Archiv der Kategorie: Kommentar

Künasts pandemische Verschwörungstheorie

Nun ist die Landwirtschaft auch noch Schuld an Corona-Epidemie?

Jedenfalls wenn es nach der Vorstellung von Renate Künast geht:

Renate Künast im Bundestag: "Ein Grund für diese Pandemie war die falsche Art & Weise, wie wir unsere Nahrungsmittel produzieren, Landwirtschaft betreiben und dabei mit unserer Umwelt umgehen. Jetzt müssen wir die Krise umgekehrt nutzen, um endlich die Ernährungswende auf den Weg zu bringen! "

Ich finde diese Schuldzuweisung von Ex-Landwirtschaftsministerin Künast wirklich unerträglich! Da nutzt sie die große Krise der Corona-Epidemie aus, um letztlich ein Argument für ihre ideologisch motivierte Agrarwende zu finden.

Künast macht es wie Trump!

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ein blauer Schmetterling (Bläuling) im Blühstreifen. Aufnahme von Ralf Lachenmaier

Frau Schulze und die Schuld der Bauern

Gestern demonstrierten zum ersten Mal nach Beginn der Corona-Krise wieder tausende Bauern in ganz Deutschland. Aktueller Anlass die Vorstellung der Naturschutzberichtetes durch Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) und der Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) Beate Jessel.
Beide verwiesen als Ursache auf Rückgänge in der Artenvielfalt einseitig auf die konventionelle Landwirtschaft und blendeten dabei andere Ursachen wie Flächenversiegelung komplett aus.

Treckerdemos gegen Schulze und Bauernbashing

Darüber empörten sich viele Landwirte in den sozialen Netzwerken und resultierten in der Wiederbebung der Treckerdemos aus dem letzten Herbst und Winter.

Toller Kommentar bei Facebook:

Bei Facebook ist mir dazu ein lesenswerter Kommentar von Ralf Lachenmaier aus Baden-Württemberg aufgefallen, den ich hier an dieser Stelle mit einigen Ergänzungen und leicht aufbereitet wiedergeben möchte:

„Heute fahren sie wieder zu Demos, die Traktoren. Ein kurzer Faktencheck zeigt – zurecht. Unser BMU hat offensichtlich den Pfad der Tugend verlassen. Der Bericht des Bundesumweltministeriums und des treuen (zum Ressort gehörenden) Handlangers Bundesamt für Naturschutz zum Zustand der Natur sorgten seit letzter Woche für Verwunderung, Trauer, Wut und massives Unverständnis nicht nur bei den Bauern selbst. Grund war die Tatsache, dass man die Entwicklung der Arten auf intensiven landwirtschaftlichen Flächen als dramatisch negativ einstuft und den Landwirten die alleinige Schuld hierfür zuweist + weitere Konsequenzen androht.

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Klartext zu „Land schafft Verbindung“ (LsV)

Zu Beginn meines Statements möchte ich zunächst betonen, dass ich die großen Treckerdemos für einen riesigen Erfolg halte!
Große Teile der Öffentlichkeit in Deutschland haben mitbekommen, dass viele Bauern unzufrieden sind und große Zukunftssorgen haben.
Dabei war und ist der riesige Zusammenhalt im Berufsstand bemerkenswert gut!
Wenn ich nun Kritik äußere, möchte ich nicht die LsV-Bewegung spalten oder ähnliches.

Logo von LandschafftVerbindung (LsV) mit einem Herz, geformt aus Traktoren


Ich möchte, dass die Anliegen der Bauern besser medial transportiert werden!

Der Aufwand der Bauern, die in den letzten Monaten oft vielfach mit ihren Traktoren losgefahren sind und demonstriert haben, war zeitlich und auch finanziell verdammt groß! Und ja- auch die Aufmerksamkeit war nach Bonn und Berlin wirklich groß. Es gab Gesprächsrunden im Kanzleramt und die Regierung hat nicht unerhelblich Geld locker gemacht.
Die Frage ist, ob dieser riesige Aufwand so weiter aufrecht gehalten werden kann und ob sich die Treckerdemos nicht vielleicht auch abnutzen? Ich glaube ja.
Nun haben wir bisher mit großem Aufwand eine große Wirkung erzielt. Gut. Für die Zukunft sollte die große Wirkung am besten noch größer werden und der Aufwand geringer.
Das ist leichter getippt als getan- klar. Vielleicht lohnt hier ein Blick zu Greenpeace, die mit ihren Kampagnen mit sehr geringem Einsatz eine riesige Wirkung erzielen… Mein Motto ist ja „Von Greenpeace lernen heißt SIEGEN lernen!“


Nun gut. Komme ich zurück zu meinem Wunsch, dass die Anliegen der Bauern und auch die Protestbewegung LandschafftVerbindung besser in den Medien Niederklang finden.

Dazu stelle ich 5 Thesen auf:

Klartext zu „Land schafft Verbindung“ (LsV) weiterlesen
Trecker mit Schild: Landwirtschaft braucht Zukunft

Bauernproteste bringen Botschaften in die Städte

In einem Interview mit der Bauernzeitung vom 07.02.2020 macht sich DLG-Präsident Hubertus Paetow Gedanken über die Zukunft der bundesweiten Bewegung Land schafft Verbindung (LsV).

„Was fehlt, ist die klare Botschaft“,

weist er auf das Dilemma hin, in der sich die bäuerliche Wurzelbewegung seines Erachtens befindet.

Resultat: In der Öffentlichkeit entstehe das Bild, Bauern würden gegen die Düngeverordnung protestieren und dafür, weiter das Grundwasser verschmutzen zu dürfen. Das sei weder das Anliegen, die die Leute auf den Treckern haben, noch die der Landwirtschaft an sich.

Es müssen also klare Botschaften formuliert werden, wofür es Verbände gebe, die die entsprechenden Strukturen und Gremien haben.

