Archiv für den Monat: Oktober 2014

Die Medien sind schuld?!?

Regelmäßig fordert die auflagenstärkste landwirtschaftliche Fachzeitschrift „top agrar“ seine Leser in der Rubrik „Der Blick von außen“ zum Verfassen von Leserbriefen und Kommentaren auf. So auch in der aktuellen Ausgabe 11/2014 auf Seite 8 bzw. hier im Netz. Hier bezieht dieses Mal der bekannte RTL-Nachrichtensprecher Peter Klöppel Stellung zur Rolle der Medien in Beziehung zur Landwirtschaft.

Streitpunkt top agrar 11/14
Streitpunkt aus der top agrar 11/2014

Mein Kommentar dazu:
Klöppel hat grundsätzlich Recht, Schuld an der zum Teil negativen Wahrnehmung der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit haben die Medien nicht alleine. Die Landwirtschaft insgesamt muss sich mehr öffnen und jeder Landwirt sollte es sich zur Aufgabe machen, seine Arbeit dem Nachbarn, dem Freundeskreis und allen Interessierten zu erklären. Das ist soweit klar und vor allem die jüngere Bauerngeneration versteht es immer mehr als Selbstverständlichkeit an, dass die Öffentlichkeitsarbeit ein wichtiger Betriebszweig für den landwirtschaftlichen Betrieb ist. Es gibt keine CMA oder andere Verbände und Vereine mehr, die für die Landwirtschaft Werbung macht bzw. machen kann. Ich glaube, dass sich dieser Sinneswandel immer weiter durchsetzt. Und das ist auch gut so!
Allerdings sollten sich die Medien es sich auch nicht zu leicht machen: All zu oft wird oberflächlich recherchiert und werden stereotypische Klischees bedient, um eine schnelle Schlagzeile zu bekommen–> Wie sagt Herr Klöppel selber: Ein normal Tag im Leben eines rechtschaffenen Bauerns ist nicht erwähnenswert.
Sehr kritisch wird es, wenn Medien sich wegen investigativer Recherche feiern lassen wollen und im Zuge dessen auf teils gestelltem Filmmaterial von illegalen Stalleinbrüchen zurückgreifen. Solche Bilder bringen Aufmerksamkeit, das bringt Quote für den Sender. Und wohl auch steigende Spendeneinnahmen bei den Tierschutz- bzw. Tierrechtsorganisationen, die für die nächtlichen „Besuche“ auf den Höfen verantwortlich sind. Eine Win-Win-Situation mit einem großen Verlierer: der Landwirtschaft.
Die Quote bestimmt das Geschäft, nicht nur bei RTL. Aber RTL senkt die eigene Schamgrenze für eine gute Quote auf ein niedriges Niveau. Bestes Beispiel ist die Sendung „Bauer sucht Frau“. Dass in dieser Sendung kein realer Querschnitt von den Bauern gezeigt wird, wissen wir Landwirte genau, aber leider wissen das sehr viele Fernsehzuschauer nicht. Als Freundinnen meiner Tochter aus der benachbarten Stadt erstmals bei uns zu Besuch waren, wundertenn die sich schon mal darüber, wie modern und weltoffen es bei uns zu geht.
Bei mir steht RTL nicht als Synonym für Qualitätsjournalismus, sondern eher für Trash. Aus diesem Grund besorgt es mich, dass die öffentlich rechtlichen Sender, die eigentlich für Qualität stehen sollten, zunehmend diese in ihren Magazinsendungen senken.
Ein Zustand, den wir so leicht nicht ändern können. Wir können nur an die Medien appellieren und gleichzeitig unsere eigenen Hausaufgaben machen.
Um das Bild von uns, der deutschen Landwirtschaft, realistisch-positiv zu verändern, bedarf es wohl viel Zeit und Aufklärung. Wir brauchen dazu viel Einsatz und viel Ausdauer! Wir dürfen uns nicht entmutigen lassen!

