Archiv der Kategorie: Naturschutz

Heil(ig)e Kampagnen-Welt der NGOs

Hunger ist das neue Satt!

von Sönke Hauschild

Liebe Vertreter*innen der Zivilgesellschaft,
liebe Campagneros!

Wir Bauern tun wirklich unser Bestes, um es euch recht zu machen, aber wir schaffen es nicht! Deshalb machen wir euch einen Vorschlag: Keine negativen Auswirkungen auf Natur und Umwelt, Gewässer, Luft, Artenvielfalt und den Menschen mehr! Ab morgen! Das wäre doch mal eine Kampagne mit Durchschlagskraft, oder?

Wie? Ganz einfach: Ihr übernehmt unseren Job! Wir fragen uns nämlich schon lange, warum ihr so gern Feldrand steht, statt selber mitzuspielen: Ihr wißt es doch viel besser als wir und ihr könnt es sicher auch besser. Also keine Scheu!

Erntest Du noch oder hungerst Du schon?
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Insektensterben? Nicht im Raps!

mit Daniel Bohl

Rapsglanzkäfer befallen den Raps

Bisher wurde unser Raps von den Rapsglanzkäfern verschon. Aber nach ein paar warmen Tagen kommen sie, trotz jährlicher Bekämpfung, wie aus dem Nichts und befallen die Rapsknospen.
Da könnte man als Landwirt nun zu sehen, wie die Käfer Stück für Stück die Knospen fressen und mehr als 30% des möglichen Ertrages wegfressen, was den Rapsanbau unwirtschaftlich machen würde oder die Rapsglanzkäfer mit einem Insektizid bekämpfen. Würde der Rapsanbau unwirtschaftlich, würde kein Landwirt mehr Raps anbauen.

Die Knospen einer Rapspflanze werden von vielen schwarzen Rapsglanzkäfern heimgesucht.
Rapsglanzkäfer können große Schaden im Raps anrichten (Bild: Daniel Bohl)

Nicht nur wichtig für die Bienen

Da mögen einige Beifall klatschen, die sollten aber auch bedenken, dass der Raps die wichtigste heimische Öl- und Eiweißfrucht ist und jede Tonne Öl und Eiweiß, die nicht bei uns produziert wird, importiert werden muss.
Darüberhinaus ist der Raps auch die bedeutendste Tracht für die Bienen. Fragt mal einen Imker in Norddeutschland, ob er auf die Tracht des Rapses für seine Bienen verzichten möchte. Ich habe noch keinen kennen gelernt.

Rapsanbau ohne Insektizide geht nicht

Rapsanbau ohne Insektizide geht nicht. Deswegen müssen Landwirte und Imker hier eng miteinander kooperieren. Davon haben beide mehr, als von stupiden Verboten.

Öko Raps gibt es kaum

nur 0,4% der Rapsanbaufläche in Deutschland werden ökologisch erzeugt
von 1000 ha Raps werden in Deutschland 4 ha ökologisch angebaut (Grafik: @flaemingslord)

Ohne wirksame Insektizide kann kein erfolgreicher Rapsanbau gelingen. Das zeigt auch die Statistik, denn nur 0,4% der Rapsanbaufläche wird ökologisch erzeugt.
Die Erntemenge dürfte wohl noch unter 0,2% liegen, da das Ertragspotenzial von Ökologischen Produkten deutlich geringer ist und die Insekten (nicht nur der Rapsglanzkäfer) zusätzlich den Ertrag schmälern werden.

Dieser Ertragsverlust lässt sich nicht einmal durch höhere Preise kompensieren. Denn wo nichts geerntet wird, dort kann man auch nichts mehr teuer verkaufen.

Grundschüler wollen ein Dorf aufblühen lassen

Grundschüler aus Messingen legen Blühstreifen an und verteilen kleine Saatgut-Tüten

Welch großartige Aktion der Messinger Grundschüler der Klassen 3 und 4: Bei wirklich ungemütlichen Temperaturen, Sturm (frontaler Gegenwind auf der Hinfahrt) und Regen fuhren die Kids mit dem Rad zu mir auf dem Hof um einen Blühstreifen anzulegen und anschließend noch kleine Tütchen mit der selben Saatgutmischung abzufüllen. Letzteres dann ist der warmen Stube nach gesundem Frühstück.

