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Das kann ins Ohr gehen

2015-Plakat-Werbekampagne-ffnMit einer Image-Kampagne beim niedersächsischen Radiosender „radio ffn“ sind die Landvolkverbände aus den Landkreisen Cloppenburg und Oldenburg sowie dem Emsland und der Grafschaft Bentheim gestartet. Die drei Verbände repräsentieren rund 13.000 landwirtschaftliche Betriebe im Nordwesten des Landes Niedersachsen. Sie haben sich für eine Kampagne mit Radio-Spots entschlossen, weil das Medium Radio neben den Tageszeitungen die meisten Menschen erreicht.

Mit insgesamt fünf verschiedenen Funk-Spots zu unterschiedlichen Themenbereichen sind die Landvolkverbände am 21. September 2015 bei „radio ffn“ auf Sendung gegangen. Die Spots werden zunächst bis Weihnachten 2015 ausgestrahlt. Mit den Radiobeiträgen wollen die Landwirte auf humorvolle Weise Aufmerksamkeit erzeugen. Dazu haben sie die Comedy-Künstlerin Sabine Bulthaup aus Wiedenbrügge bei Hannover gewinnen können. Sie ist einem großen norddeutschen Publikum u.a. aus den Auftritten des Duos „Frieda und Anneliese“ mit dem Comedian Dietmar Wischmeyer bekannt.

Mit einem Klick auf das Plakat lassen sich auf der Webseite „eure-landwirte.de“ alle fünf Werbespots anhören. Zusätzlich sind zu jedem Themenbereich auch einige Informationen zu finden. Klickt Euch rein!

Clara Rolfes setzte Highlight bei 1. Wirtschaftstag

Clara Rolfes
Clara Rolfes

[ Vom ersten Wirtschaftstag in Cloppenburg war hier im Blog bereits zu lesen. ]

In der Nachbetrachtung der Veranstaltung war dabei nicht der Auftritt von Ministerpräsident Stephan Weil das Highlight, sondern ein Impulsreferat der jungen Bäuerin Clara Rolfes* aus Lastrup, die unmittelbar vor dem Ministerpräsidenten ihren Auftritt hatte.
Das Referat „Alltag auf dem Hof – Netzwerke, Investitionen, Dienstleistungen und Bürokratie“ beeindruckte nicht nur die ca. 400 Zuhörer im Plenum, sondern auch Stephan Weil, der in seinem Vortrag „Zukunft der Veredlungsregion Nordwestdeutschland“ viele spontane Bezüge auf die Ausführungen der Junglandwirtin einbaute.

Hier einige Zitate und Passagen ihres Impulsreferates:

„Ich sitze genauso lange im Büro, wie ich im Stall bin. Mir fehlt dadurch die Zeit, mich mal in Ruhe hinzusetzen und mit ruhigem Kopf und spitzem Bleistift neue Ideen zu entwickeln!“

Vor zehn Jahren wurde ich gefragt, ob ich als Frau die schwere Arbeit auf dem Hof überhaupt schaffe. Vor fünf Jahren bekam ich Sprüche wie ´Du siehst ja gar nicht so aus wie Bauer sucht Frau´ und heute fragt man mich, wie ich es denn mit meinem Gewissen vereinbaren kann, täglich meine Tiere zu quälen und die Umwelt zu vergiften.“ Clara Rolfes setzte Highlight bei 1. Wirtschaftstag weiterlesen

Ministerpräsident Weil zu Gast bei der (Land-)Wirtschaft

Cloppenburg (VEL). Gemeinsam für die Zukunft der Region – unter dieser Devise läuteten die Kreislandvolkverbände Emsland, Cloppenburg und Oldenburg zusammen mit den Industrie- und Handelskammern und der Handwerkskammer ihren ersten Wirtschaftstag ein. Ehrengast der Auftaktveranstaltung war Ministerpräsident Stephan Weil.