Ich habe die Zusammenfassung des Interviews mit Interesse gelesen. Als jemand, der seit fünf Jahre in den Sozialen Medien die Diskussionen zur modernen Landwirtschaft verfolgt, habe ich mich dabei u.a. mit Blick auf das Nitratproblem etwas unwohl gefühlt und dies wie folgt bei Facebook zum Ausdruck gebracht:

Schattendasein in den Sozialen Medien

„Dass mit den Nitratmessnetzen etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist, ist mir als Laie seit Jahren bekannt. Es wurde oft genug in den Sozialen Medien, z.B. bei Facebook, thematisiert, und zwar mit Zahlen und Fakten unterfüttert. Allerdings fast ausschließlich von Privatpersonen wie beispielsweise einem Georg Keckl (*s. Linkverweise am Ende). Wo waren da die Verbände?

So stellt sich beispielsweise die Frage, warum sich die Standesvertretungen nicht schon vor Jahren dieses Themas konzertiert angenommen und die modernen Kommunikationskanäle damit bespielt haben. Damit zumindest ein Grundverständnis die Massenmedien erreicht. Warum musste es soweit kommen, dass Regelwerke wie das Agrarpaket aufgestellt werden, die in ihrer vorliegenden Form mehr Fragen als Lösungen bieten, unlogisch und teils sinnlos sind? Und die einem Kahlschlag gleichkommen, würden sie 1:1 umgesetzt werden?

Die NGO bzw. die Grünen machen alldieweil vor, wie gelungene Mobilisierung der Öffentlichkeit funktioniert (wenn auch begleitet von einem ganz schön miesen Bauern-Bashing). Mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit haben sie die Landwirtschaft lange abgehängt.

Bauern liefern Botschaften

Bei allem Respekt, aber: Mir will scheinen, es sind die Verbände, die bis bis dato keine konsistente Botschaft in der Öffentlichkeit platziert haben. Das wenige, was dort langsam ankommt, haben die Bauern mit ihren Schleppern abgeliefert. Bzw. in Form grüner Kreuze auf ihren Feldern öffentlich gemacht. Und, wenn man genauer hinhorcht, damit dem schrillen Treiben der Big Green in den Sozialen Medien einen gehörigen Dämpfer versetzt. Es ist ruhiger geworden.

Stellt sich jetzt in der Tat die Frage, wie man das Erreichte weiter ausbaut und festigt.“

Soweit mein Kommentar bei Facebook.

Bauernproteste kommen zu spät

Landwirte Sebastian Mustermann, seit Jahren sehr aktiv bei Facebook zum Thema konventionelle Landwirtschaft, hat die folgende lesenswerte Reaktion unter meinem Post online gestellt: 

„Tatsächlich war der BV-SH (i.e. Schleswig-Holstein / Anmerkung CA) der einzige, der schon in 2016 die Texte bzw. Grafiken von Keckl veröffentlichte. Rundum war ansonsten tote Hose und dann wurde es auch schon wieder still, statt es immer wieder aufzutischen. Ich befürchte, dass die Reichweite auch viel zu niedrig war. Die Proteste hätten quasi schon vor 5 Jahren zusammen mit der Brunnenproblematik generiert werden müssen, um sich in die mediale Präsenz zu drängen. Ich sehe es tatsächlich so, dass nur die Proteste bewirken konnten, dass man uns auch mal zuhört. Die hätte ein deutscher Bauernverband aber auch schon ins Leben rufen können, was er aber nicht tat. Selbst sowas wie WHES hat er nicht mal in Eigenregie auf die Beine stellen können.“

Dinge, die gesagt wurden – eine kleine Linksammlung (Ausschnitt)

*Georg Keckl:

Zur Person: Georg Keckl ist Agraringenieur arbeitet als Agrarstatistiker und hat zahlreiche Beiträge zur Messstellenproblematik publiziert.

Homepage Georg Keckl

Wer hat Angst vorm bösen Nitrat?

Phosphat Schätzergebnisse für Flüsse falsch oder gefälscht?

Zur Vorstellung des Niedersächsischen Nährstoffberichtes1 2015/16 und der Berichterstattung darüber

Nitratbericht 2016 erschienen – Ein Dokument der Irreführung

Volksverdummung

Falsche Unterrichtung des Bundestages durch das BMU: „Wie viele Messstellen aus dem alten Belastungsmessnetz (160 Messstellen aus dem Zeitraum von 2008 bis 2011) sind auch Bestandteil des neuen EU-Nitratmessnetz (692 Messstellen aus dem Zeitraum von 2012 bis 2014)?

Statistik-Tricks: Nitratbelastung im Grundwasser angeblich weiter gestiegen
(in: top agrar online vom 12.08.2019, Alfons Deter zitiert Georg Keckl und Dr. Wilhelm Kremer-Schilllings in „Statistik-Tricks: Nitratbelastung im Grundwasser angeblich weiter gestiegen“)

Alexander Neumann (QDR e.V. Qualitätsgemeinschaft für nachhaltige Düngung und Ressourcenschutz)

In seinem BlogPost ‚Kein Vertrauen ins Nitratmessnetz‘ empfiehlt BlogAgrar-Betreiber Bernhard Barkmann die dort verlinkten Videos zum deutschen Nitratnetz von Alexander Neumann anzuschauen.

Susanne Günther (schillipaeppa.net – Ein Blog in der Brandung)

Zweierlei Maß und ein paar Begriffe

Wahlkampf in Grün

Sollte ich wichtige Links vergessen habe, freue ich mich über entsprechende Hinweise.

Bauerndemos für eine Agrarwende?

Dass gestern zehntausende Bauern in den letzten Wochen demonstriert haben, hatte gute Gründe! Dass eine so große Zahl auf die Straßen geht und fährt, hat auch etwas mit dem Frust zu tun, der sich jahrelang angestaut hat!

