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Über Christina Annelies

Christina Annelies ist das jüngste Mitglied im Team von blogagrar.de

Zwei Kartoffeln auf Acker

Von wissenschaftlicher Rosinenpickerei und einer innigen Freundschaft, zwischen die kein Blatt passt

Das bei den Landwirten ungeliebte Agrarpaket liegt unverändert auf den Schreibtischen in den Bundesministerien für Landwirtschaft (BMEL) respektive Umwelt. Ungeliebt, da wichtige Anliegen des Natur- und Umweltschutzes darin verankert sind, während

„das Paket für die Bauern so eng geschnürt ist, dass es vielen Betrieben die Luft zum Atmen nimmt“,

bewertet BlogAgrar-Betreiber Bernhard Barkmann das Papier in seinem Beitrag „Die Botschaft hinter den grünen Kreuzen“. Daher werden die Bauern weiter demonstrieren, am 14. in Hamburg anlässlich der in der Hansestadt stattfindenden Umweltministerkonferenz und am 26. in Berlin.

Die Berater-Millionen des BMU

Aus dem Ringen um die weitere Ausrichtung der deutschen Agrarpolitik zwischen BMEL und BMU ist mit Ministerin Svenja Schulze das Umweltministerium als Gewinner hervorgegangen. Ein Ministerium, das es Ende Oktober kurz in die Negativschlagzeilen gebracht hatte mit einer Rüge des Rechnungshofs, Hunderte Millionen Euro für externe Leistungen verschleiert zu haben.

„Hat Svenja Schulze ein Beraterproblem?“ ,

fragte sich konsequenterweise Spiegel Online in seiner Ausgabe vom 30.10.2019. Dem SPON-Artikel zufolge durchaus. Allerdings ist es nicht das einzige Problem. Es finden sich weitere „Schwachstellen“ im Berliner Ministerium, die bedauerlicherweise nicht die Öffentlichkeit erhalten, die sie mit Blick auf die Bauernproteste verdienen.

Dem möchte ich in diesem Beitrag abhelfen. Dabei schwingt im Hintergrund die Überlegung mit: Was haben die Bauern vom BMU zu erwarten?

Unite behind the science?

In Bezug auf die Verwertung wissenschaftlicher Erkenntnisse erinnert das SPD-geführte Ministerium an das Gebaren von Bündnis 90/Die Grünen: Es werden Rosinen gepickt. Beim Klimawandel steht man geschlossen hinter den Aussagen der Wissenschaft, bei Glyphosat und Gentechnik hingegen zieht man seine eigenen Wahrheiten vor.

Glyphosat

Svenja Schulze hat das Glyphosatverbot ganz weit oben auf der BMU-Agenda von ihrer Amtsvorgängerin übernommen. Mit dem Agrarpaket werden also BMU-Träume wahr: Zum Stichtag 31. Dezember 2023 soll der Einsatz glyposathaltiger Mittel verbindlich beendet werden, heißt es im „Aktionsprogramm Insektenschutz“, den das Bundeskabinett Anfang September beschlossen hat.

Bloß: Bisherigen Erkenntnissen zufolge spielt Glyphosat eine untergeordnete Rolle beim Insektenrückgang. Allerdings ficht das die Ministerin und ihren Staatssekretär nicht an. Bedauerlicherweise auch nicht Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die das Herbizid ungeachtet aller Proteste zum „politisch toten Pferd“ deklariert hat.

Ich halte das für eine Bankrotterklärung. Schließlich sanktionieren BMEL und BMU mit ihrem Beschluss nichts weniger als dass 

  • a-wissenschaftliche Schmutzkampagnen sich auszahlen, bei denen neben wissenschaftlichen Erkenntnissen die Integrität von Menschen (ich erinnere u.a. an Landwirtschaftsminister a.D. Christian Schmidt und BFR-Präsident Prof. Dr. Andreas Hensel) und Institutionen (ich erinnere u.a. an das BfR und an das BMEL (!)) mit Füßen getreten werden;
  • zukünftig jedes synthetisch hergestellte „Chemie“-Pflanzenschutzmittel und damit im Übrigen die Versorgungssicherheit des Landes leichte Beute sind für ideologisch verbrämte Schmierkampagnen der Big Green (Bündnis 90/Die Grünen / Naturschutz-NGO);
  • Zielkonflikte ausgeblendet werden, vorausgesetzt, es gelingt, alarmistisch, emotionsgeladen und laut genug zu trommeln;
  • Deutschlands Landwirte mit Glyphosat das sicherste Pflanzenschutzmittel verlieren werden und es keine (ökologisch sinnvollen!) Alternativen gibt.

Wer sich über Insektenserben und Glyphosat informieren möchte, empfehle ich die folgenden Links:  

Wie gefährlich ist Glyphosat?
Gutes Gift und böses Gift

Böse „Gene“

Ein gravierendes Desinteresse an wissenschaftlichen Erkenntnissen manifestiert sich im BMU ferner bei der Gentechnologie – ein Skandal im Übrigen, der wohl erst dann den hohen Nachrichtenwert finden, den er verdient, wäre der Schauplatz das BMEL. Vermutlich würden sich Medien und Öffentlichkeit überschlagen, würde Julia Klöckner und nicht Svenja Schulze die „Fachstelle für Gentechnik und Umwelt (FGU)“in ihrem Haus finanzieren.

Die FGU wird getragen von dem Verein Testbiotech e.V., der

„seit zehn Jahren unermüdlich gegen den Einsatz von Gentechnik, gegen die synthetische Biologie und gegen die Patentierung von biotechnologischen Erfindungen kämpft“,

so der Wissenschaftsjournalist und Salonkolumnist Ludger Weß in seinem exzellenten Beitrag „Pflanzenforscher, haut ab!“.

Sprich: Das BMU bezahlt eine gentechnologiekritische Einrichtung dafür, neue Gentechnologien zu beobachten und zu bewerten und die Öffentlichkeit darüber aufzuklären. Pikant: Die Wissenschaft ist sich nicht erst seit gestern einig: Von gentechnisch veränderten Organismen geht keine Gefahr aus. In der Humanmedizin ist ihr Einsatz schon lange Alltag. Auch für die Landwirtschaft wären neue Technologien wie die CRISPR/Cas-Methode nicht nur in Zeiten des Klimawandels ein Segen, sondern auch zur Reduktion des Einsatzes von – Pflanzenschutzmitteln!

„NABU-Ministerium“

Möchte man das Handeln von BMU bzw. Svenja Schulze verstehen, führt meines Erachtens kein Weg am NABU-Naturschutzbund Deutschland e.V. vorbei. Der NABU vertritt auf seiner Webseite die Auffassung, dass die Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion  

„die dringend benötigten Lebensräume für viele Arten und ihre Nahrungsgrundlage drastisch einschränkt.“

(https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/landwirtschaft/agrarpolitik/index.html)

Ziel der NGO ist eine Agrarpolitik, die der Natur deutlich mehr Platz einräumt:

Der Natur deutlich mehr Platz einräumen – aber was ist mit unserem Essen? https://www.nabu.de/news/2019/09/27013.html

Eine NABU-Studie kommt zum Schluss, dass folgende Maßnahmen notwendig sind, um die Biodiversität in unseren Agrarlandschaften dauerhaft zu erhalten oder auch wiederherzustellen:

NABU-Studie: https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/landwirtschaft/agrarpolitik/eu-agrarreform/studien/26156.html

Nichts weniger als der Umbau der Landwirtschaft ist geplant – letztendlich mit einem massiven Eingriff in die Nahrungsmittelerzeugung. Ein erster Schritt auf dem Weg ist das Agrarpaket. Dementsprechend findet das Insektenschutzprogramm großen Anklang beim NABU:

„Das ambitionierte Programm ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“,

begrüßte der NABU das Aktionsprogramm (https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/insektensterben/26943.html).

