Schlagwort-Archive: Journalismus

Die ’50 Million Shades Of Grey‘ der Nutztierhaltung

Figur auf hohem Ausguck mit Fernglas
Der Alltag in der Nutztierhaltung besteht aus Unmengen Graustufen. Sie finden sie nicht? Bei Tageslicht auf dem Bauernhof die Augen öffnen hilft unbedingt!

Tierrechtler, die die Nutztierhaltung kompromisslos ablehnen, steigen nachts klammheimlich in Schweine- und Hühnerställe ein, drehen über Monate Filme von angeblichen Missständen. Sender des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, aber auch Privatsender, strahlen die Berichte ungeprüft in schrill-skandalisierender Tonlage aus. Wieder einmal ein Tierquäler erwischt! Wieder einmal wird von einem Fall auf alle geschlossen! Die „erwischten“ Landwirte werden wie die sprichwörtliche Sau durch das massenmdiale Dorf gejagt. Ein ganzer Berufszweig gerät pauschal in Misskredit. Die ’50 Million Shades Of Grey‘ der Nutztierhaltung weiterlesen

Journalisten und Agrarblogger

Ein Fernsehbeitrag im NDR von Oda Lambrecht über Agrarblogger sorgte viel Diskussionen innerhalb der Agrarbloggerszene. Es wurde viel drüber geschrieben, ich selber habe mich bisher nicht offiziell geäußert.

Bloggen Bauern vergeblich?

Das möchte ich jetzt aber doch kurz tun. Doch bevor ich anfange, möchte ich auf den Blogpost von Rainer Winter verweisen, der das bisher geschehene gut zusammengefasst und selber bewertet hat. Auch Links zu anderen Beiträge dieses Themas und zum TV-Beitrag sind dort zu finden:

Rainer Winter beschäftigt sich mit dem TV-Beitrag vom Medienmagazin ZAPP (NDR)
Rainer Winter: „Bauern bloggen – vergeblich?“

 

Mein Antrieb zu bloggen

Wenn ich gefragt werde, warum ich mit dem Bloggen begonnen habe, antworte ich meistens:

„Weil ich als konventioneller Bauer die Berichterstattung zu landwirtschaftlichen Themen in den (meist) überregionalen Medien für unausgewogen hielt und mit meiner Sicht der Dinge selber auf „Sendung“ gehen wollte“

Das war vor sieben Jahren. Mein Medium war anfangs nur mein WordPress-Blog, erst später kamen Twitter, Facebook, YouTube & Instagram dazu.
Die Situation der medialen Berichterstattung hat sich seitdem nicht unbedingt verbessert. Die sozialen Netzwerke wie Facebook wuchsen zu Giganten und die klassischen Medien haben weiter mit sinkenden Auflagenzahlen und Einschaltquote zu kämpfen.

Wachsende Bloggerszene

Die Zahl der Blogger ist stark gestiegen. Es ist ja auch recht einfach zu bloggen und für fast jeden Typ gibt es eine Plattform, die für ihr genau passend ist. Ich selber bin begeistert über wirklich tolle YouTube-Kanäle, Instagram & Twitter-Accounts, über die bunte Vielfalt der Podcasts und natürlich auch über die Reichweiten, die einige über Facebook erreichen. Selber fühle ich mich hier bei WordPress und Twitter am Wohlsten.

Sind Blogger eine Gefahr für Journalisten?

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Offener Brief …

… zur Berichterstattung über die Untersuchung von Bündnis90/Die Grünen zu Glyphosat in der Muttermilch

(c) stallbesuch.de
(c) stallbesuch.de

Mit großer Sorge haben wir die Pressereaktion auf eine von „Bündnis 90/Die Grünen“ in Auftrag gegebene Untersuchung zu Glyphosat in Muttermilch-Proben zur Kenntnis genommen.

In zahlreichen Medien wurden Inhalte und Schlussfolgerungen aus der Pressemitteilung einer politischen Interessengruppe ungeprüft übernommen und nicht angemessen gewichtet.

So werden in der Pressemitteilung die ermittelten Werte mit den Trinkwasser-Grenzwerten verglichen. Diese Grenzwerte sind allerdings pauschaler Natur, gelten für alle Arten von Pflanzenschutzmitteln und Bioziden. Sie sind nicht geeignet, um daraus eine etwaige Gesundheitsgefährdung abzuleiten (Link).

Ausschlaggebend für die Bewertung der Gesundheitsgefährdung ist die in der EU zulässige Tagesaufnahme, kurz ADI (acceptable daily intake). Diese liegt für Glyphosat bei 0,3 mg pro Kilogramm Körpergewicht.

Ein vier Kilo schwerer Säugling müsste also von der in der Stichprobe am stärksten belasteten Muttermilch mehr als 2777,778 Liter am Tag (!) trinken, um diesen Grenzwert zu überschreiten. Offener Brief … weiterlesen