Schülerwettbewerb „Echt Kuh-L“

Dabei ist dieser tolle Film herausgekommen, der auch beim Schülerwettbewerb „Echt Kuh-l“ eingereicht werden soll.

Aber ganz egal, ob die Kinder einen Preis bei diesem Wettbewerb gewinnen: Der Einsatz hat sich bzw. wird sich sicherlich lohnen. Denn der Blühstreifen und die vielen Blühecken, die in den Gärten in und um Messingen entstehen werden, sind nicht nur eine Augenweide für den Menschen, sondern auch Anziehungspunkte für viele Bienen, Insekten und weitere Tiere.

Hunderte der kleinen Samentütchen werden zur Müllsammelaktion am kommenden Samstag in der Gemeinde Messingen (ca. 1000 Einwohner im Landkreis Emsland) verteilt. Wenn jeder Gartenbesitzer ein Tütchen aussät, werden wir schon bald feststellen, wie toll Messingen wirklich aufblüht!

Und sogar für den übernächsten Sommer haben die fleißigen Kinder vorgesorgt: Zum traditionellen Neujahrsempfang der Gemeinde Messingen soll jeder Besucher ein weiteres Tütchen erhalten. Ca. 400 Besucher kommen am Jahresanfang zusammen, um zurück und auch nach vorne zu schauen. Vielleicht kommen ja sogar noch mehr, wenn sich herum spricht, dass dieses tolle Geschenk auf jeden Besucher wartet?

Jetzt sind die Landwirte in der Pflicht

Diese klasse Aktion der Grundschule wird für die Landwirte in Messingen Motivation und Ansporn sein, weiter Blühstreifen und Blühfelder auf den Äckern anzulegen. Denn nur so kann erfolgreicher Naturschutz funktionieren: GEMEINSAM!
Die Kinder aus Messingen haben schon mal angefangen, jetzt müssen alle mitziehen: die Gartenbesitzer und natürlich auch die Bauern!

#FridaysForFuture

Gestern demonstrierten weltweit Schülerinnen und Schüler für mehr Klimaschutz. Besonders erfolgreich sind diese Proteste aber wohl in Deutschland und hier eher in den größeren Städten. Vorbild für die vielen tausend Schüler ist die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg, die mit ihrem Schulstreik an Freitagen bereits im letzen Jahr begonnen hat und damit die Bewegung #FridaysForFuture angestoßen hat.

Wie sind die Schülerproteste zu bewerten?

Ich habe zu der ganzen medialen Aufmerksamkeit, zu dem ganzen Drumherum, der Greta-Verehrung etc. einen kritischen Blick, habe aber noch keine endgültige Meinung gebildet. Ich möchte unbedingt anerkennen, dass diese Schülerproteste und auch die Organisation dahinter eine unglaubliche Wucht erzeugen.
Vermutlich bin ich mit der Suche nach einer umfänglichen Bewertung nicht alleine und will mich mal etwas herantasten:

Berechtigte Sorgen, offene Fragen

Die Sorgen und Forderungen der Schüler müssen wir Eltern und Großeltern ernst nehmen. Na klar! Aber ich finde auch, dass einige Fragen berechtigt sind:

  1. Hätte #FridaysForFuture auch nach Schulschluss oder an Wochenenden auch so viel Zuspruch?
  2. Wie gehen wir (Eltern schulpflichtiger Kinder, Lehrer, Schulleitung, Kultusministerium) mit dem Schulschwänzen um?
  3. Würde bei weniger populären Demos, auch die Schulpflicht als nicht so wichtig erachtet?

Schulstreik lockt Mitläufer und überschreitet Grenzen

Ich glaube, dass die Beteiligung an den Protesten nicht so groß wäre, würden die Schüler nach Schulschluss ihren Protest ausdrücken. Einmal weil auch Mitläufer dabei sind, die wenig Lust auf Schule haben und bei diesem Happening mitmachen wollen.
Aber sicherlich hilft es auch, wenn die Schule geschwänzt wird, um mehr Aufmerksamkeit zu erregen. Die Schüler brechen heraus aus ihrem vorgeschriebenen Trott und begehen einen Regelverstoß, eine Grenzüberschreitung. Nicht einer, sondern tausendfach! Jede Woche.

