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Antibiotika: Wo sind die „fehlenden“ Tonnen?

logo_wir-sind-tierarztFür das Online-Portal „Wir-sind-Tierarzt.de“ blickt der Journalist Jörg Held auf die vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veröffentlichten Antibiotika-Abgabemengen an die Tierärzte. (siehe auch „Menge der abgegebenen Antibiotika in der Tiermedizin halbiert„)

Für Held ergeben sich noch viele Fragen, wenn man die vom BVL veröffentlichten Zahlen genau analysiert. Er fragt sich Antibiotika: Wo sind die „fehlenden“ Tonnen? weiterlesen

Menge der abgegebenen Antibiotika in der Tiermedizin halbiert

Zeit für gute Nachrichten: Um mehr als die Hälfte ist die Menge der abgegebenen Antibiotika in der Tiermedizin gesunken, wie aus der aktuellen Pressemitteilung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zu entnehmen ist.

bitte anklicken, um zur Originalmeldung zu gelangen
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Allerdings ist die Abgabemenge der sogenannten Reserveantibiotika im gleichen Zeitraum leicht angestiegen, was wahrscheinlich von den notorischen Kritikern der modernen Landwirtschaft bzw. der Tierhaltung kritisiert werden wird. Ich bin gespannt, wie die Schlagzeilen in den Medien zu dieser Meldung ausfallen werden.*

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(c) Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Das Thema ist sehr komplex und nicht so leicht für jedermann leicht zu erklären. Es werden zunächst nur die Mengen erfasst, die abgegeben wurden. Dabei geht aus der Tabelle, die das BVL auch veröffentlicht hat, nicht hervor, wie wirksam ein Antibiotikum ist und wie viele Tiere sich mit einer Mengeneinheit behandeln lassen. Die Wirkstoffe, die immer schon höhere Aufwandmengen benötigten, wurden ziemlich radikal gemieden. So haben die Tetrazycline und Sulfonamide die stärksten Nachfrageverluste zu verzeichnen gehabt. Und das obwohl in vielen Fällen diese Antibiotika durchaus noch gut gewirkt hätten. Nur ist dort die Wirksamkeit nur mit höheren Dosen gegeben und auch die Dauer der Therapie dürfte etwas länger sein. Reduzierte Aufwandmengen in der Therapie sind gefährlich, denn gerade dann, wenn zu niedrig und Menge der abgegebenen Antibiotika in der Tiermedizin halbiert weiterlesen

Jetzt ist die ZEIT

Landwirt, Tierarzt + Verbraucher im Diolog: Mit der Gegendarstellung in der ZEIT wird auch eine Homepage freigeschaltet. (Bild anklicken) (c) dafür-stehen-wir.de
Landwirt, Tierarzt + Verbraucher im Diolog: Mit der Gegendarstellung in der ZEIT wird auch eine Homepage freigeschaltet. (Bild anklicken) (c) dafür-stehen-wir.de

Es ist tatsächlich geschafft: Die Gegendarstellung ist nun in der Wochenzeitung die ZEIT erschienen. Gut 30000 € wurden von 1837 Landwirten, Tierärzten und den dazugehörigen Branchen gespendet. Eine ganz bewusst breit angelegte Solidaritätsaktion gegen die unsachliche Berichterstattung der ZEIT, die auch hier im Blog mehrfach thematisiert wurde.

Thomas Wengenroth (stallbesuch.de) hält die gedruckte ZEIT in den Händen
Thomas Wengenroth (stallbesuch.de) hält die gedruckte ZEIT in den Händen

Mit der heutigen wurde auch eine Homepage freigeschaltet: dafür-stehen-wir.de und die dazugehörige Facebookgruppe.

Man kann es erahnen: Diese Anzeige wird kein einmaliges Projekt bleiben. Bleibt zu hoffen, dass viele ZEIT-Leser sich längerfristig mit landwirtschaftlichen Themen unvoreingenommen beschäftigen. Ein Schritt ist gemacht und ich wette, dass hier noch weitere Schritte hinzukommen.