Ball der Landwirtschaft in Haren

Ball der LandwirtschaftHaren. Am 8. November findet der zweite Ball der Landwirtschaft im festlichen Rahmen im Hotel Hagen in Haren statt. Hier trifft sich die grüne Branche, um neben Tanz und Geselligkeit die Lossprechung der land- und hauswirtschaftlichen Absolventen aus dem Raum Aschendorf-Hümmling und Meppen zu feiern. Der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen.

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Freuen sich auf den Ball der Landwirtschaft: Die Junglandwirte Anna Maria Lübbers und Hermann von Ohr mit Landvolk-Hauptgeschäftsführer Lambert Hurink (von links).

Da der erste Ball der Landwirtschaft im vergangenen Jahr mit 400 Gästen die Erwartungen der Veranstalter weit übertroffen hat, wird dieses attraktive Fest nun erneut durchgeführt. Feierlich verabschiedet werden an diesem besonderen Abend die Absolventen der Land- und Hauswirtschaft, Werker in der Landwirtschaft sowie Landwirtschaftsmeister. Nach Angaben von Paul Schulte, zuständig für die Berufsausbildung bei der Landwirtschaftskammer Bezirksstelle Emsland, haben die Absolventen allen Grund zu feiern: „Die Berufschancen in den Grünen Berufen sind sehr gut und auch sehr vielfältig. Eine feierliche Übergabe der Urkunden lässt die jungen Leute mit viel Selbstbewusstsein in ihre berufliche Zukunft starten“, erklärt Schulte. So wie die frisch gebackenen Junglandwirte Anna Maria Lübbers (19) aus Werpeloh und Hermann von Ohr (20) aus Heede. Sie sind schon gespannt auf ihre Lossprechung und den anschließenden Ball mit Musik und Tanz: „Wir sehen unsere Mitschüler wieder und können gemeinsam über unsere Ausbildungszeit reden. Außerdem lernen wir alle Ausbilder kennen“, freut sich Anna Maria Lübbers. Beide haben langfristig das Ziel, auf den elterlichen Betrieb einzusteigen.

Doch auch für Nicht-Absolventen hat der Ball der Landwirtschaft einiges zu bieten. Nach Angaben von Lambert Hurink, Hauptgeschäftsführer des Emsländischen Landvolkes, eigne sich das Fest für jede Landwirtin und jeden Landwirt hervorragend dazu, alte Bekannte zu treffen und neue Kontakte zu knüpfen. „Oftmals kommunizieren wir heutzutage nur noch über Handy oder Internet. Gemeinsam einen schönen Abend zu verbringen, ist daher umso wertvoller“, so Hurink.

Der Kartenvorverkauf läuft bereits und die Veranstalter raten allen Gästen, sich frühzeitig eines der begehrten Tickets zu sichern. Die mengenmäßig begrenzten Eintrittskarten gibt es nur im Vorverkauf in den Landvolk-Geschäftsstellen Aschendorf und Meppen. Eine Karte kostet inklusive Essen und Live-Musik wie im letzten Jahr 15 Euro. Der Abend beginnt um 19 Uhr mit der Freisprechung. Anschließend findet ab 20:30 Uhr der öffentliche Ball statt. Organisiert wird das große Fest der grünen Branche von der Vereinigung des Emsländischen Landvolkes, der Landwirtschaftskammer, dem Verein landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen sowie den Landfrauen.

Lesen Sie den Flyer mit allen Informationen  hier

Unser täglich Tier (37Grad, ZDF)

Gestern gab die Sendung „Unser täglich Tier“ der Sendereihe 37Grad im ZDF Einblicke in die Haltung von Legehennen, Masthähnchen, Mastputen und Mastschweinen. Es wurden alternative Haltungsformen vorgestellt und dem deutschen Tierschutzbund bzw. PeTA und einem grünen Landwirtschaftsminister eine große Plattform geboten, um ihre werbewirksamen Botschaften widerspruchslos zu verbreiten.