Diskutierten im voll besetzten Saal über Landwirtschaft und Wirtschaft: Gert Stuke, Hubertus Berges, Moderator Uwe Haring, Stephan Weil, Karl-Heinz Bley und Christian Dreyer (von links). Foto: Knoll, VEL
Diskutierten im voll besetzten Saal über Landwirtschaft und Wirtschaft: Gert Stuke, Hubertus Berges, Moderator Uwe Haring, Stephan Weil, Karl-Heinz Bley und Christian Dreyer (von links).
Foto: Knoll, VEL

Hermann Wester, Präsident des Emsländischen Landvolkes, begrüßte die rund 400 Landwirte und bekräftigte das ungebrochene Interesse gerade der jungen Menschen an der Landwirtschaft. Wester setzt sich daher besonders dafür ein, das Leben im ländlichen Raum zu erhalten. Auch Johann Wimberg, Landrat des Landkreises Cloppenburg, sieht die Stärkung der heimischen Wirtschaft an erster Stelle. Jeder dritte Arbeitsplatz im Kreis Cloppenburg hänge direkt oder indirekt mit der Landwirtschaft zusammen. Clara Rolfes hat nicht nur ihren Arbeitsplatz, sondern auch ihren Traumberuf in der Landwirtschaft gefunden. Die 31-Jährige Agraringenieurin aus Lastrup ist die Chefin auf dem Betrieb und schätzt an ihrem Beruf neben der Arbeit mit Tieren und Pflanzen vor allem das Unternehmertum. Immer mehr Bürokratie führe jedoch dazu, dass sie mittlerweile genauso viel am Schreibtisch wie auf dem Trecker sitzt. Dies hemme Innovationen und Ideenreichtum auf den Höfen. Von der Politik wünscht sich die Mutter einer kleinen Tochter mehr Unterstützung, damit auch nachfolgende Generationen Lust auf Landwirtschaft haben.

Dies griff Ministerpräsident Stephan Weil gerne auf, denn Landwirtschaft und Politik hätten ein gemeinsames Interesse daran, verloren gegangenes Vertrauen zurück zu gewinnen. Landwirte und Landwirtinnen wie Clara Rolfes sollen wieder mit Stolz sagen können „Ich bin niedersächsischer Landwirt“, so Weil. Seiner Ansicht nach sollen Landwirte Respekt für ihre Arbeit erfahren. Dafür müssten sie jedoch offener gegenüber den Wünschen der Gesellschaft sein, denn Landwirten werde heutzutage „nicht mehr automatisch auf die Schulter geklopft“. Weil: „Landwirte sollen selbstbewusst und problembewusst sein.“ Selbstbewusst auf ihre Leistungen für die gesamte Gesellschaft, aber auch problembewusst für die Gründe möglicher Kritik. Ein positives Beispiel sieht er in der Initiative Tierwohl. Denn die Gesellschaft könne nicht nur beste Standards zu günstigsten Preisen verlangen. Er wolle sich dafür einsetzen, dass noch mehr Geld in die Tierwohl-Kasse fließt.

Gert Stuke, Präsident des Niedersächsischen Handwerkstages, fand klare Worte: „Wir brauchen in Deutschland keine Agrarwende, sondern eine Verbraucherwende.“ Für Christian Dreyer, Geschäftsführer der Amazonen-Werke, liegt die Zukunft in der Technik. Mit immer präziserer Technologie beispielsweise in der Düngerausbringung lasse sich die Qualität deutlich steigern und somit auch die Verbraucherakzeptanz. Hubertus Berges, Vorsitzender des Landvolks Cloppenburg, ist von den Anschuldigungen gegen die Landwirtschaft schlichtweg „genervt“. Seiner Meinung nach muss der scheinbare Widerspruch zwischen intensiv und nachhaltig aufgelöst werden: „Die moderne Landwirtschaft kann beides, und ist zudem noch höchst effizient“, so Berges.