Hilflosigkeit im Umgang mit „Schulschwänzen für den Klimaschutz“

Auszug aus WhatsApp. Schüler fragt nach Erlaubnis, zur Demo gehen zu dürfen. Nicht sehr überzeugend... ;)
aus einem Chatverlauf

Aber wie gehen wir mit diesen x-fachen Grenzüberschreitungen um? Sanktionen? Wer soll sie durchsetzen?
Die Schüler ernten mit ihrem freitäglichem Protest viel Zuneigung und Sympathie in der Bevölkerung- und damit auch zum Teil bei Eltern und Lehrern. Von den Politikern gibt es auch weit überwiegend mehr oder weniger deutliche Lobesworte, kaum jemand, der sich klar gegen diese Demos zu Unterrichtszeiten ausspricht.
Dennoch gibt es die Schulpflicht! Sollen Leher, Schulleitung oder Kultusministerien eine Absolution erteilen? Geht das rechtlich so einfach? Wer bekommt in diesem Fall den „schwarzen Peter“?
Oder lässt man es einfach weiterlaufen, ohne Konsequenzen?
Das hätte dann die Gefahr, dass Schüler sich auf #FridaysForFuture und die Klimaschutzproteste berufen, wenn sie für ein ganz anderes (möglicherweise weniger populäres) Anliegen auf die Straße gehen wollen- während der Schulzeit versteht sich…
Was wäre, wenn eine Gruppe von Schülern gegen Zuwanderung protestieren würde? Oder für eine freies Palästina? Oder gegen die von den Grünen propagierte Agrarwende?

Apropos „Agrarwende“. Das war doch noch was.

Ich erinnere mich noch sehr gut an das Jahr 2015. In Niedersachsen war der Bündnisgrüne Christian Meyer Landwirtschaftsminister und denkbar unbeliebt bei den meisten Bauern, dafür aber Liebling der Massen, die seine einfachen Parolen glaubten.

Gegen die Agrarpolitik von Rot/Grün und Christian Meyer versammelten sich im September über 4000 Landwirte in Hannover. Soweit ich mich erinnere auch an einem Freitagvormittag. Und auch dort wollten viele landwirtschaftliche Berufsschüler mitmachen, dabei sein.

Argusaugen von Meyer und AbL auf Demo

Das jedoch missfiel der AbL, die am Vortag noch demonstrativ mit einer kleinen Gruppe und vergleichsweise großer medialer Berichterstattung seitens des NDR hinter Meyer stellte. Hier glühten die Drähte zwischen Berufsschulen, Kultusministerium und Landwirtschaftsministerium. Auch hier ging es um die Frage, was mit der Schulpflicht sei und ob für Schüler, die nicht nach Hannover fuhren, auch ein regulärer Unterricht gewährleistet wäre. (Gegendarstellung von Niemann)

Parallelität der Ereignisse sollte zum Nachdenken anregen

Es gibt also durchaus Parallelen zwischen der einmaligen Aktion von vor 3,5 Jahren und den heutigen Demonstrationen. Nur werden vermutlich die Bewertungen unterschiedlich ausfallen. Ich finde, man darf da ruhig mal drüber nachdenken.

Wie bereits oben im Text beschrieben- ich selber habe meine abschließende Meinung noch nicht gefunden. Ich bin auf Eure Einschätzungen und Positionen gespannt. Schreibt diese gerne in die Kommentare!

P.S.:
In diesem Zusammenhang ist das DLF-Radiointerview mit Anton Hofreiter von gestern morgen sehr hörenswert und aufschlussreich.

Das Ende freiwilliger Umweltleistungen?

Nach dem Erfolg des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ in Bayern werden freiwillige Umweltleistungen der Bauern in Frage gestellt

Die Themen Bienenschutz und Artenvielfalt liegen seit Jahren im Trend- in der öffentlchen Debatte und auf den Bauernhöfen. Die Zahl freiwilliger Initiativen zur Förderung der Artenvielfalt und des Insektenschutzes sind in den letzten Jahren stark gestiegen.
Das Bewusstsein vieler Landwirte wurde geschärft und so legten zigtausende Landwirte Blühstreifen auf ihren Flächen an. Vielfach unentgeltlich und auf freiwilliger Basis.

wunderschöner bunter Blühstreifen

Diese Praxis könnte nun einen Dämpfer erhalten haben, zumindest in Bayern. Denn hier sind sehr viele von der Art und Weise des Volksbegehrens (einseitig zu Lasten der Bauern) und vom Erfolg (ca. 1,7 Mio Unterstützer) enttäuscht.
Ein Bauernverband im Allgäu rät seinen Mitgliedern, auf freiwillige Blühstreifen zu verzichten.