  • Frust über die vielen Kampagnen diverser NGOs,einer grünen Partei und neuerdings auch dem Bundesumweltministerium gegen die Landwirtschaft.
  • Frust über eine gefühlt unausgewogene Berichterstattung in vielen Medien.
  • Frust darüber, eigentlich einen guten Job zu machen und trotzdem ständig als Sündenbock am Prager zu stehen- wegen jedem Übel der Welt!
  • Frust darüber, dass anscheinend die Partei, die mehrheitlich von Bauern gewählt wurde und in der sehr viele Bauern immer noch Mitglied sind, die Bauern mit der Verabschiedung des Agrarpakets Anfang September verraten und verkauft hat. Wofür? Für eine reine Smybolpolitik, die letztlich auf dem Rücken der Bauern ausgetragen wird!
  • Dieses Agrarpaket sorgte für den Wassertropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

40000 Bauern demonstrieren und ausgerechnet die AbL gibt Interviews

Georg Janßen von der AbL fordert verbindliche Vereinbarungen, damit Bauern wirtschaftlich mitgenommen werden bei einer Agrarwende (dpa/Christian Charisius)
Screenshot von deutschlandfunk.de

Als ich gestern morgen ein Interview mit Georg Janßen von der AbL im Deutschlandfunk auf dem prominentesten Sendeplatz in der Morgensendung hörte, habe ich mich wirklich geärgert! Da bekommt ein Vertreter einer Organisation eine Bühne, die jahrelang gemeinsam mit vielen NGOs die „Wir haben es satt„-Demo (WHES) veranstaltet. Eine Demonstration, die von den allermeisten Bauern als Diffamierung ihrer Arbeit und ihres Berufsstandes empfunden wurde und wird. Die deutliche Mehrzahl der Bauern, die in letzter Zeit demonstriert haben, fühlen sich von der WHES diffamiert. Sie fühlen sich von den vielen pauschalen Verurteilungen auf dieser Demo abgestoßen!

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Svenja Schulze ist beleidigt

Was für gewaltige Bilder gab es gestern in Berlin! Viele tausend Traktoren waren in der Stadt und noch viel mehr demonstrierende Landwirte! Die Zahlen für sich, sind schon einmal sehr beeindruckend.

zehntausende Demonstranten versammelten sich zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor am 26.11.2019

Ich möchte jetzt gar nicht näher auf die Demo eingehen- da stelle ich am Ende dieses Beitrags ein paar Links zusammen, die auch interessant sein können.

Umweltministerin Schulze mit Kurzauftritt bei großer Bauerndemo

Mir gibt der insgesamt gut 5-minütige Kurzauftritt doch sehr zu denken. Welch ein schwacher Auftritt der Ministerin! Doch seht selbst:

Svenja Schulze: eiskalt!

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Zwei Kartoffeln auf Acker

Von wissenschaftlicher Rosinenpickerei und einer innigen Freundschaft, zwischen die kein Blatt passt

Das bei den Landwirten ungeliebte Agrarpaket liegt unverändert auf den Schreibtischen in den Bundesministerien für Landwirtschaft (BMEL) respektive Umwelt. Ungeliebt, da wichtige Anliegen des Natur- und Umweltschutzes darin verankert sind, während

„das Paket für die Bauern so eng geschnürt ist, dass es vielen Betrieben die Luft zum Atmen nimmt“,

bewertet BlogAgrar-Betreiber Bernhard Barkmann das Papier in seinem Beitrag „Die Botschaft hinter den grünen Kreuzen“. Daher werden die Bauern weiter demonstrieren, am 14. in Hamburg anlässlich der in der Hansestadt stattfindenden Umweltministerkonferenz und am 26. in Berlin.

Die Berater-Millionen des BMU

Aus dem Ringen um die weitere Ausrichtung der deutschen Agrarpolitik zwischen BMEL und BMU ist mit Ministerin Svenja Schulze das Umweltministerium als Gewinner hervorgegangen. Ein Ministerium, das es Ende Oktober kurz in die Negativschlagzeilen gebracht hatte mit einer Rüge des Rechnungshofs, Hunderte Millionen Euro für externe Leistungen verschleiert zu haben.

„Hat Svenja Schulze ein Beraterproblem?“ ,

fragte sich konsequenterweise Spiegel Online in seiner Ausgabe vom 30.10.2019. Dem SPON-Artikel zufolge durchaus. Allerdings ist es nicht das einzige Problem. Es finden sich weitere „Schwachstellen“ im Berliner Ministerium, die bedauerlicherweise nicht die Öffentlichkeit erhalten, die sie mit Blick auf die Bauernproteste verdienen.

Dem möchte ich in diesem Beitrag abhelfen. Dabei schwingt im Hintergrund die Überlegung mit: Was haben die Bauern vom BMU zu erwarten?

Unite behind the science?

In Bezug auf die Verwertung wissenschaftlicher Erkenntnisse erinnert das SPD-geführte Ministerium an das Gebaren von Bündnis 90/Die Grünen: Es werden Rosinen gepickt. Beim Klimawandel steht man geschlossen hinter den Aussagen der Wissenschaft, bei Glyphosat und Gentechnik hingegen zieht man seine eigenen Wahrheiten vor.

Glyphosat

Svenja Schulze hat das Glyphosatverbot ganz weit oben auf der BMU-Agenda von ihrer Amtsvorgängerin übernommen. Mit dem Agrarpaket werden also BMU-Träume wahr: Zum Stichtag 31. Dezember 2023 soll der Einsatz glyposathaltiger Mittel verbindlich beendet werden, heißt es im „Aktionsprogramm Insektenschutz“, den das Bundeskabinett Anfang September beschlossen hat.

Bloß: Bisherigen Erkenntnissen zufolge spielt Glyphosat eine untergeordnete Rolle beim Insektenrückgang. Allerdings ficht das die Ministerin und ihren Staatssekretär nicht an. Bedauerlicherweise auch nicht Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die das Herbizid ungeachtet aller Proteste zum „politisch toten Pferd“ deklariert hat.

