Archiv für den Monat: August 2014

Zwischenfrüchte-Aussaat 2014

Bereits vor gut einem Monat nahmen wir das Angebot der örtlichen Genossenschaft an und ließen die Zwischenfrüchte nach der Hauptfrucht Wintergerste per Direktsaat aussäen.

Dabei wurde auch 10 bis 15m³ Gärrest ausgebracht- alles in einem Arbeitsgang. Fantastisch, was die Landtechnik heute möglich macht.

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Mittlerweile stehen die Zwischenfrüchte gut entwickelt auf dem Acker. Es handelt sich dabei um eine Mischung aus Phacelia und einer Wildackermischung der niedersächsischen Jägerschaft. Dabei haben wir bewusst auf Kreuzblütler verzichtet- eine Maßnahme des integrierten Pflanzenschutzes, um Winterraps vor der Fruchtfolgekrankheit Kohlhernie zu schützen.

Hier nun das Video, das bei YouTube hochgeladen wurde:

Auf unserem Hof haben wir jahrelang Winterraps angebaut. In diesem Jahr verzichten wir aber auf den Anbau von Raps. Seit dem 01.12.2013 gilt ein –zunächst für zwei Jahre befristetes- Verbot für die Neonicotinoide Clothianidin, Imidacloprid und Thiametoxam. Davon betroffen sind auch die Rapsbeizen. Somit wird es für die aktuell anstehende Aussaat keinerlei insektiziden Beizschutz gegen Rapserdfloh und Kleine Kohlfliege mehr geben.
Würde mein Raps von diesen Insekten befallen werden, müsste ich mit der Feldspritze drüber fahren- Dabei stünden mir aber wiederum nur sehr wenige Insektizide zur Verfügung, so dass an dieser Stelle Resistenzen herauf beschworen werden. Das möchte ich nicht mitmachen! (weitere Informationen)
Deshalb gibt es in unserem Betrieb keinen Raps im kommenden Jahr- aus letztlich „Bienenschutzgründen“! Welch ein Hohn….

 

Kommentar auf Meyers Milchmengen-Deckel

von Sabine Leopold, Redaktion agrarmanager

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Kurzkommentar zu Christian Meyers Vorstoß für eine Milchmengen-Deckelung in der EU:

Russland hat seine Importe von Agrarprodukten aus der EU gestoppt. Die Nordwest-Zeitung hat daraufhin den niedersächsischen Landwirtschaftsminister Christian Meyer gefragt, welche Folgen das für die hiesige Agrarwirtschaft und -politik haben müsse. Antwort des grünen Ressortchefs: Wir brauchen eine Deckelung der Milchmenge nach einem Bonus/Malus-System. Schließlich führe der Ausbau der Milchviehställe hierzulande zu Überschussproduktion und Preisverfall. Niedersachsen habe bereits reagiert und „die Subventionen für neue konventionelle Ställe etwa im Agrarinvestitonsförderprogramm AFP deutlich heruntergefahren“.
Will heißen: Wir werden einer modernen, wettbewerbsfähigen Milchproduktion schon ordentlich Knüppel zwischen die Beine werfen, damit sie sich am internationalen Markt nicht behaupten kann. Nach der Quote ist vor der Quote.

Jetzt warten wir mal gespannt, ob sich diese Idee auch in anderen Wirtschaftszweigen durchsetzt: Volkswagen etwa darf künftig pro Jahr nur noch eine bestimmte Menge (Elektro-)Autos zur deutschen Eigenversorgung zusammenschrauben. Und Miele wird verdonnert, seine jährliche Kühlschrank-Produktion auf ein paar Hundert Super-Ökogeräte für den deutschen Markt zu beschränken. Wagen die Firmen dennoch, für den Export zu produzieren und unsere Volkswirtschaft nebst Arbeitsmarkt in Schwung zu halten, ist Schluss mit Steuervergünstigungen und Umlagebefreiung. Und wenn das auch nicht hilft, müssen Bestandsobergrenzen für Auto- und Kühlschrankmonteure her. Wir werden der deutschen Wirtschaft schon ihre Wettbewerbsfähigkeit austreiben.

Speller Landgang

Der Landwirtschaftliche Ortsverein aus Spelle ist traditionell in Sachen Öffentlichkeitsarbeit stark und innovativ.
Jetzt haben die Landwirte den Speller Landgang auf die Beine gestellt. Eine ganz starke Aktion!

Speller_Landgang

Auf der Internetseite des emsländischen Landvolkes wird davon berichtet:

STARTSCHUSS FÜR SPELLER LANDGANG

Landwirte entwickeln innovatives Projekt zur Verbraucherinformation

Spelle. In eigener Sache aktiv werden, das ist das erklärte Ziel des landwirtschaftlichen Ortsvereins Spelle. Die Landwirte beschäftigen sich bereits seit Jahren intensiv mit dem Thema Öffentlichkeitsarbeit und haben nun ein innovatives Projekt auf die Beine gestellt: den „Speller Landgang“.

Fast vier Kilometer lang und mit vielfältigen Informationen zur Landwirtschaft ausgerüstet – das ist der „Speller Landgang“. Radfahrer und Spaziergänger können ab sofort die heimische Landwirtschaft auf eigene Faust erkunden. Dadurch wollen die Landwirte aus Spelle (Emsland) die moderne Landwirtschaft wieder mehr in das Blickfeld der Verbraucher rücken. In zweijähriger Detailarbeit haben die Landwirte einen Rundkurs mit elf Informationstafeln entwickelt. Dieser führt an Tierställen und Ackerflächen vorbei und informiert leicht verständlich über die Landwirtschaft vor Ort. Beispielsweise hat der Betrachter beim Thema Hühnerhaltung einen Hühnerstall oder beim Thema Energie Windkraftanlagen im Blick.

Der „Speller Landgang“ soll einen Blick hinter die Stalltür ermöglichen. Dabei nutzen die kreativen Landwirte auch die modernen Medien: Über einen QR-Code auf der Tafel kann jeder Besucher mit seinem Smartphone aktuelle Filme über die Tierhaltung vor Ort aufrufen. „Hier kann sich jeder ein realistisches Bild machen“, betonen die Speller Landwirte. Ortsvereinsvorsitzende Norbert Meyerdirks weiß, wie wichtig es ist, als Landwirt aktiv zu werden: „Wir müssen selber etwas tun, damit die Verbraucher wieder mehr Kontakt zur Landwirtschaft bekommen.“ Und einiges dafür getan hat der landwirtschaftliche Ortsverein in der Tat. Gemeinsam mit dem Landvolk und einem Projektbüro wurden die Texte für die Tafeln geschrieben, das Layout entwickelt und die passenden Fotos ausgewählt. Da all dieses auch finanziell gestemmt werden musste, suchten die Landwirte eigenständig nach passenden Sponsoren und hielten stets den engen Kontakt zur Gemeinde Spelle. „Wir hätten anfangs nicht gedacht, welch Aufwand und welche Kosten auf uns zukommen. Nun freuen wir uns umso mehr, in Gemeinschaftsarbeit dieses tolle Projekt realisiert zu haben.“

Finanziell gefördert wurde das Projekt durch das Leader-Programm, die Bingo Umweltlotterie und die Gemeinde Spelle. Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf sieht den landwirtschaftlichen Infopfad als Gewinn für die ganze Gemeinde: „Der Rundkurs steigert die Attraktivität unseres Ortes. Gleichzeitig zeigt er, wie wichtig die Landwirtschaft für unsere Region ist.“