BMU bzw. Svenja Schulze und der NABU „funken auf einer Wellenlänge“. Ob sich wohl Raum findet für die Belange der konventionellen Landwirtschaft?

Bauer Willi

Interessant finde ich folgende Beobachtung von Bauer Willi: 

„Wer Svenja Schulze reden hört, könnte sich auch gleich mit der Kreisverbandsvorsitzenden eines Naturschutzvereines unterhalten. Empathie für Bauern ist da nicht zu erwarten“,

urteilt er in seinem lesenswerten BlogPost „Nichts Neues, aber neue Erkenntnisse“. In dem Beitrag referiert er ein Gespräch mit Julia Klöckner, das er am 22. Oktober in Berlin geführt hatte – eine lesenswerte Lektüre übrigens für diejenigen, die Näheres über den Hintergrund der Bauernproteste erfahren möchten. Ich habe ihn hier verlinkt.

NABU-Mitglied Schulze

Bauer Willi hat mit seiner Einschätzung zwar keinen Volltreffer gelandet, liegt aber auch nicht daneben: Die Ministerin ist NABU-Mitglied – und zwar kein passives:

„Für mich macht der NABU eine Lobbyarbeit im besten Sinne – und das werde ich mit aller Kraft weiter unterstützen“,

lobte Svenja Schulze, seinerzeit Mitglied des Landtags Nordrhein-Westfalen, 2008 im NABU-Mitgliedermagazin „Naturzeit im Münsterland“ die Arbeit von NABU-Mitgliedern und -Aktiven. Beim Stadtverband Münster des NABU freute man sich: Man nehme sie beim Wort, ist auf der Webseite des Verbandes zu lesen ( https://www.nabu-muenster.de/der-nabu-gratuliert-svenja-schulze-zum-neuen-amt-als-bundesumweltministerin/).

Zehn Jahre später wiederum übernahm Schulze, mittlerweile Bundesumweltministerin, am 22. November 2018 die Schirmherrschaft des NABU-Projektes „Gemeinsam Boden gut machen“, wie die NGO auf ihrer Webseite mitteilte. Mit der Initiative unterstützt der NABU Landwirte, die von der konventionellen Landwirtschaft auf Öko-Landbau umsteigen wollen.

Am 5. März 2019 wiederum zog der NABU beim Online-Portal www.euractiv.de nach einem Jahr GroKo Bilanz zum Umweltschutz: Das Landwirtschaftsministerium erhielt durchweg schlechte Noten, Lob gab es hingegen für die Initiativen von Umweltministerin Schulze. (https://www.euractiv.de/section/energie-und-umwelt/news/ein-jahr-groko-nabu-zieht-enttaeuschende-bilanz-zum-umweltschutz/)

Man mag sich augenscheinlich, was nicht nur im Netz seinen Ausdruck findet. Auch die folgenden BMU-Personalien sprechen Bände:

Jochen Flasbarth

Seit Dezember 2013 ist Jochen Flasbarth Staatssekretär im Bundesumweltministerium. Bei ihrem Wechsel nach Berlin 2018 übernahm Svenja Schulze gemeinsam mit dem Ressort den Staatssekretär ihrer Amtsvorgängerin, Ministerin a.D. Dr. Barbara Hendricks. Flasbarth war von 1992 bis 2003 als hauptamtlicher NABU-Präsident tätig, nachdem er bereits 1989 das Amt des Vizepräsidenten angetreten hatte.

Josef Tumbrinck

Seit April 2019 leitet Josef Tumbrinck das BMU-Unterressort „Naturschutz“. Zuvor war er in Nordrhein-Westfalen als NABU-Landeschef tätig gewesen. Pikant: Nur wenige Monate später befasste sich die Justiz mit Tumbrincks Stellenbesetzung. Das Verwaltungsgericht Köln hatte Ende Juli auf die Beschwerde eines Mitbewerbers um den Posten entschieden, dass die Stelle des Unterabteilungsleiters „Naturschutz“ neu ausgeschrieben werden müsse. Der Verdacht einer möglichen Postenschieberei sei bereits Anfang des Jahres laut geworden, zitiert die Agrarjournalistin Sabine Leopold AgraEurope in dem agrarheute-Beitrag „Fragwürdige Verquickung. Stellenvergabe im Umweltministerium in der Kritik“.

Zudem habe die Regierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag im Mai mitgeteilt, dass insgesamt fünf BMU-Angestellte direkt aus dem NABU oder dem Deutschen Naturschutzring (DNR) ins Ministerium gewechselt sind. Laut Wikipedia ist der DNR der Dachverband der deutschen Natur-, Tier- und Umweltschutzorganisationen. Auch der NABU gehört dem DNR an.

„Während jedoch Vorwürfe hinsichtlich Lobbyismus und unsauberer Verquickungen in der Agrarbranche immer wieder für enorme Schlagzeilen sorgen, haben sich die großen Medien der Vorgänge im Bundesumweltministerium bislang nicht angenommen“,

bilanziert Leopold.

Das Tumbrinck’sche Kartoffelgate

Josef Tumbrinck dürfte manchem Nutzer der Sozialen Medien durch ein Tweet bekannt geworden sein, in dem er kürzlich einen gravierenden Mangel an landwirtschaftlichem Basiswissen offenbarte. Pech für Tumbrinck, der anscheinend noch nie ein Kartoffelfeld im Herbst gesehen hat: Sein im Tweet zum Ausdruck gebrachtes Bauern-Bashing fiel in den Sozialen Medien mit voller Wucht auf ihn zurück.

Kartoffelacker mit grünem Kreuz, im Hintergrund ein Kraftwerk.
Landwirtschaft des Todes – oder Kartoffeln kurz vor der Ernte?
Zwei ausgegrabene Kartoffeln auf Kartoffeldamm
Zombie-Kartoffeln. Oder: Die Grünen Kreuze bringen auch zum Ausdruck, dass die Gesellschaft einschließlich des Naturschützers Josef Tumbrinck das Wissen über die Erzeugung sogar ihrer Grundnahrungsmittel verloren hat.

Da wir gerade bei bösartigen Anwürfen aus NABU-Reihen sind – hier eine Randnotiz: Am 26. Oktober echauffierte sich der Bauernverband Bremen auf seiner Webseite über den Geschäftsführer des NABU Bremen. Dieser hatte live im Fernsehen gesagt,

„dass sie doch die Umweltvergifter seien und ihre eigene Funktionäre vom Bauernverband Rukwied und Konsorten, das sind letztendlich Verbrecher, die wirklich Millionen abzocken, das muss man so deutlich sagen, die Millionen abzocken,…“.

Als ob diese Schublade nicht schon unterirdisch genug wäre, nannte er im Nachgang auf Facebook die Bauern als „Brunnenvergifter, Käfertöter und Vogelschlächter“ und wiederholte seine Aussage zu den Vertretern des Bauernverbandes. Der Kommentar des Bauernverbandes kann hier vollständig nachgelesen werden.

