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Jetzt ist das deutsche Bier dran

Kurz vor dem Termin der Neuzulassung des Pflanzenschutzwirkstoffs Glyphosat in der EU ist eine weitere Angriffswelle der vielen Glyphosatgegner auf das von ihnen verteufelte Glyphosat gestartet. Zielscheibe dieses mal ist nach den Funden im Urin, den gefakten Funden in der Muttermilch nun das, dem deutschen Manne heilige, Bier!

Das Medienecho wird wieder enorm sein. Ich hoffe nur, dass einige Journalisten sich an dem Dreisatz in ihrem Schulunterricht erinnern und selber rechnen und sich nicht von der geplanten Angstmacherei anstecken lassen.

Daniel Bohl
Daniel Bohl

Daniel Bohl* hat schon einmal ganz grob überschlagen und beim Urheber der Studie, dem Umweltinstitut in München, kommentiert und dafür viele „gefällt mir“-Klicks erhalten:

Ausschlaggebend für die Bewertung der Gesundheitsgefährdung ist die in der EU zulässige Tagesaufnahme, kurz ADI (acceptable daily intake). Diese liegt für Glyphosat bei 0,3 mg pro Kilogramm Körpergewicht.

Das würde für einen 80 kg schweren Jever-Trinker (23,04 µg Glyphosat / l Bier) bedeuten, dass er 1.042 Liter Jever täglich (!) trinken müsste.

Der Ehrlichkeit müsste man aber unbedingt hinzufügen, dass dieser Trinker mit einem von der Weltgesundheitsorganisation als mit Sicherheit krebserregend eingestuftem Stoff Probleme bekommen würde. Dieser Stoff kommt im Jever in 2.000.000 fach (!) höherer Konzentration vor als Glyphosat, nämlich Alkohol! Na dann Prost!

Woher kommt denn das Glyphosat? Wenn denn die Zahlen stimmen und die Untersuchung nach wissenschaftlichen Kriterien erfolgte, bleibt die Frage: Woher kommt denn das Glyphosat?
Die Vermutung meinerseits ist, dass das Getreide kurz vor der Ernte zur Sikkation mit einem glyphosathaltigem Mittel gespritzt wurde. In Deutschland ist diese Praxis nur noch in absoluten Ausnahmefällen erlaubt und ansonsten verboten. Also liegt die Vermutung nahe, dass die Glyphosatspuren aus dem Ausland, wo weniger strenge Regelungen vorherrschen, importiert wurde. Aber das ist nur eine Mutmaßung meinerseits…

Das BfR und der Deutsche Bauernverband (DBV) haben mittlerweile auch Stellungnahmen herausgegeben. Der DBV fordert eine sachliche debatte ein und schreibt in seiner Stellungnahme:

Debatte zu Glyphosatrückständen im Bier sachlich führen
Deutscher Bauernverband: Vorerntebehandlung bei Braugerste in Deutschland nicht zugelassen

(DBV) Im Zusammenhang mit den heutigen Medienberichten über Rückstände von Glyphosat im Bier weist der Deutsche Bauernverband (DBV) darauf hin, dass die Anwendung von Glyphosat zur Vorerntebehandlung bei Braugerste in Deutschland nicht zugelassen ist.

Auch bei Hopfen, der ebenfalls zur Bierherstellung benötigt wird, findet in Deutschland keine Anwendung mit Glyphosat statt. Zudem stammt etwa die Hälfte der in Deutschland verarbeiteten Braugerste aus Importländern, in denen weniger strenge Anwendungsbestimmungen für diesen Wirkstoff gelten.

Autor Deutscher Bauernverband
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* Daniel Bohl, 43 Jahre, ist Stellv. Vorsitzender und zuständig für den Acker- und Pflanzenbau in der Wariner Pflanzenbau eG in Trams, Mecklenburg-Vorpommern. Er ist Mitglied des Landesvorstandes der FDP Mecklenburg-Vorpommern, agrarpolitischer Sprecher und Kandidat auf Platz 6 der FDP Landesliste für die Landtagswahl 2016.

 

Frohes neues Jahr!

LaiBi_logoLaiBi (Landwirtschaft im Bild) legte eine Serie auf mit Wünschen verschiedener Landwirte zum Jahreswechsel auf. Heute zum Neujahrstag ist folgendes Bild zu sehen:LaiBi_blogagrar_neujahr

Hier die weiteren Bilder zu der erfolgreichen Serie:

Danke an LaiBi! Dafür, dass es diese tolle Seite gibt und natürlich dafür, dass ich einige Bilder hier im Blog präsentieren darf.
LaiBi gibt es auch als Smartphone-App für Apple und Android-Handys.

Offener Brief …

… zur Berichterstattung über die Untersuchung von Bündnis90/Die Grünen zu Glyphosat in der Muttermilch

(c) stallbesuch.de
(c) stallbesuch.de

Mit großer Sorge haben wir die Pressereaktion auf eine von „Bündnis 90/Die Grünen“ in Auftrag gegebene Untersuchung zu Glyphosat in Muttermilch-Proben zur Kenntnis genommen.

In zahlreichen Medien wurden Inhalte und Schlussfolgerungen aus der Pressemitteilung einer politischen Interessengruppe ungeprüft übernommen und nicht angemessen gewichtet.

So werden in der Pressemitteilung die ermittelten Werte mit den Trinkwasser-Grenzwerten verglichen. Diese Grenzwerte sind allerdings pauschaler Natur, gelten für alle Arten von Pflanzenschutzmitteln und Bioziden. Sie sind nicht geeignet, um daraus eine etwaige Gesundheitsgefährdung abzuleiten (Link).

Ausschlaggebend für die Bewertung der Gesundheitsgefährdung ist die in der EU zulässige Tagesaufnahme, kurz ADI (acceptable daily intake). Diese liegt für Glyphosat bei 0,3 mg pro Kilogramm Körpergewicht.

Ein vier Kilo schwerer Säugling müsste also von der in der Stichprobe am stärksten belasteten Muttermilch mehr als 2777,778 Liter am Tag (!) trinken, um diesen Grenzwert zu überschreiten. Offener Brief … weiterlesen