Bemerkenswert fand ich die Tatsache, dass dem bekennenden Tierschützer, Tierrechtler und Autor dieses Beitrags Manfred Karremann sowohl in Brütereien, Schlachthäusern als auch in Ställen offen eine Drehgenehmigung erteilt wurde, deren Besitzer aber kaum zu Wort kamen.

Logo_TagesspiegelDie Kritik des Tagesspiegels fiel dementsprechend negativ aus:Fernsehkritik TagesspiegelMit Schaubildern, die nur zur Desinformation bzw. Verdummung geeignet sind, werden richtige Fakten falsch bzw. missverständlich dargestellt. So wird auf das Platzangebot eines Mastschweines eingegangen. 0,75m² stehen einem Schwein mindestens zur Verfügung. 37g_schwein1
Sehr wenig, wenn man die Schaubilder betrachtet. Allerdings haben die Schweine sehr wohl mehr Bewegungsfreiheit als auf den Bildern suggeriert wird, weil sie in Gruppen gehalten werden. Aber davon natürlich kein Wort.

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Der Verbraucher kann sich anhand solch einseitiger Berichte kein objektives Bild von der modernen Landwirtschaft machen. Wer auch andere Sichtweisen und Perspektiven zur Meinungsbildung nutzen möchte, dem möchte ich an dieser Stelle ein paar Empfehlungen mitgeben:

  • Stallbesuch.de:
    SLogo stallbesuch.detallbesuch.de zeigt Nutztierhaltung in Videos: Rinder-, Schweine-, Hühner- und Ziegen-Ställe. Bio und konventionell, groß und klein.
    Motto ist hier: Tag des offenen Hofes- 365x im Jahr.
    Hier werden die verschiedensten Haltungssysteme gezeigt, erklärt und auch verglichen. Eine toll gemachte Seite, bei der auch aktive Landwirte immer noch dazulernen können. An dieser Stelle möchte ich den Leser auf das Video „Hähnchenmast nach dem Provathof-Konzept“ hinweisen. Im Gegensatz zur beschriebenen 37°-Sendung ist dieses Video absolut sehenswert und lehrreich:
    Stallbesuch ist übrigens auch auf Facebook vertreten.
  • Bauernwiki- Frag´doch mal den Landwirt:
    Logo_BauernwikiÜber Facebook, aber auch direkt im Netz beantworten viele „echte“ Bauern die Fragen von Verbrauchern und geben Einblicke in den Alltag eines Landwirts.
    Ein großartiges Projekt, das nach nur wenigen Wochen bereits knapp 5000 Likes auf Facebook sammeln konnte.
  • Massentierhaltung aufgedeckt:
    Logo_Massentierhaltung_aufgedecktDie Facebook-Seite hat bereits mehr als 7400 „Gefällt mir“-Angaben.
    Initiiert wurde dieses Projekt, das mittlerweile auch ein Verein geworden ist, von Studierenden der Landwirtschaft aus Osnabrück.

Wir ackern für den SV Meppen

SV MEPPEN SPIELER ZU GAST BEI 140 KÜHEN


vom VEL-Blog: Meppen-Helte. Gut ein Jahr ist es her, dass sich regionale landwirtschaftliche Unternehmen zur Hauptsponsoreninitiative für den SV Meppen zusammengeschlossen haben. Die Trikots der Spieler zeigen seitdem den mit Kuh, Huhn und Schwein verzierten Slogan „Echt Emsland – Wir ackern für den SV Meppen“. Um zu erfahren, was hinter den aufgedruckten Tieren steckt, besichtigten die Spieler den Milchkuhbetrieb von Familie Meyring in Meppen-Helte.

(c) VEL
Ein gutes Team: Die Spieler des SV Meppen und Mitglieder der landwirtschaftlichen Hauptsponsoreninitiative Echt Emsland.

