Josef Tumbrinck dürfte manchem Nutzer der Sozialen Medien durch ein Tweet bekannt geworden sein, in dem er kürzlich einen gravierenden Mangel an landwirtschaftlichem Basiswissen offenbarte. Pech für Tumbrinck, der anscheinend noch nie ein Kartoffelfeld im Herbst gesehen hat: Sein im Tweet zum Ausdruck gebrachtes Bauern-Bashing fiel in den Sozialen Medien mit voller Wucht auf ihn zurück.

Kartoffelacker mit grünem Kreuz, im Hintergrund ein Kraftwerk.
Landwirtschaft des Todes – oder Kartoffeln kurz vor der Ernte?
Zwei ausgegrabene Kartoffeln auf Kartoffeldamm
Zombie-Kartoffeln. Oder: Die Grünen Kreuze bringen auch zum Ausdruck, dass die Gesellschaft einschließlich des Naturschützers Josef Tumbrinck das Wissen über die Erzeugung sogar ihrer Grundnahrungsmittel verloren hat.

Da wir gerade bei bösartigen Anwürfen aus NABU-Reihen sind – hier eine Randnotiz: Am 26. Oktober echauffierte sich der Bauernverband Bremen auf seiner Webseite über den Geschäftsführer des NABU Bremen. Dieser hatte live im Fernsehen gesagt,

„dass sie doch die Umweltvergifter seien und ihre eigene Funktionäre vom Bauernverband Rukwied und Konsorten, das sind letztendlich Verbrecher, die wirklich Millionen abzocken, das muss man so deutlich sagen, die Millionen abzocken,…“.

Als ob diese Schublade nicht schon unterirdisch genug wäre, nannte er im Nachgang auf Facebook die Bauern als „Brunnenvergifter, Käfertöter und Vogelschlächter“ und wiederholte seine Aussage zu den Vertretern des Bauernverbandes. Der Kommentar des Bauernverbandes kann hier vollständig nachgelesen werden.

Druschba – Freundschaft

Die gegenseitige Wertschätzung von NABU und BMU findet ferner in monetärer Form Ausdruck: Das ehemalige NABU-Mitglied Jens-Werner Dettmann veröffentlichte Anfang 2019 einen Offenen Brief an Ministerin Schulze u.a. zur Personalie Tumbrinck und arbeitet  darin bis dato bewilligte Fördermittel aus dem BMU für den NABU und dessen Stiftungen in einer anschaulichen Grafik auf.

Die Zahlen entstammen einer Anfrage, die die Bundestagsfraktion der FDP im vergangenen Jahr an die Bundesregierung gerichtet hatte. Das lesenswerte Schreiben mit Link zur Anfrage und Auflistung der einzelnen NABU-Projekte habe ich an dieser Stelle verlinkt.

Bildnachweis: Jens-Werner Dettmann

Meine Meinung? Zwischen NABU und BMU passt kein Blatt. Anders ausgedrückt:

„Die deutsche Agrarlobby: verfilzt, intransparent und wenig am Gemeinwohl orientiert“ lautete eine Studie, die der NABU am 29. April 2019 vorgelegte (https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/landwirtschaft/agrarpolitik/26321.html). Ich will auf den Inhalt der Studie gar nicht eingehen – es ist die übliche Agrarlobbyverteufelung, deren Sinn oder Unsinn einen eigenen Beitrag wert wäre.

Ich stelle mir allerdings die Frage, ob es nicht Zeit ist für eine weitere Studie? Als Überschrift könnte ich mir vorstellen:

„BMU und NABU: verfilzt, intransparent und wenig am Gemeinwohl orientiert.“

Fazit:

Eingangs hatte ich die Frage gestellt, was die Bauern vom BMU zu erwarten haben. Meine Antwort: Vermutlich nichts.

Aber wer weiß? Ich höre immer wieder, auf regionaler Ebene arbeiten Bauern und NABU-Mitglieder gut zusammen. Es sei die Führungsriege, die einen Konfrontationskurs fahre. Vielleicht ergibt sich aus den vielen Partnerschaften irgendwann und irgendwie eine Kurskorrektur – über das NABU hinein ins Herz des BMU?