Druschba – Freundschaft

Die gegenseitige Wertschätzung von NABU und BMU findet ferner in monetärer Form Ausdruck: Das ehemalige NABU-Mitglied Jens-Werner Dettmann veröffentlichte Anfang 2019 einen Offenen Brief an Ministerin Schulze u.a. zur Personalie Tumbrinck und arbeitet  darin bis dato bewilligte Fördermittel aus dem BMU für den NABU und dessen Stiftungen in einer anschaulichen Grafik auf.

Die Zahlen entstammen einer Anfrage, die die Bundestagsfraktion der FDP im vergangenen Jahr an die Bundesregierung gerichtet hatte. Das lesenswerte Schreiben mit Link zur Anfrage und Auflistung der einzelnen NABU-Projekte habe ich an dieser Stelle verlinkt.

Bildnachweis: Jens-Werner Dettmann

Meine Meinung? Zwischen NABU und BMU passt kein Blatt. Anders ausgedrückt:

„Die deutsche Agrarlobby: verfilzt, intransparent und wenig am Gemeinwohl orientiert“ lautete eine Studie, die der NABU am 29. April 2019 vorgelegte (https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/landwirtschaft/agrarpolitik/26321.html). Ich will auf den Inhalt der Studie gar nicht eingehen – es ist die übliche Agrarlobbyverteufelung, deren Sinn oder Unsinn einen eigenen Beitrag wert wäre.

Ich stelle mir allerdings die Frage, ob es nicht Zeit ist für eine weitere Studie? Als Überschrift könnte ich mir vorstellen:

„BMU und NABU: verfilzt, intransparent und wenig am Gemeinwohl orientiert.“

Fazit:

Eingangs hatte ich die Frage gestellt, was die Bauern vom BMU zu erwarten haben. Meine Antwort: Vermutlich nichts.

Aber wer weiß? Ich höre immer wieder, auf regionaler Ebene arbeiten Bauern und NABU-Mitglieder gut zusammen. Es sei die Führungsriege, die einen Konfrontationskurs fahre. Vielleicht ergibt sich aus den vielen Partnerschaften irgendwann und irgendwie eine Kurskorrektur – über das NABU hinein ins Herz des BMU?

Screenshot Abstimmungsvorlage

Warum der FDP-Antrag „Wettbewerbsfähige Landwirtschaft“ die Aufregung nicht wert ist und Bauer Willi klasse Arbeit geleistet hat

Eine emotionale Woche ist für Deutschlands Landwirte zu Ende gegangen: Eure Demo gegen Agrarpaket und Mercosur-Handelsabkommen, gegen das Bauern-Bashing seitens NGOs und teils Politik war ein großartiger Erfolg! Meine aufrichtigen Glückwünsche nachträglich an die Organisatoren für Eure Herkulesarbeit und an die vielen Bauern, die so klasse ihre Anliegen vertreten haben!

So euphorisch die Woche begonnen hat, so missgestimmt ging sie zuende. Stichwort: FDP-Antrag „Wettbewerbsfähige Landwirtschaft“. Und auch zwischendurch gab es Misstöne. Einen bösen hat sich Bauer Willi eingefangen.

Persönlich fand ich die Wut über den Antrag verständlich, aber übers Ziel hinausschießend. Er war es schlicht und ergreifend nicht wert! Bzw. in dem Maße, in dem man sich über die Ablehnung die Unionsparteien aufregen mag, hätte man auch der FDP einen überziehen müssen. Mindestens. Und was mit Bauer Willi veranstaltet wurde, war schlicht und ergreifend nicht in Ordnung.

Zu beiden möchte ich mich hier äußern und fange mal mit A wie Antrag an:

FDP-Antrag „Wettbewerbsfähige Landwirtschaft“

Wie alles begann: Die Landwirte Thomas Andresen und Philip Krainbring haben mit einem vielfach geteilten, an dieser Stelle verlinkten Video-Rant auf das Abstimmungsverhalten der CDU reagiert. Diese hatte geschlossen gegen den FDP-Antrag „Wettbewerbsfähige Landwirtschaft“ gestimmt.

Warum der FDP-Antrag „Wettbewerbsfähige Landwirtschaft“ die Aufregung nicht wert ist und Bauer Willi klasse Arbeit geleistet hat weiterlesen
Politiker halten Bande hoch

Was haben die Grünen jemals für die Bauern getan?

Im Anschluss an die größte Bauern-Demonstration im Nachkriegs-Deutschland ist Anton Hofreiter vergangenen Dienstag vor die Kamera getreten. Grund: Der Grünen-Fraktionsvorsitzende bietet den Landwirten den Dialog an.

„Eine vernünftige Agrarpolitik, die Klima und Umwelt schützt, kann nur mit den Bauern, nicht gegen die Bauern passieren“,

so Hofreiter.

Porträtphoto des Grünen-Politikers Anton Hofreiter
Ist das Dialogangebot ernst gemeint?

Bloß: Können Deutschlands Landwirte dieses Angebot ernst nehmen?

Buhmann grüner Agrarpolitik

Denn dass die Bauern am 22. Oktober landesweit auf die Straße gegangen sind, hat auch damit zu tun, dass Hofreiter bzw. seine Partei die konventionell wirtschaftenden Landwirte seit Jahr und Tag an den Pranger stellen. Sie haben das schwarz-weiß in der öffentlichen Debatte befeuert, so dass die Öffentlichkeit heute beispielsweise glaubt, Deutschlands Landwirte vergiften ihre Landsleute mit „Ackergift“. Dabei sind es PflanzenSCHUTZmittel, die übrigens auch Biolandwirte einsetzen – aus denselben Gründen wie ihre konventionell wirtschaftenden Kollegen: Sie schützen ihre Pflanzen vor Krankheiten und Schädlingen und gewährleisten Ertragssicherheit (wo viele Grüne gerne blanke Profitgier unterstellen!).

Aber dass auch Bio-Landwirte Pestizide einsetzen, diese zentrale Info halten Hofreiter und seine Kollegen in der Öffentlichkeit wohlweislich zurück. Was im Einzelnen in der Bio-Landwirtschaft zum Einsatz kommt, kann hier nachgelesen werden: „Mythenjagd (1): Bio bedeutet ungespritzt“. Dabei gilt hüben wie drüben: Seit Paracelsus macht unverändert die Dosis das Gift.

Erinnern Sie sich an Ihre Nitrat-Rants, Herr Hofreiter? Sie sprachen von „Güllefluten“ und der „Überdüngung unserer Gewässer“, kündigten an, die Trinkwasserpreise würden steigen aufgrund der „zunehmenden Verunreinigung des Grundwassers durch Nitrate der Agrarindustrie“. Ohne es mit Fakten sonderlich ernst zu nehmen, wie hier nachzulesen ist.

Dass jetzt peu à peu an den Tag kommt, dass sich für Nitrate und Stickstoffe noch ganz andere zu verantworten haben – ich glaube nicht, dass nach der Hetze der vergangenen Jahre auch nur ein einziger Landwirt sich in diesem Land vorstellen kann, dass die Grünen dem nachgehen, geschweige denn in ihre Überlegungen bzw. Kampagnen einbeziehen werden. Oder haben Sie, Herr Hofreiter, bzw. Ihre Kollegen auch nur in einem einzigen Ihrer Rants gegen die Agrarindustrie beim Thema Nitrat das Wort „Belastungsmessnetz“ erwähnt? Hart in der Sache PLUS Fairness, Redlichkeit und Respekt war bis dato Ihrer aller Sache nicht.

