Alle Beiträge von Daniela Knoll (VEL)

Über Daniela Knoll (VEL)

angestellt beim emsländischen Landvolk und dort zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit

Kein Platz für Klischees

Haselünne. Dass Landwirtschaft längst keine Männerdomäne mehr ist, belegen die aktuellen Zahlen: Laut einer Pressemitteilung des Emsländischen Landvolkes sind rund 20 Prozent aller landwirtschaftlichen Lehrlinge im Emsland weiblich. Warum dieser Beruf gerade für Frauen so attraktiv ist, zeigt Auszubildende Verena Flerlage.

Verena Flerlage
Die Junglandwirtin ist eine Kuhliebhaberin.

Verena Flerlage aus Werlte befindet sich im dritten Ausbildungsjahr zur Landwirtin. Dieses absolviert sie auf dem Milchkuhbetrieb der Familie Bartels in Haselünne-Westerlohmühlen. Sie ist sowohl in den Arbeits- als auch in den Familienalltag fest integriert. So arbeitet sie sowohl im Kuhstall als auch bei der Feldbestellung aktiv mit. Wie auf vielen Höfen üblich, wohnt die junge Frau bei der Familie im Lehrlingszimmer Kein Platz für Klischees weiterlesen

NEU: YOUNG FARMER TV

Ab sofort stellen wir auf „Young Farmer TV“ jeden Monat einen Azubi aus dem Emsland vor. Damit starten wir eine neue Serie unseres Landwirtschaftsmagazins „Land und Leute“ auf ev1.tv. Unsere Azubis stellen sich, ihre Höfe und ihre Hobbies vor. Heute abend um 18:30 Uhr starten wir mit Christian Krull aus Dersum. Schalten Sie hier ein auf Kabel oder im Internet.

An der Werkbank fühlt sich Landwirtschafts-Azubi Christian Krull am wohlsten. Der 19-Jährige repariert jedoch nicht nur Maschinen. Für die Söhne seines Lehrchefs baut er landwirtschaftliche Geräte im Miniformat. Ein Güllefass, ein Grubber und ein Pflug – diese Geräte hat der Junglandwirt bereits originalgetreu nachgebaut. Um damit zu arbeiten, müssen sie nur an einen Trettrecker gehängt werden. Dieser wird von Anton (4), Thies (3) und Hannes (1) gelenkt. Die drei Jungs sind die Kinder von Anke und Matthias Hunfeld aus Rhede, auf deren Milchkuhbetrieb Christian Krull seine landwirtschaftliche Lehre absolviert.

Das Schrauben, Schweißen und Flexen hat Christian schon immer fasziniert. „Ich war schon als kleiner Junge mit auf dem Hof. Am liebsten in der Werkstatt.“ Die kleinen landwirtschaftlichen Nachbauten stellt er komplett selber her. Die Materialien besorgt er sich auf dem Hof oder im Baumarkt. Die fertigen Geräte werden sorgfältig lackiert und sind sogar einsatzbereit. Die drei Jungs sind begeistert über ihren Miniatur-Fuhrpark. Sie bringen mit ihrem Güllefass, das genau wie im Original mit Schleppschläuchen versehen ist, allerdings Wasser statt Gülle aus.

Derzeit befindet sich der Landwirtschafts-Azubi im dritten Lehrjahr. Sein größter Traum ist es, den Hof seiner Eltern Elisabeth und Klaus mit Milchkühen, Bullenmast und Ackerbau später zu übernehmen. An dem Beruf des Landwirtes schätzt Christian Krull vor allem die große Abwechslung: „Ich bin mein eigener Chef und kann mir vieles selbständig einteilen. Außerdem habe ich einen sehr vielfältigen Arbeitsplatz. Ich liebe die Arbeit mit Tieren genauso wie mit Pflanzen. Vor allem aber liebe ich natürlich die Technik.“


Der erste Teil ist bei YouTube abrufbar:

Neue Werbeplanen

Unter dem Logo „Echt grün – Eure Landwirte“ haben wir Werbeplanen erstellt. Diese können Landwirte nutzen und an Ladewagen befestigen oder an Scheunen hängen.

Die Aussagen sind kurz und eindeutig:

  • Ein gutes Produkt braucht einen guten Preis
  • „Hingabe und Verantwortung“
  • „Ohne uns werden Sie nicht satt“ sowie
  • „Essen auf vier Rädern“.