Statt aufs Fußballfeld ging es für die Regionalligaspieler in den Milchkuhstall von Christa und Matthias Meyring. Zwei vollautomatische Melkroboter melken dort die 140 Kühe mehrmals täglich. Die Tiere können frei entscheiden, wann sie gemolken werden. Familie Meyring setzt auch im Stall auf Kuhkomfort: Durch offene Seitenwände ist es hell und luftig. Zudem gibt es weiche Liegebetten und Kratzbürsten. Die Spieler waren von dem modernen Stall beeindruckt: „Ich wusste nicht, dass heute mit so viel Technik gearbeitet wird“, so Martin Wagner. Dem 28-jährigen Mittelfeldspieler gefällt das etwas andere Logo auf seiner Brust: „Die Landwirtschaft passt einfach ins Emsland. Ich bin mir sicher, dass sich viele Zuschauer damit identifizieren können.“

(c) VEL
Das Team des SV Meppen besichtigt interessiert die 140 Milchkühe von Familie Meyring.

Das glaubt auch Hermann Wester. Der Präsident der Vereinigung des Emsländischen Landvolkes hob als einer der Hauptsponsoren die Bedeutung der Landwirtschaft für die Region hervor: „Die Landwirtschaft spielt als Herzstück des Emslandes eine große Rolle. Zahlreiche Arbeitsplätze hängen daran“. Markus Lohle, Geschäftsführer beim SV Meppen, zeigte sich mit den Ergebnissen der Hauptsponsoreninitiative sehr zufrieden. Nach guten fußballerischen Leistungen im letzten Jahr hofft er auf eine weitere erfolgreiche Saison. Zudem wies er auf gemeinsame Aktionen im Stadion wie das attraktive Echt Emsland-Torwandschießen für Zuschauer in der Halbzeit hin.

(c) VEL
Glückskind des Tages war Hendrik Meyring: Zum Geburtstag bekam er ein handsigniertes SV Meppen-Trikot.

Neben dem Landvolk zählen zu der Hauptsponsoreninitiative die Firmengruppe Rothkötter, die Unternehmensgruppe Krone sowie die Agravis Raiffeisen AG und weitere landwirtschaftliche Unternehmen aus dem vor- und nachgelagerten Bereich. Nachdem im letzten Jahr für die Meppener Spieler bereits ein Besuch der Hähnchenschlachterei Emsland Frischgeflügel auf dem Programm stand, konnten auf dem Betrieb von Meyrings neben Milchkühen auch moderne Technik von Krone und Agravis besichtigt werden. Meyrings hatten Maschinen ausgestellt, die auf dem Hof zur Grasernte sowie zum Güllefahren dienen.

Viruserkrankung ILT löst bei Geflügelhaltern Sorge aus

vom VEL-Blog:
Meppen. In den letzten Wochen sind in emsländischen Geflügelbetrieben verstärkt Fälle von ILT (Infektiöse Laryngotracheitis) aufgetreten. Diese ansteckende Viruserkrankung befällt die oberen Luftwege mit Entzündung des Kehlkopfes und der Luftröhre. Derzeit stimmt der vor- und nachgelagerte Bereich der Landwirtschaft in Zusammenarbeit mit Geflügelhaltern ein Maßnahmenkonzept ab.

(c) VEL
Geflügelhalter befürchten eine Erkrankung ihrer Tiere. Der Bestand auf dem Foto ist allerdings gesund.

Die Viruserkrankung ILT ist eine weltweit auftretende meldepflichtige Tierkrankheit bei Hühnervögel wie Haushuhn, Fasan und Perlhuhn. Sie stellt für den Menschen keine Gefahr dar. Die Verbreitung erfolgt direkt oder indirekt. Im Jahr 2006 wurde sie auch in den Niederlanden bei Masthähnchen diagnostiziert. Seit einigen Wochen sind auch Geflügelhalter im Raum Emsland bei der Mast ihrer Hähnchen betroffen und müssen sich mit dieser Krankheit auseinandersetzen.