Fakten für eine zukunftsfähige Landwirtschaft

Was wir, Landwirte, Gesellschaft und Politik, brauchen für eine zukunftsfähige, nachhaltige Landwirtschaft, sind Fakten als Diskussions- und Entscheidungsgrundlagen. Und keine ideologisch verbrämten Agrarwende-Visionen, für die Sie und Ihre Kollegen sich die Argumente brachial zurechtbiegen.

Nach allem, was gewesen ist, kann ich mir schwerlich vorstellen, dass die Landwirte viel von Ihnen oder Ihren Kollegen zu erwarten haben. So gut wie jegliche Kommunikation rund um die konventionelle Landwirtschaft war feindseliger Natur. Hinzu kommt, dass viele Bauern in den vergangenen Jahren versucht haben, bei Facebook mit Ihnen oder Ihren Kollegen in ein Gespräch zu treten. Die meisten, so wie Sie auch, haben den Dialog verweigert.

Fazit:

Persönlich würde ich Ihr Angebot als ein den eindrucksvollen Bildern der Demonstration geschuldeten Kurzschluss betrachten. ABER: Vielleicht sehen die Landwirte das anders? Es bleibt spannend!

Wenn ich Sie im Folgenden daran erinnern darf, was Sie und Ihre Kollegen an wertvollem Porzellan kaputt geschlagen gehaben – und wie unfassbar rabiat?

Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt im Bundestag, 11. September 2019

„Bauern zerstören die Landschaft | Bauern vernichten die Arten | Bauern verseuchen das Wasser“

Wer Ihr seid!

Wie Ihr seid! Teil 1: Harald Ebner
Wie Ihr seid! Teil 2: Partei, Fraktion und grüne Europagruppe

Grüne geistige Brandstiftung – oder wenn die moralische Feuerwehr zum Feuerteufel wird. Eine Analyse.

Teil 1 – Einleitung
Teil 2 – Massentierhaltung
Teil 3 – Antibiotika
Teil 4 – Glyphosat
Teil 5 – Glyphosat: Gift in den Händen der Abgeordneten Harald Ebner MDB, Martin Häusling MEP, Sven Giegold MEP und Maria Heubuch MEP
Teil 6 – Nitrat: Gülleschwemme? Oder ist alles ganz anders, als es aussieht?

Grüne-Politiker halten No Hate Speech-Bande hoch
„Sprache schafft Welt und Wirklichkeit“. Robert Habeck : „Genverseucht, Gendreck, Merkelgift (Anm.: gemeint ist Glyphosat), Frankensteinpflanze, Feldbefreiung, genmanipuliert, chemieverseucht, Chemiebauer, Agrarmafia, Genpflanze, Horrorsaat, Monsterpflanze, genkontaminiert…“ Ludger Weß zitiert aus grünen Pressemitteilungen | Ackergift, Brunnenvergiftung, Gülleschwemme, Gülleflut …. kleiner Auszug aus meiner Analyse grüner Kommunikation

Märchenzeit, die Vierte: Alles Rüben? Oder was, Sarah?

Heute folgt das vierte der fünf Märchen der Sarah Wiener. Es hat sich einiges getan: Die österreichische Starköchin war in der Wahl zum Europaparlament 2019 erfolgreich und ist jetzt Abgeordnete. Vermutlich sehr zum Schrecken der Bloggerin Birigt Medlitsch, die in ihrem vierten Märchen zu Recht überlegt, ob eine von Finanzinvestoren alimentierte Sarah Wiener über die Kürzung und/oder Veränderung von EU-Agrarsubventionen mit entscheiden sollte.

Märchen Nummer 4 der Sarah Wiener

Da gibt es Menschen, die ihr ganzes Leben nach der Natur ausrichten. Sie dreschen bei 40 Grad das Korn oder bringen bei nicht weniger Hitze das Heu ein. Sie richten ihr Leben nach den Bedürfnissen der Tiere, die bei Ihnen am Hof leben, aus. Sie kennen keinen Feierabend, kein Wochenende und keine Feiertage. Die Natur bestimmt ihr Leben.

Diese Menschen nennt man Bauern.

Das Märchen von der Bio-Bäuerin.

Und dann gibt es Investoren. Investoren, die Land kaufen. Land, das bisher Bauern ihr eigen nannten. Und es gibt eine Visionärin, die von diesen Investoren unterstützt wird. Eine Visionärin, die Mitarbeitern beim Arbeiten gerne über die Schulter schaut und mit den Tieren am Hof kuschelt. Eine Bio-Bäuerin, die fröhlich in feine Gewänder gekleidet vor der alten Backsteinmauer für ein Photoshooting eines Magazins posiert, und ganz nebenbei Landwirten viele gute Tips gibt.

In einem Interview mit der Berliner Zeitung (17.6.2018) sagt sie

„Ich hatte diese Sehnsucht in mir, in der Natur zu wohnen und mich von meiner eigenen Hände Arbeit zu ernähren. Mich mit dem Land und dem, was da wächst zu verbinden.“

Warum tut sie es dann nicht? Im Interview sagt sie nämlich, dass sie nicht im Kuhstall stünde und ausmisten würde, und schon gar nicht morgens um sieben. Eine Zeit lang hätte sie am Gut gewohnt, dann hat sie in der Nähe ein Haus errichtet. Dazu meint sie

„Ich habe das gemacht, weil es auf dem Hof keine private Ecke gibt.“

Sie selbst bezeichnet sich als theoretische Bio-Bäuerin, und das ist sie auch. Sie nennt Schweinerassen manchmal „Sorten“, und spricht Landwirten das ab, das dafür sorgt, dass sie ihre Höfe noch bewirtschaften können: die Agrarsubventionen.

Das Märchen von den Roten Rüben.

Im Interview mit dem Kurier (5.2.2016) meint sie unter anderem:

„Ich kenne einen Rote-Rüben-Bauern, der auf zwei Hektar in Bio-Qualität produziert und davon lebt.“

Märchenzeit, die Vierte: Alles Rüben? Oder was, Sarah? weiterlesen
Screenshot Buch

Wie Ihr seid! Teil 2: Partei, Fraktion und grüne Europagruppe

Robert Habeck hat im Oktober letzten Jahres ein Buch veröffentlicht. Der Titel: „Wer wir sein könnten“. Sein Anliegen: Eine offene und vielfältige Sprache, mit der Demokratie funktioniert. Eine Sprache, die nicht ausgrenzt, entmenschlicht.

Leider entgleisen viele seiner Parteikollegen regelmäßig, wenn sie sich im Internet zur konventionellen Landwirtschaft äußern. Seit Jahren schon ernten Landwirte die Stürme, die die Grünen säen.

Die Internet-Kommunikation von Bündnis 90/Die Grünen läuft nicht immer, aber oft, auf geistige Brandstiftung hinaus. Zumindest legt dies der Teil 2 meiner Bestandsaufnahme von Tweets bzw. Facebook-Posts aus Partei, Fraktion und grüner Europagruppe nahe.