„Wenn Unterzeichner sagen, dass die Landwirte problemlos auf zehn Prozent ihrer Produktionsfläche verzichten können, dann dürften für sie 50 Euro für 50 Quadratmeter ja kein Problem sein“

Joachim Nuscheler, BBV Unterallgäu bei all-in.de

Trotzreaktionen auf populistisches Volksbegehren kontroproduktiv

Ich kann meine Berufskollegen in Bayern sehr gut verstehen. Die bisher geleisteten Anstrengungen im Bereich Umweltschutz und Artenvielfalt wurden nicht gewürdigt, Rückgänge der Artenvielfalt einseitig den Bauern angelastet. Als Unterstützer des Volksbegehrens sind nur wenige Minuten nötig gewesen, die Bauern müssten dieses Gesetz, sollte es so nach einer Volksabstimmung in Kraft treten, alleine ausbaden.

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Gemeinsam für Bienen & Klima

Ich bin nun wirklich kein Fan dieser Online-Petitionen, die es wohl tausendfach gibt. Nun habe ich aber doch eine Petition online unterzeichnet. (auf das Bild klicken, bitte)

Blick in eine Blumenwiese

Dr. Willi Kremer-Schillings, besser bekannt als „Bauer Willi“, hat diese Petition bei der Petitionsplattform Change.org eingestellt.

„Gemeinsam“ die Artenvielfalt bewahren

Im Gegensatz zu dem bayrischen Volksbegehren „Rettet die Bienen“, das die ganze Last des Insektenschutzes bzw. der Bewahrung der Artenvielfalt auf die Schultern der Bauern abwälzt, wird in dieser Petition ein gemeinsames Handeln aller Bürger eingefordert.

Bitte mitmachen und unterzeichen

Ich habe bereits unterzeichnet und ich bitte Euch hiermit, Euch die petition einmal durchzulesen und auch selber zu unterzeichnen!

change.org: Gemeinsam für Bienen und Klima

Hier nochmal meine Begründung für die Unterzeichnung, die auch auch unter die Petition geschrieben habe:


Weil man einer kleinen Gruppe in der Gesellschaft nicht alleine die große Aufgabe des Schutzes der Artenvielfalt aufbürden kann.
Wer es ernst meint mit „Rettet die Bienen!“, der packt mit an und zwar konstruktiv!

Bernhard Barkmann auf change.org

Umwelttheater: Der böse Bauer

Theaterinszenierung an Grundschule sorgt für Unmut in Bauernfamilien

Schulbücher mit einseitigen Lehrinhalten werden immer wieder mal von Landwirten und vor allem Landfrauen kritisiert. Diese Inhalte können mit ein Grund für Mobbing und Ausgrenzung von Bauernkindern sein. Deshalb werden in Baden-Württemberg Schulbücher auf zu einseitig ideologische Inhalte geprüft. Auch wenn das dortige Kultusministerium nicht direkt darauf einwirken kann, so setzt es sich moderierend und beratend in die Gestaltung und Auswahl der Schulbücher ein.

Nun sorgt eine Puppentheaterinszenierung an einer Grundschule in der Grafschaft Bentheim für Unmut in den Familien mit Hof.
(c) hille-puppille.de

Dort hat eine Grundschule kurzfristig den Stundenplan geändert und ein pädagogisches Theaterstück aufführen lassen. Was dann geschah, lässt sich dieser Textnachricht entnehmen, die über WhatsApp die Runde machte:

Hallo, ich muss hier mal was loswerden!
Heute kamen unsere Töchter aus der Schule ( Klassen 1+3 der Grundschule Uelsen) nach Hause und sie erzählten sie haben ein Puppentheater – Stück des Figurentheater Hille Puppille“ gesehen. In dem Stück geht es wohl um die Auswirkungen von Überdüngung mit Gülle, Einsatz von Pestiziden und sonstige Verschmutzung von Gewässern auf gefährdete Tiere und Pflanzen!
Der Bauer fährt Gülle ins Gewässer, der Laich der Knoblauchkröte wird krank, die Wildblumen haben Angst vor dem Bauern mit dem Trecker, den Bienen schmecken die Blüten nicht mehr, weil der Bauer Gift drauf gesprüht hat, die Libelle kann sich im Wasser nicht spiegeln, wegen der Gülle darin und den Vögeln schmecken die Mücken aus dem Gülle-Tümpel auch nicht mehr und so weiter…..
Dazu gab es noch eine kleine Broschüre.
Die Inhalte aller Texte darin stammen aus Veröffentlichungen von „Wege zur Vielfalt – Lebensadern auf Sand„, BUND, Greenpeace, NABU, Schrot und Korn.
Unterstützt wird das Projekt u. a. vom Landkreis Grafschaft Bentheim.
Muss das sein??
Da werden die Kinder in der Grundschule indoktriniert, der Bauer ist der Böse!
Ich bin fassungslos! Da muss unser Verband doch aktiv werden und etwas unternehmen, oder?

Öffentlich geförderter Pranger – für Grundschüler pädagogisch aufbereitet

Ich finde, man sollte die Wirkung, die dieses Schauspiel auf Kinder mit bäuerlichem Hintergrund und deren Mitschüler hat, nicht unterschätzen. Mobbing und Ausgrenzung von Bauernkindern ist real. Habern sich die Verantwortlichen schon mal überlegt, wie die Anklagen an ihre Eltern auf sie wirken können? In dem hier vorliegenden Fall sprechen die Mädchen den Vorfall offen in der Familie an- Gott sei Dank!. Andere fressen es vielleicht in sich hinein.

Verbundpartner Kreis Steinfurt Biologische Station Kreis Steinfurt e.V. Landkreis Grafschaft Bentheim Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland Stadt Lingen (Ems) Biologische Station Zwillbrock e.V. Westfälische Wilhelms Universität

Das Figurentheater wird durch das Kultusministerium in NRW gefördert, aber auch von der Sparkasse und der Stadt Dülmen. Das ist aber noch nicht genug Förderung: Das Bühnenstück „WokWokWok“ ist im Auftrag eines Naturschutzprojektes konzipiert und gefördert worden.
In diesem Fall von

  • Bundesumweltministerium
  • Umweltministerium NRW
  • Umweltministerium Niedersachsen
  • NLWKN

Hinzu kommen der Kreis Steinfurt, die Biologische Station Kreis Steinfurt e.V., der Landkreis Grafschaft Bentheim, die Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland, die Stadt Lingen (Ems), die Biologische Station Zwillbrock e.V. und die Westfälische Wilhelms Universität in Münster, die als Verbundpartner aufgeführt sind. Siehe auch https://www.wege-zur-vielfalt.de/

Ich weiß nicht, was den Kindern in diesem Theaterstück nun konkret vermittelt werden sollte. Negative Vorurteile gegenüber Bauern schüren? Gegenüber den Akteuren, mit denen man am Besten – und nur gemeinsam – im Bereich Naturschutz voran kommen kann?

Mit öffentlichem Pranger, selbst für unsere Kleinsten in der Gesellschaft aufbereitet, wird man nur dafür sorgen, dass die Gräben tiefer werden.

Falsch verstanden?

Nach ersten Reaktionen seitens der Schulleitung, soll es sich um ein Missverständnis der Kinder handeln. Die Theateraufführung sollte nicht so anklagend gegen die Bauern werden. Nur haben wohl sehr viele Grundschüler das selbe Missverständnis mit nach Hause genommen.

Landwirte suchen Dialog

Erfreulich ist daher in meinen Augen, dass die örtlichen Landwirte bereits dem Vernehmen nach künftige Dialogangebote mit Lehrern der Grundschule überlegen und nach erstem Ärger den Kopf nicht in den Sand stecken.

3000 Besucher bei Theaterstück

Laut der Internetseite von Hille Pupille haben bereits über 3000 Schüler dieses Stück gesehen. Hoffentlich wurde nicht all diesen Schülern ein zu negatives Bild durch die Puppenspieler Hille & Klaus Menning eingeimpft.