Aufgrund der raschen Verbreitung dieses Virus haben sich die Geflügelhalter aus den betroffenen Gebieten in Abstimmung mit den Tierärzten sowie dem vor- und nachgelagerten Bereich zusammen gefunden, um gemeinsam einen Maßnahmenkatalog zu erstellen. Ziel ist es, das Virus schnellstmöglich zu beseitigen. Hierbei greifen sie auf Erfahrungen aus den USA und den Niederlanden zurück. Dort trat bereits in den Jahren 2006 und 2010 dieses Virus in größerem Ausmaße auf.

Die betroffene Region im Emsland ist anhand bestimmter geografischer und verkehrstechnischer Gegebenheiten in mehrere Gebiete eingeteilt worden. Jeder Geflügelhalter in diesen Gebieten beendet in den nächsten Wochen seinen normalen Mastdurchgang, stallt aber anschließend keine neuen Tiere ein. Erst nach einer zeitlich festgelegten Leerstandperiode werden alle Geflügelhalter neue Küken einstallen. Des Weiteren sind auf den Betrieben zusätzliche hygienische Maßnahmen eingeleitet worden, um dem Virus letztendlich die Lebensgrundlage zu entziehen. Diese erfolgen in Abstimmung mit den Tierärzten.

Der Mist aus den betroffenen Ställen in Mieten bis zum Abklingen der Ansteckungsfähigkeit zwischengelagert.

Hervorzuheben ist, dass für diese gemeinsamen Anstrengungen auch Geflügelhalter mitwirken, die bislang keinen Krankheitsbefall in ihren Tierbeständen haben. Aber die Erfahrungen in den Niederlanden haben gezeigt, dass nur gemeinsam mit allen Beteiligten die Krankheit eingedämmt werden kann.

Angst vor Kontrollverlust

Bauernverbände sind so unflexibel wie Führer kommunistischer Staaten

Netzlandwirt.de
Netzlandwirt.de

Alois Wohlfahrt (Netzlandwirt-Blogger) spricht mir aus der Seele: Wenn es um Öffentlichkeitsarbeit mit Hilfe sozialer Netzwerke geht, dann scheint das Misstrauen und die Skepsis sehr groß zu sein. Es entsteht eine immer stärker werdende Bewegung von unten, die nicht mehr aufzuhalten ist. Aber lest selber:

Wehe wenn sie losgelassen

Wenn das eifersüchtige Mariechen sicher weiß, daß ihr Mann mit seinen Kumpels in der Dorfkneipe am Saufen ist, dann ist die Welt für sie in Ordnung.

Doch geht der Angebetete mit seinen Kumpels in die unbekannte Stadt, dann kommen dem Mariechen allerlei Befürchtungen.

Angst vor dem Kontrollverlust
So ähnlich geht es wohl den Bauernverbänden und auch anderen Landwirts-Organisationen, wenn sich die Bauern mit Ihren Kollegen zum netten Plausch im Internet treffen.

Daß die Bauern “untreu” werden wenn sie das Internet und die Social-Media-Vernetzung nutzen ist eine Befürchtung der eifersüchtigen Anführer. Die Angst vor dem Kontrollverlust über die Schäfchen ist groß.

Das ist nicht einfach eine Behauptung von mir, sondern fusst auf detaillierten Rückmeldungen meiner Leser, genauso wie auch meine Erfahrungen im Vertrieb. Man möchte schon gerne den Landwirt per Smartphone immer und überall informieren und damit auch führen. Aber bitte nur exklusiv!

Helfen statt verteufeln
Dabei wäre gerade die Unterstützung durch die Verbände für beide Seiten ein sehr lohnender Weg.