Zu guter Letzt hoffe ich, dass diese Anzeige nicht nur bei den Lesern der ZEIT „angekommen“ ist, sondern auch bei den Journalisten. Es wäre wirklich schön, wenn die Einsicht wächst, dass die Serie um „Die Rache aus dem Stall“ viele Schwächen hatte und es künftig gute Gründe gibt, die Meinung der Praktiker (Landwirte und Tierärzte) etwas ernster zu nehmen. Das wäre nämlich guter Journalismus, wie er traditionell bei der ZEIT vermutet wird. Marion Gräfin Dönhoff, ehemalige Chefredakteurin und Herausgeberin der ZEIT, hat ihren persönlichen Anspruch als Journalistin folgendermaßen formuliert:

etnommen von dafür-stehen-wir.de, (c) Lebendiges Museum online
entommen von dafür-stehen-wir.de, (c) Lebendiges Museum online

 

Endspurt

Ich möchte hier einmal Werbung machen und alle Leser auffordern, für eine tolle Aktion einen Euro (oder auch etwas mehr) zu spenden!

aktuelles Spendenschwein
aktuelles Spendenschwein

Worum geht´s?
Über die unausgewogene Berichterstattung der Wochenzeitung die ZEIT habe ich ja bereits mehrfach berichtet (siehe auch die Links am Ende dieses Beitrages).
Dort wurden in den ersten beiden Teilen einer vierteiligen Serie Landwirte und Tierärzte gleichermaßen heftig kritisiert und fälschlicherweise für den Tod von tausenden MRSA-Patienten in deutschen Krankenhäusern verantwortlich gemacht.

Diese mit „tödliche Keime“ titulierte Serie löste unter Bauern und Tierärzten großen Unmut und Empörung aus. Es folgten unzählige Kommentare auf facebook und twitter, Blogbeiträge (nicht nur bei mir) und offene Briefe.
Rolf Nathaus, ein Tierarzt aus dem Münsterland, hatte die Idee, eine Anzeige bei der ZEIT zu schalten, in der wir (Tierärzte und Landwirte) gemeinsam eine Gegendarstellung formulieren. Um die Sache etwas anzufeuern, formulierte er daraus eine Wette:

Aus Anlass der heute begonnenen Serie in der Wochenzeitung “DIE ZEIT” (Titel des ersten Teils : Die Rache aus dem Stall!”) wette ich, dass es dieser Gruppe nicht gelingt, rund 33.000 Landwirte und Tierärzte zu mobilisieren, die jeweils einen Euro spenden, um in besagter Wochenzeitung auf einer ganzseitigen Anzeigen ihren Protest gegen diese Form des Journalismus zum Ausdruck zu bringen… Ich bin gespannt, Dr. Rolf Nathaus, VetTeam Reken
Der erste Wettaufruf lautete noch so: Aus Anlass der heute begonnenen Serie in der Wochenzeitung “DIE ZEIT” (Titel des ersten Teils : Die Rache aus dem Stall!”) wette ich, dass es dieser Gruppe nicht gelingt, rund 33.000 Landwirte und Tierärzte zu mobilisieren, die jeweils einen Euro spenden, um in besagter Wochenzeitung auf einer ganzseitigen Anzeigen ihren Protest gegen diese Form des Journalismus zum Ausdruck zu bringen…
Ich bin gespannt, Dr. Rolf Nathaus, VetTeam Reken

Nicht nur ich finde diese Aktion absolut klasse, auch viele andere haben bereits insgesamt knapp 28000 Euro überwiesen. Es fehlen für eine Anzeige aber noch einige tausend Euro.
Deshalb möchte ich diese Aktion noch einmal anstubsen: ich bin mir sicher, dass wir es gemeinsam schaffen können. Der landwirtschaftliche Ortsverein Messingen, dessen Vorsitzender ich bin, wird auch noch einmal spenden. Vielleicht wird ja auch die ein oder andere Vereinigung sich dem anschließen?