Teil 1: Wie Ihr seid! Teil 1: Harald Ebner

Wie Ihr seid! Teil 2

Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

Link Facebook-Post
Keine Beweise, aber bald 60 Prozent (Facebook, 17. Mai 2019)

Die Angst um das Trinkwasser

Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat kürzlich bei Facebook Alarm geschlagen. 60 Prozent könnte das Trinkwasser teurer werden. Aber der Retter naht: Anton Hofreiter will dafür sorgen, dass wir bekommen, was wir bereits haben: sauberes und bezahlbares Wasser.

Aus welcher Quelle stammt die Zahl 60 Prozent? Wie ist die prozentuale Verteilung von Industrie und industrieller Landwirtschaft? Welche Stoffe verschmutzen konkret unser Trinkwasser? Und wieso: „könnte“? Was wäre der Grund für einen Kostenstieg bzw. dafür, dass es nicht so weit kommt?

Warum der Konjunktiv, warum gehen Fraktion bzw. Hofreiter mit ungelegten Eiern hausieren? Erklärungen erhalten wir keine.

Ich denke, des Rätsels Lösung ist einfach: Sprache wird eingesetzt, um den Menschen Angst einzujagen vor gravierenden finanziellen Belastungen. Obwohl kein Anlass zur Sorge vorhanden wäre. Aber die Agrarwende muss her, und es ist immer Wahlkampf.

„Brunnenvergiftung“ reloaded

Pikant ist der Post übrigens vor dem Hintergrund, dass die Grünen vor einem Jahr schon mal einer betroffenen Öffentlichkeit mitgeteilt hatten, dass die Kosten für ihr Trinkwasser signifikant steigen werden. Auch Anton Hofreiter hatte sich mit einem Facebook-Post zu Wort gemeldet: Die „Gülleflut“ aus der Massentierhaltung müsse gestoppt werden. Allerdings beruhte die Meldung auf einer Auswertung der grünen Bundestagsfraktion. Und die stimmte vorne und hinten nicht, wie das Statistische Bundesamt in einer Pressemitteilung richtig stellte.

Pikant ist ferner, dass die Grünen auch vor zwei Jahren bereits laut getrommelt hatten, einer Studie des Umweltbundesamtes (UBA) zufolge würden die Kosten für unser Trinkwasser beträchtlich in die Höhe schnellen. Der Grund? „Güllefluten“ laut dem damaligen niedersächsischen Landwirtschaftsminister Christian Meyer. Bärbel Höhn sprach gar von einer „Brunnenvergiftung“. Wieder einmal war den Grünen die Sprache entglitten. Übrigens entsprach der prognostizierte Anstieg nicht den Fakten. Weit gefehlt.

Bedenkt man den Hintergrund des Narrativs der Brunnenvergiftung, so ist der Begriff eine schlimme Wahl: In der Antike galt es als schweres Verbrechen und entwickelte sich über die Jahrhunderte zu einem Stereotyp zur Verleumdung bestimmter Volksgruppen. Unter anderem wurde der Vorwurf der Brunnenvergiftung gerne als Legitimation genutzt, Juden zu verfolgen.

Gülleflut

Das negativ besetzt Wort Gülle mit Flut zu verbinden ist ein geschickter Schachzug. Ich habe mal beim Wortschatz-Portal der Universität Leipzig nachgeschlagen: Signifikante linke Nachbarn von Flut sind (u.a.): verheerend, schlimm, gewaltig. „Flut“ ist also negativ konnotiert, denn bis auf wenige Ausnahmen wird das Wort mit Adjektiven verknüpft, die eine Gefahr beschwören.

Und damit lässt sich natürlich hervorragend trommeln für eine Agrarwende. Viel besser als mit differenzierenden Aussagen wie beispielweise der Tatsache, dass Nitratwerte nicht flächendeckend überschritten werden, sondern punktuell. Oder dass belastete Brunnen längst nicht immer in viehintensiven Regionen liegen. 

Wer mag, kann einiges mehr zum Thema Nitrat sowie zu angeblich steigenden Trinkwasserkosten bei BlogAgrar nachlesen: „Nitrat – und kein Ende mit der Scheiße“.

Hate speech?

Haarsträubend ist ferner die Aussage zum Verhalten der Bundesregierung. Es wird ihr unverhohlen unterstellt, sie nehme aus niederen Gründen Kostensteigerungen beim Trinkwasser in Kauf – zum Nachteil der Verbraucher. Ein starkes Stück! Ist das noch Verleumdung oder schon Hate Speech?

Werte Bundesagsfraktion, Ihre Kommunikation hat rein gar nichts mit einer konstruktiven demokratischen Auseinandersetzung zu tun. Nicht unser Trinkwasser ist vergiftet. Ihre Sprache ist es!

Bündnis 90/Die Grünen

Link Tweet
Der Begriff Ackergift muss sein! (Bündnis 90/Die Grünen – Tweet vom 21. Mai mit ZDF-Videoausschnitt: Was mir Europa bringt)

Die ewige Leier vom Ackergift

Exemplarisch für die verrohte Sprache der Grünen ist meines Erachtens der Begriff „Ackergift“. Denn es handelt sich um PflanzenSCHUTZmittel. Also Stoffe, die Landwirte ausbringen, um ihre Ackerfrüchte vor Krankheiten und Schädlingen zu schützen. Vor 100 Jahren gab es diese Mittel nicht, werte Politiker von Bündnis 90/Die Grünen. Dafür hatten wir regelmäßig wiederkehrende Ernteeinbußen – bis hin zu Totalausfällen. Es gab Mangelernährung, es gab Hunger, es gab Menschen, die Hungers starben. Übrigens macht noch immer die Dosis das Gift. Und genauso bringen die Landwirte die Pflanzenschutzmittel aus – streng nach Vorschrift!

„Ackergift“ an sich lässt schon tief blicken. Regelrecht perfide ist allerdings, dass die Grünen diesen Begriff der von ihnen dämonisierten industriellen Landwirtschaft vorbehalten.

Die Tatsache, dass auch Bio-Landwirte spritzen, wird regelmäßig unter den Tisch geschubst.

Kein Grüner erzählt den Verbrauchern (und potenziellen Wählern), dass viele „natürliche“, also nicht-synthetische Pflanzenschutzmittel, es ganz schön in sich haben. Sofern man sich auf das preiswerte Grünen-Niveau herabbegeben möchte: Es sind „Ackergifte“. Ich ziehe allerdings auch hier den Begriff Pflanzenschutzmittel vor.

Beispiele sind das Schwermetall Kupfersulfat oder das insektenschädliche Mittel Spinosad. Wobei Kupfersulfat weitaus toxischer ist als Glyphosat, wie hier nachgelesen werden kann: „Far more toxic than glyphosate: „Copper sulfate, used by organic and conventional farmers, cruises to European reauthorization.“

Ergiebig ist ferner der Beitrag von Salonkolumnist Johannes Kaufmann, den ich hier verlinke: „Mythenjagd 1: Bio bedeutet ungespritzt.“ In dem Artikel finden sich weitere Beispiele, unter anderem ist dort eine knapp 100 Din-A4-Seiten lange Liste verlinkt mit im Öko-Landbau zugelassenen Pflanzenschutzmitteln.

Das eine „Gift“ zu verteufeln und das andere „Gift“ auszublenden und damit den konventionell wirtschaftenden Landwirten die Vergiftung ihrer Landsleute zu unterstellen – das finde ich regelrecht diabolisch!

Kanzerogenität und keine Ende

Link Facebook-Post
Nein, nicht deshalb hat eine Laienjury ihr Urteil gefällt. Könnte man wissen. Es stand viel dazu in der Zeitung!