Es ist in der Tat für den einzelnen Landwirt nicht leicht den Einstieg in die Social Media Welt zu finden. Bei der Internet-Nutzung für die Produktion bekommt der Landwirt von Beratung, Verbänden, Lehranstalten und Industrie jede Menge Unterstützung. Aber bei Social Media schweigt das Umfeld der Landwirte. Wohl auch deshalb, weil dort selbst solches Know-How wenig vorhanden ist.

Also wird mehrheitlich von den Verbänden bewusst ein Bogen um das Thema gemacht.

Und so bleibt motivierten Landwirten denn auch nichts anderes übrig, als selbst loszulaufen.

Ja, Sie tun es. Immer mehr!
Jüngstes Beispiel: Frag-den-Landwirt

Zuerst geheime Facebook- und Google Plus Gruppen, dann Usertreffen und Ende September stellen die Initiatoren die Facebook-Seite “Frag-doch-mal-den-Landwirt” ins Netz. Oder besser gesagt 2 Seiten. Eine (unsichtbare, interne) Facebook-Gruppe, wo sich die Landwirte sammeln, diskutieren und strukturieren um auf der offiziellen Seite öffentlich Rede und Antwort zu stehen. Die Postings werden automatisch von Facebook auf die Internet-Seite www.fragdenlandwirt.de gespiegelt. Dort können auch Nicht-Facebooker fragen stellen und mitmachen.

Bauern – Die tun was!
OK, klingt abgekupfert, aber passt. Es scheint wirklich das arg gebeutelte Bedürfnis der Landwirte nach Anerkennung zu sein, das sie antreibt.  Jenseits von Bauer-sucht-Frau-Gesülze und der jahrzehnte alten Verbandsjammerei.

[…]

Darum geht auch der Social Media Trend nicht an den Landwirten vorbei. Sie wollen dabei sein!

Nach 3 Tagen 4000 Likes
Ich denke, dass diese Motivation sehr dazu taugt Landwirte und das Umfeld der Landwirtschaft in der Netzwelt voranzubringen.

Sicher, die Langfristigkeit zählt und nicht der glamouröse Start. Die Landwirte werden sicher auch Fehler machen, Rückschläge erleben.

Hinfallen ist kein Schande – nur liegen bleiben
Aber sie werden dabei lernen. Ich sehe großes Potential in dieser Initiative.

Mal sehen, was die eifersüchtigen Mariechens dazu sagen werden?

In diesem Sinne Schafft Euch Euer Netz

Alois

Der Bauernverband und die Landesverbände müssen die Zeichen der Zeit erkennen und sich öffnen.
Das wohl berühmteste Zitat Gorbatschovs ist nun 25 Jahre alt, ist aber immer noch aktuell:

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!

Im diesen Sinne hoffe ich auf mehr Offenheit und Mut.

Alles Bio- oder was?

CB
Dr. Christian Bickert

Dr. Christian Bickert, stellvertrender Chefredakteur der DLG-Mitteilungen hat in der aktuellen Ausgabe 10/14 einen hochinteressanten, aber wohl auch hoch brisanten Kommentar zu den Handelsströmen ökologisch vermarkteter Nahrungsmittel abgegeben.
Mit gesundem Menschenverstand können einem schon ein paar Zweifel kommen, ob wirklich alles Bio ist.
Ich bin froh und dankbar, den Standpunkt Bickerts in diesem Blog veröffentlichen zu dürfen:

Alles Bio – oder was?