Ich halte das für eine Bankrotterklärung. Schließlich sanktionieren BMEL und BMU mit ihrem Beschluss nichts weniger als dass 

  • a-wissenschaftliche Schmutzkampagnen sich auszahlen, bei denen neben wissenschaftlichen Erkenntnissen die Integrität von Menschen (ich erinnere u.a. an Landwirtschaftsminister a.D. Christian Schmidt und BFR-Präsident Prof. Dr. Andreas Hensel) und Institutionen (ich erinnere u.a. an das BfR und an das BMEL (!)) mit Füßen getreten werden;
  • zukünftig jedes synthetisch hergestellte „Chemie“-Pflanzenschutzmittel und damit im Übrigen die Versorgungssicherheit des Landes leichte Beute sind für ideologisch verbrämte Schmierkampagnen der Big Green (Bündnis 90/Die Grünen / Naturschutz-NGO);
  • Zielkonflikte ausgeblendet werden, vorausgesetzt, es gelingt, alarmistisch, emotionsgeladen und laut genug zu trommeln;
  • Deutschlands Landwirte mit Glyphosat das sicherste Pflanzenschutzmittel verlieren werden und es keine (ökologisch sinnvollen!) Alternativen gibt.

Wer sich über Insektenserben und Glyphosat informieren möchte, empfehle ich die folgenden Links:  

Wie gefährlich ist Glyphosat?
Gutes Gift und böses Gift

Böse „Gene“

Ein gravierendes Desinteresse an wissenschaftlichen Erkenntnissen manifestiert sich im BMU ferner bei der Gentechnologie – ein Skandal im Übrigen, der wohl erst dann den hohen Nachrichtenwert finden, den er verdient, wäre der Schauplatz das BMEL. Vermutlich würden sich Medien und Öffentlichkeit überschlagen, würde Julia Klöckner und nicht Svenja Schulze die „Fachstelle für Gentechnik und Umwelt (FGU)“in ihrem Haus finanzieren.

Die FGU wird getragen von dem Verein Testbiotech e.V., der

„seit zehn Jahren unermüdlich gegen den Einsatz von Gentechnik, gegen die synthetische Biologie und gegen die Patentierung von biotechnologischen Erfindungen kämpft“,

so der Wissenschaftsjournalist und Salonkolumnist Ludger Weß in seinem exzellenten Beitrag „Pflanzenforscher, haut ab!“.

Sprich: Das BMU bezahlt eine gentechnologiekritische Einrichtung dafür, neue Gentechnologien zu beobachten und zu bewerten und die Öffentlichkeit darüber aufzuklären. Pikant: Die Wissenschaft ist sich nicht erst seit gestern einig: Von gentechnisch veränderten Organismen geht keine Gefahr aus. In der Humanmedizin ist ihr Einsatz schon lange Alltag. Auch für die Landwirtschaft wären neue Technologien wie die CRISPR/Cas-Methode nicht nur in Zeiten des Klimawandels ein Segen, sondern auch zur Reduktion des Einsatzes von – Pflanzenschutzmitteln!

„NABU-Ministerium“

Möchte man das Handeln von BMU bzw. Svenja Schulze verstehen, führt meines Erachtens kein Weg am NABU-Naturschutzbund Deutschland e.V. vorbei. Der NABU vertritt auf seiner Webseite die Auffassung, dass die Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion  

„die dringend benötigten Lebensräume für viele Arten und ihre Nahrungsgrundlage drastisch einschränkt.“

(https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/landwirtschaft/agrarpolitik/index.html)

Ziel der NGO ist eine Agrarpolitik, die der Natur deutlich mehr Platz einräumt:

Der Natur deutlich mehr Platz einräumen – aber was ist mit unserem Essen? https://www.nabu.de/news/2019/09/27013.html

Eine NABU-Studie kommt zum Schluss, dass folgende Maßnahmen notwendig sind, um die Biodiversität in unseren Agrarlandschaften dauerhaft zu erhalten oder auch wiederherzustellen:

NABU-Studie: https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/landwirtschaft/agrarpolitik/eu-agrarreform/studien/26156.html

Nichts weniger als der Umbau der Landwirtschaft ist geplant – letztendlich mit einem massiven Eingriff in die Nahrungsmittelerzeugung. Ein erster Schritt auf dem Weg ist das Agrarpaket. Dementsprechend findet das Insektenschutzprogramm großen Anklang beim NABU:

„Das ambitionierte Programm ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“,

begrüßte der NABU das Aktionsprogramm (https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/insektensterben/26943.html).

BMU bzw. Svenja Schulze und der NABU „funken auf einer Wellenlänge“. Ob sich wohl Raum findet für die Belange der konventionellen Landwirtschaft?

Bauer Willi

Interessant finde ich folgende Beobachtung von Bauer Willi: 

„Wer Svenja Schulze reden hört, könnte sich auch gleich mit der Kreisverbandsvorsitzenden eines Naturschutzvereines unterhalten. Empathie für Bauern ist da nicht zu erwarten“,

urteilt er in seinem lesenswerten BlogPost „Nichts Neues, aber neue Erkenntnisse“. In dem Beitrag referiert er ein Gespräch mit Julia Klöckner, das er am 22. Oktober in Berlin geführt hatte – eine lesenswerte Lektüre übrigens für diejenigen, die Näheres über den Hintergrund der Bauernproteste erfahren möchten. Ich habe ihn hier verlinkt.

NABU-Mitglied Schulze

Bauer Willi hat mit seiner Einschätzung zwar keinen Volltreffer gelandet, liegt aber auch nicht daneben: Die Ministerin ist NABU-Mitglied – und zwar kein passives:

„Für mich macht der NABU eine Lobbyarbeit im besten Sinne – und das werde ich mit aller Kraft weiter unterstützen“,

lobte Svenja Schulze, seinerzeit Mitglied des Landtags Nordrhein-Westfalen, 2008 im NABU-Mitgliedermagazin „Naturzeit im Münsterland“ die Arbeit von NABU-Mitgliedern und -Aktiven. Beim Stadtverband Münster des NABU freute man sich: Man nehme sie beim Wort, ist auf der Webseite des Verbandes zu lesen ( https://www.nabu-muenster.de/der-nabu-gratuliert-svenja-schulze-zum-neuen-amt-als-bundesumweltministerin/).