Heil(ig)e Kampagnen-Welt der NGOs

Hunger ist das neue Satt!

von Sönke Hauschild

Liebe Vertreter*innen der Zivilgesellschaft,
liebe Campagneros!

Wir Bauern tun wirklich unser Bestes, um es euch recht zu machen, aber wir schaffen es nicht! Deshalb machen wir euch einen Vorschlag: Keine negativen Auswirkungen auf Natur und Umwelt, Gewässer, Luft, Artenvielfalt und den Menschen mehr! Ab morgen! Das wäre doch mal eine Kampagne mit Durchschlagskraft, oder?

Wie? Ganz einfach: Ihr übernehmt unseren Job! Wir fragen uns nämlich schon lange, warum ihr so gern Feldrand steht, statt selber mitzuspielen: Ihr wißt es doch viel besser als wir und ihr könnt es sicher auch besser. Also keine Scheu!

Erntest Du noch oder hungerst Du schon?
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Insektensterben? Nicht im Raps!

mit Daniel Bohl

Rapsglanzkäfer befallen den Raps

Bisher wurde unser Raps von den Rapsglanzkäfern verschon. Aber nach ein paar warmen Tagen kommen sie, trotz jährlicher Bekämpfung, wie aus dem Nichts und befallen die Rapsknospen.
Da könnte man als Landwirt nun zu sehen, wie die Käfer Stück für Stück die Knospen fressen und mehr als 30% des möglichen Ertrages wegfressen, was den Rapsanbau unwirtschaftlich machen würde oder die Rapsglanzkäfer mit einem Insektizid bekämpfen. Würde der Rapsanbau unwirtschaftlich, würde kein Landwirt mehr Raps anbauen.

Die Knospen einer Rapspflanze werden von vielen schwarzen Rapsglanzkäfern heimgesucht.
Rapsglanzkäfer können große Schaden im Raps anrichten (Bild: Daniel Bohl)

Nicht nur wichtig für die Bienen

Da mögen einige Beifall klatschen, die sollten aber auch bedenken, dass der Raps die wichtigste heimische Öl- und Eiweißfrucht ist und jede Tonne Öl und Eiweiß, die nicht bei uns produziert wird, importiert werden muss.
Darüberhinaus ist der Raps auch die bedeutendste Tracht für die Bienen. Fragt mal einen Imker in Norddeutschland, ob er auf die Tracht des Rapses für seine Bienen verzichten möchte. Ich habe noch keinen kennen gelernt.

Rapsanbau ohne Insektizide geht nicht

Rapsanbau ohne Insektizide geht nicht. Deswegen müssen Landwirte und Imker hier eng miteinander kooperieren. Davon haben beide mehr, als von stupiden Verboten.

Öko Raps gibt es kaum

nur 0,4% der Rapsanbaufläche in Deutschland werden ökologisch erzeugt
von 1000 ha Raps werden in Deutschland 4 ha ökologisch angebaut (Grafik: @flaemingslord)

Ohne wirksame Insektizide kann kein erfolgreicher Rapsanbau gelingen. Das zeigt auch die Statistik, denn nur 0,4% der Rapsanbaufläche wird ökologisch erzeugt.
Die Erntemenge dürfte wohl noch unter 0,2% liegen, da das Ertragspotenzial von Ökologischen Produkten deutlich geringer ist und die Insekten (nicht nur der Rapsglanzkäfer) zusätzlich den Ertrag schmälern werden.

Dieser Ertragsverlust lässt sich nicht einmal durch höhere Preise kompensieren. Denn wo nichts geerntet wird, dort kann man auch nichts mehr teuer verkaufen.

Grundschüler wollen ein Dorf aufblühen lassen

Grundschüler aus Messingen legen Blühstreifen an und verteilen kleine Saatgut-Tüten

Welch großartige Aktion der Messinger Grundschüler der Klassen 3 und 4: Bei wirklich ungemütlichen Temperaturen, Sturm (frontaler Gegenwind auf der Hinfahrt) und Regen fuhren die Kids mit dem Rad zu mir auf dem Hof um einen Blühstreifen anzulegen und anschließend noch kleine Tütchen mit der selben Saatgutmischung abzufüllen. Letzteres dann ist der warmen Stube nach gesundem Frühstück.