Wissenswertes zum Bienensterben

Über Bienen, Bienensterben, Honigernte & Bestäubungsleistung

Offene Mail zur Kolumne „Schumachers Woche“ in der Berliner Morgenpost vom 1. April 2018 mit dem Titel: „Rettet die Bienen!“ von Dr. Hajo Schumacher

Sehr geehrter Dr. Schumacher,

ich nehme an, ihre Kolumne war trotz des Datums ernst gemeint. Es ist ehrenvoll, wenn ein prominenter Journalist sich für die Rettung der nützlichen Bienen einsetzt.
Aber, weder ist der Honigbienenbestand irgendwo auf der Welt gefährdet, noch würden chinesische Kinder Bienen nur aus Videos kennen, noch spielt die Handbestäubung von Obstbäumen in China eine messbare Rolle, noch hat Maos Spatzenkampagne was mit einer imaginären Bienenausrottung in China zu tun, noch ist die Charakterisierung „klug“ im Zusammenhang mit einer Bienenpolitik passend.

Ihre Kolumne zeigt vielmehr, wie raffiniert eine Scheinwelt aufgebaut wurde und wird, in der auch kritische Zeitgenossen zu gewünschten Schlüssen kommen müssen.

1) Immer mehr Honigbienen in China und überall

Bienenvölker in China
Bild 1: Anzahl der Bienenvölker und Honigerzeugung in China:

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Phosphat Schätzergebnisse für Flüsse falsch oder gefälscht?

Zeitungsbericht entlastet Bauern in Umwelt-Diskussion

Pflanzen brauchen Phosphor

Georg Keckl
Georg Keckl | (c) animal-health-online.de

Unsere Pflanzen brauchen eine Phosphatzufuhr als Hauptnährstoff, nur aus der Bodenverwitterung wird für unsere heutigen Erträge nicht genügend freigesetzt. Der Nährstoffbedarf der Hälfte der Menschheit wird heute über „Kunstdünger“ gesichert, man sollte das nie vergessen.
Phosphat für Düngezwecke wird auf lange Sicht auf der Erde knapp werden, darum wird die Menschheit wohl nicht umhinkönnen, wie früher alles Phosphat aus den Klos der Welt zu recyclen. Neben jeder Kläranlage wird in Zukunft eine Düngerfabrik stehen müssen.

Phosphor ist teuer

Phosphat ist teuer geworden, trotzdem gibt es schon mit Phosphat luxus-versorgte Böden, insbesondere in Betrieben mit Schweinegülle auf leichten Böden, hier ist eine mittelfristige Phosphatzufuhr unter dem Entzug sinnvoll.

Schätzungen und Modellrechnungen

Überdüngung von Flüssen Entlastung für Bauern in Umwelt-Diskussion ; Bisher galt die Landwirtschaft als Hauptursache bei der Überdüngung von Flüssen. Neue Erkenntnisse aus Hessen zeigen nun, dass Kläranlagen die größte Rolle spielen. Müssen Bund und Länder umdenken? Phosphat Schätzergebnisse für Flüsse falsch oder gefälscht? weiterlesen

EU-Agrarpolitik- verteufelt und verteidigt

Wissenschaftlicher Beitrat des Bundeslandwirtschaftsministeriums (WBAE) empfiehlt eine Neuausrichtung der gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP)

Wissenschaftlicher Beitrat: Für eine gemeinwohlorientierte Gemeinsame Agrarpolitik der EU nach 2020: Grundsatzfragen und Empfehlungen
In dieser Stellungnahme bzw. Gutachten fordern 19 Wissenschaftler aus dem Agrarbereich eine gemeinwohlorientierte Ausrichtung der europäischen Agrarpolitik.
Dabei solle der Focus nicht mehr auf die Einkommenssicherung der landwirtschaftlichen Betriebe bzw. deren Familien gelegt werden, sondern auf sogenannte Gemeinwohlleistungen.

Direktzahlungen runter, Umweltleistungen rauf

Das bedeutet, die Direktzahlungen an Landwirte sollten nach Ansicht des WBAE sollten abgebaut werden und Maßnahmen für Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz sollten besser Honoriert werden.
Die gemeinsame EU-Agrarpolitik (GAP) und insbesondere die Förderpolitik hat viele Schwächen, die auch ganz gut vom WBAE aufgezeigt werden. Ich glaube in dieser Frage herrscht recht großer Konsens.

Doch warum wehren sich viele Landwirte und folglich auch der Deutsche Bauernverband dagegen, die GAP zu revolutionieren?

Einige Aspekte meinerseits:

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