Zehn Jahre später wiederum übernahm Schulze, mittlerweile Bundesumweltministerin, am 22. November 2018 die Schirmherrschaft des NABU-Projektes „Gemeinsam Boden gut machen“, wie die NGO auf ihrer Webseite mitteilte. Mit der Initiative unterstützt der NABU Landwirte, die von der konventionellen Landwirtschaft auf Öko-Landbau umsteigen wollen.

Am 5. März 2019 wiederum zog der NABU beim Online-Portal www.euractiv.de nach einem Jahr GroKo Bilanz zum Umweltschutz: Das Landwirtschaftsministerium erhielt durchweg schlechte Noten, Lob gab es hingegen für die Initiativen von Umweltministerin Schulze. (https://www.euractiv.de/section/energie-und-umwelt/news/ein-jahr-groko-nabu-zieht-enttaeuschende-bilanz-zum-umweltschutz/)

Man mag sich augenscheinlich, was nicht nur im Netz seinen Ausdruck findet. Auch die folgenden BMU-Personalien sprechen Bände:

Jochen Flasbarth

Seit Dezember 2013 ist Jochen Flasbarth Staatssekretär im Bundesumweltministerium. Bei ihrem Wechsel nach Berlin 2018 übernahm Svenja Schulze gemeinsam mit dem Ressort den Staatssekretär ihrer Amtsvorgängerin, Ministerin a.D. Dr. Barbara Hendricks. Flasbarth war von 1992 bis 2003 als hauptamtlicher NABU-Präsident tätig, nachdem er bereits 1989 das Amt des Vizepräsidenten angetreten hatte.

Josef Tumbrinck

Seit April 2019 leitet Josef Tumbrinck das BMU-Unterressort „Naturschutz“. Zuvor war er in Nordrhein-Westfalen als NABU-Landeschef tätig gewesen. Pikant: Nur wenige Monate später befasste sich die Justiz mit Tumbrincks Stellenbesetzung. Das Verwaltungsgericht Köln hatte Ende Juli auf die Beschwerde eines Mitbewerbers um den Posten entschieden, dass die Stelle des Unterabteilungsleiters „Naturschutz“ neu ausgeschrieben werden müsse. Der Verdacht einer möglichen Postenschieberei sei bereits Anfang des Jahres laut geworden, zitiert die Agrarjournalistin Sabine Leopold AgraEurope in dem agrarheute-Beitrag „Fragwürdige Verquickung. Stellenvergabe im Umweltministerium in der Kritik“.

Zudem habe die Regierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag im Mai mitgeteilt, dass insgesamt fünf BMU-Angestellte direkt aus dem NABU oder dem Deutschen Naturschutzring (DNR) ins Ministerium gewechselt sind. Laut Wikipedia ist der DNR der Dachverband der deutschen Natur-, Tier- und Umweltschutzorganisationen. Auch der NABU gehört dem DNR an.

„Während jedoch Vorwürfe hinsichtlich Lobbyismus und unsauberer Verquickungen in der Agrarbranche immer wieder für enorme Schlagzeilen sorgen, haben sich die großen Medien der Vorgänge im Bundesumweltministerium bislang nicht angenommen“,

bilanziert Leopold.

Das Tumbrinck’sche Kartoffelgate

Josef Tumbrinck dürfte manchem Nutzer der Sozialen Medien durch ein Tweet bekannt geworden sein, in dem er kürzlich einen gravierenden Mangel an landwirtschaftlichem Basiswissen offenbarte. Pech für Tumbrinck, der anscheinend noch nie ein Kartoffelfeld im Herbst gesehen hat: Sein im Tweet zum Ausdruck gebrachtes Bauern-Bashing fiel in den Sozialen Medien mit voller Wucht auf ihn zurück.

Kartoffelacker mit grünem Kreuz, im Hintergrund ein Kraftwerk.
Landwirtschaft des Todes – oder Kartoffeln kurz vor der Ernte?
Zwei ausgegrabene Kartoffeln auf Kartoffeldamm
Zombie-Kartoffeln. Oder: Die Grünen Kreuze bringen auch zum Ausdruck, dass die Gesellschaft einschließlich des Naturschützers Josef Tumbrinck das Wissen über die Erzeugung sogar ihrer Grundnahrungsmittel verloren hat.

Da wir gerade bei bösartigen Anwürfen aus NABU-Reihen sind – hier eine Randnotiz: Am 26. Oktober echauffierte sich der Bauernverband Bremen auf seiner Webseite über den Geschäftsführer des NABU Bremen. Dieser hatte live im Fernsehen gesagt,

„dass sie doch die Umweltvergifter seien und ihre eigene Funktionäre vom Bauernverband Rukwied und Konsorten, das sind letztendlich Verbrecher, die wirklich Millionen abzocken, das muss man so deutlich sagen, die Millionen abzocken,…“.

Als ob diese Schublade nicht schon unterirdisch genug wäre, nannte er im Nachgang auf Facebook die Bauern als „Brunnenvergifter, Käfertöter und Vogelschlächter“ und wiederholte seine Aussage zu den Vertretern des Bauernverbandes. Der Kommentar des Bauernverbandes kann hier vollständig nachgelesen werden.

Druschba – Freundschaft

Die gegenseitige Wertschätzung von NABU und BMU findet ferner in monetärer Form Ausdruck: Das ehemalige NABU-Mitglied Jens-Werner Dettmann veröffentlichte Anfang 2019 einen Offenen Brief an Ministerin Schulze u.a. zur Personalie Tumbrinck und arbeitet  darin bis dato bewilligte Fördermittel aus dem BMU für den NABU und dessen Stiftungen in einer anschaulichen Grafik auf.