Eigentlich ist es sinnlos, diesen Punkt aufzugreifen. Das Thema Glyphosat ist im faktenbefreiten Raum förmlich einbetoniert, wobei die Faktenresistenz gerade bei vielen Grünen besonders stark ausgeprägt ist. Allerdings geht es mir in diesem BlogPost darum aufzuzeigen, wie rücksichtslos oft kommuniziert wird. Daher darf der Vorwurf der Kanzerogenität nicht fehlen.

Fakt ist doch seit Paracelsus: Es macht noch immer die Dosis das Gift. Fakt ist ferner: Glyphosat ist bei sachgemäßer Anwendung noch immer nicht krebserregend. Weltweit haben Wissenschaftler unzählige Studien ausgewertet. Ein weiteres Faktum: Eine Laienjury macht noch lange keine wissenschaftlichen Fakten.

Zahllose Grünenpolitiker sind in den vergangenen Jahren mit zahllosen Links zum Stand der Wissenschaft versorgt worden. Es hat sie nicht interessiert. Stattdessen kommunizieren sie unverändert Aussagen, die nicht stimmen. Das ist verantwortungslos. Denn sie treiben Schindluder mit der Angst von Menschen um ihre Gesundheit.

Was es mit der Kanzerogenität und den Gerichtsurteilen auf sich hat, kann hier nachgelesen werden.

„Gutes Gift und böses Gift“

„Warum Glyphosat kein Beweis für den Krebsverdacht ist“

„Im Zweifel gegen die Harmlosigkeit“

Die Europagruppe Grüne

Link Tweet
Bio-Gemüse oder Pestizide. Himmel oder Hölle.

Zur Höchstform ist die Europagruppe der Grünen aufgelaufen. Etwas verklausuliert werden in dem Tweet zwei Gegensätze aufgebaut:

1.) Unser Essen wird mit Pestiziden (industriell) angebaut oder ist Bio-Gemüse (lokal).

Haben sich die Grünen nicht getraut, die Unwahrheit auszusprechen? War ihnen ein: „Pestizide oder keine Pestizide“ dann doch zu heiß?

2.) Auf unseren Tellern landen entweder Bio-Gemüse – oder Pestizide.

Ist es das, was Sie kommunizieren möchten? Sie sind sich darüber im Klaren, wie rücksichtslos es ist zu unterstellen, dass Landwirte Pestizide auf die Teller ihrer Landsleute legen? Ich glaube, auch in Brüssel ist bekannt, was Rückstandskontrollen besagen: Unser Essen ist sauber!

Martin Häusling und die freibierausschenkende Julia Klöckner

Link Tweet
So sieht grüner Populismus aus.

In ein ähnlich demagogisches Horn stößt Martin Häusling, Mitglied des Europäischen Parlaments. Er unterstellt der deutschen Landwirtschaftsministerin, sie würde Ausnahmen für Neonikotinoide unters Volk bringen – wie Freibier. Herr Häusling, Sie wollen uns also zu verstehen geben, die Ministerin sei so verantwortungslos, wahllos mit Genehmigungen um sich zu schmeißen?

Wie für Harald Ebner gilt auch für Sie: Das ist genau die Art populistischer Parolen, die unser gesellschaftliches Klima vergiften. Sollte die Ministerin wie ihr Vorgänger im Amt mit Gewalt- und Mordandrohungen konfrontiert werden, würde ich ihr empfehlen, neben Ebner auch Ihnen ein Dankesschreiben zukommen zu lassen. Denn das hätten Sie sich verdient!

Robert Habeck: „Was wir sein könnten“

Last, but not least: Welcher Sprache bedient sich eigentlich Robert Habeck? Ich verfolge schon seit einigen Jahren, wie die Grünen zur Landwirtschaft kommunizieren und muss sagen: Der Grünen-Chef hebt sich wohltuend ab von vielen Parteikollegen.

Lautes Schweigen

Link: Screenshot Blog
Lautstarkes Schweigen (BlogPost Robert Habeck, 23. Mai 2019)

Deftige Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel, wie Habeck in seinem heute online gegangenen BlogPost unter Beweis stellt. Denn auch Schweigen, wo Reden angesagt wäre, kann ausgrenzen. Schließlich weiß der schleswig-holsteinische Landwirtschaftsminister a.D. ganz genau:

Das Verbot der Ferkelkastration wurde ausgesetzt, um kleine u mittlere Familienbetriebe vor dem Ruin zu bewahren. Denn es gab keine praktikablen bzw. bezahlbaren Alternativen, die Ferkel zu betäuben. Wäre das Verbot gekommen, hätte es einen harten Strukturbruch gegeben. Die Personengruppen, auf die er anklagend mit dem Finger zeigt, haben letztendlich das getan, was die Grünen stets als hehres Schild lautstark vor sich hertragen: Bäuerliche Familienbetriebe erhalten!

Populismus pur von einem Mann, der ein ganzes Buch darüber schreibt, Politiker sollen zu einer fairen Sprache zurückfinden!

Wie Robert Habeck die Demokratie sieht

Unwohlsein bereitet mir allerdings etwas ganz anderes. Ich meine Habeck‘s Demokratieverständnis. Nachdem er der CSU-Regierung im letzten Wahlkampf einen demokratischen Charakter abgesprochen hatte, wollte er nur ein paar Monate später alles machen,

damit Thüringen ein offenes, freies, liberales, demokratisches Land

wird. Das hallt nach!

Waren das bloß Ausrutscher? Schlechter Stil? Oder steckt etwas anderes dahinter, ein Verständnis der eigenen politischen Bedeutung bzw. der Bedeutung der eigenen Partei, das nicht ganz sauber ist? Könnte der Grünen-Chef vielleicht – etwas demokratischer sein?

Ulf Poschardt, Chefredakteur der Welt, hat den Distinktionskern der Grünen in einem Tweet von Oktober 2018  beschrieben als

„die bislang hinter paternalistischer Empathie gut getarnte Überheblichkeit der ‚Anständigen‘“ 

Ich finde, er hat es auf den Punkt gebracht!

Photo von Buch Habeck

Wie Ihr seid! Teil 1: Harald Ebner

Robert Habeck hat im Oktober letzten Jahres ein Buch veröffentlicht. Der Titel: „Wer wir sein könnten“. Sein Anliegen: Eine offene und vielfältige Sprache, mit der Demokratie funktioniert. Eine Sprache, die nicht ausgrenzt, entmenschlicht.

Ja, der Grünen-Chef hat völlig Recht. Begriffe wie „Asyltourismus“ und „Überfremdung“ sind nicht dazu angetan, Menschen in all ihrer Verschiedenheit zusammenzubringen. Auch mir will oft scheinen, dass eine Zeit des politischen Brüllens und Niedermachens angebrochen ist. Dabei ist Sprache ungemein wichtig. Sie macht den Unterschied, im Privaten genauso wie in der Politik.

Grüne Sprachverrohung

Womit wir bei den Grünen angelangt sind. Denn es ist längst nicht nur die AfD, die niedermacht. Ob Habeck wohl der diffamierende Umgang seiner Parteikollegen mit Deutschlands (konventionell wirtschaftenden) Landwirten bewusst ist? Besser wäre es. Denn er ist pures Gift.