Machen Sie Werbung für Ihren Beruf und bestellen Sie sich eine Plane in unserem neuen Onlineshop. In der Größe 1,50 x 1,50 m kostet sie 45 Euro und in 2 x 2 m 55 Euro. Die Milchpreisplane ist 2 x 1,50 m und kostet 50 Euro. Sie finden den Online Shop hier

Aktion: Die ersten 45 Landwirte, die sich bei uns melden, erhalten eine Plane kostenfrei. Diese kann in der Geschäftsstelle abgeholt werden. Rufen Sie an unter 05931 9332-120

Neue Werbeplanen weiterlesen

Meyer im Emsland

Groß Hesepe (VEL). „95 Prozent der Bauern machen alles tip top und sind weder Tierquäler noch Umweltsünder“, lobte Minister Meyer die niedersächsischen Landwirte bei seinem Besuch im Emsland. „Die restlichen fünf Prozent sind die schwarzen Schafe, die dem Image schaden.“ Als vorbildlich bezeichnete er den konventionellen Milchkuhbetrieb seines Gastgebers, Landwirt Helmut Schwering aus Groß Hesepe. 110 Kühe und vier Generationen leben auf dem Familienbetrieb.

Meyer mit Vertretern des Landvolks und der Grünen, Foto: Knoll, VEL
Meyer mit Vertretern des Landvolks und der Grünen, Foto: Knoll, VEL

Gemeinsam mit den Meppener Grünen und Vertretern des Landvolkes informierte sich Christian Meyer über Haltung, Fütterung und Milchpreise: „Sie und Ihre Familie müssen von den Preisen leben können“, so Meyer. Meyer im Emsland weiterlesen

Milchpreis-Petition: Bitte unterzeichnen!

Wir schnacken nicht, wir packen’s an – und haben eine Petition erstellt gegen die Milchpreiskrise.

Wir rufen alle Landwirte und Verbraucher auf, diese Petition zu unterzeichnen. Damit machen wir alle deutlich, dass der Preiskampf auf dem Rücken der Landwirte nicht „in unseren Namen“ passiert. Bitte alle die Petition unterschreiben und teilen:
(bitte auf dem Bild klicken)

milchpreispetition

 

NABU UND LANDVOLK IM DIALOG

(VEL) Miteinander reden und gemeinsame Nenner finden – das war das Ziel eines ersten Gespräches zwischen Landvolk und Naturschutzbund (NABU) Emsland/Grafschaft Bentheim, zu dem das Landvolk eingeladen hatte. Anlass war ein im VEL_logo_180August in der Zeitung erschienener offener Brief des NABU. Ziel des NABU ist es, die Biodiversität in der Agrarlandschaft zu erhöhen. So sei durch intensive Ackerwirtschaft und Grünlandumbruch der Bestand an Wiesenvögeln stark nabu_el_logozurückgegangen. Positiv wirke sich hier die Haltung von Rindern auf der Weide aus. Zum Schutz von Wildtieren waren sich NABU und Landvolk einig, dass die Mahd von innen nach außen selbstverständlich sein solle. Wichtig sei auch der Anbau von Zwischenfrüchten und Blühstreifen. Der NABU erkennt viele richtige Ansätze, die aber weiter verfolgt und für ein besseres Image auch an die Öffentlichkeit gebracht werden müssen.

Miteinander und nicht übereinander sprachen der NABU und das Landvolk.
Miteinander und nicht übereinander sprachen der NABU und das Landvolk.

Beim Thema Nitratbelastung im Grundwasser wies Lambert Hurink auf stetig sinkende Werte hin. Außerdem NABU UND LANDVOLK IM DIALOG weiterlesen

TELL YOUR STORY

(VEL) Zwei Kontinente, zwei Sprachen, eine Herzensangelegenheit: die Liebe zur Landwirtschaft verbindet Junglandwirte aus Deutschland und den USA. Gemeinsames Ziel: ein positives Image der Landwirtschaft. Wir sprachen mit dem US-Farmer Greg Peterson. Er und seine Brüder wurden mit ihrem Song „I’m farming and I grow it“ über Nacht zum YouTube Star.