Die Zahlen entstammen einer Anfrage, die die Bundestagsfraktion der FDP im vergangenen Jahr an die Bundesregierung gerichtet hatte. Das lesenswerte Schreiben mit Link zur Anfrage und Auflistung der einzelnen NABU-Projekte habe ich an dieser Stelle verlinkt.

Bildnachweis: Jens-Werner Dettmann

Meine Meinung? Zwischen NABU und BMU passt kein Blatt. Anders ausgedrückt:

„Die deutsche Agrarlobby: verfilzt, intransparent und wenig am Gemeinwohl orientiert“ lautete eine Studie, die der NABU am 29. April 2019 vorgelegte (https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/landwirtschaft/agrarpolitik/26321.html). Ich will auf den Inhalt der Studie gar nicht eingehen – es ist die übliche Agrarlobbyverteufelung, deren Sinn oder Unsinn einen eigenen Beitrag wert wäre.

Ich stelle mir allerdings die Frage, ob es nicht Zeit ist für eine weitere Studie? Als Überschrift könnte ich mir vorstellen:

„BMU und NABU: verfilzt, intransparent und wenig am Gemeinwohl orientiert.“

Fazit:

Eingangs hatte ich die Frage gestellt, was die Bauern vom BMU zu erwarten haben. Meine Antwort: Vermutlich nichts.

Aber wer weiß? Ich höre immer wieder, auf regionaler Ebene arbeiten Bauern und NABU-Mitglieder gut zusammen. Es sei die Führungsriege, die einen Konfrontationskurs fahre. Vielleicht ergibt sich aus den vielen Partnerschaften irgendwann und irgendwie eine Kurskorrektur – über das NABU hinein ins Herz des BMU?

Screenshot Abstimmungsvorlage

Warum der FDP-Antrag „Wettbewerbsfähige Landwirtschaft“ die Aufregung nicht wert ist und Bauer Willi klasse Arbeit geleistet hat

Eine emotionale Woche ist für Deutschlands Landwirte zu Ende gegangen: Eure Demo gegen Agrarpaket und Mercosur-Handelsabkommen, gegen das Bauern-Bashing seitens NGOs und teils Politik war ein großartiger Erfolg! Meine aufrichtigen Glückwünsche nachträglich an die Organisatoren für Eure Herkulesarbeit und an die vielen Bauern, die so klasse ihre Anliegen vertreten haben!

So euphorisch die Woche begonnen hat, so missgestimmt ging sie zuende. Stichwort: FDP-Antrag „Wettbewerbsfähige Landwirtschaft“. Und auch zwischendurch gab es Misstöne. Einen bösen hat sich Bauer Willi eingefangen.

Persönlich fand ich die Wut über den Antrag verständlich, aber übers Ziel hinausschießend. Er war es schlicht und ergreifend nicht wert! Bzw. in dem Maße, in dem man sich über die Ablehnung die Unionsparteien aufregen mag, hätte man auch der FDP einen überziehen müssen. Mindestens. Und was mit Bauer Willi veranstaltet wurde, war schlicht und ergreifend nicht in Ordnung.

Zu beiden möchte ich mich hier äußern und fange mal mit A wie Antrag an:

FDP-Antrag „Wettbewerbsfähige Landwirtschaft“

Wie alles begann: Die Landwirte Thomas Andresen und Philip Krainbring haben mit einem vielfach geteilten, an dieser Stelle verlinkten Video-Rant auf das Abstimmungsverhalten der CDU reagiert. Diese hatte geschlossen gegen den FDP-Antrag „Wettbewerbsfähige Landwirtschaft“ gestimmt.

Warum der FDP-Antrag „Wettbewerbsfähige Landwirtschaft“ die Aufregung nicht wert ist und Bauer Willi klasse Arbeit geleistet hat weiterlesen
Politiker halten Bande hoch

Was haben die Grünen jemals für die Bauern getan?

Im Anschluss an die größte Bauern-Demonstration im Nachkriegs-Deutschland ist Anton Hofreiter vergangenen Dienstag vor die Kamera getreten. Grund: Der Grünen-Fraktionsvorsitzende bietet den Landwirten den Dialog an.

„Eine vernünftige Agrarpolitik, die Klima und Umwelt schützt, kann nur mit den Bauern, nicht gegen die Bauern passieren“,

so Hofreiter.

Porträtphoto des Grünen-Politikers Anton Hofreiter
Ist das Dialogangebot ernst gemeint?

Bloß: Können Deutschlands Landwirte dieses Angebot ernst nehmen?

Buhmann grüner Agrarpolitik

Denn dass die Bauern am 22. Oktober landesweit auf die Straße gegangen sind, hat auch damit zu tun, dass Hofreiter bzw. seine Partei die konventionell wirtschaftenden Landwirte seit Jahr und Tag an den Pranger stellen. Sie haben das schwarz-weiß in der öffentlichen Debatte befeuert, so dass die Öffentlichkeit heute beispielsweise glaubt, Deutschlands Landwirte vergiften ihre Landsleute mit „Ackergift“. Dabei sind es PflanzenSCHUTZmittel, die übrigens auch Biolandwirte einsetzen – aus denselben Gründen wie ihre konventionell wirtschaftenden Kollegen: Sie schützen ihre Pflanzen vor Krankheiten und Schädlingen und gewährleisten Ertragssicherheit (wo viele Grüne gerne blanke Profitgier unterstellen!).

Aber dass auch Bio-Landwirte Pestizide einsetzen, diese zentrale Info halten Hofreiter und seine Kollegen in der Öffentlichkeit wohlweislich zurück. Was im Einzelnen in der Bio-Landwirtschaft zum Einsatz kommt, kann hier nachgelesen werden: „Mythenjagd (1): Bio bedeutet ungespritzt“. Dabei gilt hüben wie drüben: Seit Paracelsus macht unverändert die Dosis das Gift.

