mehr Bio und weniger Fleisch?

In der FAZ vom 1.Oktober 2015 erschienen acht Artikel über Landwirtschaft und Ernährung. Georg Keckl macht sich ein paar Gedanken zu den Berichten und Artikeln. Dieses ist neunte Teil der kleinen Serie:

2.04 Bio kann die Menschen, so wie sie nun mal sind, nicht ernähren

ZITAT FAZ, Herr Bauck zur Ernährung der Völker über bio: „Aber wenn wir unsere Ernährung umstellen, weniger Fleisch essen und mehr dafür auszugeben bereit sind, dann geht es.” ZITAT ENDE.

Herr Bauck weiß, dass der Stickstoffbedarf der Felder nach den DEMETER-Regeln heute einen ungeheuren, dungproduzierenden Tierbestand bräuchte, viel mehr Tiere als heute da sind – und viel mehr, als für tierische Produkte nötig wären. Mehr Bio = mehr Dungbedarf und dann „weniger Fleisch“ – und alle satt? Das geht nicht auf! Dass man die Menschheit oder Deutschland ohne künstlichen Stickstoff über Bio-Dogmen ernähren könnte, ist so weltfremd wie die Annahme der Professoren 1915, bei weniger Vieh bleiben mehr Kartoffeln und Getreide für die Menschen. 800.000 Deutsche haben das mit dem Leben bezahlt, zuerst und grausamst die „unnützen Esser“ in den Irrenhäusern1.
Mit mehr Vieh konnte man im 18. Jahrhundert beim Übergang von der Dreifelderwirtschaft auf die Fruchtwechselwirtschaft, trotz Futteranbaues auf den Ackerflächen, auch mehr Menschen ernähren.
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Mehr Vieh, mehr Dung, mehr Ertrag, mehr Menschen, besseres Essen – dank leistungsfähigerer Böden, mehr echtes Wissen über Böden, Pflanzen und Tiere. Wegen des ackerruhe_ist_blödsinn_keckl„künstlichen“ Stickstoffs ab 1913 konnte der Tierbestand gegenüber früher pro Mensch deutlich reduziert werden, gibt es heute die vielen viehlosen Betriebe und Regionen und trotzdem viel mehr tierische Produkte als früher!
Wenn die viehlosen Bauern heute alle wieder Vieh hätten, auch die in den Dörfern drin, was gäbe das für eine Gaudi mit den tierentwöhnten Nachbarschaften!

1 Vgl.: http://dlz.agrarheute.com/von-professoren-empfohlen


Die Ausgabe der FAZ vom 1.10.2015 ist als e-Paper hier erhältlich: http://e-kiosk.faz.net/faz-2015-10-01-pdf.html

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