Dazu die Kontoverbindungen: 
Inhaber: Dr. Rolf Nathaus
IBAN: DE 73 428 612 391 037 988 601
BIC: GENODEM 1 RKN (Spadaka Reken)

Weiterführende Links:

Landblogger: Wetten…dass?
top agrar: ZEIT-Artikel: Tierarzt ruft zu 1 €-Spenden für Anzeigenkampagne auf
ISN: Eine Wette für eine faire Berichterstattung!

Facebookseite von Dr. Rolf Nathaus
geschlossene Gruppe zur Aktion bei Facebook

 

Bisher wurde in diesem Blog zu diesem Thema veröffentlicht:

die ZEIT: ….. einfach unglaublich (unterirdisch)!
die ZEIT: Reaktionen auf “die Rache aus dem Stall”
die ZEIT scheut den öffentlichen Diskurs

 

die ZEIT scheut den öffentlichen Diskurs

Quelle: http://www.herzfeld-martinastier.de/programm/heilkreis/angst.html
Quelle: http://www.herzfeld-martinastier.de

Das Verborgene, die Ungewissheit erzeugt beim Menschen Ängste. Das gilt erst Recht beim deutschen Mitbürger.
So haben viele Angst, einen dunklen Keller zu betreten. Wird das Licht angeknipst, so verschwindet die Angst ganz schnell.
Die ZEIT hat mit der MRSA-Problematik einen dunklen Keller gefunden, der viele Ängste hervorruft.
Mittels unzähliger Stellungnahmen und nervenaufreibender Diskussionen auf Facebook und Twitter versuchen wir Bauern Licht an die Sachlage zu lassen, doch leider hat die Zeit gleichzeitig ein paar Nebelkerzen gezündet, die einen lösungsorientierten Diskurs erschweren.
zeit_tierarzt_dealer_2014_49Wie bereits vor einer Woche berichtet hat die ZEIT eine vierteilige Serie zum Thema „tödliche Keime“ gestartet. Mit der heutigen Ausgabe der Wochenzeitung sind die Tierärzte dran, die als Dealer verunglimpft werden.
Allerdings scheut die ZEIT nun die Diskussion mit seinen Lesern und Kritikern. Eine Auseinandersetzung per gutem alten Leserbrief scheint das präferierte Mittel der Interaktion mit dem Kunden zu sein- eine Diskussion über Facebook fällt zumindest flach:keine_diskussion_zeit_kl
Eine Online-Diskussion ist nicht vorgesehen!
Man kann das vielleicht auch als Teilerfolg für die Landwirte werten, schließlich hat die ZEIT-Redaktion vor einer Woche unzählige Diskussionsstränge auf ihrer Facebook-Seite eröffnet, in denen es dann überwiegend sachliche und berechtigte Kritik gab. Teilweise wurden die Beiträge von besonders aktiven Kommentatoren für die große Masse an Lesern verborgen. Mit einer so großen Welle hat die ZEIT offensichtlich nicht gerechnet. Die ZEIT rudert wohl fleißig zurück- so ist jedenfalls mein Gefühl.
In der aktuellen Ausgabe 2014/49 der ZEIT wird jedenfalls auf das große Echo des ersten Teils der Serie eingegangen. Es kommen Werner Schwarz vom Bauernverband Schleswig-Holstein aber auch der Gründer von „Ärzte gegen Massentierhaltung“, Meyer, zu Wort.

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Ergänzung: Mittlerweile ist dieser Artikel auch auf ZEITonline erschienen. Es kann nun dort und auf Facebook diskutiert werden. Für mich ist es kaum verwunderlich, dass sich jetzt verstärkt Tierärzte in die Diskussion einschalten. Sie versuchen nun das schiefe Bild, dass die ZEIT gezeichnet hat, wieder etwas gerade zu rücken.