Erinnern Sie sich an Ihre Nitrat-Rants, Herr Hofreiter? Sie sprachen von „Güllefluten“ und der „Überdüngung unserer Gewässer“, kündigten an, die Trinkwasserpreise würden steigen aufgrund der „zunehmenden Verunreinigung des Grundwassers durch Nitrate der Agrarindustrie“. Ohne es mit Fakten sonderlich ernst zu nehmen, wie hier nachzulesen ist.

Dass jetzt peu à peu an den Tag kommt, dass sich für Nitrate und Stickstoffe noch ganz andere zu verantworten haben – ich glaube nicht, dass nach der Hetze der vergangenen Jahre auch nur ein einziger Landwirt sich in diesem Land vorstellen kann, dass die Grünen dem nachgehen, geschweige denn in ihre Überlegungen bzw. Kampagnen einbeziehen werden. Oder haben Sie, Herr Hofreiter, bzw. Ihre Kollegen auch nur in einem einzigen Ihrer Rants gegen die Agrarindustrie beim Thema Nitrat das Wort „Belastungsmessnetz“ erwähnt? Hart in der Sache PLUS Fairness, Redlichkeit und Respekt war bis dato Ihrer aller Sache nicht.

Fakten für eine zukunftsfähige Landwirtschaft

Was wir, Landwirte, Gesellschaft und Politik, brauchen für eine zukunftsfähige, nachhaltige Landwirtschaft, sind Fakten als Diskussions- und Entscheidungsgrundlagen. Und keine ideologisch verbrämten Agrarwende-Visionen, für die Sie und Ihre Kollegen sich die Argumente brachial zurechtbiegen.

Nach allem, was gewesen ist, kann ich mir schwerlich vorstellen, dass die Landwirte viel von Ihnen oder Ihren Kollegen zu erwarten haben. So gut wie jegliche Kommunikation rund um die konventionelle Landwirtschaft war feindseliger Natur. Hinzu kommt, dass viele Bauern in den vergangenen Jahren versucht haben, bei Facebook mit Ihnen oder Ihren Kollegen in ein Gespräch zu treten. Die meisten, so wie Sie auch, haben den Dialog verweigert.

Fazit:

Persönlich würde ich Ihr Angebot als ein den eindrucksvollen Bildern der Demonstration geschuldeten Kurzschluss betrachten. ABER: Vielleicht sehen die Landwirte das anders? Es bleibt spannend!

Wenn ich Sie im Folgenden daran erinnern darf, was Sie und Ihre Kollegen an wertvollem Porzellan kaputt geschlagen gehaben – und wie unfassbar rabiat?

Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt im Bundestag, 11. September 2019

„Bauern zerstören die Landschaft | Bauern vernichten die Arten | Bauern verseuchen das Wasser“

Wer Ihr seid!

Wie Ihr seid! Teil 1: Harald Ebner
Wie Ihr seid! Teil 2: Partei, Fraktion und grüne Europagruppe

Grüne geistige Brandstiftung – oder wenn die moralische Feuerwehr zum Feuerteufel wird. Eine Analyse.

Teil 1 – Einleitung
Teil 2 – Massentierhaltung
Teil 3 – Antibiotika
Teil 4 – Glyphosat
Teil 5 – Glyphosat: Gift in den Händen der Abgeordneten Harald Ebner MDB, Martin Häusling MEP, Sven Giegold MEP und Maria Heubuch MEP
Teil 6 – Nitrat: Gülleschwemme? Oder ist alles ganz anders, als es aussieht?

Grüne-Politiker halten No Hate Speech-Bande hoch
„Sprache schafft Welt und Wirklichkeit“. Robert Habeck : „Genverseucht, Gendreck, Merkelgift (Anm.: gemeint ist Glyphosat), Frankensteinpflanze, Feldbefreiung, genmanipuliert, chemieverseucht, Chemiebauer, Agrarmafia, Genpflanze, Horrorsaat, Monsterpflanze, genkontaminiert…“ Ludger Weß zitiert aus grünen Pressemitteilungen | Ackergift, Brunnenvergiftung, Gülleschwemme, Gülleflut …. kleiner Auszug aus meiner Analyse grüner Kommunikation

Der Letzte macht das Licht aus?

Gesendet im Bayerischen Rundfunk im Jahr 2016.

Hast Du/ Haben Sie das Video angesehen?

Ich hab es mittlerweile schon sehr oft gesehen. Vor gut drei Jahren bei Capriccio, einem Kulturmagazin beim Bayerischen Rundfunk gesendet, läuft es seitdem regelmäßig auf den Social Media Kanälen des BR. Zuletzt im Sommerloch auf den Facebookseiten von Unser Land und Capriccio.

Thema „Bauernsterben“ weiter aktuell

Dabei passt es inhaltlich zum Teil nicht mehr, da das Thema Milchpreis derzeit nicht so im Mittelpunkt steht wie zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung. Das Thema „Bauernsterben“ dagegen ist immer noch aktuell. Auch darum wird wahrscheinlich dieser Beitrag immer wieder aus dem Archiv geholt.

Resthöfe sind gefragt

Nur werden hier zwei völlig verschiedene Zustände ineinander verwoben, die so nicht zusammengehören. Höfe, wie der im Film zeigt, stehen leer, weil der Besitzer keine Nachkommen hatte und anscheinend die Erben den Hof noch nicht verkauft haben, obwohl solche Gehöfte sehr gefragt sind bei reichen Städtern.
Wegen dem damals ruinösen Milchpreis enstehen keine solchen Höfe. Zu 99 % schaffen es die Landwirte bis zur Rente, danach wird, wenn kein Hofnachfolger vorhanden ist, die Fläche verpachtet, das Vieh verkauft und das war´s dann.