Singender US-Farmer.
Singender US-Farmer. Foto: Knoll, VEL

Die Peterson Farm Brothers haben das geschafft, wovon viele träumen: Sie wurden über Nacht berühmt. Die Klick-Zahlen für ihren Song „I’m Farming and I Grow it“ schnellten auf YouTube in schwindelerregende Höhen und machten aus drei ganz normalen Brüdern vom Lande drei gefragte Internet-Stars. Die Peterson Farm Brothers, das sind Greg (25), Nathan (22) und Kendal (19) aus Kansas in den USA. Sie leben mit ihren Eltern und ihrer Schwester auf einer Farm mit TELL YOUR STORY weiterlesen

MEYER MUSS WEG

Hannover (VEL). “Meyer muss weg” – so lautete wohl das inoffizielle Motto der großen Kundgebung in Hannover, zu der rund 500 Landwirte aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim angereist waren. Fast 100 Landwirte fuhren sogar mit dem Schlepper vors Landwirtschaftsministerium, um den niedersächsischen Landwirtschaftsminister Christian Meyer zu mehrn Dialogbereitschaft innerhalb der aktuellen Agrarpolitik aufzurufen. Denn dieser hinterlässt zurzeit vor allem eines: einen großen Scherbenhaufen. Dieser wurde dann auch symbolisch mit zerschlagenem Porzellan vorm Ministerium abgelegt.
Mit dem Schlachtruf “Meyer muss weg” zogen 4000 Landwirte aus ganz Niedersachsen in Begleitung der Traktoren zuerst zum hannoverschen Landwirtschaftsministerium und dann zum Steintorplatz. Diese Beteiligung übertraf alle Erwartungen und zeigt nach Angaben von Werner Hilse, Präsident des niedersächsischen Landvolkes, wie groß die derzeitige Unzufriedenheit der Landwirte mit ihrem Landwirtschaftsminister ist. Sie wünschen sich, getreu dem offiziellen Motto, eine “Perspektive statt Agrarwende”. Oft werde vergessen, dass die Landwirtschaft der zweitwichtigste Wirtschaftszweig in Niedersachsen ist. “Wir kämpfen gemeinsam für eine Perspektive auf unseren Höfen”, versprach Hilse. Das Besondere in der Landwirtschaft sei zudem, dass Familien auf den Höfen gemeinsam leben und arbeiten.

AUF NACH HANNOVER

Für fast 100 Landwirte heißt es in diesem Moment: Auf nach Hannover. Denn um elf Uhr sind sie mit ihren Schleppern Richtung Hannover gestartet. Dort findet morgen eine landesweite Demonstration gegen die aktuelle Agrarpolitik statt.

Aufbruchstimmung unter den emsländischen Landwirten: Sie haben sich heute früh auf die lange Fahrt nach Hannover gemacht. Und zwar in ihren Traktoren mit einer Sternfahrt. Dort wollen sie auf Initiative des Landvolkes demonstrieren, gemeinsam mit vielen weiteren Landwirten aus ganz Niedersachsen. Auf ihren Plakaten sind Sprüche zu lesen wie “Familienbetriebe statt Höfesterben” oder “Fortschritt statt Rückschritt”.

Mitten drin sind Franziska Topphoff und Matthias Jansen. Die beiden fahren ihren Schlepper unter dem Motto “Traumberuf Bauer. So platzen meine Träume”. Denn sie wünschen sich vor allem eines: eine Zukunft für sich und ihre jungen Berufskollegen auf den Höfen. “Wir wollen mit dieser Fahrt ein Zeichen setzen”, so der 25-jährige Matthias aus Dalum. Junglandwirtin Franziska ergänzt: “Wir wollen uns um unsere Tiere kümmern und nicht nur im Büro sitzen.” Doch immer mehr Auflagen zwingen die Landwirte genau dazu.

Michael Engeling (25) aus Groß Hesepe wünscht sich von Minister Meyer mehr Unterstützung und zieht einen Vergleich zum Trainer einer Fußballmannschaft. Nur wer motiviert als Team spielt, kann Erfolg haben. Auch Markus Siepker (24) aus Meppen ist mit dem Schlepper dabei. Er hofft, dass die Stimme der Landwirte mehr Gehör in der Politik findet. Denn dass die Landwirtschaft eine große wirtschaftliche Bedeutung hat, betont Martin Jasken aus Haren: “Kaum einer weiß, wie viele Arbeitsplätze direkt oder indirekt an der Landwirtschaft hängen. Das sollte man nicht vergessen”, so der 39-jährige Milchkuhhalter.

Morgen starten rund 250 Landwirte mit Bussen aus allen Kreisvereinen plus viele weitere Landwirte mit dem Auto nach Hannover. Dort findet dann um 11 Uhr die Kundgebung statt.