Einer kleinen Minderheit pauschal (und faktisch mehr als fragwürdig!) Jahr um Jahr, direkt oder indirekt, in Wort und Tat, zu unterstellen, sie gefährden das Leben ihrer Landsleute mittels „Ackergiften“, vergifte ihr Trinkwasser, zerstöre Flora und Fauna, quäle Tiere, grenzt aus, entmenschlicht. Die Grünen haben es darin zur Meisterschaft gebracht. 

Sie dämonisieren Agrarindustrie, Pflanzenschutzmittel, die Intensivtierhaltung. Indem sie beispielsweise von „Ackergift“ reden statt von Pflanzenschutzmitteln, verwandeln sie die Menschen, die diese Mittel auf ihren Äckern ausbringen, in Brunnenvergifter. Klar, dass Landwirte die Stürme ernten, die die Grünen säen – seit Jahren. Denn die sprachliche Verrohung bewirkt etwas. Sie verroht das gesellschaftliche Klima. Unter anderem das Mobbing von Bauernkindern zeigt dies eindrücklich.

Der Journalist und Salonkolumnist Jan-Philipp Hein hat es mal auf den Punkt gebracht: Was die Afd und NGOs und Grünen gelernt hat.

Wenn es um ihre Herzensthemen geht, vergiften NGOs und Grüne mit brachialer Zuspitzung und Populismus das gesellschaftliche Klima. Die AfD erweist sich so nicht nur als größter Widersacher der Ökopartei, sondern auch als gelehriger Schüler.

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Großes Haus mit Tanne davor

Märchenzeit, die Dritte: Si tacuisses, philosophus mansisses, Sarah!

Wenn Du geschwiegen hättest, wärst Du eine Visionärin geblieben, Sarah!* (Anmerkung am Ende). Es folgt das dritte der fünf Märchen der Sarah Wiener. Die Bloggerin Birgit Medlitsch stellt in ihrem Blog Das ist los. Aussagen der österreichischen Starköchin zu Gut Kerkow und ihre Rolle nach der Übernahme auf den Prüfstand. Um ein abgedroschenes, unverändert aktuelles Sprichwort zu bemühen: Es duftet nach

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.

Nummer 3: Das Märchen von der Visionärin

In einem Interview mit der dpa (Deutsche Presse-Agentur, April 2019) bezeichnet sich Sarah Wiener in Bezug auf Gut Kerkow als „Chefideologin“, die Visionen hat.

In diversen Interviews mit ihr kann man nachlesen und nachhören, was sie nicht alles erneuert und verbessert und auch „neu erfunden“ hat.

Auch – so kann man in ihrem neuen Buch nachlesen – soll Gut Kerkow für sie etwas desolat und führungslos gewirkt haben. In einem Interview (Berliner Zeitung 17.6.2018) spricht sie sogar von einem völlig marodem und verschuldetem Hof.

Das Märchen von der Visionärin.

Sarah Wiener hat – gemeinsam mit ihren Partnern – Gut Kerkow im Jahr 2014 gekauft.

Der vorherige Eigentümer, und sehr bekannte und angesehene Diplomagraringenieur, Johannes Niedeggen, war im Jahr 2013 am Gut tödlich verunglückt.

Nun heisst es, Gut Kerkow befände sich seit der Übernahme in Sanierung (Jochen Beutgen gegenüber Ö1; Ö1 Morgenjournal, 20.3.2019).

Das alles klingt so, als wären Sarah Wiener und ihre Partner und Gesellschafter Wunderwuzzis, die einen angeblich herabgewirtschafteten Hof auf Vordermann bringen. Dazu kommt noch eine selbst ernannte Bio-Bäuerin und „Visionärin“, die uns erzählt, welche ihrer großartigen Visionen sie nicht alle aus Gut Kerkow umgesetzt hat. Schauen wir einmal ein wenig in die Vergangenheit. War das nicht schon alles vorher da?

Der Visionär, der Gut Kerkow aufgebaut hat.

Ich hätte ihn gerne kennengelernt: Johannes Niedeggen.

Am 3. Mai 1994 hat er Gut Kerkow von der Treuhand gekauft, und zwar ohne Mitarbeiter und ohne Rinder.

Er war ein Visionär, der Gut Kerkow mit Liebe und Hingabe zu einem Vorzeigebetrieb im Bereich der Biolandwirtschaft gemacht hat. Davon zeugen viele Medienberichte, unter anderem eine 5-seitige Reportage in „Neue Landwirtschaft“ im Juli 2011. (PDF-Link im Originalpost).

Ihm war das nachhaltige Wirtschaften ein grosses Anliegen, und das hat er auf Gut Kerkow in Form der Kreislaufwirtschaft umgesetzt. Auch zur Erhaltung alter und gefährdeter Nutztierrassen trug er bei, und machte Gut Kerkow zu einem von 70 Archehöfen Deutschlands.

Fünf Mio. Euro investiert

Neben der Milchkuhhaltung hat er bereits 1994 mit der Aberdeen-Angus-Zucht begonnen und eine Herde mit 100 Angusmutterkühen aufgebaut. Er hat sich für erneuerbare Energie eingesetzt und eine Biogasanlage sowie eine öffentliche Tankstelle für Diesel und Pflanzenöl gebaut. Zwei seiner Traktoren hat er für Rapsöl umgerüstet und konnte das kaltgepresste Rapsöl als Treibstoff nutzen. Auch war er bei der größten europäischen Biofachmesse, der Biofach, im Jahr 2012 Vortragender zum Thema Biogas.

Er baute das Gutshaus zur Pension um, richtete eine Gaststätte, einen Veranstaltungsraum und einen Bauernmarkt ein. Überdies baute er eine „Registrierte Schlachtstätte“ für die Hofschlachtung. Er setzte sich sehr für das Tierwohl ein und ließ seine Schafe und Rinder das ganze Jahr über halbwild auf den Wiesen im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin leben. Johannes Niedeggen hat 5 Millionen Euro investiert und 22 Arbeitsplätze geschaffen. (Quelle: Homepage von Gut Kerkow vom 24.12.2006)

Alles schon da

Also alles schon da, als Sarah Wiener und ihre Partner und Gesellschafter Gut Kerkow kaufen, oder? Und von desolat oder marode kann auch nicht die Rede sein. Denn: der Ortsvorsteher von Kerkow, Reinhard Koslowski beschrieb 2013, als Johannes Niedeggen verunglückte, Gut Kerkow als moderenen Bio-und Erlebnishof, der sich durch zahlreiche Initiativen, von Regionalvermarktung bis Landpartie, einen Namen gemacht hat, der weit über Kerkow und die Uckermark ausstrahlt. (MOZ, 28.2.2013)

In ihrem neuen Buch schreibt Sarah Wiener „Vor allem aber wurden vor einigen Jahren die ersten Weichen in Richtung ökologische Landwirtschaft gestellt.“ Eigentlich war der Betrieb bereits seit 2011 komplett auf bio, also ökologisch, umgestellt. Da waren keine Weichen mehr. Es war alles schon erledigt. Auch Bilder des Guts aus der Zeit von Johannes Niedeggen und Berichte darüber zeigen einen wunderbaren Bio-Gutsbetrieb. Ich sehe jetzt nicht grossartig eine Änderung durch Sarah Wiener als „Chefideologin“. Aber schauen wir uns doch eine ihrer „visionären“ Ideen an.

Die Vision von der Fruchtfolge.