Vor Kurzem lag mal wieder der wöchentliche Aldi-Prospekt bei uns im Briefkasten. Diesmal war der Schwerpunkt Bio-Produkte. Etwa Biokresse. Wie wollen Sie die eigentlich nicht »bio« erzeugen? Oder Bioolivenöl. Die Olivenbäume wachsen in den Mittelmeerländern ohnehin überwiegend ohne Pflanzenschutz und Dünger. Da wird oft nur die Unwissenheit des Verbrauchers ausgenutzt, aber Betrug ist das nicht.
Andere Produkte werfen da schon eher Fragen auf. Das Angebot an Fleisch, Milch, Gebäck oder Speiseöle – natürlich alles Bio – beim Discounter zu sehr niedrigen Preisen wächst rasend schnell. Politisch gewollt, auf jeder Biofachmesse bejubelt. Aber wo kommen die Roh­stoffe dafür eigentlich her und vor allem: zu so niedrigen Preisen, dass Aldi & Co sie so billig anbieten können? Die deutschen Biobetriebe sind dazu nicht immer nicht in der Lage, das zeigt die steigende Zahl an Rückumstellern. Und dafür sprechen auch die regelmäßigen Rufe der Bioverbände nach noch mehr Subventionen.

csm_DLG1014_01_screen_c57b6510a3Dabei ist es doch gar nicht tragisch, dass wir Biorohstoffe und Bioprodukte importieren müssen. Eine Exportnation wie Deutschland steht ja geradezu für eine arbeitsteilige Wirtschaft. Nur mit der Kontrolle ist das so eine Sache. Die Importe kommen oft aus fernen Ländern, vor allem aber aus den Mittelmeerländern. Nehmen wir einmal Italien als Beispiel. Italien ist das Land, das schlicht von allen Lebensmitteln außer Wein, Obst und Oliven zu wenig hat.
Italien importiert Getreide, Milch, Fleisch und Futtermittel. Und Italien selbst ist der drittgrößte Markt für Biolebensmittel in der EU – und ausgerechnet von dort bekommen wir Biorohstoffe oder billige Bioprodukte für den Discounter? Ist das plausibel? War da nicht mal was mit umdeklariertem Getreide aus Italien, 700 000 t, vor zwei Jahren? Oder Importe aus der Ukraine und Kasachstan, zertifiziert durch ein moldawisches Unternehmen. Glauben Sie, da sei alles so sauber kontrolliert wie bei uns – aber wer wüsste nicht auch hierzulande das ein oder andere schwarze Schaf zu benennen?

Man mag mir vorwerfen, ich überzeichne oder ich sei nur ein notorischer Vertreter des konventionellen Landbaus, der mit Dreck wirft. Aber ich habe auch eigene Erfahrungen. 2012 sprachen mich Italiener in Rumänien an, ob ich meinen dortigen (gespritzten und mineralgedüngten) Weizen nicht als Bioweizen für einen stolzen Preis verkaufen wolle. Konventionell erzeugt? Kein Problem. Ich kenne Betriebe in anderen Regionen des Balkans, die jedes Jahr konventionelles Getreide und Ölsaaten an Italiener verkaufen, die daraus »Bio« machen. Als konventionelle Ware verlässt sie das Silo, als Bioware kommt sie in den Bestimmungsorten an.
Um das klarzustellen: Ich halte die große Mehrzahl der deutschen Biobauern für anständig und ehrlich. Sie produzieren Bio aus grundsätzlicher Überzeugung oder aus unternehmerischer Überlegung – wobei mir die Letzteren lieber sind. Und ich glaube auch nicht, dass die gesamte Biobranche nur auf Lug und Trug beruht. Niemand weiß, welchen Anteil die Betrugsfälle am Markt ausmachen. Aber handelt es sich wirklich nur um die berühmten Aus­nahmefälle und schwarzen Schafe? Wo viel Geld durch ein Zertifikat zu gewinnen ist, da wird auch betrogen.