Bis morgen: Wir sehen uns in Hannover.

Ministerpräsident Weil zu Gast bei der (Land-)Wirtschaft

Cloppenburg (VEL). Gemeinsam für die Zukunft der Region – unter dieser Devise läuteten die Kreislandvolkverbände Emsland, Cloppenburg und Oldenburg zusammen mit den Industrie- und Handelskammern und der Handwerkskammer ihren ersten Wirtschaftstag ein. Ehrengast der Auftaktveranstaltung war Ministerpräsident Stephan Weil.

Diskutierten im voll besetzten Saal über Landwirtschaft und Wirtschaft: Gert Stuke, Hubertus Berges, Moderator Uwe Haring, Stephan Weil, Karl-Heinz Bley und Christian Dreyer (von links). Foto: Knoll, VEL
Diskutierten im voll besetzten Saal über Landwirtschaft und Wirtschaft: Gert Stuke, Hubertus Berges, Moderator Uwe Haring, Stephan Weil, Karl-Heinz Bley und Christian Dreyer (von links).
Foto: Knoll, VEL

Hermann Wester, Präsident des Emsländischen Landvolkes, begrüßte die rund 400 Landwirte und bekräftigte das ungebrochene Interesse gerade der jungen Menschen an der Landwirtschaft. Wester setzt sich daher besonders dafür ein, das Leben im ländlichen Raum zu erhalten. Auch Johann Wimberg, Landrat des Landkreises Cloppenburg, sieht die Stärkung der heimischen Wirtschaft an erster Stelle. Jeder dritte Arbeitsplatz im Kreis Cloppenburg hänge direkt oder indirekt mit der Landwirtschaft zusammen. Clara Rolfes hat nicht nur ihren Arbeitsplatz, sondern auch ihren Traumberuf in der Landwirtschaft gefunden. Die 31-Jährige Agraringenieurin aus Lastrup ist die Chefin auf dem Betrieb und schätzt an ihrem Beruf neben der Arbeit mit Tieren und Pflanzen vor allem das Unternehmertum. Immer mehr Bürokratie führe jedoch dazu, dass sie mittlerweile genauso viel am Schreibtisch wie auf dem Trecker sitzt. Dies hemme Innovationen und Ideenreichtum auf den Höfen. Von der Politik wünscht sich die Mutter einer kleinen Tochter mehr Unterstützung, damit auch nachfolgende Generationen Lust auf Landwirtschaft haben.

Dies griff Ministerpräsident Stephan Weil gerne auf, denn Landwirtschaft und Politik hätten ein gemeinsames Interesse daran, verloren gegangenes Vertrauen zurück zu gewinnen. Landwirte und Landwirtinnen wie Clara Rolfes sollen wieder mit Stolz sagen können „Ich bin niedersächsischer Landwirt“, so Weil. Seiner Ansicht nach sollen Landwirte Respekt für ihre Arbeit erfahren. Dafür müssten sie jedoch offener gegenüber den Wünschen der Gesellschaft sein, denn Landwirten werde heutzutage „nicht mehr automatisch auf die Schulter geklopft“. Weil: „Landwirte sollen selbstbewusst und problembewusst sein.“ Selbstbewusst auf ihre Leistungen für die gesamte Gesellschaft, aber auch problembewusst für die Gründe möglicher Kritik. Ein positives Beispiel sieht er in der Initiative Tierwohl. Denn die Gesellschaft könne nicht nur beste Standards zu günstigsten Preisen verlangen. Er wolle sich dafür einsetzen, dass noch mehr Geld in die Tierwohl-Kasse fließt.

Gert Stuke, Präsident des Niedersächsischen Handwerkstages, fand klare Worte: „Wir brauchen in Deutschland keine Agrarwende, sondern eine Verbraucherwende.“ Für Christian Dreyer, Geschäftsführer der Amazonen-Werke, liegt die Zukunft in der Technik. Mit immer präziserer Technologie beispielsweise in der Düngerausbringung lasse sich die Qualität deutlich steigern und somit auch die Verbraucherakzeptanz. Hubertus Berges, Vorsitzender des Landvolks Cloppenburg, ist von den Anschuldigungen gegen die Landwirtschaft schlichtweg „genervt“. Seiner Meinung nach muss der scheinbare Widerspruch zwischen intensiv und nachhaltig aufgelöst werden: „Die moderne Landwirtschaft kann beides, und ist zudem noch höchst effizient“, so Berges.