Schülerwettbewerb „Echt Kuh-L“

Dabei ist dieser tolle Film herausgekommen, der auch beim Schülerwettbewerb „Echt Kuh-l“ eingereicht werden soll.

Aber ganz egal, ob die Kinder einen Preis bei diesem Wettbewerb gewinnen: Der Einsatz hat sich bzw. wird sich sicherlich lohnen. Denn der Blühstreifen und die vielen Blühecken, die in den Gärten in und um Messingen entstehen werden, sind nicht nur eine Augenweide für den Menschen, sondern auch Anziehungspunkte für viele Bienen, Insekten und weitere Tiere.

Hunderte der kleinen Samentütchen werden zur Müllsammelaktion am kommenden Samstag in der Gemeinde Messingen (ca. 1000 Einwohner im Landkreis Emsland) verteilt. Wenn jeder Gartenbesitzer ein Tütchen aussät, werden wir schon bald feststellen, wie toll Messingen wirklich aufblüht!

Und sogar für den übernächsten Sommer haben die fleißigen Kinder vorgesorgt: Zum traditionellen Neujahrsempfang der Gemeinde Messingen soll jeder Besucher ein weiteres Tütchen erhalten. Ca. 400 Besucher kommen am Jahresanfang zusammen, um zurück und auch nach vorne zu schauen. Vielleicht kommen ja sogar noch mehr, wenn sich herum spricht, dass dieses tolle Geschenk auf jeden Besucher wartet?

Jetzt sind die Landwirte in der Pflicht

Diese klasse Aktion der Grundschule wird für die Landwirte in Messingen Motivation und Ansporn sein, weiter Blühstreifen und Blühfelder auf den Äckern anzulegen. Denn nur so kann erfolgreicher Naturschutz funktionieren: GEMEINSAM!
Die Kinder aus Messingen haben schon mal angefangen, jetzt müssen alle mitziehen: die Gartenbesitzer und natürlich auch die Bauern!

#FridaysForFuture

Gestern demonstrierten weltweit Schülerinnen und Schüler für mehr Klimaschutz. Besonders erfolgreich sind diese Proteste aber wohl in Deutschland und hier eher in den größeren Städten. Vorbild für die vielen tausend Schüler ist die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg, die mit ihrem Schulstreik an Freitagen bereits im letzen Jahr begonnen hat und damit die Bewegung #FridaysForFuture angestoßen hat.

Wie sind die Schülerproteste zu bewerten?

Ich habe zu der ganzen medialen Aufmerksamkeit, zu dem ganzen Drumherum, der Greta-Verehrung etc. einen kritischen Blick, habe aber noch keine endgültige Meinung gebildet. Ich möchte unbedingt anerkennen, dass diese Schülerproteste und auch die Organisation dahinter eine unglaubliche Wucht erzeugen.
Vermutlich bin ich mit der Suche nach einer umfänglichen Bewertung nicht alleine und will mich mal etwas herantasten:

Berechtigte Sorgen, offene Fragen

Die Sorgen und Forderungen der Schüler müssen wir Eltern und Großeltern ernst nehmen. Na klar! Aber ich finde auch, dass einige Fragen berechtigt sind:

  1. Hätte #FridaysForFuture auch nach Schulschluss oder an Wochenenden auch so viel Zuspruch?
  2. Wie gehen wir (Eltern schulpflichtiger Kinder, Lehrer, Schulleitung, Kultusministerium) mit dem Schulschwänzen um?
  3. Würde bei weniger populären Demos, auch die Schulpflicht als nicht so wichtig erachtet?

Schulstreik lockt Mitläufer und überschreitet Grenzen

Ich glaube, dass die Beteiligung an den Protesten nicht so groß wäre, würden die Schüler nach Schulschluss ihren Protest ausdrücken. Einmal weil auch Mitläufer dabei sind, die wenig Lust auf Schule haben und bei diesem Happening mitmachen wollen.
Aber sicherlich hilft es auch, wenn die Schule geschwänzt wird, um mehr Aufmerksamkeit zu erregen. Die Schüler brechen heraus aus ihrem vorgeschriebenen Trott und begehen einen Regelverstoß, eine Grenzüberschreitung. Nicht einer, sondern tausendfach! Jede Woche.