Wenn sie sagt „Meine Idee war zum Beispiel einfach die siebenjährige Fruchtfolge einzuführen.“ (Ö1 Morgenjournal, 20.3.2019) kann es sein, dass viele Landwirte komische Gesichter machen.

Johannes Niedeggen hat es sicher nicht viel anders gemacht, denn angesichts der Kulturen, die er angebaut hat (Reportage in „Neue Landwirtschaft“ im Juli 2011), war auch nicht viel anderes möglich.

Landwirte achten grundsätzlich auf die Fruchtfolge. Vielleicht nicht sieben Jahre, aber sie planen mindestens 5 Jahre voraus, denn sie möchten ja eine gute Ernte. Und das funktioniert ohne kluge, geplante Fruchtfolge nicht. Noch dazu gibt es etliche Kulturen, die einen Fruchtfolgeabstand von mindestens 4-5 Jahren benötigen. Das gilt nicht nur für Bio-Betriebe, sondern auch für die konventionelle Bewirtschaftung.

Laut dem letzten Biozertifikat gibt es auf Gut Kerkow Silomais, Grün- und Raufutter und Getreide. Eine Rückfrage am Gut Kerkow hat ergeben, dass kein Mais angebaut wird, sondern Gerste, Roggen, Winterweizen, Dinkel, Sommerroggen und Sommerhafer. Für die Fruchtfolge wird zwischen diesen Kulturen 2 Jahre, manchmal auch länger, Kleegras angebaut (das für die Rinder benötigt wird).

Was ist neu, was innovativ?

Ich frage mich, was daran gross neu und innovativ sein soll? Das machen andere Landwirte auch. Das hat Sarah Wiener nicht erfunden. Vor allem: wenn man mit dem, was man anbaut, hauptsächlich Tierfutter „produzieren“ muss, dann hat man nicht viele Möglichkeiten. Das ist sozusagen „aufgelegt“, wie wir Österreich so schön zu sagen pflegen.

Bei der Auswahl von Getreide und Kleegras ist der Plan für die nächsten sieben Jahre nicht sehr kompliziert. Es gibt Bio-Landwirte, die bauen andere Kulturen an, da wird das schon weit komplexer.

Und warum wird auf Gut Kerkow kein Gemüse angebaut? Dann könnte man das eigene Gemüse über den Bioladen vermarkten und müßte das nicht zukaufen. Kürbisse, zum Beispiel, würden sich bei den sandigen Böden dort sehr gut eignen. (Auch ich kann gute Tips geben.)

*Anmerkung: Ich habe mir die künstlerische Freiheit herausgenommen, die Philosophin durch die Visionärin zu ersetzen.

Hier geht’s zu den anderen Märchen:

Märchen Nummer 1: Das Märchen von den Agrarsubventionen.

Märchen Nummer 2: Das Märchen von der Landwirtschaft. Oder: Sarah Wiener und ihre Partner.

Unternehmenskonstruk Sarah Wiener - Grafik

Märchenzeit: Ist die Grüne Sarah Wiener eine Agrarindustrielle?

Es geht weiter mit den fünf Märchen der Sarah Wiener. Nachdem die Bloggerin und Bio-Bäuerin Birgit Medlitsch in Märchen Nummer 1 Behauptungen der Starköchin zu Agrarsubventionen zerpflückt hat, nimmt sie in Nummer 2 ihrer Märchenerzählungen die Eigentumsverhältnisse von Gut Kerkow unter die Lupe. Sarah Wiener hatte den 800 Hektar großen, in der Uckermark gelegenen Biobetrieb 2015 erworben.

Das Resultat der Analyse von Birgit Medlitsch wirft ein, wie ich finde, zwiespältiges Licht auf die Starköchin:

„Wir stehen vor einem Abgrund in der Agrarindustrie“

Märchenzeit: Ist die Grüne Sarah Wiener eine Agrarindustrielle? weiterlesen

Märchenzeit: Sarah Wiener erzählt was zur Landwirtschaft

Viele kennen sie: Sarah Wiener, österreichische Unternehmerin, Fernsehköchin, Buchautorin und, sofern die österreichische Wählerschaft dies wünscht, demnächst grüne EU-Parlamentarierin. Ferner tourt sie als Verfechterin einer ökologischen Landwirtschaft durch die bundesdeutsche Medienlandschaft, wobei sie wortgewaltig die Agrarindustrie zu verteufeln pflegt.

Da sie der unreflektierte bzw. unwidersprochene Umgang von Medien, Ministerium und Verband mit den Aussagen Wieners störte, hat die österreichische Bloggerin und Bio-Landwirtin Birgit Medlitsch das Heft des Handelns in die Hand genommen und einiges davon auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft. Das Resultat liegt als lesenswerter Blogpost und Märchenerzählung in mehreren Teilen vor: „Die 5 Märchen der Sarah Wiener“. Birgit Medlitsch hat BlogAgrar die Erlaubnis erteilt, die auf ihrem Blog Das ist los. veröffentlichten Märchen an dieser Stelle online zu stellen.

Nummer 1: Das Märchen von den Agrarsubventionen.

Wir sehen weites Land.
Unser Land.
Das Land unserer Bauern.
Land, auf dem das wächst, was wir brauchen.
Bestellt, behütet und beerntet.
Da steht er, der Bauer.
Ein Mensch, der nichts anderes möchte,
als das bewahren, was uns ernährt.
Wissend um die Natur. Wissend um alles,
was das bedroht, was uns ernährt.

Er lebt in und mit der Natur und trotzt ihren Gewalten, wenn es darum geht, das zu tun, was getan werden muss. Weil es die Natur verlangt. Und er tut es gern. Und ehrlich.

Und jetzt?
Jetzt kommt Sarah.
Sarah erzählt ihm, dass er es nicht richtig macht.
Also falsch macht er es.
Ganz falsch.
Und Geld bekommt er. Agrarsubventionen, also Förderungen.
Und die soll er gar nicht bekommen.
Sagt Sarah.

Das Märchen von den Agrarsubventionen.

Sarah erzählt uns etwas über Landwirtschaft. Sie erzählt von Agrarsubventionen, die jeder bekommen kann. In einem Interview (Ö1 Morgenjournal, 20.3.2019) sagt sie:

„Wir haben eine Landwirtschaft, wo man einfach Fläche subventioniert. Also jeder Hektar wird subventioniert, egal, was Du da machst, und wer’s hat, und ob er überhaupt Landwirt ist. Und natürlich bin ich dagegen.“

Märchenzeit: Sarah Wiener erzählt was zur Landwirtschaft weiterlesen

„Zwischen Bullerbü und Tierfabrik“ gehört unter den Weihnachtsbaum!

Buchcover falsch herum
Mal genau hinschauen.

Geschafft! Zwischen Bullerbü und Tierfabrik. Warum wir einen anderen Blick auf die Landwirtschaft brauchen: Seit Veröffentlichung ist das Buch auf meinem Radar, endlich habe ich die Zeit gefunden, es zu lesen. Fazit: Ich habe das Grundproblem der urbanisierten Wohlstandsgesellschaft mit ihrer Lebensmittelerzeugung noch nirgends so krass, aber zutreffend gelesen wie in dem Buch von Andreas Möller. Was das Buch so wertvoll macht? In den flott zu lesenden 227 Seiten steht vieles, was sich im verengten öffentlichen Diskurs nicht wiederfindet. „Zwischen Bullerbü und Tierfabrik“ gehört unter den Weihnachtsbaum! weiterlesen