Meyer im Emsland

Groß Hesepe (VEL). „95 Prozent der Bauern machen alles tip top und sind weder Tierquäler noch Umweltsünder“, lobte Minister Meyer die niedersächsischen Landwirte bei seinem Besuch im Emsland. „Die restlichen fünf Prozent sind die schwarzen Schafe, die dem Image schaden.“ Als vorbildlich bezeichnete er den konventionellen Milchkuhbetrieb seines Gastgebers, Landwirt Helmut Schwering aus Groß Hesepe. 110 Kühe und vier Generationen leben auf dem Familienbetrieb.

Meyer mit Vertretern des Landvolks und der Grünen, Foto: Knoll, VEL
Meyer mit Vertretern des Landvolks und der Grünen, Foto: Knoll, VEL

Gemeinsam mit den Meppener Grünen und Vertretern des Landvolkes informierte sich Christian Meyer über Haltung, Fütterung und Milchpreise: „Sie und Ihre Familie müssen von den Preisen leben können“, so Meyer.

Meyer mit Helmut Schwering, Foto: Knoll, VEL
Meyer mit Helmut Schwering, Foto: Knoll, VEL

Dass dies derzeit nicht der Fall sei und man von Reserven lebe, erklärte Landwirt Schwering: „Vor allem brauchen alle Landwirte, egal ob Tierhalter oder Ackerbauern, keine weiteren Auflagen.“

Im Anschluss fand eine öffentliche Diskussionsveranstaltung in Meppen statt, in der es um Billigpreise für Lebensmittel ging. Meyer will Tierwohlprodukte, die in der Ladentheke ähnlich den Eierkartons gekennzeichnet werden und mehr Erlöse für die Landwirte abwerfen.

Meyer bei der Diskussionsveranstaltung, Foto: Knoll, VEL
Meyer bei der Diskussionsveranstaltung, Foto: Knoll, VEL

Allen Junglandwirten aus der Seele sprach Michael Engeling aus Groß Hesepe. Der 26-Jährige steht wie viele andere vor der Entscheidung, den Hof weiter zu führen und hofft auf mehr Planungssicherheit durch die Politik. „Ich darf keinen Stein auf den anderen setzen“, ärgerte er sich über mangelnde Entwicklungsmöglichkeiten auf den Höfen.

5 Gedanken zu „Meyer im Emsland

  1. Herr Minister Mayer redet bestimmt bei Veranstaltungen der grünlichen Vereine ganz anders. Er hat gelernt Bauern zu schmeicheln. Bisher hatte er nur die „Auf die Bauern Draufhaurede“ beherrscht. Jetzt kann er beides.

  2. Herr Schwering hat vollkommen recht, wir leben von den Reserven! Jedenfalls die, die noch Reserven haben, die anderen leben von Krediten, wenn sie noch welche bekommen… Aber eins will mir nicht in den Kopf: Wie kriegen Landvolkvertreter von der an sich richtigen Analyse der katastrophalen Erlössitutation immer so schnell die Kurve zu den Auflagen!? Wie weit muss man die Auflagen senken, damit man für 20 Cent Milch produzieren kann? Nein, es sind nicht die Auflagen, die unsere Betriebe ruinieren, es sind die niedrigen Preise, vor allem für Milch, aber auch für Fleisch und jetzt auch noch für Getreide, die uns zur Aufgabe zwingen! Und diese niedrigen Preise sind die direkte Folge von Überproduktion, angeheizt von unseren „Partnern in der Wertschöpfungskette“ wie Schlachtkonzerne und Molkereien, damit diese mit unseren billigen Rohstoffen die Weltmärkte erobern können. Diese Erkenntnis zumindest hat Minister Meyer, dass man bei der Menge ansetzen muss, um den Preis zu verbessern. Die jungen Landwirte, die in den letzten Jahren mit staatlicher Förderung große Kuhställe bauen konnten, haben im Übrigen auch keine Planungssicherheit, sondern stehen heute teilweise vor den Trümmern ihrer Existenz.

  3. Habe ich auch nicht gesagt! Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass die Auflagen nicht unser Hauptproblem darstellen. Wer wie der Bauernverband in erster Linie nur über Auflagen klagt, will von den wahren Ursachen der Misere und seiner Mitverantwortung dafür ablenken.

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