Hilflosigkeit im Umgang mit „Schulschwänzen für den Klimaschutz“

Auszug aus WhatsApp. Schüler fragt nach Erlaubnis, zur Demo gehen zu dürfen. Nicht sehr überzeugend... ;)
aus einem Chatverlauf

Aber wie gehen wir mit diesen x-fachen Grenzüberschreitungen um? Sanktionen? Wer soll sie durchsetzen?
Die Schüler ernten mit ihrem freitäglichem Protest viel Zuneigung und Sympathie in der Bevölkerung- und damit auch zum Teil bei Eltern und Lehrern. Von den Politikern gibt es auch weit überwiegend mehr oder weniger deutliche Lobesworte, kaum jemand, der sich klar gegen diese Demos zu Unterrichtszeiten ausspricht.
Dennoch gibt es die Schulpflicht! Sollen Leher, Schulleitung oder Kultusministerien eine Absolution erteilen? Geht das rechtlich so einfach? Wer bekommt in diesem Fall den „schwarzen Peter“?
Oder lässt man es einfach weiterlaufen, ohne Konsequenzen?
Das hätte dann die Gefahr, dass Schüler sich auf #FridaysForFuture und die Klimaschutzproteste berufen, wenn sie für ein ganz anderes (möglicherweise weniger populäres) Anliegen auf die Straße gehen wollen- während der Schulzeit versteht sich…
Was wäre, wenn eine Gruppe von Schülern gegen Zuwanderung protestieren würde? Oder für eine freies Palästina? Oder gegen die von den Grünen propagierte Agrarwende?

Apropos „Agrarwende“. Das war doch noch was.

Ich erinnere mich noch sehr gut an das Jahr 2015. In Niedersachsen war der Bündnisgrüne Christian Meyer Landwirtschaftsminister und denkbar unbeliebt bei den meisten Bauern, dafür aber Liebling der Massen, die seine einfachen Parolen glaubten.

Gegen die Agrarpolitik von Rot/Grün und Christian Meyer versammelten sich im September über 4000 Landwirte in Hannover. Soweit ich mich erinnere auch an einem Freitagvormittag. Und auch dort wollten viele landwirtschaftliche Berufsschüler mitmachen, dabei sein.

Argusaugen von Meyer und AbL auf Demo

Das jedoch missfiel der AbL, die am Vortag noch demonstrativ mit einer kleinen Gruppe und vergleichsweise großer medialer Berichterstattung seitens des NDR hinter Meyer stellte. Hier glühten die Drähte zwischen Berufsschulen, Kultusministerium und Landwirtschaftsministerium. Auch hier ging es um die Frage, was mit der Schulpflicht sei und ob für Schüler, die nicht nach Hannover fuhren, auch ein regulärer Unterricht gewährleistet wäre. (Gegendarstellung von Niemann)

Parallelität der Ereignisse sollte zum Nachdenken anregen

Es gibt also durchaus Parallelen zwischen der einmaligen Aktion von vor 3,5 Jahren und den heutigen Demonstrationen. Nur werden vermutlich die Bewertungen unterschiedlich ausfallen. Ich finde, man darf da ruhig mal drüber nachdenken.

Wie bereits oben im Text beschrieben- ich selber habe meine abschließende Meinung noch nicht gefunden. Ich bin auf Eure Einschätzungen und Positionen gespannt. Schreibt diese gerne in die Kommentare!

P.S.:
In diesem Zusammenhang ist das DLF-Radiointerview mit Anton Hofreiter von gestern morgen sehr hörenswert und aufschlussreich.

Das Ende freiwilliger Umweltleistungen?

Nach dem Erfolg des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ in Bayern werden freiwillige Umweltleistungen der Bauern in Frage gestellt

Die Themen Bienenschutz und Artenvielfalt liegen seit Jahren im Trend- in der öffentlchen Debatte und auf den Bauernhöfen. Die Zahl freiwilliger Initiativen zur Förderung der Artenvielfalt und des Insektenschutzes sind in den letzten Jahren stark gestiegen.
Das Bewusstsein vieler Landwirte wurde geschärft und so legten zigtausende Landwirte Blühstreifen auf ihren Flächen an. Vielfach unentgeltlich und auf freiwilliger Basis.

wunderschöner bunter Blühstreifen

Diese Praxis könnte nun einen Dämpfer erhalten haben, zumindest in Bayern. Denn hier sind sehr viele von der Art und Weise des Volksbegehrens (einseitig zu Lasten der Bauern) und vom Erfolg (ca. 1,7 Mio Unterstützer) enttäuscht.
Ein Bauernverband im Allgäu rät seinen Mitgliedern, auf freiwillige Blühstreifen zu verzichten.