Ein elementares Interesse an der Aufdeckung solcher Betrügereien hat meines Erachtens niemand. Die Politik nicht, denn Betrugs­meldungen gefährdeten das politische Ziel eines steigenden Marktanteiles. Der Handel sowieso nicht, denn er will sich mit Bio schließlich profilieren und scheut Skandale wie der Teufel das Weihwasser.
Die Biobauern sind zwar die Leidtragenden eines Betrugs, aber ihre Verbände haben wenig Chancen, einen solchen außerhalb ihrer eigenen Reihen aufzudecken. Und ob sie es wollen? Schließlich gefährdet jeder Betrugsfall den Bioabsatz und damit ihr eigenes Geschäft. Und der ominöse Verbraucher: Der will ein gutes Gefühl für billiges Geld. Da stören Skandale nur.
Deshalb sollten wir gelegentlich schon einmal den gesunden Menschenverstand bemühen – auch wenn das nicht jedem gefällt und schon gar nicht politisch korrekt ist. Getreide, Ölsaaten, Milch und Fleisch oder Fertigprodukte daraus für kleines Geld aus Italien, dem Balkan oder von italienischen Händlern? Mamma Mia!
Christian Bickert

Über eine lebhafte Diskussion würde ich mich freuen.

sehr gute Erträge bei Silomaisernte

alle möchten mithelfen ;)
alle möchten mithelfen 😉

Wie schon im Beitrag „Erntedank“ prognostiziert, sind die Erträge beim Mais auch wirklich gut.
Ende letzter Woche haben wir mit Hilfe des Lohnunternehmens Schütte&Wulkotte aus Emsbüren-Gleesen unseren Silomais gehäckselt. 17,5 ha reichten aus, um das Fahrsilo zu füllen- in weniger guten Jahren waren dazu schon mal weit mehr als 20 ha nötig.

Von den Erntearbeten habe ich ein kurzes Video bei YouTube hochgeladen. Ich hoffe es gefällt:


Einen Tag vor dem Häckseln haben wir noch den Boden des Fahrsilos saniert und asphaltiert. Auch diese Arbeiten habe ich in einem YouTube-Video festgehalten:


Wir haben jedes Jahr verschiedene Sorten im Anbau, am Besten gefiel uns wieder die Sorte LG32.16 der Firma Limagrain. Diese Sorte bauen wir seit 3 Jahren an und sie wird auch im kommenden Jahr die besseren Ackerflächen dominieren!

Revolution im Netz (oder Bauernbefreiung 2.0)

Angesichts einer stark steigenden Zahl von Facebookseiten, Blogs und anderer Auftritte im Internetkosmos, die von Landwirten in jüngster Zeit gestartet wurden, spricht Rainer Winter (DLG) in seinem Blog wintersnet von einer Revolution- die „Bauernbefreiung 2.0″ hat begonnen:

Es rumort auf dem Land. Die Bauern haben die Möglichkeiten der Neuen Medien erkannt: Was im TV, Rundfunk und in Printmedien an falschen Fakten über Landwirtschaft auf Sendung geht, bekommt Feedback über die Kommentarfunktion oder auf Facebook. War es für einen einzelnen schwierig bis gar unmöglich, Reichweite in den Medien zu bekommen, so kann er heute dank Facebook & Co. im Nu viele Menschen im “Do-it-Yourself”-Verfahren erreichen.

Die AnzahlBauernwiki von landwirtschaftlichen Betrieben mit einer eigenen Facebook-Seite steigt täglich. Hinzu kommen Themenseiten wie “Massentierhaltung aufgedeckt“, die von drei Agrarstudenten ins Leben gerufen wurde. Und auf der Facebook-Seite “Bauernwiki – Frag doch mal den Landwirt” stellen Landwirtsfamilien sich und ihre Betriebe vor und stehen für Anfragen von Verbrauchern und Medienleuten zur Verfügung. Eingerichtet wurde die Seite jedoch nicht von einer Agentur oder einem landwirtschaftlichen Verband, sondern von einer Tierärztin. Sie hat auch den Ferkelaufzuchtbetrieb “Brokser Sauen“, den sie zusammen mit ihrem Mann führt, auf Sendung gebracht. Doch es tut sich noch mehr…

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