Schlagwort-Archive: Johannes Remmel

Jubel, Trubel und Häme in NRW

Ich glaube, ich habe noch nie so viel Jubel über eine Wahlniederlage einer Regierung bzw. Partei gehört.
Die Landesregierung in Düsseldorf und speziell Minister Remmel hat Politik gegen große Teile der Landbevölkerung gemacht und DURCHGESETZT. Diskussion? Dialog? Nein. – Das wurde auch als Arrogant empfunden.
Der Jubel und die Häme sind groß bei vielen Jägern, Anglern und Landwirten aus NRW.

StellengesuchGescheiterter Spitzenpolitiker und Abiturient, Mitte 50, 11 Jahre Lehramtsstudium ohne Abschluss,…

Posted by Agrofacts on Montag, 15. Mai 2017

Jubel, Trubel und Häme in NRW weiterlesen

Anmerkungen zur Antibiotikadebatte

Über den Antibiotikaeinsatz, der Senkung des Einsatzes in der Landwirtschaft und dem darauf aufbauenden politischen Streit habe ich hier im Blog bereits mehrfach berichtet. (siehe Links am Ende des Artikels)

Ich habe noch einige kurze Anmerkungen, die ich unbedingt loswerden möchte:
Eine detaillierte Bestandsaufnahme des Status Quo beim Arzneimitteleinsatz wäre der richtige Lösungsansatz gewesen. Zuerst messen und bewerten und dann Maßnahmen ergreifen, die auch wirklich zielführend sind. Diese Chance wurde verpasst.

Jetzt werden diejenigen Kreise, die die intensive Tierhaltung eh ablehnen, auf die gestiegene Zahl der Reserveantibiotika herumreiten und Ängste schüren. Ich befürchte, dass die Landwirte sich weiter am Pranger befinden werden, obwohl sie innerhalb von fünf Jahren enorme Anstrengungen unternommen haben, um den Einsatz von Antibiotika zu minimieren.

Wenn sogar Landwirtschaftsminister bzw. deren Mitarbeiter behaupten, dass die große Minderung nur mit der Steigerung bei den neuen antibiotischen Wirkstoffen erreicht wurde, dann empfinde ich das als einen Schlag ins Gesicht. tweet_remmel_antibiotikaDas hat mit sachlicher Problemlösung nichts mehr zu tun. Dieses hochnäsige Verhalten sorgt für Frust auf den Höfen.

Und noch etwas: Nicht außer Acht lassen sollte man auch die Tatsache, dass im Bereich der Veterinärmedizin überhaupt schon mal Zahlen vorhanden sind, auf dessen Grundlage erste Bewertungen möglich sind. In der Humanmedizin sieht es noch ganz dunkel aus. Da legt der Bauernverband zu Recht den Finger in die Wunde:

tweet_dbv_antibiotika

Nun möchte ich aber betonen, dass ich nicht mit dem Finger auf andere Gruppen zeigen möchte. Ich und weite Teile der Landwirtschaft sind an einer ganzheitlichen und zielorientierten Lösung der Resistenzproblematik interessiert. Es muss gemeinsam nach Lösungen gesucht werden und zusammen gearbeitet werden. Da helfen keine gegenseitigen Schuldzuweisungen!


In diesem Zusammenhang empfehle ich folgende Artikel:

Menge der abgegebenen Antibiotika in der Tiermedizin halbiert

Zeit für gute Nachrichten: Um mehr als die Hälfte ist die Menge der abgegebenen Antibiotika in der Tiermedizin gesunken, wie aus der aktuellen Pressemitteilung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zu entnehmen ist.

bitte anklicken, um zur Originalmeldung zu gelangen
bitte anklicken, um zur Originalmeldung zu gelangen

Allerdings ist die Abgabemenge der sogenannten Reserveantibiotika im gleichen Zeitraum leicht angestiegen, was wahrscheinlich von den notorischen Kritikern der modernen Landwirtschaft bzw. der Tierhaltung kritisiert werden wird. Ich bin gespannt, wie die Schlagzeilen in den Medien zu dieser Meldung ausfallen werden.*

20160803_Tabelle_Antibiotika_Abgabemenge2015_Print
(c) Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Das Thema ist sehr komplex und nicht so leicht für jedermann leicht zu erklären. Es werden zunächst nur die Mengen erfasst, die abgegeben wurden. Dabei geht aus der Tabelle, die das BVL auch veröffentlicht hat, nicht hervor, wie wirksam ein Antibiotikum ist und wie viele Tiere sich mit einer Mengeneinheit behandeln lassen. Die Wirkstoffe, die immer schon höhere Aufwandmengen benötigten, wurden ziemlich radikal gemieden. So haben die Tetrazycline und Sulfonamide die stärksten Nachfrageverluste zu verzeichnen gehabt. Und das obwohl in vielen Fällen diese Antibiotika durchaus noch gut gewirkt hätten. Nur ist dort die Wirksamkeit nur mit höheren Dosen gegeben und auch die Dauer der Therapie dürfte etwas länger sein. Reduzierte Aufwandmengen in der Therapie sind gefährlich, denn gerade dann, wenn zu niedrig und Menge der abgegebenen Antibiotika in der Tiermedizin halbiert weiterlesen