„Wenn Unterzeichner sagen, dass die Landwirte problemlos auf zehn Prozent ihrer Produktionsfläche verzichten können, dann dürften für sie 50 Euro für 50 Quadratmeter ja kein Problem sein“

Joachim Nuscheler, BBV Unterallgäu bei all-in.de

Trotzreaktionen auf populistisches Volksbegehren kontroproduktiv

Ich kann meine Berufskollegen in Bayern sehr gut verstehen. Die bisher geleisteten Anstrengungen im Bereich Umweltschutz und Artenvielfalt wurden nicht gewürdigt, Rückgänge der Artenvielfalt einseitig den Bauern angelastet. Als Unterstützer des Volksbegehrens sind nur wenige Minuten nötig gewesen, die Bauern müssten dieses Gesetz, sollte es so nach einer Volksabstimmung in Kraft treten, alleine ausbaden.

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Gemeinsam für Bienen & Klima

Ich bin nun wirklich kein Fan dieser Online-Petitionen, die es wohl tausendfach gibt. Nun habe ich aber doch eine Petition online unterzeichnet. (auf das Bild klicken, bitte)

Blick in eine Blumenwiese

Dr. Willi Kremer-Schillings, besser bekannt als „Bauer Willi“, hat diese Petition bei der Petitionsplattform Change.org eingestellt.

„Gemeinsam“ die Artenvielfalt bewahren

Im Gegensatz zu dem bayrischen Volksbegehren „Rettet die Bienen“, das die ganze Last des Insektenschutzes bzw. der Bewahrung der Artenvielfalt auf die Schultern der Bauern abwälzt, wird in dieser Petition ein gemeinsames Handeln aller Bürger eingefordert.

Bitte mitmachen und unterzeichen

Ich habe bereits unterzeichnet und ich bitte Euch hiermit, Euch die petition einmal durchzulesen und auch selber zu unterzeichnen!

change.org: Gemeinsam für Bienen und Klima

Hier nochmal meine Begründung für die Unterzeichnung, die auch auch unter die Petition geschrieben habe:


Weil man einer kleinen Gruppe in der Gesellschaft nicht alleine die große Aufgabe des Schutzes der Artenvielfalt aufbürden kann.
Wer es ernst meint mit „Rettet die Bienen!“, der packt mit an und zwar konstruktiv!

Bernhard Barkmann auf change.org

Umwelttheater: Der böse Bauer

Theaterinszenierung an Grundschule sorgt für Unmut in Bauernfamilien

Schulbücher mit einseitigen Lehrinhalten werden immer wieder mal von Landwirten und vor allem Landfrauen kritisiert. Diese Inhalte können mit ein Grund für Mobbing und Ausgrenzung von Bauernkindern sein. Deshalb werden in Baden-Württemberg Schulbücher auf zu einseitig ideologische Inhalte geprüft. Auch wenn das dortige Kultusministerium nicht direkt darauf einwirken kann, so setzt es sich moderierend und beratend in die Gestaltung und Auswahl der Schulbücher ein.

Nun sorgt eine Puppentheaterinszenierung an einer Grundschule in der Grafschaft Bentheim für Unmut in den Familien mit Hof.
(c) hille-puppille.de

Dort hat eine Grundschule kurzfristig den Stundenplan geändert und ein pädagogisches Theaterstück aufführen lassen. Was dann geschah, lässt sich dieser Textnachricht entnehmen, die über WhatsApp die Runde machte:

Hallo, ich muss hier mal was loswerden!
Heute kamen unsere Töchter aus der Schule ( Klassen 1+3 der Grundschule Uelsen) nach Hause und sie erzählten sie haben ein Puppentheater – Stück des Figurentheater Hille Puppille“ gesehen. In dem Stück geht es wohl um die Auswirkungen von Überdüngung mit Gülle, Einsatz von Pestiziden und sonstige Verschmutzung von Gewässern auf gefährdete Tiere und Pflanzen!
Der Bauer fährt Gülle ins Gewässer, der Laich der Knoblauchkröte wird krank, die Wildblumen haben Angst vor dem Bauern mit dem Trecker, den Bienen schmecken die Blüten nicht mehr, weil der Bauer Gift drauf gesprüht hat, die Libelle kann sich im Wasser nicht spiegeln, wegen der Gülle darin und den Vögeln schmecken die Mücken aus dem Gülle-Tümpel auch nicht mehr und so weiter…..
Dazu gab es noch eine kleine Broschüre.
Die Inhalte aller Texte darin stammen aus Veröffentlichungen von „Wege zur Vielfalt – Lebensadern auf Sand„, BUND, Greenpeace, NABU, Schrot und Korn.
Unterstützt wird das Projekt u. a. vom Landkreis Grafschaft Bentheim.
Muss das sein??
Da werden die Kinder in der Grundschule indoktriniert, der Bauer ist der Böse!
Ich bin fassungslos! Da muss unser Verband doch aktiv werden und etwas unternehmen, oder?

Öffentlich geförderter Pranger – für Grundschüler pädagogisch aufbereitet

Ich finde, man sollte die Wirkung, die dieses Schauspiel auf Kinder mit bäuerlichem Hintergrund und deren Mitschüler hat, nicht unterschätzen. Mobbing und Ausgrenzung von Bauernkindern ist real. Habern sich die Verantwortlichen schon mal überlegt, wie die Anklagen an ihre Eltern auf sie wirken können? In dem hier vorliegenden Fall sprechen die Mädchen den Vorfall offen in der Familie an- Gott sei Dank!. Andere fressen es vielleicht in sich hinein.

Verbundpartner Kreis Steinfurt Biologische Station Kreis Steinfurt e.V. Landkreis Grafschaft Bentheim Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland Stadt Lingen (Ems) Biologische Station Zwillbrock e.V. Westfälische Wilhelms Universität

Das Figurentheater wird durch das Kultusministerium in NRW gefördert, aber auch von der Sparkasse und der Stadt Dülmen. Das ist aber noch nicht genug Förderung: Das Bühnenstück „WokWokWok“ ist im Auftrag eines Naturschutzprojektes konzipiert und gefördert worden.
In diesem Fall von

  • Bundesumweltministerium
  • Umweltministerium NRW
  • Umweltministerium Niedersachsen
  • NLWKN

Hinzu kommen der Kreis Steinfurt, die Biologische Station Kreis Steinfurt e.V., der Landkreis Grafschaft Bentheim, die Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland, die Stadt Lingen (Ems), die Biologische Station Zwillbrock e.V. und die Westfälische Wilhelms Universität in Münster, die als Verbundpartner aufgeführt sind. Siehe auch https://www.wege-zur-vielfalt.de/

Ich weiß nicht, was den Kindern in diesem Theaterstück nun konkret vermittelt werden sollte. Negative Vorurteile gegenüber Bauern schüren? Gegenüber den Akteuren, mit denen man am Besten – und nur gemeinsam – im Bereich Naturschutz voran kommen kann?

Mit öffentlichem Pranger, selbst für unsere Kleinsten in der Gesellschaft aufbereitet, wird man nur dafür sorgen, dass die Gräben tiefer werden.

Falsch verstanden?

Nach ersten Reaktionen seitens der Schulleitung, soll es sich um ein Missverständnis der Kinder handeln. Die Theateraufführung sollte nicht so anklagend gegen die Bauern werden. Nur haben wohl sehr viele Grundschüler das selbe Missverständnis mit nach Hause genommen.

Landwirte suchen Dialog

Erfreulich ist daher in meinen Augen, dass die örtlichen Landwirte bereits dem Vernehmen nach künftige Dialogangebote mit Lehrern der Grundschule überlegen und nach erstem Ärger den Kopf nicht in den Sand stecken.

3000 Besucher bei Theaterstück

Laut der Internetseite von Hille Pupille haben bereits über 3000 Schüler dieses Stück gesehen. Hoffentlich wurde nicht all diesen Schülern ein zu negatives Bild durch die Puppenspieler Hille & Klaus Menning eingeimpft.