Bauernhöfe sterben leise

Die Aufgabe landwirtschaftlicher Betriebe, die Mühldorfs Kreisobmann Ulrich Niederschweiberer beschreibt, sind eben diese andere Seite. Bauern und ihre Höfe sterben leise, heißt es im Film und das stimmt. Meist, so ist es meine Erfahrung, sind Höfe ohne Landwirtschaft nur an den leeren Fahrsilos und dem fehlenden Stalllicht morgens und abends zu erkennen. Die bei uns klassischen Vierseithöfe bleiben weiter bestehen. Oft findet sich nach der Betriebsaufgabe sogar die Zeit, dass man alles wieder sauber herausputzt und so passt mein Bild von Höfesterben nicht zu dem des oben verlinkten Films.

Wehmütiges Erinnern an die alte Zeit

Trotzdem stimmt mich dieser Film traurig. Der Verlust unserer bäuerlichen Gesellschaft. Diese Gemeinschaftsgefühl, dass verloren geht. Meine Kindheits- und auch noch Jugenderinnerungen, wo eine lange Schlange von Traktoren vor dem Lagerhaus stand zum Mineraldünger holen mit kleinen Traktoren und Streuern mit max. 500 kg. Wo lange geratscht (geplaudert) wurde, bis man endlich dran war zum Verladen.
Die Zeiten, in denen meine Nachbarn, die im Nebenerwerb ein paar Kühe hatten, sind nun schon einige Jahrzehnte vorbei, aber auch in den letzten Jahren haben bei mir in der Gemeinde immer wieder ein paar Höfe zu gemacht. Auf den Feldern fahren jetzt nicht mehr die über Jahrzehnte gewohnten Bulldogs, sondern die Maschinen der Pächter. Was der Lauf der Zeit ist, macht mich wehmütig.

Im Gegensatz zu unserer Gesellschaft, die das Bauernhofsterben mit dem Verlust von Biodiversität und dem Phänomen Massentierhaltung und Umweltbelastung durch Landwirtschaft gleichsetzt, sehe ich hier eher Punkte der Ländlichen Entwicklung wie Schlafdörfer und den Verlust bäuerlicher Kultur. Denn dass früher alles besser war, ist halt leider ein Bauernmärchen, dass man sich in Großstädten gerne erzählt.

Mein Hof um das Jahr 1960.

Bauer mit Tradition

Nehmen wir mal mich als Beispiel. Ich habe meinen Stammbaum bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgt. Bei allen Linien waren es immer Bauern. Die Wahrscheinlichkeit ist also groß, dass in meinen Genen nur Bauernblut fließt. Dass dies vielleicht nach mir zu Ende gehen könnte, kann ich mir nicht vorstellen und will ich mir auch gar nicht vorstellen. Aber bei sehr, sehr vielen Höfen in Deutschland war das schon der Fall und es werden noch einige dazu kommen.
Höfe, über Jahrhunderte im Familienbesitz, über Jahrhunderte durchgängig mit Vieh auf dem Hof, wo es auf einmal still wird. Wo zum Arbeiten weggefahren wird und der Hof nur noch zur Freizeitgestaltung dient. Diese „besondere“ Vergangenheit können Menschen außerhalb der Landwirtschaft nicht nachvollziehen. Sie ist aber etwas, was uns Bauern vom Rest der Bevölkerung deutlich unterscheidet!

Gerhard Langreiter, Jahrgang 1981,
Landkreis Mühldorf an Inn

Bin ich zu nostalgisch?

Ist es nicht so, dass es die Freiheit unserer Gesellschaft zulässt, dass wir freie Berufswahl haben und keiner mehr Bauer werden muss, weil es wie früher, entweder keine andere Möglichkeit gab oder die Eltern die „Wahl“ vornahmen?
Dass eben früher auch nicht alles besser war und heutige Betriebsleiter durch ihre moderne Berufsausbildung und der Technisierung viel professioneller, präziser und auch günstiger arbeiten können, als vergangene Generationen und dafür zum Beispiel auf die Pachtflächen der aufgegebenen Betriebe angewiesen sind?

Schizophrenie in der Gesellschaft

Ich weiß nicht – ich halte es immer noch für den falschen Weg. Durch Düngeverordnung, NEC-Richtlinie und vielem mehr werden die Tierbestände weiter sinken. Nur durch die intensive Tierhaltung war es aber bis jetzt in unserer Region möglich, so viele kleine Betriebe zu erhalten. Reduzierung der Tierhaltung hat einen massiven Verlust bäuerlicher Betriebe zur Folge.
Aber die selben Leute, die diesen Film gut finden und die dabei Krokodilstränen vergießen, fordern uns Bauern auf, die Tierzahlen zu reduzieren oder zum Beispiel auf bio umzustellen, wo um einiges mehr Fläche nötig ist, um davon leben zu können.

Meine große Liebe ist die Landwirtschaft

Ich bin nun seit 20 Jahren in diesem Beruf tätig und habe mich in die Landwirtschaft verliebt. Ich liebe meine Arbeit und ich liebe es auch, mich damit zu beschäftigen, neue Projekte zu planen, die Wirtschaftlichkeit von Änderungen im Betrieb zu berechnen und ich liebe es vor allem, über Landwirtschaft zu reden. Wenn aber einer nach dem anderen aufhört, wenn man beim Stammtisch der einzige Bauer ist, mit wem soll man dann seine Liebe teilen?

Hoffnung auf Zukunft

Meine Hoffnung ist noch immer, dass sich noch viel mehr Nischen auftun, in die wir noch aktiven Landwirte stoßen können, sodass es auf den Höfen zwar nicht wie früher ist, aber trotzdem noch Leben darauf zu finden ist. Dazu will ich im Herbst eine Veranstaltung aufziehen und ich hoffe dabei auf viele interessierte Teilnehmer, denn ich will nicht der letzte sein, der das Licht ausmacht.